Jahresrückblick 2015

Ein Rückblick ist auch immer ein Ausblick, denn mit den Erfolgen aus dem alten Jahr, starten wir im Neuen wieder voll durch! - Foto: Anna Spindelndreier
Ein Rückblick ist auch immer ein Ausblick, denn mit den Erfolgen aus dem alten Jahr, starten wir im Neuen wieder voll durch! – Foto: Anna Spindelndreier

Als ich heute morgen aufgestanden bin, ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nicht zurück geschaut habe. Ich habe noch gar nicht mein Fazit gezogen, noch keinen Strich unter das Jahr 2015 gemacht. So kann ich doch nicht ins neue Jahr rollen!

Deswegen möchte ich dies nun nachholen, bevor ich mit Lisa das Silvesterprozedere starte und mit ner Kiste Bier, ein paar Wunderkerzen und Panna Cotta Richtung Köln fahre.

Das Jahr 2015 war ein insgesamt sehr erfolgreiches Jahr. Es gab so viele WCMX Events wie noch nie, weltweit! WheelchairMX ist am Wachsen und ein Großteil davon wächst hier. Wir haben dieses Jahr über 20 Workshops in Deutschland, Österreich und Dänemark gemacht, haben den Sport vor dem Hamburger Rathaus beim Tag ohne Grenzen und auf der Rehacare präsentiert, sind mit einem kleinen Team zu den WCMX World Championships geflogen und haben mit den bisher gefundenen Talenten ein Team aufgebaut. Ein Team das nun weiter dafür sorgen kann, dass WCMX bekannter wird und noch mehr den Weg in die Skateparks finden . Ein Team, dass nun nicht nur die Chance hat an den World Championships teilzunehmen, sondern auch ein Team, das etwas bewirken kann. Aber wir sind nun auch in der Pflicht 2016 hier anzuknüpfen. Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, dass auch hier in Deutschland und Europa WCMX Competitions stattfinden, damit die Rolliskater hierzulande sich messen können, sich gegenseitig pushen und motivieren können. Aber erst mal schauen wir zurück auf das bisher geschaffte und das ist ein großartiger Rückblick.

Patrick Krause steht voll hinter WCMX - Foto: Uli Gasper / uliphoto.de
Patrick Krause steht voll hinter WCMX – Foto: Uli Gasper / uliphoto.de

Der erste Meilenstein war schon früh gesetzt, denn mit dem großartigen Engagement von den Rhinos aus Wiesbaden, wurde der erste monatliche WCMX Workshop in Europa ins Leben gerufen. Die Idee ein regelmäßiges Angebot zu schaffen kam von den Rhinos selbst und ich war begeistert. Schnell zeigte sich auch der Vorteil eines regelmäßigen Angebots, denn die, die dann öfter kommen, haben sich enorm verbessert. So können sie dann wiederum ihr Können mit denen teilen, die neu dazu kommen oder nur ab und zu vorbei schauen. Diese Idee soll nicht allen bleiben und so gibt es nun auch ein monatliches WCMX Treffen in Kassel und ab Februar starten wir damit in Dortmund. Ich hoffe, dass wir das auch bald in vielen Städten überall haben werden, damit alle eine Möglichkeit haben mit Unterstützung diesen tollen Sport zu starten.

WCMX World Championships 2015 Photo by Anna Spindelndreier
WCMX World Championships 2015 Photo by Anna Spindelndreier

Danach kam dann auch schon DAS Highlight des Jahres, die WCMX World Championships in Texas. Rise Adaptive Sports hat sich vorgenommen einen offiziellen Rahmen für diesen schnell wachsenden Sport zu schaffen und nicht zu viel versprochen. Ein Mega Event zum Auftakt mit Teilnehmern aus der ganzen Welt, bei denen wir mit vier Fahrern aus Deutschland hinter den USA das zweitgrößte Team bilden konnten. Das Resultat kann sich auch blicken lassen. Paul war als jüngster nicht US Fahrer 15. geworden, Lisa drittbeste Frau, Philipp kam sogar ins Finale und wurde am Ende 12. und natürlich mein 3. Platz hinter Aaron Fotheringham und Pedro Henrique!

Nach der WM haben Lisa, Anna und ich noch einen Trip nach Austin, Boston und New York gemacht. Wir hatten eine unglaublich gute Zeit und ein Großteil der Bilder die Anna auf der Reise gemacht hat, findet ihr mittlerweile in einem Buch von ihr, mit dem sie ihren Bachelor of Arts geschafft hat. „Sit and Skate“ heißt es und für nen paar Taler könnt ihr es auch in euren Händen halten! Was wir auf der Reise noch so alles erlebt haben könnt ihr hier im Blog nachlesen.

Zurück in Deutschland haben wir mit dem Rollstuhltraining Roll On in Dortmund weiter gemacht. Die Zusammenarbeit zwischen der RBG Dortmund 51 und der DSW21 hat sich als absoluter Erfolg erwiesen. Wir haben von der DSW21 einen Bus und eine Straßenbahn bekommen zum üben, inklusive kompetentem Personal, welche die Regelungen im öffentlichen Nahverkehr erläutert und diskutiert haben. Es gab sogar Bremstests mit beiden Fahrzeugen um die Wichtigkeit dieser Regelungen zu verdeutlichen. Auch Roll On wird es 2016 wieder geben – stay tuned!

Im Mai waren wir auch ein erstes Mal in Dänemark, genauer in Roskilde und Kopenhagen um ein kleines Video zu drehen und die Möglichkeiten für einen Workshop auszuloten. Der fand dann auch im September statt, an meinem Geburtstag und einer Torte mit mir drauf – super cool!

Der Sommer war voll gepackt mit WCMX Events und so kann ich gar nicht alle erwähnen, aber besonders in Erinnerung geblieben sind mir schon ein paar:
Hamburg, wie jedes Jahr eine tolle Zeit in einem tollen Skatepark,

Blick nach vorn und ab gehts! - Foto: Anna Spindelndreier
Blick nach vorn und ab gehts! – Foto: Anna Spindelndreier

Conne Island in Leipzig, ein kleines aber feines Event, dass wir definitiv wiederholen werden (am 4. Juni 2016 um genau zu sein),
Aurich, die größte Skatehalle Deutschlands, glänzt mit unendlichen Möglichkeiten und Barrierefreiheit, Wolfsburg, ein neuer Skatepark im Allerpark, der sogar einen Preis gewonnen hat für seine inklusiven Möglichkeiten,
Wien und Roskilde, zu denen ich gleich noch was schreiben werde.

Insgesamt ist es einfach großartig zu sehen, wie immer mehr Teilnehmer zu unseren Workshops kommen und wie wir immer wieder neue Skateparks für unsere Workshops erreichen. Es gibt noch so viele tolle Skateparks, die richtig gute Möglichkeiten für WCMX bieten und wir werden daran arbeiten auch dort das Rad ins Rollen zu bringen!

Markus Pösendorfer hat den Skatepark schnell erobert - Foto: Anna Spindelndreier
Markus Pösendorfer hat den Skatepark schnell erobert – Foto: Anna Spindelndreier

Der Sommer beinhaltete auch eine kleine Tour durch Österreich, vor allem durch den WCMX Workshop mit Skate4Life in Wien und dem Workshop in München hatten wir Grund genug ein paar Tage dort unten zu verweilen. Der Workshop in Wien war an sich schon großartig, ein neues Land mit dem WCMX Fieber anzustecken fühlte sich super an. Letztes Jahr hatten wir dort Urlaub gemacht und ich kam mit den Leuten vom Goodlands Skatepark in Wien Hütteldorf ins Gespräch. Am Ende stand ein Datum und wir kamen am 1. August in den Skatepark nach Wien zurück und freuten uns, dass dort schon einige Rollifahrer auf uns warteten. Einer von ihnen war Markus Pösendorfer, der vorbereitet schien mit seinem brandneuen Mike Box WCMX Stuhl. Er hat dann auch gemeinsam mit den anderen Teilnehmern den Skatepark gerockt und ich denke in ihn haben wir auch jemanden, der WCMX in Österreich vorantreiben kann und will. Also liebe Österreicher, ich hab seinen Kontakt, wenn ihr mit ihm ne Session machen wollt, schreibt mir. Er kann euch auch helfen einen Skatestuhl zu bekommen!

Auch das Schloss haben wir erobert - Foto: Anna Spindelndreier
Auch das Schloss haben wir erobert – Foto: Anna Spindelndreier

Von Wien aus sind wir nach Innsbruck gefahren, eigentlich um einen Skatepark bei Brixxlegg zu checken, aber angetan hat es uns dann die Stadt Innsbruck selbst. Mit dem Landhausplatz hat sie einen sehr bekannten Skatespot zu bieten, der super inklusiv ist. Denn es ist kein Skatepark, es ist ein städtischer Platz. Ein Platz an dem Leute chillen, vorbei laufen, stehen bleiben und halt rollen. Der Platz ist super geeignet für alles was rollt, er bietet für Skateboarder, Inliner, BMXer und eben auch für Rollstuhlfahrer eine Menge an verschiedenen Obstacles. Egal ob man einfach nur irgendwo runter rollen oder fette Tricks machen möchte, der Platz macht Spaß! Neben dieser Attraktion hat Innsbruck auch einige barrierefreie Seil- und Bergbahnen zu bieten, zum Beispiel auf die Nordkette und auf die Muttereralm! Checkt das aus wenn ihr in der Nähe seid!

Leider hab ich es im Sommer verpasst einen ausführlicheren Beitrag über diesen Trip zu schreibe, deswegen verzeiht mir , wenn ich das hier so kurz und knapp nachhole.
Über München ging es dann zurück nach Deutschland und München ist echt hammer für Skater. Die Stadt hat in den letzten Jahren viel in neue Skateparks, aber auch in alte Skateparks investiert und hat somit ein Riesenangebot für Rollsportfreaks.

Flowlandschaft im Gefilde - Foto: Andi Weiland | Sozialhelden e.V.
Flowlandschaft im Gefilde – Foto: Andi Weiland | Sozialhelden e.V.

Ich kenne leider bisher nur zwei Skateparks, aber beide haben mich gefesselt – an den Spot, nicht an den Rolli. Der Skatepark im Gefilde ist super flowig und bietet auch für Anfänger endlose Möglichkeiten, während Fortgeschrittenen auch nie Langeweile verspüren werden. Deswegen haben wir diesen Park als unsren Workshoppark auserkoren und den dann auch zusammen mit der Skateboardschule um Tobias „Albertross“ Kupfer  veranstaltet. Aber auch der Skatepark im Hirschgarten, wohlgemerkt der mit der riesigen Bowl, denn es gibt zwei. Der kleine ist aber kaum die Rede wert und deswegen zähle ich ihn auch gar nicht dazu. Die Bowl im Hirschgarten ist mit einem Cradle und einem tiefen Deep End nicht wirklich „Rollstuhlgeeignet“ aber für Fortgeschrittene WCMX Rider auf jeden Fall den ein oder anderen Drop wert. Lines gibt es dort viele zu entdecken (wenn man den Skatepark erst mal entdeckt hat) und ich würde dort wohl heute noch skaten, wenn uns nicht ein schweres Gewitter zum gehen aufgefordert hätte.

Up and down in the Munich desert - Foto: Andi Weiland | Sozialhelden e.V.
Up and down in the Munich desert – Foto: Andi Weiland | Sozialhelden e.V.

Auch in Frankfurt gibt es ja so einen super Rollstuhl geeigneten Skatepark im Osthafenpark. Dort haben wir es dann dieses Jahr auch endlich geschafft einen Workshop zu veranstalten. Ähnlich wie in München sind wir leider hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Vielleicht lag es am super heißem Wetter, vielleicht lag es aber auch an unseren so hoch gesteckten Erwartungen an die „Mega Spots“. Wir werden es aber weiter versuchen auch dort WCMX zu etablieren, denn diese Skateparks schreien gerade nach Rollstuhlfahrern!

Am Ende des Sommers sind wir dann, wie bereits erwähnt, nochmal nach Dänemark gefahren. Dieses mal hatten wir dort einen Workshop und die Jungs aus Roskilde haben gezeigt was für ein Organisationstalente in ihnen stecken. Nicht umsonst ist dort eines der größten Festivals Europas zu hause! Jedenfalls haben wir in Roskilde einen perfekten Doppelspot vorgefunden. In der Halle Hal12, also indoor, und außerhalb im niegelnagelneuen Rabalderparken. Der Rabalderparken sollte auch einen Ehrenplatz bekommen in der Liste der Skateparks und WCMX Spots. Er ist in einen Wasserablauf integriert, aber so lange es nicht regnet, kann man ihn skaten, wie geil ist das denn bitte!!! Dort meinen Geburtstag zu verbringen war jedenfalls eine gute Entscheidung, denn was kann besser sein, als Geburtstage in mega geilen Skatespots zu verbringen, mit Freunden, neuen Talenten und einer Torte mit mir drauf? Ich glaube so viel gibt es da nicht. Top Talent dort war wohl der kleine Bastian Jensen, der im Skatepark aufgeblüht ist und ich hoffe ihn bald wieder zu treffen. Da ich kein Dänisch kann und er kein Englisch oder Deutsch, ist unsere Sprache WCMX und das klappt super, vor allem wenn jemand so schnell lernt wie Bastian.

Timo Schmidt droppt und rockt - Foto: Anna Spindelndreier
Timo Schmidt droppt und rockt – Foto: Anna Spindelndreier

Natürlich haben wir auch in Deutschland viele Talente entdeckt und einige von denen sind wiederum mittlerweile fester Bestandteil des WCMX Teams und regelmäßig bei Events dabei. Neben Philipp Cierpka, sind dies vor allem Timo Schmidt, Paul Engel, Björn Patrick Meyer, Lisa und ich. Nicht zu vergessen unseren neuen AG Leiter, Busfahrer und Freund Patrick Krause, unsere Fotografin Anna Spindelndreier und unsere italienische Austausch WCMXerin Ilaria Naef. Mit diesem Team haben wir dann auch die Rehacare bespaßt. Mit einem Skatepark der von DSGN concepts für den Tag ohne Grenzen der DGUV gebaut wurde. Es war super zu sehen, dass dieser Skatepark nun an mehreren Orten aufgebaut werden kann und ich glaube, dass dieser Skatepark somit noch viele neue Leute für WCMX begeistern wird. Aber zurück zur Rehacare und dem Team, denn das war sicher eins der Highlights der zweiten Jahreshälfte. Ausführlich findet ihr dazu einen Bericht in meinen Blogartikeln.

Shifty über die Welle - Foto: Anna Spindelndreier
Shifty über die Welle – Foto: Anna Spindelndreier

Eine Sache aber, die in meinem Rückblick zur Rehacare nochmal genauer ausgeführt werden muss, ist folgende Geschichte:
Ilaria hat von Mike Box einen WCMX Rollstuhl bekommen auf der Messe und es war grandios zu sehen, wie Ila mit ihrem neuen Stuhl jeden Tag den Weg nach Düsseldorf auf sich genommen hat um mit uns zu skaten. Sie hat sich in den vier Tagen so enorm verbessert und am Ende sogar bei unseren Shows mitgemacht. Es ist einfach ein tolles Gefühl zu sehen, wie bei Ila ein Traum wahr geworden ist. Mehr dazu, zu ihren Träumen und Gefühlen könnt ihr auf ihrem Blog finden.

Lisa und ihre Eltern nach der Abschlusszeromonie der OU - Foto: David Lebuser
Lisa und ihre Eltern nach der Abschlusszeromonie der OU – Foto: David Lebuser

Noch etwas, dass unbedingt erwähnt werden muss, ist Lisas Bachelor of Sciense in Psychologie, für den wir nach Milton Keynes geschippert sind. Ersteinmal sollte man Lisa hier natürlich gratulieren, aber der Trip selbst war wieder einmal ein tolles Erlebnis. Milton Keynes mit der Open University und dem wohl größten Fresstempel den ich je gesehen habe. Aber vor allem natürlich London, mit seiner schönen historischen Kulisse an der Themse und seinem fast genauso historischen Stockwell Skatepark in Brixton.

Abgeschlossen haben wir die Skate Saison mit einem Kurztrip nach Eindhoven und einen Besuch Wiesbaden , wo dieses Jahr auch alles angefangen hatte.

Mit 2000 Wörtern, die bestimmt eh keiner von euch komplett gelesen hat, sag ich nun: Guten Rutsch, rollt gut rein und habt einen guten Start ins neue Jahr!

Cheers

David + Lisa

Ein grünes neues Jahr! - Foto: Anna Spindelndreier
Ein grünes neues Jahr! – Foto: Anna Spindelndreier

Gedanken zu…Vorbildfunktion

Vorbildrolle? Beim rollen gern! - Foto: Anna Spindelndreier
Vorbildrolle? Beim rollen gern! – Foto: Anna Spindelndreier

In letzter Zeit werde ich öfter gefragt, wie es ist ein Vorbild zu sein und was es mir bedeutet. Jedes mal wenn ich diese Frage gestellt bekomme, mach ich mir meine Gedanken und eigentlich fällt die Antwort in der Kürze eines Interviews immer anders aus. Deswegen hier mal meine ausführlichen Gedanken dazu.

So ganz habe ich es wohl selbst noch nicht verstanden. Ich? Ein Vorbild? Wie ist das denn passiert? Eigentlich sehe ich mich immer noch lieber als den Rebellen, der einfach nur nicht das macht, was die Gesellschaft von einem erwartet. Denn nach meinem Unfall hieß es vor allem immer „Du kommst da nicht rein – das geht mit Rollstuhl nicht – da geht es nicht hoch“ und ich fühlte mich dadurch immer motiviert einen Weg zu suchen und dann zu sagen „DOCH!“. Dass ich damit einmal eine Vorbildrolle einnehmen sollte war mir nicht bewusst und heute ist das eigentlich immer noch so.

Blick nach vorn und ab gehts! - Foto: Anna Spindelndreier
Blick nach vorn und ab gehts! – Foto: Anna Spindelndreier

Natürlich weiß ich mittlerweile, dass jeder aktive und selbstständige Rollstuhlfahrer ein wichtiges Vorbild ist für Kinder im Rollstuhl oder auch für „Verunfallte“. Dennoch bin ich ja eigentlich immer noch „nur“ der Skater, der Rebell, der Unangepasste, der, der sich nicht sagen lässt wo er mit dem Rollstuhl rein, hoch oder runter kommt. Ich bin einfach ich und lass mich nicht in eine Rolle drängen. Doch genau das scheinen viele unter einer Vorbildfunktion zu verstehen. Ich muss nun der Heilige, sich immer adrett ausdrückende und zu jedem freundliche Rollstuhlfahrer sein. Aber auch ein Vorbild kann abseits seiner vorbildlichen Sachen einfach mal Mensch sein.

Gerade erst vor kurzem wurde ein Kommentar von mir gemeldet. Ich schrieb auf Englisch, weil war ja ein Video eines WCMX Kollegen aus den USA, dass sein Video „fucking awesome“ ist. In Deutsch hätte ich vielleicht geschrieben „geiler Scheiß“ oder „krasser Kack“. Das bin ich und wenn das schon reicht um diese Vorbildfunktion nicht mehr zu erfüllen, dann will ich das auch nicht sein. Natürlich kann man sich hier anders ausdrücken und natürlich soll man auch denken bevor man schreibt, aber ich werde nicht anfangen jedes mal zwei mal zu überlegen, sonder auch hier will ich einfach nur ich sein. Es gab eine längere Diskussion auf Englisch, in der es mich gewurmt hat, dass ich mich in Englisch eben nicht so gut und klar ausdrücken kann. Auch wurmt es mich jetzt, dass derjenige diesen Text hier gar nicht lesen wird, weil er ja gar kein Deutsch lesen kann. Schade eigentlich.

Kleine Erfolgserlebnisse in der Videoanalyse - Foto: Anna Spindelndreier
Kleine Erfolgserlebnisse in der Videoanalyse – Foto: Anna Spindelndreier

Aber zurück zu der oft gestellten Frage. Ja ich bin gerne Vorbild, wenn es darum geht ein posistives Beispiel für einen aktiven und selbständigen Rollstuhlfahrer zu sein. Ich bin auch gern Vorbild beim Sport, beim WCMX, meinetwegen auch beim Wheelsoccer oder anderen sportlichen Aktionen. Für Kinder, aber auch für alle anderen. Es gibt mir eine Menge, wenn Kinder sich durch mich motiviert fühlen, ihren Rollstuhl mehr zu nutzen und ihre Selbstständigkeit dadurch verbessern. Es ist toll, wenn „erworbene“ Querschnitte und andere „Frisch-Rollstuhlfahrer“ durch mich motiviert werden ihr „Schicksal“ zu überwinden oder aus ihrem „Loch“ herauskommen. Noch besser ist es, wenn ich es sogar schaffe ihnen zu vermitteln, dass es eben kein schlimmes Schicksal ist, sonder eine Chance. Eine Chance auf ein mobiles und selbstbestimmtes Leben. Das ist die Vorbildfunktion, die ich gern einnehme. Die, des lyrischen Wohltäters überlasse ich anderen, auch wenn ich wohl unterscheiden kann, wann und wo ich fucking scheißendreckarschmist sage und wo besser nicht.

Vorbild oder nicht, dass könnt ihr entscheiden. Am Ende bin ich einfach ich und das will ich bleiben. Verändert hab ich mich schon genug, denn vor wenigen Jahren hätte ich noch gesagt: Ick bin ick und dit bleibt so! Heute muss ich schon einen Berliner/Brandenburger gegenüber haben, dass mir mein so geliebter Dialekt noch automatisch über die Lippen kommt. Aber das ist ein anderes Thema.

In diesem Sinne, einen verkackt schönen Tag euch noch!

 

 

WCMX auf der Rehacare

Timo Schmidt droppt und rockt - Foto: Anna Spindelndreier
Timo Schmidt droppt und rockt – Foto: Anna Spindelndreier

In diesem Jahr ist einiges passiert für WCMX in Deutschland. Mit Wiesbaden und Kassel gibt es die ersten regelmäßigen Angebote für Einsteiger und Fortgeschrittene Rollstuhlskater. Wir haben unsere Veranstaltungen auf viele Regionen innerhalb und außerhalb Deutschlands erweitern können, man könnte sagen von Roskilde bis Wien hatten wir eine richtig fette WCMX Road Show dieses Jahr! Dass wir dann von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) die Gelegenheit bekommen haben WCMX mit dem DRS zusammen auf der Rehacare zu präsentieren, passt zu diesem tollen Jahr sehr!

Im Juni bereits hatten wir mit der DGUV und dem DRS gemeinsam WCMX auf dem Hamburger Rathausmarkt präsentieren dürfen. Für den Tag ohne Grenzen wurde uns von der DGUV ein Skatepark gebaut, den ich gemeinsam mit DSGN concepts aus Münster designen durfte. Nun sollte der Skatepark nicht so viel Staub ansetzen und wurde für die Messe in Düsseldorf wieder raus geholt und aufgebaut.

Im Gegensatz zum Tag ohne Grenzen, wo wir gar nicht wussten was auf uns zukommen wird bei so einer Veranstaltung, hatten wir dieses mal einen Plan, ein größeres Team und wir fühlten uns gut vorbereitet. Dass unser Zeitplan sich im Laufe der Messe mehrfach änderte, begründete sich wohl in unserer noch nicht sehr großen Messeerfahrung, dennoch war es die Vorbereitung und unser großartiges WCMX Team, welches den Rehacare Auftritt zu so einem großartigen Event gemacht hat. Nach zwei Tagen Rathausmarkt war ich völlig ausgelaugt und ich hätte keinen Tag länger mehr skaten können, aber nach vier Tagen Rehacare war ich noch recht fit. Obwohl wir alles gegeben haben und rund um die Uhr am Skatepark Action geboten haben. Das großartige WCMX Team mit den US World Championships Teilnehmern, Paul Engel, Philipp Cierpka, Lisa Schmidt und mir, sowie unseren super talentierten Neuzugängen Björn-Patrick Meyer und Timo Schmidt machte es möglich, dass immer genug Action zu sehen war und sich doch jeder mal eine Pause gönnen durfte. Auch unsere Helfer Anna Spindelndreier, Malte Wittmershaus, Patrick Krause und Verena Pullwit haben hier einen großen Anteil geleistet und die Sportler, vor allem aber die Neuinteressierten hier die Rampen hoch und runter geholfen.

Philipp rockt die RehaCare 2015 - Foto: Anna Spindelndreier
Philipp rockt die RehaCare 2015 – Foto: Anna Spindelndreier

Es waren klasse Shows in denen wir völlig planlos angefangen haben, aber mit jeder Show sind wir eingespielter geworden und haben am Ende schon fast sowas wie eine kleine Choreographie gehabt. Ja es war für uns alle Neuland, aber es hat Spaß gemacht diese schnelle Entwicklung bei jedem zu sehen. Danke auch an Ilaria Naef aus Italien, die sich alle vier Tage Zeit genommen hat bei uns im Skatepark zu üben und am Ende sogar bei vielen Shows mitmachen konnte. Vielen Dank auch an Mike Box und Gary Bowman, welche als Skate Rollstuhlhersteller vorbei geschaut haben und mit Ihren Tipps und Tricks das Set Up einiger Fahrer verbessern konnten.

Neben den Shows waren es aber vor allem die Besucher der Rehacare, die den Skatepark mit Leben gefüllt haben. So viele, die sich auf der Rehacare spontan haben mit Helmen und Schonern ausrüsten lassen haben um die Rampen selbst zu rocken. So viele neue, die den Sport entdeckt haben. So viele staunende Gesichter. So viele Zuschauer, die auch länger geblieben sind und sowohl erfahrene wie den neuen mit ihrem Applaus motiviert haben. Auch all die Gesichter die man schon aus den Workshops kannte, die spontan mitgemacht haben. Es war ein bunter Auftritt, genau wie wir es gerne haben.

Dieses Rail macht richtig Spaß! - Foto: Anna Spindelndreier
Dieses Rail macht richtig Spaß! – Foto: Anna Spindelndreier

Ich würde mich freuen, wenn wir bei der Rehacare 2016 wieder einen Skatepark haben, damit wir an diesen fantastischen Auftritt anknüpfen können.

Vielen Dank an die DGUV für diese Chance, vielen dank an den DRS, hier haben wir wirklich Gemeinsam was ins Rollen gebracht. Danke an alle die dabei waren, die vorbei geschaut haben, die stehen und sitzen geblieben sind, die mitgemacht und zugeschaut haben. Wie sehen uns im Skatepark!

/David

 

Video von Uli Gasper:

Weitere Bilder:

Lisa mit Moderatorin Katrin Degenhardt - Foto: Anna Spindelndreier
Lisa mit Moderatorin Katrin Degenhardt – Foto: Anna Spindelndreier
Die ganze Truppe beim Interview - Foto: Anna Spindelndreier
Die ganze Truppe beim Interview – Foto: Anna Spindelndreier
Interviews nach Shows waren gut besucht - Foto: Anna Spindelndreier
Interviews nach Shows waren gut besucht – Foto: Anna Spindelndreier
Pausen braucht jeder mal - Foto: Anna Spindelndreier
Pausen braucht jeder mal – Foto: Anna Spindelndreier
Shifty über die Welle - Foto: Anna Spindelndreier
Shifty über die Welle – Foto: Anna Spindelndreier

Uga Uga! Gorilla-Botschafterin in Marl

Gesunde Ernährung ist wichtig, das wissen wir eigentlich alle. Doch leider zeigt die Statistik, dass in Deutschland ein enorm großer Anteil der Kinder und jugendlichen übergewichtig ist. Doch wie bekommt man sie weg von Chipstüte und PC hin zu Karotte und Sport?

Oberaffe und Profi Skateboarder Tobi Albertross schafft den Wheelie auf Anhieb
Oberaffe und Profi Skateboarder Tobi Albertross schafft den Wheelie auf Anhieb

Schon zu meiner Schulzeit gab es Aufklärungsprogramme. Wir haben zB in der örtlichen AOK Niederlassung Lebensmittel nach „gut“ und „böse“ sortiert, Nutella-Ersatz hergestellt und uns anschließend kollektiv die Zähne geputzt. Klingt nicht sonderlich spannend – war es auch nicht! Vorige Woche durfte ich bei einem Aufklärungsprogramm in Marl dabei sein, das ganz anders daher kommt: Gorilla! Die Kampagne mit dem „affigen“ Namen hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Kinder und Jugendliche zu mehr Sport und einer gesunden Ernährung zu motivieren. Das machen sie nicht mit dem moralischen Zeigefinger, sondern durch Freestyle Sportler und coole Typen am Buffet.

Mit Ingo Naschold von DSGN concepts
Mit Ingo Naschold von DSGN concepts

Zusammen mit Skateparkplaner Ingo Naschold von DSGN concepts aus Münster war ich dort als Botschafterin – in meinem Fall für den Bereich Inklusion.

Es war ein super Tag mit leckerem gesunden Essen und ner Menge Spaß. Das Gorilla Team ist noch bis zum 10. Juli auf Tour quer durch Deutschland. Nächstes Jahr geht es bestimmt weiter in noch mehr Städten und dann hoffentlich auch mit David (und vielleicht auch ein bisschen Action von und mit uns beiden).

Wer mehr über dieses tolle Projekt erfahren möchte findet Info, Rezepte, Videos zu diversen Freestyle Sportarten und noch viel mehr unter http://www.deingorilla.de

Tag ohne Grenzen in Hamburg

5-O beim Tag ohne Grenzen - Foto: Malte Wittmershaus
5-O beim Tag ohne Grenzen – Foto: Malte Wittmershaus

Anfang des Monats hat die DGUV eingeladen zum Tag ohne Grenzen auf dem Hamburger Rathausmarkt. Sogar einen eigenen Skatepark haben wir für ein Wochenende bekommen, um zu zeigen wie vielfältig Rollstuhlsport heutzutage aussieht. Auf der Seite der DGUV könnt ihr nicht nur einen Bericht lesen, sondern euch auch die Highlights der beiden Tage anschauen und euch von der Vielfältigkeit überzeugen.

Auch die Stadt Hamburg veröffentlichte einen Bericht, seht selbst: http://www.hamburg.de/sport/4473850/tag-ohne-grenzen/

Natürlich gibt es noch viele andere interessante Zusammenfassungen im Netz zu finden, schmeißt einfach mal Tag ohne Grenzen in den Suchapparat 😉

Ostküste Kapitel IV: New York – Downtown Manhattan

Die New Yorker Skyline von der Brooklyn Bridge aus gesehen - Foto: Anna Spindelndreier
Die New Yorker Skyline von der Brooklyn Bridge aus gesehen – Foto: Anna Spindelndreier

Nun sind wir schon wieder eine Woche zurück und haben uns wieder in unsere Zeitzone eingelebt. Aber ich möchte euch dennoch was über unsere weiteren Erlebnisse in New York erzählen. Dieses mal waren wir südlich vom Hotel unterwegs und wer New York kennt, der weiß, dass dort eine Menge los ist. Wer New York nicht kennt, dem erzähl ich jetzt ein bisschen davon, was da so los ist.

Schon am Morgen lebt New York, aber es ist etwas ruhiger und angenehmer, genau richtig, wenn man noch keinen Kaffee hatte. Denn heute entschieden wir uns für ein Frühstück auswärts. Lisa holte sich Doughnut, ich holte mir einen Bagel mit Ham and Cream cheese und Anna… Anna brauchte nur Kaffee glaub ich.

Von meinem 9 Dollar Bagel war ich etwas enttäuscht, nicht weil er schlecht war, sondern weil ich was anderes erwartet habe. Ich dachte nicht, dass es nur den Schinken im Wert von neun Dollar geben würde, aber es war tatsächlich so viel gestapelter Schinken, dass man auch hätte in nen Schweinearsch beißen können. Egal der Hunger war gestillt und wir machten uns auf zur NYU – New York University und dem Washington Square Park.

Auf dem Weg fanden wir schöne Ecken mit grünen Straßen und vielen Stadthäusern, wo man am liebsten sofort einziehen möchte. Unser Weg führte uns auch über die bekannte Christopher Street, die heute nicht mehr nur Homosexuellen ein Begriff sein dürfte. Weiter auf dem Weg wurde eine ganze Straße gesperrt, damit die Privatschule dort ihren Sportunterricht durchführen konnte. Vielleicht war es auch die Hofpause, aber da so ein Stadthaus in New York weder Sporthalle noch Hof hat, ist das doch eine echt coole Variante.

Am Washington Square fanden wir einen echt hübschen Park, der mit viel Musik und jungen Leuten daher kam, was wohl an der Lage direkt am Campus liegen könnte. Allerdings steckten alle noch in den Vorbereitungen, sodass wir die großen Shows wohl verpasst haben. Ein Tänzer, der gemeinsam mit einem Schlagzeuger schon mächtig Werbung für die bevorstehende Show machte, fand meine One Wheel Turns ziemlich geil. Wir unterhielten uns ein wenig und wollten dann natürlich auch die Show abwarten. Aber aus 5 Minuten wurden 10 und aus 10 wurden nochmal 5 mit dem gleichen Resultat. Also machten wir weiter, vorbei an der NYU, die gerade ein Erdbeerfest feierte mit einer ziemlich langen Erdbeertorte, welche leider mit einem Zaun für uns unerreichbar war. Wir hatten aber auch andere Ziele, unter anderem wollten wir eine Toilette und oder eine Bushaltestelle finden. Letzteres fanden wir zuerst und dachten dann gehen wir halt an der South Ferry auf Klo. Ein Fehler, denn der Verkehr ließ die Fahrt endlos erscheinen.

Wir standen eine Weile im Stau, immerhin hatten wir ein nettes Gespräch mit einer Frau aus Deutschland, die seit 1988 in New York lebt. Sie erzählte uns ein bisschen von der Stadt, der Veränderung und ihrer Arbeit als Lehrerin an einer Waldorfschule in NYC.

Voll die Touris - Foto: Anna Spindelndreier
Voll die Touris – Foto: Anna Spindelndreier

Irgendwann war der Stau zum Glück auch mal vorbei und wir konnten mit der Fähre nach Staten Island übersetzen. Die Fähre war gut gefüllt, aber wir bekamen dennoch einen schönen kostenlosen Blick au die Skyline und die Freiheitsstatue. Ok, es war jetzt nicht super nah dran und auch nicht der beste Winkel, aber immerhin brauchten wir keine überteuerten Preise auf irgendwelchen Rundfahrtschiffen zahlen. In Staten Island blieben wir dann nur kurz und nahmen direkt die nächste Fähre zurück. Diese hatte sogar einen Aufzug, aber noch mehr interessierte mich ein Plakat das ich auf der Fähre fand. „No Permitt don’t do it!“, stand dort drauf mit dem dezenten Hinweis, dass es eine saftige Geldstrafe gibt, wenn man sich auf einen Behindertenparkplatz stellt und keine Berechtigung hat. Noch schöner fand ich, dass auf dem Schild, welches dort abgebildet ist, das neue aktive und dynamischere Rollstuhl Piktogramm zu sehen war.

New York vom Wasser - Foto: Anna Spindelndreier
New York vom Wasser – Foto: Anna Spindelndreier

Da wir schon sehr viel Zeit darin investieren mussten, Bushaltestellen zu suchen, auf Busse oder in Bussen zu warten, ließen wir den Financial District und das WTC links liegen und machten uns auf in Richtung Little Italy, denn wir hatten Hunger. Spaghetti mit Meatballs war mein Wunschgericht und das gab es dor auch überall.

Das historische Little Italy ist allerdings nur noch eine Straße, die für Touristen geblieben ist und denen das Geld aus der Tasche ziehen soll. Wären die italienischen Restaurants dort nicht, würde es wohl schon von Chinatown geschluckt worden sein, dass sich im Gegensatz zu Little Italy offenbar gut gehalten hat. Dennoch aßen wir bei einem Italiener dort. Wir wählten ein Ristorante mit halbwegs angenehmen Preisen vor dem ein paar alte Italiener saßen, dann könne es ja keine reine Touri Bude sein, dachten wir. Unsere Wahl fiel auf die Mulberry Street Bar. Es war auch lecker, aber irgendwie wenig und die Kellner waren sehr nervig. Am Ende wollten sie sogar 18% Trinkgeld von uns. Für die Leistung bekamen sie das von uns nicht. Weil es nicht so toll war, gaben wir nur 7% (Standard sind 10-15%). Dies missfiel unserem Kellner wohl sehr, denn er kam sofort wieder zurück und beschwerte sich über das wenige Trinkgeld und ob denn nicht alles in Ordnung wäre. Das fanden wir so unverschämt, dass er eigentlich gar nichts verdient hätte, aber den Satz „Change back plase“ haben wir dann doch nicht mehr raus gebracht. Mit dem kleinen Ärgern, dafür aber gestärkt, ging es in Richtung Manhattan Bridge.

Moment, Richtung Manhattan Bridge? Aber wir wollten doch zur Brooklyn Bridge! Naja kann man schon mal verwechseln. jedenfalls suchten wir uns dann wieder eine Bushaltestelle und fuhren zum Rathaus, denn dort beginnt die Brooklyn Bridge. Wir beschlossen Manhattan zu verlassen und rüber nach Brooklyn zu pushen. Zuerst wollten wir nur den Ausblick auf die Skyline genießen, doch Lisa wollte unbedingt noch nach Coney Island, also was das Ziel eine Bushaltestelle in Brooklyn. Doch dafür mussten wir erst mal über die Brücke.

Lisa und ich auf der Brooklyn Bridge - Foto: Anna Spindelndreier
Lisa und ich auf der Brooklyn Bridge – Foto: Anna Spindelndreier

Auf der Brooklyn Bridge muss man sich aber einfach mal ab und an Zeit nehmen und in die Ferne schauen, vor allem beim nahenden Sonnenuntergang sieht New York von hier richtig hübsch aus. Einige Fotos später ging es dann endlich bergab und wir konnten mit ordentlich Schwung die Brücke hinunter pfeffern. Doch dann kam eine Abzweigung und laut Google Maps sollten wir links entlang zur Bushaltestelle. Blöd nur das dort Treppen waren. Nach reichlich Überlegung entschieden wir uns die Treppen zu nehmen. Es sollten nicht die letzten bleiben heute.

An der Bushaltestelle angekommen hieß es wieder warten, warten, warten. Nach langem warten war die Gewissheit da, dass auch in Brooklyn die Busse fahren wie sie wollen oder eben gar nicht. Genau wie auf Manhattaner Seite auch. Eine barrierefreie Subway Station ist in New York auch schlecht zu finden, aber es sollte eine in der Nähe sein, sollte. Wir machten uns auf den Weg, zwei Blocks, drei Blocks, vier Blocks und die Subway Station die wir fanden war alles andere als barrierefrei. Doch auch hier entschieden wir uns für den Weg nach unten. Es kam noch eine Treppe und noch eine, oh und noch eine. Dann waren wir endlich am Bahnsteig und zum Glück auch am richtigen.

Der F Train fuhr durch nach Coney Island, wo wir direkt auf Nathan’s Famous Hot Dogs zusteuerten, aber wir ließen die angeblich so berühmten Hot Dogs erst mal links liegen und steuerten direkt in Richtung Vergnügen, dachten wir zumindest. Leider waren wir dank des für Rollstuhlfahrers sehr schlechtem Öffentlichen Nahverkehr zu spät. Es hatte alles schon zu, es war dicht und dunkel. Coney island versank in Dunkelheit und Nebel und bekam somit eher das düstere von Silent Hill, als das fröhliche Vergnügen, was man sich bei Gedanken an Coney Island so vorstellt. Wir machten einen Ausflug zum Pier, aber es war mittlerweile so kalt und feucht, dass wir schnurstracks wieder zurück Richtung Bahnhof wollten. Diesmal machten wir einen Stopp bei Nathan’s, nur um fest stellen zu müssen, dass Ikea Hot Dogs besser sind. Aber die sind ja auch berühmt. So ein kleiner Reinfall zum Abschluss sollte aber einen gelungenen Trip nicht ruinieren. Wir haben echt viel erlebt und auch New York wird wieder einmal unser Ziel werden.

Als der F Train uns wieder zurück nach Manhattan brachte waren wir frustriert, genervt und müde, aber spätestens der Blick auf das beleuchtete Empire State Building stimmte uns wieder fröhlich und wir konnten, trotz wieder nicht kommenden Bus gemütlich in Richtung Townhouse Inn pushen.

Wir waren nicht die einzigen die Fotos gemacht haben - Foto: Anna Spindelndreier
Wir waren nicht die einzigen die Fotos gemacht haben – Foto: Anna Spindelndreier

Am nächsten Tag machten wir nochmal einen kleinen Ausflug an den Chelsea Pier Skatepark, bevor es mit Sack und Pack in Richtung JFK Airport ging. Der Weg mit dem ganzen Gepäck zum Flughafen war dank den SmartWheels gar nicht so schwer, auch wenn der New Yorker Nahverkehr ordentlich Herausforderungen für uns bereit hielt. Mit dem Bus ging es zur Penn Station, von dort mit der Subway nach Queens Jamaica um mit dem Airtrain zum Flughafen zu düsen. Dieser war dann auch endlich komplett barrierefrei und der Rest war zwar zeitlich knapp, aber trotz Soldat, der das Rolliklo besetzte, warten am Check In und bei den Sicherheitskontrollen, kamen wir pünktlich und ohne größere Probleme im Flugzeug an.

Das war es also mit der Reise und auch mit diesem Beitrag. Vielleicht schreibe ich noch ein Fazit der Reise oder was wir noch so nach unserer Landung erlebt haben. So oder so wird es bald wieder eine Menge zu berichten geben. Vielen Dank, dass ihr euch meine ewig langen Texte durch gelesen habt.

/David

Beste Grüße von uns drei - Lisa, Anna, David
Beste Grüße von uns drei – Lisa, Anna, David

 

View this post on Instagram

Guten Abend! #newyork #nyc #brooklynbridge

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

View this post on Instagram

#brooklynbridge #brooklyn #newyork #nyc

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

Ostküste Kapitel III: New York, New York

Beim skaten am Times Square kommt es schonmal vor, dass Hulk und Ironman händchenhaltend vorbei kommen - Foto by Anna Spindelndreier
Beim skaten am Times Square kommt es schonmal vor, dass Hulk und Ironman händchenhaltend vorbei kommen – Foto by Anna Spindelndreier

In New York angekommen luden wir unser Gepäck wieder aufs Smartwheel und rollten über den Bahnsteig in Richtung Fahrstuhl. Eine Etage tiefer fuhren wir durch die Katakomben der Penn Station auf der Suche nach einem Ticketschalter. Dort angekommen mussten wir uns erst einmal an eine lange Schlange anstellen und als wir dann endlich an der Reihe waren, hatten wir so einige Fragen. Gibt es Tickets für Rollstuhlfahrer? Wie kommen wir durch die Barrieren an den Subway Stationen? Die Dame hinter dem Schalter war nicht besonders freundlich, geschweige denn kompetent. Zum Glück hatten Lisa und Anna sich schon vorher etwas belesen und so wussten wir was wir brauchen. Ein „Reduced Fare Ticket“ für Behinderte gab es übrigens nicht, das hätte man beantragen müssen. Dieses braucht man allerdings um durch die breiten Türen zu kommen, denn durch die normalen Ticket Barrieren kommt man mit dem Rollstuhl nicht. Doch der Ticketautomat an diesen Türen sagte uns jedes mal wir sollen gefälligst die normalen benutzen. Was ein Schwachsinn, warum bietet New York keine Tickets für behinderte Touristen an? Zum Glück hatten wir Anna, sie ging nun jedes mal durch die Barrieren und öffnete die Tür von innen. Das sollte aber nicht das größte Problem sein im Liniennetz von New York City.

Doch erst einmal brauchten wir gar keine Subway, denn die Station an unserem Hotel war eh nicht barrierefrei. Wir wollten den Bus nehmen. Also mit dem Aufzug nach oben auf die Straße. Die Penn Station liegt mitten in Manhattan, sehr zentral zwischen Empire State Building und Madison Square Garden, unweit von vielen anderen Sehenswürdigkeiten. Doch erst einmal wollten wir unser Gepäck los werden. Lisa und ich entschieden uns die 10 Blocks zu pushen, um nicht gleich alles für den Bus auf und abbauen zu müssen. Sie bereute diese Idee später, denn was auf der New Yorker Stadtkarte nach einem kurzen Weg aussieht, stellt sich schnell als lange Wanderung heraus. Wir kamen dennoch am Hotel an, wo Anna schon auf uns wartete, denn sie bevorzugte dann doch den Bus.

Unser Hotel fanden wir über Airbnb und doch war es ein echtes kleines Hotel, das Townhouse Inn von Chelsea in der 23rd Street. Chelsea hieß auch der Teil von Manhattan, der für zweieinhalb Tage unsere Nachbarschaft werden sollte und tatsächlich fühlten wir uns direkt wohl. Wir waren mittendrin mit Blick auf das Empire State Building und den vielen schönen Wohnhäusern. Den schönen Blick hatte man aber nur von draußen, vom Zimmer aus hatten wir auch einen echten New Yorker Ausblick: ein anderes Haus, in dem Fall ein Dach. Auf einem Schild fanden wir später den Spruch: „Your window might face a brick wall, but behind that wall is New York City!“

Wir waren da! Im Big Apple! Am ersten Tag entschieden wir uns dennoch in Chelsea zu bleiben und ein bisschen schmutzige Wäsche zu waschen. Nach einem Waschsalon suchte ich im Internet länger als ich es hätte tun müssen. Sie waren überall! Das erst beste war auch direkt barrierefrei und so konnte ich sichern, dass ich auch in New York noch wohlriechende Bekleidung anziehen konnte. Während die Wäsche sich drehte, machten wir eine Runde um den Block, um für Lisa Medizin zu kaufen, denn nun hat es auch sie erwischt. Sie hat sich erkältet und es ging ihr diesen Abend gar nicht gut. So war es unser Glück, dass wir für unser Abendessen einen Imbiss namens Dirty Bird to go gefunden haben, denn dort gab es Hühnersuppe, das perfekte Essen für erkältete Menschen und Dirty Bird to go konnte in diesem Fall die weit entfernte Oma gut ersetzten – nur für diese eine Suppe versteht sich.

Deep End @ Chelsea Pier 62 Skatepark - Foto: Anna Spindelndreier
Deep End @ Chelsea Pier 62 Skatepark – Foto: Anna Spindelndreier

Ein paar Stunden Schlaf später zog ich frisch in New York gewaschene Wäsche an und Lisa ging es auch schon wieder besser. Also machten wir uns auf den Weg. Wohin eigentlich? Nicht das wir nicht wussten wo man in New York hingehen könne, aber es gibt ja so viel, dass man nicht weiß wo man anfangen soll. Wir machten uns einen Plan, der ungefähr so aussah: Tag 1 – nördlich vom Hotel, Tag 2: südlich vom Hotel. Ein guter Plan fanden wir und so ging es für uns am ersten Tag in Richtung Central Park, Grand Central Station und Times Square. Das Empire State Building sahen wir eh von fast über all in diesem Teil von Manhattan. Wir wollten auch nicht ewig viel Geld dafür ausgeben 15 Minuten von einem Haus runter zu schauen. Wir hatten anderes vor. Zu allererst steuerten wir die Chelsea Piers an. Dort gab es einen fetten Skatepark, auf den ich mich schon riesig freute. Nur ein paar Blöcke vom Hotel entfernt, doch wir nahmen den Bus. Am Skatepark angekommen erhaschten wir einen ersten Blick auf New Jersey und suchten den Eingang.

Als wir ihn gefunden hatten, mussten wir überlegen. Denn einfach rein rollen war nicht, es gab nur Drehkreuze. Es musste alles einzeln durch, die Räder, der Rollstuhl, die Rucksäcke und wir. Ein etwas lustiges Video über meine Methode entstand und die Frage, wie der Rollstuhl rein kam ist mit einem Foto auch schnell beantwortet. Ja, ohne unsere Fotografin hätten wir nicht nur einige tolle Bilder weniger, sondern hätten auch immer mal wieder blöd aus der Wäsche geguckt. Vielen Dank Anna!

Endlich im Skatepark konnte ich kaum abwarten los zulegen, doch ich Trottel vergaß die Hälfte meiner Ausrüstung im Hotel. Zum Glück waren es nur Gurte und auch hier konnte Anna wieder helfen. Sie lieh mir ihren Gürtel um meine Beine fest zu schnallen, die mir sonst gern mal vom Fußbrett rutschen, was bei einem 2m Drop oder einem Gap in hoher Geschwindigkeit schon mal echt blöd aussehen kann. Ich wollte nicht meinen eigenen Fuß überfahren und Anna wollte auch nicht, dass ich das tue. Ich machte eine kleine Session. Das Wetter war herrlich, fast schon zu heiß am frühen Morgen. Ich machte ein paar Spins, Carvs, Drops und quatschte mit den Locals. Rodrigo  aka @calaza machte ein Video und lud es auf Instagram hoch, ich lud hinterher 😉 Einige Instagram Videos findet ihr unter dem Artikel. Weil es in New York aber mehr zu entdecken gibt, als Skateparks, die mich allein Tagelang beschäftigen können, machten wir los. Ins Hotel, frisch machen und weiter geht’s.

Drop In at the Chelsea Piers 62 Skatepark - Foto: Anna Spindelndreier
Drop In at the Chelsea Piers 62 Skatepark – Foto: Anna Spindelndreier

Wir peilten ein Fast Food Restaurant an, dass wir aus Kalifornien kannten: Johny Rockets. Dort verlor ich Lisa letztes Jahr an den Peanutbutter Chocolate Milkshake, der nur der Beginn einer wahren Peanutbutter Sucht war. Nun freute sich Lisa diesen Genuss wieder zu finden.

Unser erstes Touri Foto in New York, am Flatiron Building - Foto: Anna Spindelndreier
Unser erstes Touri Foto in New York, am Flatiron Building – Foto: Anna Spindelndreier

Noch nicht so ganz vertraut mit dem Subway System versuchten wir das erste mal in den New Yorker Untergrund hinab zusteigen. Um aber erst mal eine barrierefreie Station zu finden, mussten wir ein paar Blocks pushen. Was für ein Glück, dass auf dem Weg die Kreuzung Broadway/23rd Street, wo das Flatiron Building steht. Dort machten wir kurz Rast, genossen den Blick auf dieses hübsche alte typisch New Yorker Gebäude. Dann schlenderten wir weiter, den Broadway runter. Am Union Square Park Ecke 14th Street sollte ja eine barrierefreie Subway Station sein. Tatsächlich fanden wir auch einen Aufzug der uns nach unten brachte und Anna öffnete uns wieder die Tür. Doch dann mussten wir feststellen, dass die Linie, die wir benötigt hätten keinen Aufzug hatte und wir so nicht auf den Bahnsteig kamen. Wir nahmen eine andere, fanden aber in der Q Line dann heraus, dass hier wiederum diese Linie am Ziel nicht barrierefrei ist und stiegen bei der nächsten Möglichkeit aus. Angesichts des Marsches, den wir danach zurücklegten, ärgere ich mich, dass wir nicht einfach die Treppen genommen haben.

Nach einem Riesenmarsch von der 49. Straße am Rockefeller Center bis zu Johny Rockets in der 3rd Avenue an der 56 Straße waren wir dann auch echt verdammt hungrig und dachten, unseren Mammutplan schaffen wir nie im Leben. Wir luden Burger, Milkshakes, Lemonade und Chicken Tenders auf und fuhren erst mal weiter zur Roosevelt Tram. Dort vor der Station aßen wir erst einmal in aller Ruhe, bevor wir mit dem Super Slow Aufzug nach oben zur Seilbahn fuhren.

Mit der Seilbahn geht es parallel zur Manhattan Bridge bis auf Roosevelt Island. Dort wollten wir eigentlich nur hin, um etwas Aussicht auf New York genießen zu können und tatsächlich ließ die Fahrt einige sehr schöne Blicke zu. Die Fahrt war mit unserem Metro Ticket auch kostenlos und lohnte sich so in unseren Augen mehr, als das überteuerte Empire State Building. Auf der Roosevelt Insel entschieden wir uns doch für einen kleinen Spaziergang an der Promenade und die zeigte sich im wunderschönen Blütenmantel. Ein bisschen romantisch verträumt flanieren, Fotos machen und wieder zurück zur Tram Station. Man könnte auch die Subway zurück nehmen, aber wir entschieden uns wieder für die Aussicht. Dieses mal hatten wir allerdings nur den Blick auf die Manhattan Bridge, was dennoch schön  war, immerhin war es die MANHATTAN Bridge 😉

Nun wollten wir von hier aus in den Central Park. Dieses mal nahmen wir den Bus. Mit diesem war es dann auch ein leichtes zum Central Park zu kommen. Wir schlenderten ein bisschen planlos drauf los, auf der Suche nach einem Klo. Das erste war abgeschlossen, das nächste hinter einem riesigen Anstieg verborgen und so durchquerten wir erst einmal den Central park von Ost nach West um endlich die Restrooms zu finden. Nach dieser Erleichterung wollte ich dann endlich die Felsen erklimmen. Man was hab ich das vermisst. 2012 in Helsinki war das mein größtes Hobby und nun endlich fand ich wieder die Möglichkeit auf diesem uralten natürlichen Untergrund Wege zu suchen. Die Kulisse war auch herrlich. Ich meine mitten in einer Metropole, von Wolkenkratzern umgeben, aber doch in (fast) unberührter Natur klettern, das hatte was. Also ging es den einen Felsen hoch und wieder runter, mit Smartwheel, ohne Smartwheel. Dann fand ich den Umpire Rock und der hielt mich dann doch etwas länger auf. Zuerst dachte ich, ich finde keinen Weg hinauf, doch als ich das erste Stück gemeistert hatte, konnte ich mich oben austoben und mit Anna einige coole Bilder machen. Auch die Abfahrt hatte es in sich. Von oben sah es total einfach aus, waren doch zwei Rillen wie Fahrstreifen für den Rollstuhl vorgesehen. Das Problem war aber, die Rillen hörten auf, gingen ein paar Zentimeter steil nach unten, was kein Problem gewesen wäre, denn ja – nur Zentimeter, vielleicht 20, vielleicht auch 30. Eine einfache Übung für  jemanden, der Skateparks meistert könnte man sagen, aber in Skateparks ist das Gelände dahinter meistens nicht uneben und felsig. Jedenfalls musste ich aus den Rillen heraus, was bei dem steilen Hang gar nicht so leicht war und leicht schräg bin ich dann ein kleines Natur Gap gesprungen um so sicher auf den erdigen Boden zu landen. Ja das hat Spaß gemacht, aber wir wollten ja noch mehr sehen, also musste ich meine gerade wieder entdeckte Kletterlust zurückstellen und wir pushten zurück in den urbanen Dschungel.

Im Central Park konnte ich einige Felsen entdecken - Foto: Anna Spindelndreier
Im Central Park konnte ich einige Felsen entdecken – Foto: Anna Spindelndreier

Next station: Graaaaaand Central Station! An dem wohl berühmtesten Bahnhof der Welt, wollten wir unbedingt ein paar Fotos machen. Fotos die ein bisschen gestellt und klischeehaft aussehen sollten, vor großen Bahnhofsuhren und alten Ticketschaltern. Leider schlägt auch in New York die Traummaschine Hollywood zu und so war die berühmte Uhr deutlich kleiner als erwartet, aber vielleicht waren wir auch einfach nur an der falschen Stelle, denn was die da in den Untergrund gehauen haben, ist schon unglaublich. Auch wenn es sehr dunkel und anders als erwartet aussah, haben wir unsere tollen Fotos vom Bahnhof mitnehmen können. Schwerer war es dann den Ausgang wieder zu finden. Auf der Suche kamen wir irgendwie in einen Apple Store mitten in der Halle und auch durch drei weitere Ebenen Apple Apple Apple… so ein bisschen als ob die einen verfolgen. Irgendwann fanden wir den Ausgang und auch eine Bushaltestelle, die uns erst mal wieder in Richtung 23rd bringen sollte und es auch tat – nach dem wir ewig warten mussten. Im Hotel machten wir uns nochmal frisch, zogen uns was wärmeres an. Letzter Punkt auf unserem Plan war der Times Square.

Grand Central Station mit Sack und Pack auf dem Smartwheel - Foto: Anna Spindelndreier
Grand Central Station mit Sack und Pack auf dem Smartwheel – Foto: Anna Spindelndreier

Weil wir so lange auf den Bus warten mussten, haben wir leider die blaue Stunde verpasst, aber das Bild ganz oben in diesem Beitrag entschädigt wohl für die Farbe des Himmels. Wann kann man denn bitte schon mal so einen Schnappschuss landen? Ein perfekter One Wheel Spin in der Mitte eines Gulli Deckels, eine Art Lichterkette im Hintergrund läuft genau in diese Mitte und im Hintergrund laufen der unglaubliche Hulk und Ironman vorbei – als Paar! Anna, da hast du alles richtig gemacht. Für mich ist dieses Foto DAS Foto der Reise, des Monats, wenn nicht sogar des Jahres! Was meint ihr?

Nun haben wir noch eine Menge vor, südlich von unserem Hotel. Das Financial District, die Brooklyn Bridge, die Skyline sehen und vieles mehr. Lisa wird ihren Ohrwurm nicht mehr los und wird ihn direkt wiederbekommen wenn sie die Überschrift dieses Artikels liest 😉 Aber mehr dazu und zu unseren Erlebnissen am nächsten Tag in New York gibts im nächsten Kapitel – stay tuned!

 

/David

View this post on Instagram

We made it to NYC 😃🗽🚊

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

View this post on Instagram

@datlebbe dropping in !

A post shared by Reposts Of Our Local Rippers (@chelseaskate_62) on

View this post on Instagram

#newyork

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

View this post on Instagram

My lovely flower girl 😍😘❤️

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

View this post on Instagram

Queensboro…

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

View this post on Instagram

Busy

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

 

 

Ostküste Kapitel II: Boston Downtown

One Wheel Manual vor der Park Street Church - Foto: Anna Spindelndreier
One Wheel Manual vor der Park Street Church – Foto: Anna Spindelndreier

Nachdem wir uns Sonntag beim klettern ordentlich ausgepowert haben, hatten wir schon etwas Angst, dass wir uns gar nicht mehr bewegen können, aber Montag sollte es nun endlich nach Boston gehen.

Die Red Line brachte uns nach Boston - Foto: Anna Spindelndreier
Die Red Line brachte uns nach Boston – Foto: Anna Spindelndreier

Wir nahmen die Red Line stadteinwärts und fuhren zur Boston South Station, denn als aller erstes wollten wir uns die Zugtickets nach New York besorgen. Nachdem wir die Tickets in der Tasche hatten, wanderten wir durch Boston Downtown, wo so ziemlich alles in Walking Distance ist und somit locker in die Rolling Distance passt. Anna musste mit uns allerdings schritthalten und das wo sie ihr ganzes Equipment schulterte. Von der South Station ging es als erstes zum Quincy Market um etwas zu essen. Danach zum Hafen etwas über den Atlantik schauen. Da Boston in einer Bucht liegt, schaute man aber nicht direkt aufs offene Meer, sondern auf die Inseln, welche unter anderem den Flughafen beherbergen.

Vom Pier ging es wieder quer durch Downtown mit dem Ziel ein Milkshake

und Ice Cream zu bekommen. Einen Milkshake gab es zumindest für mich dann auch auf dem Weg zur Park Street und dem Boston Common. Dort missnavigierte ich uns ein wenig, weswegen wir einen verdammt steilen Berg hochpushen mussten, statt den einfachen Weg zu nehmen.  Zumindest kamen wir so in den Genuss diesen Berg auch wieder runter flitzen zu können.

Softeis bei den Boston Public Gardens - Foto: Anna Spindelndreier
Softeis bei den Boston Public Gardens – Foto: Anna Spindelndreier

An der Park Street Church angekommen, rollten wir in den Boston Common, ein großer Park mitten in Downtown, genossen die Sonne und landeten schließlich am anderen Ende in den Public Gardens, ein weiterer kleiner aber sehr schöner Park. Lisa interessierte dort aber nur eins: Softeis! Also gönnten wir uns ein Eis uns verabredeten uns mit Mike Juliano von der Band Burning Streets. Mike arbeitet in der Boston North Station in einer Paulaner Bar. Anna und ich gönnten uns zwei Bier. Obwohl es eine Paulaner Bar war, blieb ich bei US Bier und verköstete das Samuel Adams aus Boston, kann man auf jeden Fall trinken.

Mit Sack und Pack durch Boston - Foto: Anna Spindelndreier
Mit Sack und Pack durch Boston – Foto: Anna Spindelndreier

Nach ungefähr 5 Meilen Fuß- und Rollweg ging es nun noch in ein kleines Restaurant namens Porters BBQ und dann mit einem weiteren Verdaungsspaziergang zur Bahnhalte Charles/MGH wieder zurück nach Lexington. Am Abend konnte ich mich kaum noch bewegen, was wohl zum großen Teil noch Auswirkungen des Kletterns waren, denn selbst lachen und husten tat im Bauch weh.

Trotz Muskelkater ging es am Dienstag wieder nach Boston. Nach anfänglichem Regen wurde es schnell wieder schön und sonnig, sodass wir uns wieder ins Boston Common begeben haben, um dort ein paar Kreise zu drehen und in den Public Gardens ein Softeis zu kaufen. Um auch noch etwas neues zu sehen, sind wir von dort nach Chinatown, um dann aber festzustellen, dass das kein Reisetipp werden wird. Es war dreckig und eigentlich nicht besonders,. halt einfach nur ein Viertel wo viele Chinesen leben.

Eriks Explorer II machte Spaß - Foto: Anna Spindelndreier
Eriks Explorer II machte Spaß – Foto: Anna Spindelndreier

Wir fuhren mit der Red Line zurück, wechselten in den Bus und in Lexington angekommen, wollten wir uns noch bei unseren Gastgebern bedanken. Anna machte ein Familienfoto in der Abendsonne, womit wir uns dann hoffentlich in guter Erinnerung belassen. Ich probierte noch Eriks MTB/Downhillbike aus und möchte nun auch gern so ein Explorer II Bike für die ein oder andere Sauerland Downhill Route haben. Aber alles zu seiner Zeit.

Während ich das Bike testete, testete Lisa die Schaukel - Foto: Anna Spindelndreier
Während ich das Bike testete, testete Lisa die Schaukel – Foto: Anna Spindelndreier

Jetzt geht es weiter nach New York City und dieses mal sind wir am Boden geblieben, denn diesen Artikel schreibe ich nicht aus 10000 m Höhe , sondern direkt vom Boden, angefangen in Connecticut, beendet in New York State. Gleich werde ich am Fenster kleben und auf viele schöne Ansichten hoffen bei der Einfahrt nach NYC.

Beste Grüße von der Ostküste irgendwo zwischen New Haven und New York City

Lisa, Anna und David

/David

 

 

 

Das Tier, was in Englisch wie nen Staubwedel klingt - Foto: Anna Spindelndreier
Das Tier, was in Englisch wie nen Staubwedel klingt – Foto: Anna Spindelndreier

Austin Texas Baby!

Nowherebound in Austin at Red 7 - Foto: Anna Spindelndreier
Nowherebound in Austin at Red 7 – Foto: Anna Spindelndreier

Nach erfolgreicher WM Teilnahme haben wir Paul, Philipp und Patrick verabschiedet und während sich die drei P’s nach Hause auf gemacht haben, ging es für uns weiter mit gemieteten Auto nach Austin.

Lisa musste die ganze Strecke fahren, da weder für Anna, noch für mich ein passender Umbau verfügbar war. Zum Glück waren es nur knapp drei Stunden Fahrt nach Austin. Das kann in Texas auch schon mal ganz anders aussehen, ist der Staat mal locker doppelt so groß wie Frankreich und die Beneluxstaaten zusammen.
In Austin angekommen wurden wir von Lisas Kumpel Trevor, Gitarrist der Band Nowherebound, in sein Haus aufgenommen.

Von hier aus konnten wir mit dem Bus ohne umsteigen nach Downtown fahren, was hier mit jedem Bus möglich ist, aber ein eigenes Abenteuer darstellt. Dazu später mehr. Denn erstmal wollten uns Nowherebound mit einem Gig Austin Downtown begrüßen

Die Show im Red 7 war an einem Montag erwartungsgemäß schlecht besucht und obwohl wir von der Reise ziemlich geschafft waren, weckten uns Nowherebound noch einmal auf. So ein leerer Punkrock Club hat auch seine Vorteile, denn so konnte ich mal ein paar Tricks aus dem Skatepark vor die Bühne holen.

Chris von Nowherebound nud ich vor dem Konzert im Red 7 - Foto: Anna Spindelndreier
Chris von Nowherebound nud ich vor dem Konzert im Red 7 – Foto: Anna Spindelndreier

Bei Trevor fielen wir an diesem Abend nur noch ins Bett, es war aber auch schon 2 Uhr und wir mussten am nächsten Tag verdammt früh aufstehen um den Mietwagen abzugeben.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann also auf den Weg zum Flughafen um den Wagen abzugeben, das ging erstaunlich einfach und danach fuhren wir mit dem Bus in die City, nach Downtown. Dort wollten wir erst einmal was zwischen die Zähne kriegen und haben mit Frank Restaurant auch was verdammt gutes gefunden. Ich bestellte mir ein Hot Dog, aber kein einfaches, sondern schön mit selbst gebackenen Brot und u.a. mit Pulled Pork verfeinert. Auch Lisa bestellte sich was mit gezogenem Schwein, welches mit Käse und Waffle Fries, also Pommes in Waffelform, serviert wurde. Anna bestellte sich eine schärfere Chili Variante von den Waffle Fries und wir alle waren damit verdammt glücklich und super satt.

Austin ist nicht ganz so riesig wir viele andere US amerikanische Großstädte und so konnte man alles gut mit Bus oder auch mal selbst gepusht erreichen. Dennoch haben wir uns nicht allzu lange dort aufgehalten und sind zurück zu Trevor gefahren. Dort haben wir mit ihm und Chris, Bandkollege und zukünftiger Mitbewohner, noch ein paar Bier getrunken und unsere selbstgemachte Pesto Pasta gemacht. Trevor steuerte noch Hühnchen und Knoblauchbrot hinzu und wieder waren alle pappsatt und glücklich.

Austin Skatepark - Foto: Anna Spindelndreier
Austin Skatepark – Foto: Anna Spindelndreier

Am Mittwoch kam dann endlich die Skateparktour. Zuerst haben wir den Skatepark Austin besucht, zentral in Downtown gelegen und wirklich gut angeschlossen. Sowohl am öffentlichen Verkehr, als auch mit öffentlichen Toiletten, barrierefrei und rollstuhlgerecht!!! Nicht nur das machte den Skatepark besonders, nein er bot auch einige echte kracher Lines für mich. Meine Lieblingsline war ein Sprung über den Wobble, 50-50 an der Pyramide, Kickturn und One Wheel Carving over the Coping. Aber die Line war variabel mit Euro Gap und eine Bowl hatte der Skatepark auch zu bieten. Ein Local, Jojo, filmte die Line für mich und verriet uns danach noch einen Skatepark den wir unbedingt besuchen müssten. Das stellte sich auch als absoluter Kracher Tip heraus. Vielen Dank dafür nochmal!

Doch vorher wollten wir uns nochmal stärken. Trevor brachte uns in den Texas Chili Parlor, Kulisse einiger Tarantino Filme, wo ich ein „mildes“ Gumbo bestellte und froh war nicht mutiger gewesen zu sein. Lisa sagte, sogar ihre Mac’n’Cheese wären scharf gewesen.

Der empfohlene Skatepark war etwas außerhalb in Pflugerville im Northeast Metro Park zu finden. Ein schöner großer und sehr ruhiger Park, für die Abendstunden mit Licht ausgestattet und wirklich sehr kreativen Obstacles. Neben zwei Bowls, vielen Quarters, Wallrides, Banks mit Stairs und Euro Gaps, gab es zwei Elemente, die mir echt gefallen haben. Einmal ein an ein Plaza erinnerndes Obstacle und eine geschwungene Funbox mit Spine, Coping, Corner und Jumpbox. Eine Bowl hatte auch ein kleines Gap was ich direkt mal probieren musste. Lisa erfreute sich vorallem am Taco und am Snakerun, der wie ein kleiner LA River im Ditches Style daher kam. An der Verlängerung von eben diesem, erfreute ich mich dann auch noch mit einem One Wheel Manual to 50-50 an der Bank über die Box.

View this post on Instagram

I love this skatepark! So much fun! #wcmx

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

Nach etlichen Runden waren die Kräfte langsam am Ende, die Möglichkeiten im Skatepark aber noch unendlich. Wir haben uns noch mit einigen Locals unterhalten und ausgetauscht, bevor es dann noch auf einen Absacker in Workhorse Bar ging. Die Bar hat 50 Fassbiere und ich probierte einige empfohlene. Tatsächlich mundete das ein oder andere auch meiner deutsches Bier gewohnten Zunge. Besonders gefallen hat mir das St. Arnolds Lawnmower Lager.

Donnerstag wollten wir noch ein bisschen shoppen gehen, vor allem nach Dickies wollten wir Ausschau halten. Denn die sind hier in den USA deutlich günstiger als bei uns. Dafür sind wir wieder mit dem Bus unterwegs gewesen, was, wie schon erwähnt ein echtes Abenteuer sein kann. Die Busse haben alle zwei Rollstuhlplätze. Die Busfahrer helfen auch ohne murren , egal wie lange es dauert. Die zwei Plätze sind allerdings ganz anders als in Europa. Man wird in Fahrtrichung in eine Art Kraftknotensystem festgeschnallt ohne Schutz nach hinten zu kippen und vor allem ohne das die Busfahrer wissen wieso und wohin und überhaupt. Aber sie müssen es tun, Diskussionen bringen nix, nur den Rausschmiss aus dem Bus. Mehrmaliges nach hinten kippen war die Folge. Man hing dann in den Seilen, weil das Kraftknotensystem sich in der Position dann festgezurrt hat. Außerdem ist der Platz im Bus dadurch echt schlecht ausgenutzt. Wo sonst 8 Leute sitzen können, sitzen jetzt zwei Rollifahrer. Würden wir uns hinstellen wie in Deutschland, würden immer noch mindestens vier, wenn nicht sogar sechs Leute dort sitzen können und ich würde mich persönlich sicherer fühlen.

Ich habe mir leider bei all den Klimaanlagen eine kleine Erkältung eingefangen, die mich Donnerstag Abend echt ausgenockt hat, aber dennoch sitzen wir jetzt schon wieder im Flieger. Dieses mal geht es nach Boston und wenn ich diesen Text in 10000 Metern Höhe beendet haben, dürfte der Pilot auch so langsam zur Landung ansetzen. Zum Glück, denn ich mich ganz schön dringend auf Klo. Die Umstiegszeit in Chicago war so knapp, dass die geplante Pinkelpause ausfallen musste, aber immerhin konnte ich im Aufzug noch schnell Werbung für molabs Smartwheel machen, denn fallen hier schon dem ein oder anderen reisenden Rollifahrer auf, zu Recht. Ohne die Smartwheels wären wir mit unseren Taschen nicht so schnell zum Anschlussflieger gekommen.

Ich melde mich wieder aus Boston. Viele Grüße aus der Luft von Lisa, Anna und mir.

/David!

View this post on Instagram

What a fun obstacle! #WCMX

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

View this post on Instagram

Zu Besuch bei Frank…

A post shared by David Lebuser (@datlebbe) on

WCMX World Championships

WCMX World Championships 2015 Photo by Anna Spindelndreier
https://davidlebuser.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=269&action=edit&message=10 WCMX World Championships 2015 Photo by Anna Spindelndreier

Die World Championships in Dallas sind vorbei und was war das doch für ein tolles Wochenende. Ich kann mich gar nicht genug bei den Organisatoren von Rise Adaptive Sports bedanken. Nachdem ich letztes Jahr in Venice Beach schon einen internationalen Contest gewinnen konnte, wurde ich zwar schon als Weltmeister bezeichnet. Doch offiziell war das nun die erste Weltmeisterschaft und mit 18 Ridern aus 8 Landern, hat sie sich diesen Namen auch redlich verdient.

Die deutschen Finalisten - Foto: Anna Spindelndreier
Die deutschen Finalisten – Foto: Anna Spindelndreier

Am Samstag in der Qualifikation stieg die Nervosität ins unermessliche, doch mein Run war offenbar nicht nur für mich sehr zufriedenstellend, auch die Jury honorierte ihn mit dem 2. Platz. Qualifiziert für das Finale haben sich die ersten 12 und neben mir waren das Aaron Fotheringham, Blake Simpson, Katherine Beattie, Rico Reyes, Toni Quinonero Martin, Jake Harvey, Shaun Doss, Quinn Waitley, Pedro Henrique, Christiaan Bailey und Philipp Cierpka. Unsere Runs, also die von Lisa, Philipp, Paul und mir, haben wir in einem kleinen Video zusammengefasst.

https://www.dropbox.com/s/ucqmrdwab71fhh6/wcmx-wm_fb.avi

Phiiipp Cierpka bei seinem Run - Foto: Anna Spindelndreier
Phiiipp Cierpka bei seinem Run – Foto: Anna Spindelndreier

Am Sonntag ging es dann um alles oder nichts. Die Punkte aus der Quali waren hinfällig, denn nur die zwei Runs vom Sonntag entschieden über die Platzierung. Dennoch war ich deutlich weniger aufgeregt als noch am Samstag. Das sah bei Philipp anders aus. Er war sehr aufgeregt und machte sich Sorgen, dass er sein Rad schrottet, welches er am Samstag bei seinem guten Qualli Run gekrümmt hat. Die Aufregung hat man ihm auch in seinen Final Runs angesehen, aber er hat sich richtig gut geschlagen und darf sich jetzt unter die besten 12 WCMXer der Welt zählen.

Für Paul und Lisa war zwar nach der Quali schluss, aber Lisa hat mit dem 13. Platz nur knapp eine Finalteilnahme verpasst und Paul hat mit einem 15. Platz nach langer Zwangspause, mit ungewohnten Rollstuhl (er bakam meinen alten TNS Skatestuhl spontan notangepasst) auch richtig gut geschlagen.

Lisa verpasste nur knapp die Finalteilnahme - Foto: Anna Spindelndreier
Lisa verpasste nur knapp die Finalteilnahme – Foto: Anna Spindelndreier
Paul Engel bei seinem Quali Run - Foto: Anna Spindelndreier
Paul Engel bei seinem Quali Run – Foto: Anna Spindelndreier

 

Leider missglückter Last Trick - Foto: Anna Spindelndreier
Leider missglückter Last Trick – Foto: Anna Spindelndreier

Im Finale standen also Philipp und ich. Philipp sollte dann auch direkt als erstaer am Sonntag starten und hat mit seiner Aufregung leider ein Crash nach dem anderen gedreht, nix schlimmes, aber es gibt halt Punktabzug für jeden Sturz. Gewertet werden neben Stürzen, die Kreativität, Style, die Nutzung des Skateparks (also ob man alles nutzt oder nur im Kreis fährt), die Tricks an sich und die Lines bzw. Combos, also wie man einzelne Tricks und Gaps im Skatepark aneinander reiht. Ich entscheid mich wieder dafür, mein sicheres Reportoir zu nutzen und so zu versuchen möglichst keine Stürze zu drehen und bei den Tricks möglichst locker auszusehen. Das hab ich auch geschafft. ich war super zufrieden mit meinen Runs und habe es geschafft alles zu nutzen, ohne Sturz in den gewerteten Runs, mit allem was ich im Alliance Skatepark so machen konnte. Ohne Sturz? Naja nicht ganz, im allerletzten Run, bneim allerletzten Trick, habe ich mich doch noch gelegt. Ich habe versucht das handrail mit einem 50-50 runter zu kommen und mich dabei nach hinten abgepackt. Das habe ich aber auch nur gemacht, weil der erste Run perfekt war und so dachte ich, wenn ich es schaffe, dann gut, wenn nicht, egal. Gewertet wurde nur der beste Run.

Aarons perfekte Handplants waren sicher ein Grund für seinen Sieg - Foto: Anna Spindelndreier
Aarons perfekte Handplants waren sicher ein Grund für seinen Sieg – Foto: Anna Spindelndreier

Aaron hat enige Stürzte gedreht, aber diese mit seinen heftigen Tricks wieder reingeholt und konnte so die Sache für sich eintüten. Blake Simpson, auf den ich gesetzt hab und der auch die Qualiruns noch angeführt hatte, hatte am Sonntag leider kein Glück und platzierte sich so nur auf Platz 6. NIcht überraschend, aber absolut verdient war auch der 2. Platz, welcher an Pedro Henrique aus Brasilien ging. Bisher kannte ich nur seine atemberaubenden Backflips aus der Quarter heraus und er zeigte auch am Wochenende wie perfekt er diese beherrschte. Er landete alle bis auf einen einzigen Versuch und er hat einen nach den anderen ausgepackt. Selbst Aaron hat nich so eine Backflip Quote hinlegen können. Aber ein Backflip allein reicht bei so einem Contest nicht für eine gute Platzierung. Pedro hat gezeigt, dass er auch andere Sachen drauf hat und nicht nur die Jumpramp nutzen kann. Sowohl seine Grinds, als auch sein Fake Fireckracker die Treppen runter waren ausschlaggebend für die Platzierung.

An dritter Stelle sollte ich dann folgen und  damit honorierte die Jury meine sauberen Runs und das ich den gesamten Skatepark nutzte, sowie, dass ich die 2 Minuten immer auf den Punkt ausgenutzt habe. Ein Video von meinem und Philipps Run folgt die Tage, eine allgemeine Zusammenfassung findet ihr hier:

Siegerehrung: 1. Aaron Fotheringham 2. Pedro Henrique 3. David Lebuser 4. Rico Reyes 5. Jake Harvey - Foto Anna Spindelndreier
Siegerehrung: 1. Aaron Fotheringham 2. Pedro Henrique 3. David Lebuser 4. Rico Reyes 5. Jake Harvey – Foto Anna Spindelndreier

Mit einem Preisgeld von 750 $ und einer Menge neuer Eindrücke und Freunde geht es weiter mit dem Abenteuer. Denn diesen Text schreibe ich schon in Austin, ganz gemütlich am Frühstückstisch. Was wir hier so erleben, erfahrt ihr bald.

Viele Grüße aus Austin, Texas von Lisa, Anna und mir /David

 

Weitere Links zur WCMX World Championships 2015:

http://cw33.com/2015/04/26/2-wheel-thrill-wheelchair-motocross-wows-crowds/http://www.dallasnews.com/news/metro/20150424-grand-prairie-to-host-top-wheelchair-motocross-athletes.ece
http://www.riseadaptivesports.org/wp/2015-wcmx-world-championship/

WCMX_Dallas_2015_025
Blake Simpson, einer der großen Talente – Foto: Anna Spindelndreier
Philipps Wheel Cracker - Foto: Anna Spindelndreier
Philipps Wheel Cracker – Foto: Anna Spindelndreier
WCMX_Dallas_2015_060
Pedro Henrique nach seinem Final Run – Foto: Anna Spindelndreier
WCMX_Dallas_2015_063
Wheelz war der einzige, der die Miniramp nutze und das auf beeindruckende Art und Weise – Foto: Anna Spindelndreier
WCMX_Dallas_2015_029
Ich liebe diese Gaps – Foto: Anna Spindelndreier
WCMX_Dallas_2015_031
Extra Runde nach meinem Run – Foto: Anna Spindelndreier

 

Fotos von Anna Spindelndreier
Fotos von Anna Spindelndreier