Tansania Reise – Teil 4

Inklusive Schule für Musa

David macht eine kleine Show auf dem Schulhof
Ob Musa hier bald auch der Pausenhof Clown ist? – Foto: Lars Wehrmann

Eins der Kinder, Musa, wohnt ganz in der Nähe und ist in einem Alter in dem in Tansania die Einschulung ansteht. Leider sind Rollstuhlfahrer an staatlichen Schulen bisher die Seltenheit und in der Region bisher noch gar nicht bedacht. Eine Schule in der Region Basotu hat allerdings bereits Sonderpädagogen, wenn auch bisher nur für Menschen mit visuellen Einschränkungen. Dennoch versuchten wir dort unser Glück und sahen uns die Schule an. Dort sprachen wir mit dem Schulleiter. Gemeinsam mit Hendri Tlawi, Physiotherapeut und Projektkooridnator von der Haydomer Klinik, Bryson Malleyeck, Pfleger in der Kinderstation Haydom und Theresa Harbauer konnten wir hier sehr wohl den sprichwörtlichen Stein ins Rollen bringen. 

Die Schule ist alles andere als barrierefrei! Jeder Klassenraum hat eine hohe, manche sogar zwei oder drei Stufen vor der Tür. Der Schulhof ist je nach Wetterlage staubig, matschig oder etwas dazwischen. Die Toiletten sind nur kleinen Kabinen mit den in Tansania sehr üblichen Hockklos, bei denen eigentlich einfach nur ein Loch im Boden ist. 

Eines der Schulgebäude
Foto: Lars Wehrmann

Doch auch hier gefiel uns wieder der Pragmatismus mit dem all diese Probleme lösbar scheinen. Während in Deutschland selbst barrierefreie Schulen teilweise nach Ausreden suchen Rollstuhlkinder nicht annehmen zu müssen, wurde hier nach Lösungen gesucht. Rampen, Toilettenanbau oder erstmal zwei Kabinen zu einer machen – hakuna matata – kein Problem! Der momentan nicht genutzte Vorschulraum hat bereits eine Rampe und könnte vorerst Musas Klassenraum werden. Wow, das war ja einfacher als gedacht und so manche deutsche Schule könnte sich eine dicke Scheibe davon abschneiden!

Anschließend fuhren wir von der Schule zu Musa nach Hause um einen Eindruck vom Schulweg zu bekommen. Leider war dies etwas ernüchtern, denn der ca. 5 km weite Schulweg führte über staubige und matschige Straßen, einem Anstieg und einer überschwemmten Straße, die in der Regenzeit unpassierbar bleibt. Doch auch hier hatte das Team aus Schulleiter, Therapeut Hendri, Daktari Theresa und uns schnell ein paar Ideen. Vorerst könnte Musa in der Nähe der Schule in einem extra dafür angemieteten Haus wohnen, auf lange Sicht soll ein Fahrzeug angeschafft werden um die Kinder mit Behinderung zur Schule zu fahren. 

Musa mit Stiften in der Hand
Musa übt schon mal fleißig – Foto: Lars Wehrmann

Der Schulleiter gab Musa noch zuhause eine erste Lektion indem er ihn auf den Boden setzte und mit ihm schreiben übte. Die Familie, die in einem sehr kleinen Haus auf dem Land lebt, war zu Tränen gerührt. Als mir Musas Mutter sagte, wir hätten hier fortan ein Zuhause und wären immer willkommen, war ich es auch. Was für ein erfolgreicher Tag!

In Zukunft sollen diese Gespräche auch an weiteren Schulen gezielt Kindern und Jugendlichen helfen angenommen zu werden. Aktuell werden bereits weitere Gespräche von der Klinik Haydom an einer weiteren Schule geführt. Mit Hilfe von Hendry und Bryson soll der 17 jährigen Neema erstmalig die Chance geboten werden die Schule nachzuholen. 

Safari mwema

In Haydom wurden wir wieder bei einem Gottesdienst verabschiedet. Als Symbol für die Wichtigkeit der frühen selbstbestimmten Mobilität übergab ich der Klinik einen 4ma3ma Duplikart Rollstuhl, der in den letzten Tagen vielen Kindern einen ersten Eindruck von selbstbestimmtem Leben geben konnte. Danach packten wir unsere Sachen und fuhren glücklich und zufrieden zurück Richtung Arusha. 

Ich bin so mega dankbar für diese Erfahrung und wir sind glücklich, dass es uns von Haydom Friends e.V. und Wellspect Deutschland möglich gemacht wurde, in Tansania für ein Umdenken zu sorgen und die selbstbestimmte Mobilität etwas mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Wie eingangs erwähnt kämpfen wir für die selben Ziele und mit den gleichen Methoden in Europa und Deutschland und auch wenn Tansania hier noch am Anfang von Teilhabemöglichkeiten und Barrierefreiheit steht, hat man das Gefühl hier oft auf fruchtbareren Boden für diese Themen zu stoßen und das bei all den anderen infrastrukturellen Baustellen im Land. 

Die Safari Crew hat was entdeckt...
Foto: Lars Wehrmann

Auf dem Rückweg gönnten wir uns noch eine Safari im Tarangire Nationalpark und entspannten beim Anblick von Giraffen, Elefanten, Pumbas und sogar einem Löwen. 

Drei Elefanten auf dem Weg
Foto: Lars Wehrmann

Mittlerweile sind wir wieder zu Hause und arbeiten an der Sortierung unserer Gedanken und Ideen. Denn eins steht fest, es wird nicht der letzte Besuch von uns in Tansania gewesen zu sein. Wir hoffen sehr, beim nächsten Besuch Musa in der Schule besuchen zu können und im House of Hope noch mehr Kinder für Mobilität begeistern zu können. 

Um das möglich zu machen bitten wir euch auf den Seiten von Haydom Friends e.V. eine Spende für das House of Hope zu hinterlassen um einen kleinen Beitrag zu leisten und Großes zu erreichen. Mit der Hilfe von Vielen kann dort vor Ort in zukunft viel bewegt werden und da das Konzept bereits an anderen Orten in Tansania aufgeht, ist eine sichere, nachhaltige Investition in die Zukunft vieler Kinder und Familien. 

David spielt mit den Kindern Fangen
Foto: Lars Wehrmann

Asante sana – vielen Dank!

/David

Haydom Friends: https://haydom-friends.org

BetterPlace.org: https://www.betterplace.org/en/projects/72907-a-house-of-hope-for-kids-with-birth-defects-in-africa

PS: Es gibt noch eine Menge mehr zu berichten und zu erzählen. Ich denke aber ich hebe mir das auf und werde von Zeit zu Zeit mal darauf zurück kommen.

PPS: Dem Fotografen Lars Wehrmann auch noch mal großen Dank, dass wir diese atemberaubenden Fotos von der Reise haben. Wo die herkommen, sind noch einige mehr und vielleicht, aber nur vielleicht werden demnächst davon noch einige hier im Blog oder auch bei Instagram und Facebook erscheinen. Denn es gibt zu fast jedem Bild auch noch eine Geschichte zu erzählen 😉

Stay tuned!

Uga Uga! Gorilla-Botschafterin in Marl

Gesunde Ernährung ist wichtig, das wissen wir eigentlich alle. Doch leider zeigt die Statistik, dass in Deutschland ein enorm großer Anteil der Kinder und jugendlichen übergewichtig ist. Doch wie bekommt man sie weg von Chipstüte und PC hin zu Karotte und Sport?

Oberaffe und Profi Skateboarder Tobi Albertross schafft den Wheelie auf Anhieb
Oberaffe und Profi Skateboarder Tobi Albertross schafft den Wheelie auf Anhieb

Schon zu meiner Schulzeit gab es Aufklärungsprogramme. Wir haben zB in der örtlichen AOK Niederlassung Lebensmittel nach „gut“ und „böse“ sortiert, Nutella-Ersatz hergestellt und uns anschließend kollektiv die Zähne geputzt. Klingt nicht sonderlich spannend – war es auch nicht! Vorige Woche durfte ich bei einem Aufklärungsprogramm in Marl dabei sein, das ganz anders daher kommt: Gorilla! Die Kampagne mit dem „affigen“ Namen hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Kinder und Jugendliche zu mehr Sport und einer gesunden Ernährung zu motivieren. Das machen sie nicht mit dem moralischen Zeigefinger, sondern durch Freestyle Sportler und coole Typen am Buffet.

Mit Ingo Naschold von DSGN concepts
Mit Ingo Naschold von DSGN concepts

Zusammen mit Skateparkplaner Ingo Naschold von DSGN concepts aus Münster war ich dort als Botschafterin – in meinem Fall für den Bereich Inklusion.

Es war ein super Tag mit leckerem gesunden Essen und ner Menge Spaß. Das Gorilla Team ist noch bis zum 10. Juli auf Tour quer durch Deutschland. Nächstes Jahr geht es bestimmt weiter in noch mehr Städten und dann hoffentlich auch mit David (und vielleicht auch ein bisschen Action von und mit uns beiden).

Wer mehr über dieses tolle Projekt erfahren möchte findet Info, Rezepte, Videos zu diversen Freestyle Sportarten und noch viel mehr unter http://www.deingorilla.de