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Jahresrückblick 2015

Ein Rückblick ist auch immer ein Ausblick, denn mit den Erfolgen aus dem alten Jahr, starten wir im Neuen wieder voll durch! - Foto: Anna Spindelndreier

Ein Rückblick ist auch immer ein Ausblick, denn mit den Erfolgen aus dem alten Jahr, starten wir im Neuen wieder voll durch! – Foto: Anna Spindelndreier

Als ich heute morgen aufgestanden bin, ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nicht zurück geschaut habe. Ich habe noch gar nicht mein Fazit gezogen, noch keinen Strich unter das Jahr 2015 gemacht. So kann ich doch nicht ins neue Jahr rollen!

Deswegen möchte ich dies nun nachholen, bevor ich mit Lisa das Silvesterprozedere starte und mit ner Kiste Bier, ein paar Wunderkerzen und Panna Cotta Richtung Köln fahre.

Das Jahr 2015 war ein insgesamt sehr erfolgreiches Jahr. Es gab so viele WCMX Events wie noch nie, weltweit! WheelchairMX ist am Wachsen und ein Großteil davon wächst hier. Wir haben dieses Jahr über 20 Workshops in Deutschland, Österreich und Dänemark gemacht, haben den Sport vor dem Hamburger Rathaus beim Tag ohne Grenzen und auf der Rehacare präsentiert, sind mit einem kleinen Team zu den WCMX World Championships geflogen und haben mit den bisher gefundenen Talenten ein Team aufgebaut. Ein Team das nun weiter dafür sorgen kann, dass WCMX bekannter wird und noch mehr den Weg in die Skateparks finden . Ein Team, dass nun nicht nur die Chance hat an den World Championships teilzunehmen, sondern auch ein Team, das etwas bewirken kann. Aber wir sind nun auch in der Pflicht 2016 hier anzuknüpfen. Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, dass auch hier in Deutschland und Europa WCMX Competitions stattfinden, damit die Rolliskater hierzulande sich messen können, sich gegenseitig pushen und motivieren können. Aber erst mal schauen wir zurück auf das bisher geschaffte und das ist ein großartiger Rückblick.

Patrick Krause steht voll hinter WCMX - Foto: Uli Gasper / uliphoto.de

Patrick Krause steht voll hinter WCMX – Foto: Uli Gasper / uliphoto.de

Der erste Meilenstein war schon früh gesetzt, denn mit dem großartigen Engagement von den Rhinos aus Wiesbaden, wurde der erste monatliche WCMX Workshop in Europa ins Leben gerufen. Die Idee ein regelmäßiges Angebot zu schaffen kam von den Rhinos selbst und ich war begeistert. Schnell zeigte sich auch der Vorteil eines regelmäßigen Angebots, denn die, die dann öfter kommen, haben sich enorm verbessert. So können sie dann wiederum ihr Können mit denen teilen, die neu dazu kommen oder nur ab und zu vorbei schauen. Diese Idee soll nicht allen bleiben und so gibt es nun auch ein monatliches WCMX Treffen in Kassel und ab Februar starten wir damit in Dortmund. Ich hoffe, dass wir das auch bald in vielen Städten überall haben werden, damit alle eine Möglichkeit haben mit Unterstützung diesen tollen Sport zu starten.

WCMX World Championships 2015 Photo by Anna Spindelndreier

WCMX World Championships 2015 Photo by Anna Spindelndreier

Danach kam dann auch schon DAS Highlight des Jahres, die WCMX World Championships in Texas. Rise Adaptive Sports hat sich vorgenommen einen offiziellen Rahmen für diesen schnell wachsenden Sport zu schaffen und nicht zu viel versprochen. Ein Mega Event zum Auftakt mit Teilnehmern aus der ganzen Welt, bei denen wir mit vier Fahrern aus Deutschland hinter den USA das zweitgrößte Team bilden konnten. Das Resultat kann sich auch blicken lassen. Paul war als jüngster nicht US Fahrer 15. geworden, Lisa drittbeste Frau, Philipp kam sogar ins Finale und wurde am Ende 12. und natürlich mein 3. Platz hinter Aaron Fotheringham und Pedro Henrique!

Nach der WM haben Lisa, Anna und ich noch einen Trip nach Austin, Boston und New York gemacht. Wir hatten eine unglaublich gute Zeit und ein Großteil der Bilder die Anna auf der Reise gemacht hat, findet ihr mittlerweile in einem Buch von ihr, mit dem sie ihren Bachelor of Arts geschafft hat. „Sit and Skate“ heißt es und für nen paar Taler könnt ihr es auch in euren Händen halten! Was wir auf der Reise noch so alles erlebt haben könnt ihr hier im Blog nachlesen.

Zurück in Deutschland haben wir mit dem Rollstuhltraining Roll On in Dortmund weiter gemacht. Die Zusammenarbeit zwischen der RBG Dortmund 51 und der DSW21 hat sich als absoluter Erfolg erwiesen. Wir haben von der DSW21 einen Bus und eine Straßenbahn bekommen zum üben, inklusive kompetentem Personal, welche die Regelungen im öffentlichen Nahverkehr erläutert und diskutiert haben. Es gab sogar Bremstests mit beiden Fahrzeugen um die Wichtigkeit dieser Regelungen zu verdeutlichen. Auch Roll On wird es 2016 wieder geben – stay tuned!

Im Mai waren wir auch ein erstes Mal in Dänemark, genauer in Roskilde und Kopenhagen um ein kleines Video zu drehen und die Möglichkeiten für einen Workshop auszuloten. Der fand dann auch im September statt, an meinem Geburtstag und einer Torte mit mir drauf – super cool!

Der Sommer war voll gepackt mit WCMX Events und so kann ich gar nicht alle erwähnen, aber besonders in Erinnerung geblieben sind mir schon ein paar:
Hamburg, wie jedes Jahr eine tolle Zeit in einem tollen Skatepark,

Blick nach vorn und ab gehts! - Foto: Anna Spindelndreier

Blick nach vorn und ab gehts! – Foto: Anna Spindelndreier

Conne Island in Leipzig, ein kleines aber feines Event, dass wir definitiv wiederholen werden (am 4. Juni 2016 um genau zu sein),
Aurich, die größte Skatehalle Deutschlands, glänzt mit unendlichen Möglichkeiten und Barrierefreiheit, Wolfsburg, ein neuer Skatepark im Allerpark, der sogar einen Preis gewonnen hat für seine inklusiven Möglichkeiten,
Wien und Roskilde, zu denen ich gleich noch was schreiben werde.

Insgesamt ist es einfach großartig zu sehen, wie immer mehr Teilnehmer zu unseren Workshops kommen und wie wir immer wieder neue Skateparks für unsere Workshops erreichen. Es gibt noch so viele tolle Skateparks, die richtig gute Möglichkeiten für WCMX bieten und wir werden daran arbeiten auch dort das Rad ins Rollen zu bringen!

Markus Pösendorfer hat den Skatepark schnell erobert - Foto: Anna Spindelndreier

Markus Pösendorfer hat den Skatepark schnell erobert – Foto: Anna Spindelndreier

Der Sommer beinhaltete auch eine kleine Tour durch Österreich, vor allem durch den WCMX Workshop mit Skate4Life in Wien und dem Workshop in München hatten wir Grund genug ein paar Tage dort unten zu verweilen. Der Workshop in Wien war an sich schon großartig, ein neues Land mit dem WCMX Fieber anzustecken fühlte sich super an. Letztes Jahr hatten wir dort Urlaub gemacht und ich kam mit den Leuten vom Goodlands Skatepark in Wien Hütteldorf ins Gespräch. Am Ende stand ein Datum und wir kamen am 1. August in den Skatepark nach Wien zurück und freuten uns, dass dort schon einige Rollifahrer auf uns warteten. Einer von ihnen war Markus Pösendorfer, der vorbereitet schien mit seinem brandneuen Mike Box WCMX Stuhl. Er hat dann auch gemeinsam mit den anderen Teilnehmern den Skatepark gerockt und ich denke in ihn haben wir auch jemanden, der WCMX in Österreich vorantreiben kann und will. Also liebe Österreicher, ich hab seinen Kontakt, wenn ihr mit ihm ne Session machen wollt, schreibt mir. Er kann euch auch helfen einen Skatestuhl zu bekommen!

Auch das Schloss haben wir erobert - Foto: Anna Spindelndreier

Auch das Schloss haben wir erobert – Foto: Anna Spindelndreier

Von Wien aus sind wir nach Innsbruck gefahren, eigentlich um einen Skatepark bei Brixxlegg zu checken, aber angetan hat es uns dann die Stadt Innsbruck selbst. Mit dem Landhausplatz hat sie einen sehr bekannten Skatespot zu bieten, der super inklusiv ist. Denn es ist kein Skatepark, es ist ein städtischer Platz. Ein Platz an dem Leute chillen, vorbei laufen, stehen bleiben und halt rollen. Der Platz ist super geeignet für alles was rollt, er bietet für Skateboarder, Inliner, BMXer und eben auch für Rollstuhlfahrer eine Menge an verschiedenen Obstacles. Egal ob man einfach nur irgendwo runter rollen oder fette Tricks machen möchte, der Platz macht Spaß! Neben dieser Attraktion hat Innsbruck auch einige barrierefreie Seil- und Bergbahnen zu bieten, zum Beispiel auf die Nordkette und auf die Muttereralm! Checkt das aus wenn ihr in der Nähe seid!

Leider hab ich es im Sommer verpasst einen ausführlicheren Beitrag über diesen Trip zu schreibe, deswegen verzeiht mir , wenn ich das hier so kurz und knapp nachhole.
Über München ging es dann zurück nach Deutschland und München ist echt hammer für Skater. Die Stadt hat in den letzten Jahren viel in neue Skateparks, aber auch in alte Skateparks investiert und hat somit ein Riesenangebot für Rollsportfreaks.

Flowlandschaft im Gefilde - Foto: Andi Weiland | Sozialhelden e.V.

Flowlandschaft im Gefilde – Foto: Andi Weiland | Sozialhelden e.V.

Ich kenne leider bisher nur zwei Skateparks, aber beide haben mich gefesselt – an den Spot, nicht an den Rolli. Der Skatepark im Gefilde ist super flowig und bietet auch für Anfänger endlose Möglichkeiten, während Fortgeschrittenen auch nie Langeweile verspüren werden. Deswegen haben wir diesen Park als unsren Workshoppark auserkoren und den dann auch zusammen mit der Skateboardschule um Tobias „Albertross“ Kupfer  veranstaltet. Aber auch der Skatepark im Hirschgarten, wohlgemerkt der mit der riesigen Bowl, denn es gibt zwei. Der kleine ist aber kaum die Rede wert und deswegen zähle ich ihn auch gar nicht dazu. Die Bowl im Hirschgarten ist mit einem Cradle und einem tiefen Deep End nicht wirklich „Rollstuhlgeeignet“ aber für Fortgeschrittene WCMX Rider auf jeden Fall den ein oder anderen Drop wert. Lines gibt es dort viele zu entdecken (wenn man den Skatepark erst mal entdeckt hat) und ich würde dort wohl heute noch skaten, wenn uns nicht ein schweres Gewitter zum gehen aufgefordert hätte.

Up and down in the Munich desert - Foto: Andi Weiland | Sozialhelden e.V.

Up and down in the Munich desert – Foto: Andi Weiland | Sozialhelden e.V.

Auch in Frankfurt gibt es ja so einen super Rollstuhl geeigneten Skatepark im Osthafenpark. Dort haben wir es dann dieses Jahr auch endlich geschafft einen Workshop zu veranstalten. Ähnlich wie in München sind wir leider hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben. Vielleicht lag es am super heißem Wetter, vielleicht lag es aber auch an unseren so hoch gesteckten Erwartungen an die „Mega Spots“. Wir werden es aber weiter versuchen auch dort WCMX zu etablieren, denn diese Skateparks schreien gerade nach Rollstuhlfahrern!

Am Ende des Sommers sind wir dann, wie bereits erwähnt, nochmal nach Dänemark gefahren. Dieses mal hatten wir dort einen Workshop und die Jungs aus Roskilde haben gezeigt was für ein Organisationstalente in ihnen stecken. Nicht umsonst ist dort eines der größten Festivals Europas zu hause! Jedenfalls haben wir in Roskilde einen perfekten Doppelspot vorgefunden. In der Halle Hal12, also indoor, und außerhalb im niegelnagelneuen Rabalderparken. Der Rabalderparken sollte auch einen Ehrenplatz bekommen in der Liste der Skateparks und WCMX Spots. Er ist in einen Wasserablauf integriert, aber so lange es nicht regnet, kann man ihn skaten, wie geil ist das denn bitte!!! Dort meinen Geburtstag zu verbringen war jedenfalls eine gute Entscheidung, denn was kann besser sein, als Geburtstage in mega geilen Skatespots zu verbringen, mit Freunden, neuen Talenten und einer Torte mit mir drauf? Ich glaube so viel gibt es da nicht. Top Talent dort war wohl der kleine Bastian Jensen, der im Skatepark aufgeblüht ist und ich hoffe ihn bald wieder zu treffen. Da ich kein Dänisch kann und er kein Englisch oder Deutsch, ist unsere Sprache WCMX und das klappt super, vor allem wenn jemand so schnell lernt wie Bastian.

Timo Schmidt droppt und rockt - Foto: Anna Spindelndreier

Timo Schmidt droppt und rockt – Foto: Anna Spindelndreier

Natürlich haben wir auch in Deutschland viele Talente entdeckt und einige von denen sind wiederum mittlerweile fester Bestandteil des WCMX Teams und regelmäßig bei Events dabei. Neben Philipp Cierpka, sind dies vor allem Timo Schmidt, Paul Engel, Björn Patrick Meyer, Lisa und ich. Nicht zu vergessen unseren neuen AG Leiter, Busfahrer und Freund Patrick Krause, unsere Fotografin Anna Spindelndreier und unsere italienische Austausch WCMXerin Ilaria Naef. Mit diesem Team haben wir dann auch die Rehacare bespaßt. Mit einem Skatepark der von DSGN concepts für den Tag ohne Grenzen der DGUV gebaut wurde. Es war super zu sehen, dass dieser Skatepark nun an mehreren Orten aufgebaut werden kann und ich glaube, dass dieser Skatepark somit noch viele neue Leute für WCMX begeistern wird. Aber zurück zur Rehacare und dem Team, denn das war sicher eins der Highlights der zweiten Jahreshälfte. Ausführlich findet ihr dazu einen Bericht in meinen Blogartikeln.

Shifty über die Welle - Foto: Anna Spindelndreier

Shifty über die Welle – Foto: Anna Spindelndreier

Eine Sache aber, die in meinem Rückblick zur Rehacare nochmal genauer ausgeführt werden muss, ist folgende Geschichte:
Ilaria hat von Mike Box einen WCMX Rollstuhl bekommen auf der Messe und es war grandios zu sehen, wie Ila mit ihrem neuen Stuhl jeden Tag den Weg nach Düsseldorf auf sich genommen hat um mit uns zu skaten. Sie hat sich in den vier Tagen so enorm verbessert und am Ende sogar bei unseren Shows mitgemacht. Es ist einfach ein tolles Gefühl zu sehen, wie bei Ila ein Traum wahr geworden ist. Mehr dazu, zu ihren Träumen und Gefühlen könnt ihr auf ihrem Blog finden.

Lisa und ihre Eltern nach der Abschlusszeromonie der OU - Foto: David Lebuser

Lisa und ihre Eltern nach der Abschlusszeromonie der OU – Foto: David Lebuser

Noch etwas, dass unbedingt erwähnt werden muss, ist Lisas Bachelor of Sciense in Psychologie, für den wir nach Milton Keynes geschippert sind. Ersteinmal sollte man Lisa hier natürlich gratulieren, aber der Trip selbst war wieder einmal ein tolles Erlebnis. Milton Keynes mit der Open University und dem wohl größten Fresstempel den ich je gesehen habe. Aber vor allem natürlich London, mit seiner schönen historischen Kulisse an der Themse und seinem fast genauso historischen Stockwell Skatepark in Brixton.

Abgeschlossen haben wir die Skate Saison mit einem Kurztrip nach Eindhoven und einen Besuch Wiesbaden , wo dieses Jahr auch alles angefangen hatte.

Mit 2000 Wörtern, die bestimmt eh keiner von euch komplett gelesen hat, sag ich nun: Guten Rutsch, rollt gut rein und habt einen guten Start ins neue Jahr!

Cheers

David + Lisa

Ein grünes neues Jahr! - Foto: Anna Spindelndreier

Ein grünes neues Jahr! – Foto: Anna Spindelndreier

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Gedanken zu… 2014 – ein Rückblick

Deep End High Five (Foto: Anna Spindelndreier)

Deep End High Five (Foto: Anna Spindelndreier)

Puh, da ist es schon wieder zwei Wochen her, dass wir den letzten Beitrag hier veröffentlicht haben. Aber so ist das wohl in der Weihnachtszeit. Man hat keine Zeit, außer für Geschenkbesorgungen und Glühweinverkostung auf dem Weihnachtsmarkt. Natürlich ist es dann auch noch kalt, nass und dunkel, was die Lust etwas halbwegs produktives nach Feierabend zu tun deutlich senkt. Aber wenn man schon keine Zeit hat sich ein gutes Thema auszudenken, dann macht man halt einen Jahresrückblick.

Eigentlich mag man ja keine Jahresrückblicke. Die sind ja viel zu mainstream, aber dann ist es ja doch wieder interessant, kann man doch alte Themen des Jahres nochmal in Erinnerung rufen. Vieles vergisst man, vieles vernachlässigt man und sowieso verläuft vieles einfach so im Sand. Aber nicht nur die halbfertig diskutierten Aufreger des Jahres haben es verdient aus der Versenkung geholt zu werden, nein, vor allem die guten und schönen Erinnerungen sollte man nochmal ausgraben um Kraft zu tanken und den Blick wieder nach vorne zu richten. Genau das möchte ich nun tun, Motivation schöpfen für das neue Jahr mit Hilfe von Erinnerungen an das vorübergehende.

Januar

Das Jahr fing an mit einem echten Knaller. Naja, zumindest hat es bei mir geknallt, am 6. Januar bei den Proben zur Millionärswahl. Die Show von Sat.1 und Pro 7, die zum größten Flop des Jahres werden sollte, begann für mich eigentlich viel versprechend. Denn als ich am ersten Probetag ans Set kam, wurden gerade noch die letzten Schrauben in den eigens für mich errichteten Skatepark gedreht. Ein Prachtstück, individuell für mich zusammengesetzt. Das hat garantiert einiges gekostet. Ich war total begeistert und drehte meine Runden. Jede Runde wurde ich meiner Choreografie bewusster. Hier hoch, da runter, dort drehen, Sprung. Yeah das passt, aber hier könnte noch ein Rail hin. Auch die nächste Rund saß und es war alles drin. Von Drop in über Sprung bis hin zum Grind. Da war nur noch das Problem, dass ich auf die Schwung- und Startrampe nicht selbständig hoch kam . Deswegen wurde dort hinten ran noch eine Rampe gezimmert, zum gemütlichen hoch fahren. Das diese auch noch genau dort ankam, wo ich Schwung holte für meine kleinen Sprung, kam mir doch gelegen. Mehr Schwung, mehr Sprung dachte ich. Also nutzte ich den halben Meter mehr und sprang… höher… weiter… zu weit! BÄÄM ich sprang über die Rampe und tauchte, vorbereitet auf eine Landung in der Bank nach vorne geneigt, mit den Vorderrädern zuerst in den Betonboden. Der Oberkörper folgte mit viel Schwung und meine Arme wollten dies reflexartig abbremsen. Ich lag am Boden, schaute auf meinen Arm und wusste das der Traum geplatzt ist. Die Ecke in meinem Unterarm war ein klares Indiz dafür. Krankenhaus, statt Kameraprobe, Gips, statt Liveperformance. ich verbrachte ein paar Tage in einem Krankenhaus in Köln, kam aber für die Liveshow raus und konnte immerhin meinen dicken Arm in die Kamera halten. Die Show floppte und der Hanfverband gewann nicht nur diese Sendung, sondern auch die Million im halb abgesetzten Webfinale.

Die Moderatoren Elton (links), Jeannine Michaelsen (rechts). (Quelle: Sat.1)

Die Moderatoren Elton (links), Jeannine Michaelsen (rechts). (Quelle: Sat.1)

Februar

Ich wurde zum Efix Fahrer, damit ich wenigstens arbeiten und ein paar Konzerte besuchen konnte. Mein neuer Arbeitgeber, das Kindersanitätshaus 4ma3ma in Dortmund, stellte mir einen zur Verfügung. Schnell hatte ich den Namen D-Fix, obwohl ich lieber Nee-Fix sagte, denn das teil schafft bei weitem nicht mein Normaltempo und außerdem piepte es laufend mit verschiedensten Fehlermeldungen und verweigerte den Dienst. Naja, nichtsdestotrotz verhalf es mir zu ein wenig mehr Mobilität in dieser Zeit, wenn auch mit vielen Rückschlägen, denn meine Fahrweise konnte ich ja nicht von heute auf morgen umstellen. Also schaffte ich auch den Efix ein paar mal in die Knie mit gebrochenen Drehmomentstützen.
Sonst war der Monat recht ruhig, wie gesagt, ein paar Konzerte ohne Pogo, ein paar Basketballspiele vom Rand. Wenigstens ein Heimspiel der Borussia konnte ich mir angucken, da die anderen zu einem Turnier in Rahden waren. Am Ende des Monats nahm ich dann den Ball wieder auf und spielte beim Luise Guder Cup der SGH Berlin wieder im Trikot der RBG Dortmund 51 mit meiner Nummer 13. Es ging wieder bergauf.

März

Getreu dem Motto, wer Basketball spielen kann, kann auch skaten, war ich auch total heiß darauf wieder in die Rampen zu droppen. Natürlich war ich erstmal noch gebremst und mein Ziel, den Handplant zu schaffen, erst mal aufgeschoben. Dennoch wollte ich wieder carven, droppen und shredden. Am 28. März gab es dann ja auch den ersten Workshop des Jahres in Mühlhausen. Der Thuringia Funpark veranstaltete dafür einen inklusiven Skatetag und wir bespaßten einige interessierte Rollifahrer. Dazu gibt es auch einen MDR Beitrag der Sendung Selbstbestimmt. Außerdem entwickelten DSGN concepts einen Plan, wie man den Skatepark so modernisieren kann, dass er zeitgemäß und eben auch WCMX tauglich wird. Im gleichen Moment soll er natürlich für andere Rollsportarten genauso attraktiv bleiben und generell Anfängern, wie Fortgeschrittenen etwas bieten können. Keine einfache Aufgabe, aber DSGN concepts aus Münster lösten sie sehr gut. Das Konzept wurde vorgestellt und traf auch auf viel Gegenliebe. Leider hat sich bis heute, meines Wissens, kein großer Unterstützer finden können, sodass die Umbauarbeiten noch auf sich warten lassen.

April

Im April haben in Dortmund gleich zwei neue Workshop Reihen begonnen, die wir hoffentlich noch lange fortsetzen werden. Zum einen haben wir den ersten Rollikids Skate Day veranstaltet und somit einen Skate Workshop für die junge Generation Rollstuhlfahrer im Skatepark Dietrich-Keuning-Haus veranstaltet und zum anderen mit dem Roll On Workshop ein Rollstuhltrainingskonzept zum Leben erweckt, dass auch denen ein Training ermöglichen soll, die keine Fünf Tage am Stück frei schaufeln können oder es (noch) nicht von der Kasse bezahlt bekommen. Beides wurde ein voller Erfolg und soll auch im neuen Jahr fortgesetzt werden. Den Rollikids Skate Day möchte ich gerne auch in andere Städte exportieren, beim Roll On Workshop hoffe ich auf Nachahmer.

1. Rollikds Skate Day 2014 (Foto: Wittmershaus/DRS)

1. Rollikds Skate Day 2014 (Foto: Wittmershaus/DRS)

Mai

Wir wählten den Mai aus Anfang der Outdoor Saison aus, da er uns in den letzten Jahren immer viel Sonne und sommerliche Temperaturen gebracht hatte. Dieses mal brachte er leider eine Menge Wasser mit nach Hamburg, wo wir im Inselpark des ehemaligen igs Geländes den Betonbowl und Streetskatepark rockten. Der Skatepark ist super geeignet für Rollstühle und deswegen kamen auch bei miesem Hamburger Wetter eine Menge Shredder nach Wilhelmsburg. Auch unser spanischer Gast Toni Quinonero Martin zeigte ein paar Tricks auf nassem Beton und ganz neu dabei war auch das Rollstuhl Longboarden von Toni Hömpler.

Juni

Endlich war der Sommer da und man konnte wieder überall und immer ne Skatesession starten. Wir haben einen weiteren Skateworkshop in Gießen auf der Landesgartenschau veranstaltet, Wien bereist und damit den Grundstein gelegt für den ersten Skateworkshop in Östereich nächstes Jahr. Ansonsten stand bei mir die Vorbereitung auf die WM Teilnahme im Juli im Vordergrund. Kalifornien sollte natürlich wieder das absolute Highlight im Kalender werden. Deswegen wollte ich mich nach der Zwangspause am Anfang des Jahres auch ordentlich vorbereitet wissen.

Juli

California uber alles… so dröhnten die Dead Kennedys schon oft aus meiner Anlage in meine Ohren und nun war es wieder endlich soweit. Dieses mal hatten wir uns viel vorgenommen, neben der üblichen Teilnahme am Life Rolls On They Will Skate Again und der angeschlossenen WCMX Weltmeisterschaft, wollten wir auch das surfen im Pazifik probieren und über alles eine Dokumentation drehen. Wir reisten also mit einem kleinen Kamerateam nach LA und produzierten schöne Bilder, die ihr auch schon im Aktion Mensch Video bewundern könnt. Aber das soll nich nicht alles sein, denn wir haben noch soooo viel an sensationellen Aufnahmen, dass wir schon bald mit einem weiteren, längeren, besseren Film die Leinwände erobern wollen. Da das aber Zeit, Geld und Arbeit bedeutet, wird es wohl noch eine Weilchen dauern. Bei den ganzen Erlebnissen, Drehs und der Arbeit, ging fast unter, dass ich die WM dann sogar gewonnen hatte. Ich habe aber auch selbst lange gebraucht um zu realisieren, dass die Jury mich vor Aaron Fotheringham setzte und ich somit bis zum April 2015 als bester WCMX Rider der Welt in die Skateparks rollen kann. Immer noch klingt das total unreal, zumal Wheelz natürlich wieder alles weggerockt hat und jedem die Wurst von der Stulle zog. Dafür gewann er aber auch den Best Trick Contest, aber mein fast fehlerfreier und abwechslungsreicher Run überzeugte die Jury irgendwie und es reichte zum Sieg. Ich bin mir immer noch ziemlich sicher, dass es der Handkuss war, den ich Lisa aus der Bowl beim carven zu geworfen hab. Mein Kumpel Robert Thompkins gewann übrigens den Balls to the Wall Preis als Draufgänger unter den Rolliskatern.

Californian Sunset im Camp Woodward West

Californian Sunset im Camp Woodward West (Foto: Anna Spindelndreier)

Life Rolls On They Will Surf Again San Diego 2014

Life Rolls On They Will Surf Again San Diego 2014 (Foto: Anna Spindelndreier)

August

Nach der US Reise planten wir direkt den nächsten großen Trip. Dieses mal blieben wir aber auf dem heimischen Kontinent und machten einen kleinen Roadtrip durch Luxemburg, Frankreich, Spanien, Italien und die Schweiz. Wir erstellten unsere Touren so, dass wir auf dem Weg einige bekannte Skateparks und Spots mitnehmen konnten. Neben Barcelona, war vor allem Marseille ein besonderes Highlight. Marseille stellte uns zwar mit seinem Verkehr, der Parkplatzsituation und der Kriminalität auf die Probe, aber dann rockten wir die Marseille Bowls doch, am nächsten Tag in aller Früh, was sich als echter Vorteil erwies, denn der Bowl war weitestgehend frei und nicht so überfüllt wie am Abend. Außerdem war das Klima viel angenehmer. Auch Barcelona stellte uns auf die Probe. Meine Tasche mit allen Geldkarten, Ausweisen und Papieren wurde geklaut als ich grad einen der berühmtesten Skatespots shreddete, Barcelona Saints. Unseren Dieb haben wir auf Kamera, aber meine Tasche auf immer verloren. In Italien trafen wir Ilaria das erste mal, welche uns die schöne Stadt Varazze zeigte und uns zu Pestosüchtigen machte. In der Schweiz entdeckten wir ein Paradebeispiel für einen inklusiven Skatepark, ohne das man ihn so nennen muss. Einfach nur ein großer Skatepark bei dem an eine behindertengerechte Toilette gedacht wurde. Ziel unserer Reise war Potsdam, denn dort gab es einen weiteren Skateworkshop im jwd Lindenpark, was nun auch ein fester Termin im Kalender werden soll.
Auf dem Weg durch Europa reifte die Idee für diesen Blog, zuerst wollten wir einen Videoblog machen, stellten aber fest, dass wir eigentlich keine Zeit haben Videos zu editieren. Also entschärften wir die Pläne und machten ein Video, eigentlich sollte es nur einen Trailer darstellen, aber ich bin ehrlich, ich bin bisher noch nicht dazu gekommen auch nur eine Minute des eigentlich geplanten Roadmovies zu erstellen. Auch hier kann ich nur sagen: Video Soooooooooon!

September

Wasserski oder Wakeboarden? Beides scheint mir nicht zu liegen. Zumindest musste ich das wieder mal beim Let’s get wet Wassersportcamp in Duisburg feststellen. Aber dafür habe ich mich ins Kanu bzw. Kajak fahren wieder gefunden. Wenn ich das nächste mal eine Chance habe mich ins kühle Nass zu stürzen werde ich es wieder tun. Auch das Wakeboarden habe ich noch nicht abgeschrieben. Schließlich bin ich sogar im Pazifik Wellenreiten gewesen. Was war noch? Ach ja ich hatte Geburstag und habe den Club 27 überlebt. Außerdem gab es noch den dritten und vorerst letzten Teil unserer Roll On Workshop Reihe in Dortmund. Sehr experimentell mit einer „Schnipseljagd“ durch Dortmund, die am Ende doch mit Schnitzel belohnt wurde. Das Obdachlosenmagazin Bodo schrieb einen schönen Artikel über dieses Wochenende.

Oktober

Der Oktober bot ein ganz besonderes Highlight, welches auch noch ein Video und einen eigenen Beitrag hier bekommen wird (Soooon!) Bärlin Pedäl Bättle!!! Ein Ritterturnier auf Rädern, eigentlich auf Fahrrädern, aber wir haben es mit unseren Krüppelrittern infiltriert und wollen dies auch nächstes Jahr wieder tun. Mein Rekrutierungsblog und -video kommt, versprochen! Was gab es noch, außer verschwitzte Typen in Rüstungen, die mit Fahrrädern werfen? Na Aktion Mensch wird 50! Das Jubiläum habe ich schon das ganze Jahr in Zeitungen und Magazinen begleitet, nun waren Lisa und ich auch auf einer Veranstaltung mit dem Bundespräsidenten eingeladen. Was soll nun noch kommen? Ich weiß es auch nicht, aber 2015 wird auch einige Überraschungen für Lisa und mich bereithalten.

Jubiläumsanzeige der Aktion Mensch

Jubiläumsanzeige der Aktion Mensch

November

Im November wurde es ruhiger, aber nicht ruhig. Crowdsurfing bei Konzerten entwickelt sich zu meiner neuen Lieblingssportart und wie ihr hier im Blog lesen könnt, waren wir auch wieder unterwegs, in Ulm und Leipzig. Die Messe Abgefahren in Leipzig zeigte mein Video aus Kalifornien und ich quatschte ein wenig darüber, eine kleine Show Einlage gab es am Sonntag natürlich auch. In Ulm waren wir zu Gast in der Popbastion und der dort angesiedelten Reithalle, welche eigentlich eine Skatehalle ist. Wir ritten also unsere Rollstühle durch die Halle und konnten wieder viele junge und alte Rollifahrer eine Möglichkeit geben sich auszuprobieren und ihre Fähigkeiten zu erweitern.  Sonst hieß es wieder vom Skatepark aufs Basketballfeld. Die Basketballsaison war bereits im vollen Gange und so langsam fand auch ich mein Feingefühl für den Ball wieder. Die RBG Dortmund 51 konnte die Hinrunde der Regionalliga West äußerst zufriedenstellend beenden und geht an der Spitze in die Winterpause, welche bis Februar andauern wird.

Dezember

Die kalte Jahreszeit hat mit skaten eigentlich nicht mehr so viel gemein, denn oft ist es einfach zu nass und zu kalt. Vor allem Veranstaltungen gibt es eher selten, da die Hallen auch nicht gut beheizt sind und draußen weiß man ja nie was das Wetter so vor hat. Doch das kleine Ackerpoolco in Hamburg Eidelstedt lud kurz vor Weihnachten doch nochmal in eine kleine, aber gut beheizte Skatehalle ein. Das konnten und wollten wir nicht abschlagen und beendeten die Skatesaison mit einer schicken kleinen Session. Gleich drei Drop In Neulinge bei einer Achtköpfigen Truppe dürfte auch so was wie ein kleiner Rekord sein.

Es war ein tolles Jahr und ich freue mich auf 2015. Noch mehr Workshops, noch mehr Skateparks und die WM in Texas. Ein schönes Jahr wird es werden, wenn es auch nicht ganz stressfrei bleiben wird.

Vielen Dank an alle, die mich begleitet und unterstützt haben. Vielen Dank an alle, die mich supporten und anfeuern. Vielen Dank an alle, die meine Videos, Links und Fotos in die Welt hinaus tragen.

Danke auch meinen Sponsoren Schwalbe, Iriedaily, RehaOptimal Onken, Team Box Wheelchairs, Art of People und den vielen weitern Unterstützern, Crowdfundern und allen, die geholfen haben, ob mit Zeit, Engagement oder Geld.

Ich freue mich euch alle nächstes Jahr wieder zu sehen und ich freue mich auf die, die ich nächstes Jahr kennen lernen werde.

Frohes Fest und einen guten Rutsch ohne Glatteis wünschen euch Lisa und David.

 

 

/David

Fotos: Anna Spindelndreier

Foto: Anna Spindelndreier

 

Fotos: Anna Spindelndreier

Typen! Mit Robert Thompkins (Foto: Anna Spindelndreier)

Fotos: Anna Spindelndreier

Foto: Anna Spindelndreier