Tansania Reise – Teil 3

Spina Kids in der Klinik Haydom

Ein kleines Mädchen sitzt in einem Rollstuhl und jagt nach Bällen
Foto: Lars Wehrmann

Der für uns viel wichtigere Teil sollte erst nach dem Berg kommen. Wir machten uns vom urbanen Arusha auf den Weg ins ländliche Haydom. Allein die Fahrt dorthin war sehr interessant, sah man doch die großen regionalen Unterschiede. Von Arusha, der vom Tourismus gewachsenen Stadt mit vielen befestigten Straßen, führte eine gut ausgebaute Überlandstraße Richtung Westen. Doch irgendwann wurden die Dörfer ärmer, die Straße schlechter und der Asphalt verschwand. Die letzten 50 km nach Haydom nannte der Fahrer „African Massage“, da die Straßen hier nur noch aus Sand und Schotter bestanden und wir dem entsprechend durchgeschüttelt wurden. Nachdem wir uns ausgiebig haben massieren lassen und mehrere Viehherden durchfuhren, kamen wir in Haydom an. 

Kaum dort, bezogen wir im Gästetrakt unsere Zimmer. Deutlich barrierfreier als das Hotel in Arusha, aber weit entfernt von Rollstuhlgerecht. Ein Gartenstuhl war diesmal der Duschsitz unserer Wahl. Eine Tour durch die Klinik mit dem Pädriatischen Chefarzt „Daktari“ Joshua Gidabaday ließ schnell erkennen, dass dies nicht im Ansatz mit dem zu vergleichen war, was wir als Klinik kannten. Die Klinik bestand aus mehreren nach und nach gebauten Gebäuden, teilweise nur Container und Baracken, die mit überdachten Betonwegen verbunden waren. Diese Bauweise ermöglichte schöne begrünte Innenhöfe, sorgte aber auch dafür, dass Tiere bis an die Zimmer der Patienten kommen konnten. Die Ausstattung war sehr unterschiedlich. Während einige Gebäudeteile spärlich ausgestattet waren, gab es in der Radiologie Röntgengeräte, allerdings werden die Bilder hier teilweise noch per Hand entwickelt, und ein niegelnagelneues und topmodernes CT. Wogegen die Betten und die Rollstühle, die teilweise nur noch mit Gottes Willen zusammen gehalten wurden, einen deutlich schlechteren Eindruck machten.

Dr. Theresa am Bett eines Neugeborenen mit Spina Bifida
Foto: Lars Wehrmann

Aber unabhängig von der Ausstattung wurde schnell klar, dass das Personal, die Ärzte und Ärztinnen, Pfleger und Pflegerinnen hier hochmotiviert und engagiert waren ihren Patienten den bestmöglichen Service zu bieten. Angekommen an der Kinderstation, genannt „Lena Ward“ nach einer Familie die diesen Teil des Krankenhauses stiftete, erfuhren wir auch mehr über das Spina Bifida Programm und wie es in den letzten Jahren gewachsen ist und weswegen das House of Hope für den Fortbestand und die Weiterentwicklung so enorm wichtig ist. Im Lena Ward gab es 80 Betten und wenn diese voll waren, war kein Platz für Familien die am Nachsorgeprogramm teilnehmen wollten oder nach der Geburt eines behinderten Kindes aus Gründen des Aberglaubens nicht mehr nach Hause zurückkehren konnte. Das House of Hope soll hier Abhilfe schaffen und den Familien Raum geben sich der neuen Herausforderung zu stellen, zu lernen, sich auszutauschen. Den Kindern soll vor allem auch die Trennung vom Krankenhaus zu Gute kommen, denn sie sollen sich ja nicht krank fühlen mit ihrer Behinderung.

Spiel und Spaß für mehr Mobilität

Ina spielt mit Agnes mit einem Ballon
Foto: Lars Wehrmann

Der Tag darauf begann, wie hier üblich, mit einem Gottesdienst in dessen Rahmen wir auch vorgestellt wurden. Es wurde über das House of Hope gesprochen und natürlich über den erfolgreichen Verlauf des Charity Hikes auf den Mount Meru, der ja mittlerweile auch im nationalen Fernsehen zu sehen war.  Später ging es dann endlich zu den Kindern und den Familien. 

Trotz meiner Bemühungen etwas Swahili zu lernen, war die Kommunikation nur über Dolmetscher möglich. Mit den Kindern sind wir aber schnell warm geworden und konnten sie zu Bewegung animieren. Dabei halfen Bälle, Ballons und Flummis, aber auch Seilchen und Malbücher. 

Leider konnten nicht alle Familien ihre Rollstühle mitnehmen, denn das kostet extra und so mussten wir mit den Rollstühlen aus der Notaufnahme und einem selbst mitgebrachten Rollstuhl improvisieren. Leider mussten immer mal wieder Kinder auf Hockern oder auf dem Boden Platz nehmen, da einfach nicht genügend Rollstühle vorhanden waren. 

Rollstühle – Made in Tansania

David bespricht die Rollstuhlversorgung mit Lisa und Janina
Foto: Lars Wehrmann

Die Rollstühle waren auch der nächste Punkt auf der Agenda. Verstärkt mit Jens Naumann, seines Zeichens Gründer der 4ma3ma Filiale Hamburg und Sonderpädagoge, sowie erfahrener Übungsleiter der Rollikids, wollten wir die Rollstühle unter die Lupe nehmen. 

Wir betrachteten die in Tansania gebauten Rollstühle genau, reparierten mit der klinikeigenen Werkstatt was zu reparieren war und machten gemeinsame Überlegungen wie man die Rollstühle konzipieren muss , damit die Kinder sich effektiver fortbewegen können. Hier entstand schon während unseres Aufenthalts eine Kooperation, die fortlaufend sein wird. 

Grundsätzlich finden wir das Rollstuhlkonzept sehr gut, da es die regionalen Bedingungen aufgreift und die Produktionskosten gering sind. Ein Rollstuhl kostete ca. 250 Euro und ist im Vergleich zu Europäischen Stühlen also deutlich erschwinglicher. Ganz abgesehen davon, dass die Nachhaltigkeit gewährt ist, wenn die Stühle im Land produziert werden und dann auch dort mit Ersatzteilen ausgestattet werden können. Es benötigt nur ein paar konzeptionelle Änderungen um den Kindern hier ein effektives Antreiben des Rollstuhls zu ermöglichen. 

Jens mit dem Schrauber aus Haydom arbeiten am Rollstuhl von Musa
Foto: Lars Wehrmann

In Zukunft hoffen wir mit dem House of Hope ein regelmäßiges Mobilitäts- und Sportprogramm, sowie Rollstuhlanpassungs- und Reparaturtermine einrichten zu können. Im Moment nehmen Sport und Mobilität einen nicht so wichtigen Platz ein, bzw. wurden bisher kaum gefördert. Ich denke aber, wir konnten der Klinik und den Menschen vor Ort gut aufzeigen wie wichtig und wertvoll die Bewegungsschulung für die Mobilität sein kann. 

Asante sana – vielen Dank!

/David

Haydom Friends: https://haydom-friends.org

BetterPlace.org: https://www.betterplace.org/en/projects/72907-a-house-of-hope-for-kids-with-birth-defects-in-africa

Tansania Reise – Teil 2

Die Erstberollung des Mount Meru

Das Team macht sich auf dem Weg, ganz vorne die drei Rollstuhlfahrer.
Theresa, Ranger, David, Walter (leicht verdeckt), Sontos, Lisa und Ina (je mit Porter) -vlnr – Foto: Lars Wehrmann

Der Berg begrüßte uns am frühen Morgen bei klarem Himmel in seiner ganzen Pracht schon vom Hoteleingang aus. Mit einem Team aus Deutschen, Schweden und Tansaniern machten wir uns auf den Weg für den von Theresa Harbauer und Walter Miya geplanten Charity Hike auf den Mount Meru im Arusha Nationalpark. Wir drei Rollstuhlfahrer, Lisa, Ina und ich, waren von der ersten Reifenberührung mit dem Berg die ersten, welche den Mount Meru damit zu bestreiten versuchten. 

Im Gegensatz zu seinem großen Bruder, dem Kilimanjaro, hat er nicht so gut ausgebaute Wege und führt über steinige, steile und matschige Wege hinauf zu den Gipfeln Little Meru und dem 4566 Meter hohen Summit des Mount Meru. 

Am Gate erwartete uns ein TV Team, immerhin war es ja ein Rekordversuch. Das kam uns sehr gelegen, denn wir wollten damit ja auch Leute erreichen und ihnen zeigen, dass Rollstuhlfahrer am Leben teilhaben sollen und auch an ihre Grenzen gehen können. 

Vom Gate, so ca. die ersten 3 Kilometer, konnte ich noch recht problemlos selber fahren und benötigte keine Hilfe, doch dann wurde es schnell sehr steil und so mussten mich schon hier, bei der vermeintlich einfachsten Etappe, durchgängig drei Leute schieben und ziehen. Diese erste Etappe erstreckte sich über insgesamt 14 km hinauf zur ersten Hütte. Ein Wasserfall und ein als Torbogen gewachsener Feigenbaum waren die Highlights und lockerten die Tortur etwas auf, vor allem auch durch die Pausen an diesen Orten. 

David posiert mit seinem Rollstuhl vor einem Wasserfall
Foto: Lars Wehrmann

Doch schon kurz nach dem Wasserfall wurde klar, dass wir den Zeitplan nicht einhalten und uns ganz schön ins Zeug legen müssen um vor Einbruch der Dunkelheit die Hütte zu erreichen. Der Weg zog sich gewaltig und zwischendurch war die Moral ziemlich im Keller. Der Regen der letzten Tage machte teilweise Wege fast unpassierbar und wir mussten entscheiden ob mitten durch den Matsch oder drumherum, oft nah am Hang oder durchs Dickicht wanderten. 

Je höher man kam, desto mehr Steine spickten auch den Weg. Das wurde als zusätzliches Hindernis immer wieder zu einem echten Kraftakt, denn jeder Stein hatte das Potential dich komplett auszubremsen. Manche Steine waren so groß, dass man rüber gehoben werden musste. Kurz vor der Hütte gab es nochmal ein Plateau, das hieß zwar keine steilen Anstiege, aber dafür säumten Gräben vom Regenwasser die Wege und so langsam verschwand die Sonne hinterm Berg. Die Dunkelheit brach dann schnell über uns herein, sodass wir sogar die auf der Ebene grasenden Büffel verpassten. Wir wollten nur noch ankommen!

Endlich an der Hütte auf 2500 Meter angekommen, gab es heißen Tee und ein ausgiebiges Abendessen. Durch die Tortur des ersten Tages war die Motivation etwas im Keller, aber wir schliefen erstmal die Nacht drüber. 

David bei Einbruch der Nach mit mehrern Helfern
Finish in the dark – Foto: Lars Wehrmann

Die Hütte hatte natürlich keine barrierefreien Waschräume oder Toiletten und so dauerte das Morgenprogramm auch etwas länger. Wieder halbwegs mit Motivation betankt machten wir uns leicht verspätet auf den Weg zu Etappe zwei. Die Wege sollten heute schmaler und steiler werden – noch steiler. So kam es auch, dass bereits nach ein paar hundert Metern und gerade mal 60 Höhenmetern für Lisa und mich klar wurde, dass das so nix werden wird. Schon hier wurden wir eigentlich nur noch getragen, geschoben, gezogen, teilweise von fünf Portern und der Weg sollte weitere 7 km so weiter gehen. In diesem Tempo hätten wir das nie bei Tageslicht geschafft. 

Ich hatte das große Ziel die nächste Hütte zu erreichen, doch ich bin niemand der sich gerne tragen lässt. Ich möchte lieber selber klettern. Doch auch das war keine Option, da ich den Weg so erst Recht nicht bei Tageslicht geschafft hätte, wenn überhaupt. Lisa und ich kehrten also zur ersten Hütte zurück und der Rest der Gruppe, inklusive der schwedischen Rollstuhlfahrerin Ina Akerberg und dem Tansanischen Spina Bifida Wanderer Santos Joshua Chuwa, ging ihren Weg weiter hinauf.

Da ich nicht gerne aufgebe, war diese Entscheidung für mich nicht leicht, aber am Ende war es wohl die Richtige. Die Message war ja schon hier auf 2500 Meter erreicht, denn bisher hat es noch kein Rollstuhlfahrer soweit an diesem Berg geschafft und eine war ja immer noch auf dem Weg zum Gipfel. Und in Tansania, wo Kindern mit Rollstuhl der Gang zur Schule oft verwehrt wird, weil ihnen der Weg oder gar die Schule an sich nicht zugetraut wird, ist es doch eine schöne Message, dass man sich manchmal einfach auf den Weg machen muss – ganz ohne die Erfolgschancen vorher zu bewerten. 

Santos kämpfte sich den Berg nur mit Gehstöcken hoch
Santos Joshua Chuwa wanderte nur mit Gehstöcken hinauf – Foto: Lars Wehrmann

Lisa und ich machten uns nun zwei entspannte Tage auf der Hütte, ohne Kontaktmöglichkeit zum Rest der Gruppe. Wir wussten also nicht wie weit die anderen waren. Aber da Ina nicht zurück gekehrt war, hat sie es wohl auf jeden Fall zur nächsten Hütte geschafft. In der Wartezeit sprachen wir mit einigen Leuten, die bereits auf dem Weg nach unten waren. Viele der „normalen“ Wanderer schafften den Gipfel nicht, teils wegen Sturm und Regen, aber auch wegen der Höhenkrankheit oder einfach der Anstrengung wegen. Viele meinten auch, dass es für sie unvorstellbar ist den Weg zum Gipfel, welcher teilweise am Steilhang nur aus einer Kette zum festhalten bestand, mit einem Rollstuhl machbar wäre. 

Aber wir warteten ab und als das Team dann endlich zurück kam, brauchten Sie tolle Neuigkeiten mit! Ina war die erste Rollstuhlfahrerin auf dem Little Meru und Santos der vermutlich erste, der mit Spina Bifida zu Fuß den Little Meru erreicht hat. Ein Teil der Gruppe machte sich auch noch auf den Weg zum 4500 Meter Summit des Mount Merus und nahmen unsere Namen und die Message mit auf die Bergspitze. Der Gipfel sollte also weiterhin von Rollstuhlfahrern unerreicht bleiben, aber vielleicht gibt es ja mit unserem Anstoß bald abenteuerlustige Rollstuhlfahrer, die auch das erreichen wollen. 

Ina und Santos mit dem Team auf dem Little Meru

Am Ende muss man sagen, es war ein toller Rekordversuch mit der richtigen Message, aber bis der Mount Meru ein beliebtes Reiseziel für Rollstuhlfahrer werden kann, muss noch einiges passieren. Bis dahin könnte man aber am Fuß des Bergs eine „Walking“ Safari machen und kann Büffel, Giraffen, Affen und andere Tiere ganz ohne Blechbüchse entdecken. 

Das Ziel der Wanderung ist aber in erster Linie die Finanzierung des House of Hopes, sowie Schaffung von mehr Awareness und Abbau von Vorurteilen gegenüber Kindern mit Spina Bifida in Tansania.

Um das möglich zu machen bitten wir euch auf den Seiten von Haydom Friends e.V. eine Spende für das House of Hope zu hinterlassen um einen kleinen Beitrag zu leisten und Großes zu erreichen. Mit der Hilfe von Vielen kann dort vor Ort in zukunft viel bewegt werden und da das Konzept bereits an anderen Orten in Tansania aufgeht, ist eine sichere, nachhaltige Investition in die Zukunft vieler Kinder und Familien. 

Asante sana – vielen Dank!

/David

Lisa wird von mehreren Leuten den Hang hochgezogen
Foto: Lars Wehrmann

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BetterPlace.org: https://www.betterplace.org/en/projects/72907-a-house-of-hope-for-kids-with-birth-defects-in-africa

Tansania Reise – Teil 1

House of Hope – der Grund der Reise

David auf einem Weg in Tansania, mit Blick Richtung weiter offener Ebene.
Der Weg ist lang, aber das Ziel bereits im Blick Foto: Lars Wehrmann

Hierzulande sind Lisa und ich oft unterwegs um zu zeigen, was man mit dem Rollstuhl machen kann. Wir machen Tricks in Skateparks und schulen darin wie man den Rollstuhl beherrscht. Außerdem setzen wir uns dafür ein, altbackene Vorurteile abzubauen. Nach und nach sind wir auch ins Europäische Ausland gefahren und haben dort ebenfalls für die selben Ziele mit den gleichen Methoden für Aufklärung, Unterhaltung und Vorurteilsabbau gesorgt. Doch nun sollten wir uns noch viel weiter wagen – das neue Ziel hieß Tansania in Afrika. 

Die Hamburger Kinderärztin Dr. Theresa Harbauer, die den Verein Haydom Friends e.V. gegründet hat, machte uns auf die Situation von Kindern mit Spina Bifida in Tansania aufmerksam. Sie selbst arbeitete mehrere Jahre in der Lutherischen Klinik in Haydom und hat das dortige Nachsorgeprogramm für Kinder mit Spina Bifida mit gestaltet. Nach 10 Jahren ihrer Mitwirkung dort sind die Zahlen der Familien im Programm stark gestiegen und deswegen soll nun angebaut werden. 

Ein House of Hope soll Platz schaffen für die vielen Familien, die zu den Angeboten der Nachsorge teilweise hunderte Kilometer auf sich nehmen müssem. Aber auch eine räumliche Trennung zwischen Nachsorgeprogramm und Klinik, damit die Spina Bifida Kinder nicht die Zimmer belegen für die Kinder die wirklich krank sind und ins Krankenhaus müssen – denn Spina Bifida ist keine Krankheit, die Kinder sind gesund und sollen dort nur an Routineuntersuchungen und anderen Programmpunkten teilnehmen. 

Um das House of Hope zu finanzieren wurde ein Crowdfunding Projekt ins Leben gerufen und ein Charity Hike auf den Mount Meru organisiert, dem zweithöchsten Berg in Tansania – nach dem berühmten Kilimanjaro. Der Clou dabei: Auf den Mount Meru hat sich bisher nie ein Rollstuhlfahrer gewagt, auf den höheren Kilimanjaro dagegen schon. Wir sollten bald erfahren warum das so ist…

Arusha – Urbaner Erstkontakt

David mit Rollstuhl in den Straßen von Arusha
In Arusha musste man oft auf die Straße ausweichen- Foto: Lars Wehrmann

Der erste Kontakt mit Afrika sollte für uns die Großstadt Arusha sein. Eine lebendige Stadt in der viele Menschen unterwegs sind, denn das Leben hier spielt sich auf den Straßen ab und auf den zahlreichen Märkten. Als Rollstuhlfahrer fiel uns natürlich sofort auf, dass die Stadt noch weit weg von jeglicher Barrierefreiheit entfernt ist. Es gibt kaum Gehwege und viele Seitenstraßen sind unbefestigt und matschig. Wenn es mal Gehwege gibt, sind diese nicht barrierefrei oder sie sind vor jedem Haus in einer anderen Höhe. Manchmal steht einfach eine Mauer oder Treppe völlig ohne Sinn vor einem. 

Die Lösung? Ab auf die Straße, doch auch das hat seine Tücken, denn der völlig verrückte Verkehr in Arusha kennt vor allem eine Regel: Wer zuerst fährt hat Recht! Am Anfang fühlte es sich so an als ob man sich ständig in Lebensgefahr begab, bei jeder Straßenüberquerung, jedem Ausweichen auf die Straße oder auch bei Taxifahrten. Später gewöhnte man sich an den Puls der Stadt und wusste schon eher wie man hier sicher von A nach B kommt. 

Die Läden sind oft hinter offenen Regenablaufkanälen, also einem Kanal am Straßenrand, nur mit provisorischen Brücken zu erreichen. Das ist häufig sehr abenteuerlich und ein Balanceakt. Doch bei all den Barrieren haben wir eins schätzen gelernt: den Pragmatismus mit dem hier Barrieren verringert werden. Wenn nur ein Brett zum über den Kanal balancieren vorhanden war, wurde halt schnell ein zweites organisiert und auf Spurbreite des Rollstuhls ausgerichtet. Rampen waren oft steil, aber eine steile Rampe ist ja immer noch besser als gar keine. War das Restaurant nicht barrierefrei, wurden die Tische halt nach draußen getragen. Gab es das gewünschte Getränk oder Mahl nicht in einem Laden, bestellte es der Kellner beim Laden neben an oder auch mal drei Straßen weiter. Auch im Hotel wurden kurzerhand Türen ausgebaut um die Badezimmer erreichbar zu machen und gepolsterte Hocker wurden als Duschhocker hineingestellt. Alles nicht optimal, aber statt nach großen Problemen wird halt nach einfachen und schnellen Lösungen gesucht – Hakuna Matata eben!

David auf einer Holzbrücke über einem Kanal
Über die Kanäle führten oft abenteuerliche Brücken – Foto: Lars Wehrmann

Es folgen weitere Teile in den nächsten Tagen mit Geschichten über unsere Erfahrungen und unserer Arbeit dort. Bleibt also gespannt und schaut wieder rein.

Wir hoffen sehr, dass das House of Hope bald gebaut werden kann. Um das möglich zu machen bitten wir euch auf den Seiten von Haydom Friends e.V. eine Spende für das House of Hope zu hinterlassen um einen kleinen Beitrag zu leisten und Großes zu erreichen. Mit der Hilfe von Vielen kann dort vor Ort in zukunft viel bewegt werden und da das Konzept bereits an anderen Orten in Tansania aufgeht, ist eine sichere, nachhaltige Investition in die Zukunft vieler Kinder und Familien. 

David im Gespräch mit den Einwohnern
David im Gespräch – Foto: Lars Wehrmann

Asante sana – vielen Dank!

/David

Haydom Friends: https://haydom-friends.org

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Bahn fahren schwer gemacht

Lange nix gehört von uns und der Bahn, oder?

Eine Zeit lang war dieser Blog ein Reiseblog (z.B. hier ein Klassiker), ganz ungewollt mit zufälligen Häufungen von Reiseberichten, tollen Erfahrungen unserer Erlebnisse in den USA, Europa und Deutschland. Negativ hatte sich eine Zeit lang auch die Bahn eingereiht und wir hörten ein paar mal, dies sei ja nur ein weiterer Bahn Bashing Blog (BBB). 

Spontan mit dem Zug verreisen - ohne Diskussionen! Foto: Anna Spindelndreier
Spontan mit dem Zug verreisen, ohne Diskussionen? In den USA war das für uns kein Problem! Foto: Anna Spindelndreier

Eigentlich will ich auch lieber über positive und tolle Dinge schreiben, eben nicht so defizitorientiert wie es oft schon das System ist. Vielleicht fange ich dann damit an, dass wir auch in der Zeit als der Blog still stand, viele tolle Reisen hatten. Die allermeisten davon mit unserem eigenen Auto. Vor allem dank der Partnerschaft mit Kadomo, die diesen Transporter mit den nötigen Umbauten versehen und auffällig beklebt haben. Dies zusammen mit unseren DIY Camping Ausbauten und unseren Platzbedarf für Rollstühle und Equipment bei Veranstaltungen machten das Auto zu unserer Reisevariante Nummer 1! 

Aber auch mit der Bahn haben wir einige Reisen unternommen, die wirklich gut gelaufen sind. Natürlich immer mit dem Systembedingten Mehraufwand der Anmeldung, spontaner Umplanung weil „geht nicht“, aber auch mit tatsächlich gelungenen Fahrten, engagierten und kompetenten Mitarbeitern.

Dank des findigen Programmierers namens Philipp Maier (aka Akii) wurde auch die Anmeldung der Mobilitätsservicezentrale (kurz MSZ) etwas einfacher, denn bei Hilfeleistung als Service kann man bspw. den Buchungscode importieren und somit das sonst Zeitfressende Prozedere zu einem -klick klick fertig- optimierten Prozess machen. Bei vielen Fahrten kommen dann noch gefühlte 1000 Mails der Bahn, die am Ende hoffentlich bestätigen, dass man die Reise so machen kann und alles ist gut. Doch dann gibt es leider diese Fahrten, wo eine Mail oder ein Anruf der MSZ erfolgt… wie z.B. in folgendem Fall:

Für zwei aufeinanderfolgende Termine in Dortmund buchte ich drei Wochen im Voraus unsere Fahrten: Hamburg-Dortmund am Mittwoch Morgen hin und am Donnerstag Nachmittag zurück. So weit im Voraus bin ich sonst selten dran und da dachte ich doch glatt es könnte nix schief mehr gehen. 

Ich muss erwähnen, um nochmal was positives loszuwerden, dass ich bei dem Buchungsprozedere ein Ticket für den falschen Tag gebucht hatte und dieses problemlos am selben Tag noch stornieren konnte, obwohl es ein Sparpreisticket war, welches nicht stornierbar ist. Wir buchen allerdings immer Sparpreis, weil man ja eh seinen Einstieg anmelden muss, was ein Flexticket quasi unbrauchbar macht. Nun aber weiter im eigentlichen Thema.

Es konnte nix schief gehen? Na mal sehen… 

Ich meldete also den Service an und als der Anruf der MSZ kam, atmete ich schon mal tief durch. Es hieß, dass die IC Verbindungen leider noch für Sitzplatzreservierungen gesperrt seien und sie unsere Fahrt nicht anmelden können. Ich dachte: Naja, dann melden sie sich doch sobald das geht und sie unsere Plätze und Hilfeleistung buchen konnten!? Aber schon bevor ich diesen Gedanken aussprechen konnte, wurde ich gebeten mich in einer Woche nochmal zu melden. Ich fragte warum ich mich melden muss und bekam keine echte Erklärung dafür – ginge halt nicht anders. Nun ja ich war die Diskussion schon im Vorfeld leid und hatte andere Sachen zu erledigen, also schrieb ich mir eine Erinnerung in den Kalender und wartete eine Woche.

Als ich dann eine Woche darauf anrief, hieß es auf einmal ich müsse die Anmeldung erneut ausfüllen. Also wieder Hilfeleistung als Service aufrufen, Buchungsnummer raus suchen, importieren, abschicken. Dann wieder ein Anruf und ich dachte in diesem Moment, verdammt, geht es etwa immer noch nicht???

Es kam noch „besser“… Die gebuchte Verbindung gab es so nicht mehr! Ich solle mir eine Alternative aussuchen. Diese waren aber allesamt, hm wie drück ich es am besten aus, sie waren beschissen… Ich sagte ich würde selbst nochmal nach Alternativen schauen und mich melden. Und so sah ich, dass die gebuchte IC Verbindung wirklich nicht mehr auftauchte, aber dafür zu exakt der selben Zeit, auf der gleichen Strecke nun eine ICE Verbindung existierte. Also rief ich wieder bei der Mobilitätsservicezentrale an und fragte warum ich nicht einfach diese Verbindung nehmen kann!? 

Die Antwort? Die Rollstuhlplätze seien bereits ausgebucht! Moment, eine Verbindung, die seit weniger als einer Woche überhaupt existiert und auf die ich mich quasi im Vorfeld ihrer Existenz angemeldet hatte, soll nun schon an zwei andere Rollstuhlfahrer gegangen sein? Ich möchte mindestens bezweifeln, dass dort überhaupt Rollstuhlfahrer im ICE Richtung Dortmund fahren werden, aber dies ist natürlich nur eine Mutmaßung. Viel mehr empörte mich der Fakt, dass ich nicht informiert wurde, weder von der DB selbst, weil ich ja ein Ticket für eine nicht mehr existierende Verbindung hatte, noch von der MSZ wegen der nun möglichen Alternative/Reservierung. 

Es war dann mit all der sachlichen Diskussion, trotz Empörtheit dennoch gelassenen Professionalität (ja ich kann durchaus ruhig bleiben) nicht mehr zu retten. Ich meldete erst einmal eine Alternative an die mir nicht gefiel, mit der ich einen Termin verpasse, bzw. mindestens 90 Minuten zu spät komme und mit der ich insgesamt zwei Umstiege und drei Stunden mehr auf den Schienen unterwegs sein würde. 

Doch am allermeisten störte mich dieser immense Mehraufwand. Die zweifache Anmeldung und drei Telefonate mit negativem Ausgang, wo jeder „normale“ Fahrgast einfach nur bucht und einsteigt. Die Zeit die dort verstrich ohne eine Lösung zu finden bekomme ich wohl nicht wieder, im Gegenteil, es werden weitere Stunden geklaut wenn ich die Alternative so annehme. 

Nunja, ein Flexticket kaufen und einfach in den Zug springen der einen passt, wäre das nicht toll? Vielleicht im nächsten Leben und nicht mit der DB anscheinend. 

Unsere Lösung dieses mal? Das Kadomo Mobil wird uns nach Dortmund bringen und auch wieder nach Hamburg, flexibel und günstig, der Umwelt zuliebe, ach nee das wäre ja die Aufgabe der Bahn gewesen… naja im nächsten Leben, auf der nächsten Erde dann. 

PS: Auf Antwort bzw. Stornierung der Tickets warte ich nunmehr auch schon wieder eine Woche…

Unser Kadomo Mobil – auffällig und bunt – wie wir!

/David

Ninahitaji kiti changu

Ich brauche meinen Stuhl auf Swahili heißt: „Ninahitaji kiti changu.“

Woher ich das weiß? Warum ich das schreibe? Nunja, ich versuche mich seit ungefähr einem Monat daran eine neue Sprache zu lernen. Und nicht etwa Spanisch oder Chinesisch, weil das die neben Englisch am meisten gesprochenen Sprachen auf der Welt sind. Nein, ich versuche mich an Swahili, weil wir im Januar 2020 ein paar Tage in Tansania sein werden.

Natürlich kann man sich dort, wie fast überall, sicher gut mit Englisch durchschlagen. Auch wird mein Swahili wohl bis dahin noch längst keine tiefgründigen Gespräche zulassen. Doch hinter dieser Reise steckt ja nicht nur ein Urlaub oder die Befriedigung unserer Lust darauf die Welt zu entdecken. Vor allem reisen wir nach Tansania, um gemeinsam mit dem Verein Haydom Friends e.V. die Spina Bifida Familien am Lutherischen Krankenhaus in Haidom zu unterstützen und den Kindern in Zukunft dort mehr Teilhabe und Mobilität zu ermöglichen.

Aber Moment mal! Braucht es dazu denn wirklich uns? Schon wieder weiße privilegierte Europäer, die den Afrikanern zeigen wie es richtig läuft? Nein, natürlich wollen wir keine neue Abhängigkeit schaffen, sondern wir wollen das machen, was wir auch hierzulande tun. Wir wollen Kinder motivieren ihren Rollstuhl zum spielen zu nutzen, für Sport und eben für ihre eigene Mobilität. Wir wollen ihnen Bewegungserfahrungen anbieten, um aus dem ewigen „das kannst du mit dem Rollstuhl nicht“ der Gesellschaft auzsubrechen.

Außerdem wollen wir, so wie hierzulande auch, ein Umdenken anstoßen. Denn hier wie dort sind es die mangelnden Vorstellungen der Gesellschaft daran, was ein Rollstuhlfahrer kann und nicht kann, die Teilhabe so schwierig machen. Die Vorstellung, dass Kinder im Rollstuhl gemeinsam mit anderen Kindern zu Schule gehen, gemeinsam lernen und spielen. Das ist nicht nur ein Thema in Tansania, sondern eben auch hier. Und warum sollten wir unsere Arbeit nur auf Europa beschränken? Für uns sind alle Rollikids dieser Welt wichtig!

Sicher wird der Ist-Zustand in Tansania ein anderer sein, aber Kinder sind Kinder und haben einen natürlichen Drang die Welt mit ihren Augen zu entdecken. Doch diese Welt ist mit Barrieren gepflastert und die Kinder müssen befähigt werden, diese nach Möglichkeit zu überwinden- zumindest so lange diese Barrieren noch existieren. Ein Rollstuhl, den man effektiv antreiben kann und die Fähigkeit diesen zu nutzen sind dabei die wichtigsten Werkzeuge und bei diesen Themen sehen wir die Möglichkeit unsere Kompetenz und Erfahrung einzubringen.

Die Rollstühle, welche bereits in Tansania gebaut werden, könnten mit wenigen Änderungen diese Werkzeuge sein und eine nachhaltige Versorgung gewährleisten. Und wenn die Kinder erstmal gut anzutreibende Rollstühle haben, werden sie mit denen spielen und sitzend und flitzend die Welt entdecken. Wir hoffen ein nachhaltiges Mobilitätspaket starten zu können, dass dann Schule macht und sich von Haidom aus verbreitet und auch adaptiert werden kann um die Bedürfnisse vor Ort zu matchen.

Wann es den ersten WCMX Workshop in Tansania geben wird, wissen wir noch nicht. Es gibt bisher einen einzigen Skatepark in der Hauptstadt Dodoama, viele Stunden Autofahrt von der Klinik entfernt. Dieses mal werden wir es dort leider nicht hin schaffen. Aber in der Hoffnung bald erneut vorbeischauen zu können, werden wir dies sicher als einen der nächsten Schritte anstreben.

Ein großes Problem sehen wir tatsächlich noch in der teilweise sehr ableistischen und abergläubischen Sichtweise vielerorts. So hörten wir, dass Familien teilweise nicht mit ihren Kindern in ihr Dorf zurück können, weil sie als verflucht oder verhext gelten. Sie dürfen nicht an Schulen, weil ihnen der Weg nicht zugetraut wird, weil man nicht glaubt, dass sie Erwachsen werden können oder dieses Wissen irgendwann brauchen können. Hierbei berichte ich nur davon, was ich gehört hab und ich hoffe, dass es am Ende alles halb so wild ist. Aber wenn doch, was kann mehr helfen als Vorbilder, die diese Denkweisen sprengen? Und bis eigene Vorbilder im Land vorhanden sind, bilden wir die Spina Kids aus, damit sie möglichst bald selbst zu Vorbildern werden können. So wie wir es hier in Deutschland auch tun würden – mit den Rollikids und mit sit’n’skate!

Oh habe ich noch gar nicht erwähnt, dass wir auch versuchen den Mount Meru zu besteigen? Nein? Dann sei das hier noch einmal kurz erwähnt, dass wir bekloppt genug sind einen Berg zu besteigen, der schon vielen fußläufigen Wanderern zu schwierig ist. Ob wir es nun bis auf den Gipfel schaffen oder nicht, allein, dass Rollstuhlfahrer den Versuch starten diesen Gipfel zu erreichen, sollte die Menschen in Tansania hoffentlich einen Gedanken aufdrängen: „Wenn Menschen mit Behinderung diese Berg in Angriff nehmen können, ohne zu wissen ob sie es bis ganz nach oben schaffen, vielleicht können dann Kinder im Rollstuhl in die Schule gehen, auch wenn man nie weiß ob es später zu einem Beruf oder einem Studium führen wird.“

In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr uns auf dieser spannenden Reise folgt. Virtuell, hier, oder auf Facebook, Instagram und Co. Oder ihr wandert mit? Oder ihr unterstützt den Verein Haydom Friends beim Bau eines neuen Gebäudes in dem noch mehr Familien Platz haben sollen, wenn sie bspw. noch nicht in ihr Zuhause zurückkehren können oder für medizinische oder rehabilitative Maßnahmen an die Klinik zurückkehren müssen.

In diesem Sinne, wünscht uns „Safari njema“ – eine gute Reise!

Kwa heri, tutaonana baadaye!

/David

Auf dem Bild verlässt eine große Menschenmenge die Tore der Klinik in Haydom, ganz vorne Kinder im Rollstuhl.
Es gibt noch viel zu tun für die Rechte von Menschen mit Behinderung! – Destroying Stereotypes worldwide! Foto: Haydom Friends e.V.

PS: Großen Dank geht an Dr. Theresa Harbauer, die den Verein Haydom Friends ins Leben gerufen hat und der Firma Wellspect, die die Klinik in Haydom schon eine Weile mit Material versorgt und uns nun diese Reise ermöglicht.

interessante Links:

Haydom Friends e.V.

Spenden auf Better Place Org

Rollstuhlfahrer = Lügner

Wieder mal am Flughafen Düsseldorf, wieder mal haben wir den Rollstuhl erst am Gepäckband bekommen und wieder mal mussten wir uns fühlen wie Bittsteller, die einen total überdimensionierten Service fordern.

Auch wenn uns dieses mal keine Prügel angedroht wurde, so bleibt dieser fade Beigeschmack. Denn wie kann es sein, dass wir jedes mal bezichtigt werden, etwas total exklusives zu fordern? Eine Flugbegleiterin von AirBerlin meinte, als sie das Thema aufgeschnappt hatte, dass nirgendwo die Rollstühle zum Gate gebracht werden. Darauf hin sagte ich, dass dies nicht richtig sei und zählte eine (meiner Meinung nach mittlerweile recht imposante) Liste an Flughäfen auf, an den das problemlos klappt. Dennoch sagte sie dazu: Nein, das stimmt nicht!

Was soll das? Warum sollen wir denn so einen Spaß daran haben irgendwelche Lügen zu erzählen??? Sind wir als Rollstuhlfahrer nicht glaubhaft? Irgendwo weiter vorne habe ich noch ein „jaja das erzählen die immer“ aufgeschnappt, weiß aber nicht den Kontext dazu, aber es würde hier super reinpassen und ich unterstelle einfach mal, dass es auch um dieses Thema ging. Dann frage ich mich aber, warum die immer noch denken, dass wir Scheiße erzählen, anstatt sich mal zu fragen, ob da nicht doch was dran ist!?

Auf dem Hinflug hat alles super funktioniert, auch in Düsseldorf. Keine dummen Fragen, kein Geeier, Rolli bis zum Gate, Sitze nebeneinander, in Stockholm Rolli zum Gate… alles super! Aber auf dem Weg zurück wieder die alte Leier… dieses mal werden wir auch eine Beschwerde an den Flughafen selbst schreiben, ob es was bringt, mag ich noch bezweifeln.

Wer dies auch tun möchte, kann seine Meinung hier dem Flughafen DUS geigen: https://www.dus.com/de-de/kontakt/feedback

/David

Living on the Road

Wir sind viel unterwegs, das hat der ein oder andere schon mitbekommen. Nun mussten wir aber in den letzten zwei Jahren immer alles in Lisas kleinen Lupo quetschen oder uns ein Auto ausleihen. Wir sind dadurch auf jeden Fall zu Packprofis geworden und können viel Gepäck ganz gut auf wenig Fläche verteilen. Doch auch wenn unser Rekord im Lupo mit drei Rollstühlen, zusätzlich ein Paar Rädern, zwei Koffern plus Rucksäcke und Taschen manch einem imponiert, wollten wir das so nicht mehr.

Wenn wir zu einer Veranstaltung fahren, wollten wir nicht mehr überlegen was nun wichtiger ist, mehr Schoner und Helme oder lieber weniger, aber dafür noch einen Leihrollstuhl? Selbst mit meinem alten Passat war man da nicht allzu flexibel, zumindest hatten wir nie die Freiheit zu sagen: Macht euch keine Sorgen, wir bringen alles mit! Man musste immer vorher organisieren. Die Rollstühle die dann oft vor Ort standen, waren nicht das Gelbe, nicht mal das Weiße vom Ei und Helme und Schoner waren dann auch nur oft in nicht ausreichender Zahl da.

Bei unserem Roadtrip durch Frankreich, nach Barcelona, Norditalien und der Schweiz, schliefen wir im Passat, mussten aber jeden Abend das ganze Gepäck vorne auf die Sitze stapeln. Auch da mussten wir Tetris spielen, denn wenn erst einmal alles gestapelt war, mussten ja noch unsere Rollis oben auf dem Turm bzw unters Dach!!!

img_7047Aber das alles ist jetzt vorbei! Die Roadtrips? Nein, ab jetzt ist das ganze Leben ein Roadtrip, zumindest fühlt es sich nun so an. Denn wir haben nun einen VW Crafter und uns damit dezent vergrößert… vom Lupo… Und unser erster Roadtrip mit unserem Crafter nach Dänemark und Schweden, dessen Skateparkstationen ihr euch auf Instagram anschauen könnt, hat bewiesen, dass dies nun alles nicht mehr nötig ist. Ok wir müssen nun beim Packen auf andere Sachen achten, denn es ist total blöd, wenn man feststellt, dass das was man braucht ganz hinten im Laderaum ist. Aber zumindest können wir in unser selbstgebautes Hochbett klettern ohne irgendetwas großartig umzuräumen. Wir können nun sechs Rollstühle mitnehmen und noch Ersatzräder und Werkzeug und Schoner und Helme und und und einfach alles!!!

img_2668

Diese Freiheit macht uns nicht nur das Leben einfacher, es bringt uns auch so viele neue Möglichkeiten, die wir nutzen wollen. Ob wir demnächst auf Tour gehen oder welche Türen sich damit noch öffnen, werden wir sehen, werdet ihr lesen und wir werden uns dann treffen, irgendwo on the Road!

Cheers

img_2667 Demnächst wird er dann noch weiter verschönert und ausgebaut.  #staytuned
/David

 

 

 

Auf dem Trip nach Dänemark/Schweden, sind wir viele Skateparks angefahren. Hier einige Videos dazu (mehr gibt es auf www.Instagram.com/datlebbe )

Zur Erinnerung an den Passat: