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Ostküste Kapitel IV: New York – Downtown Manhattan

Die New Yorker Skyline von der Brooklyn Bridge aus gesehen - Foto: Anna Spindelndreier

Die New Yorker Skyline von der Brooklyn Bridge aus gesehen – Foto: Anna Spindelndreier

Nun sind wir schon wieder eine Woche zurück und haben uns wieder in unsere Zeitzone eingelebt. Aber ich möchte euch dennoch was über unsere weiteren Erlebnisse in New York erzählen. Dieses mal waren wir südlich vom Hotel unterwegs und wer New York kennt, der weiß, dass dort eine Menge los ist. Wer New York nicht kennt, dem erzähl ich jetzt ein bisschen davon, was da so los ist.

Schon am Morgen lebt New York, aber es ist etwas ruhiger und angenehmer, genau richtig, wenn man noch keinen Kaffee hatte. Denn heute entschieden wir uns für ein Frühstück auswärts. Lisa holte sich Doughnut, ich holte mir einen Bagel mit Ham and Cream cheese und Anna… Anna brauchte nur Kaffee glaub ich.

Von meinem 9 Dollar Bagel war ich etwas enttäuscht, nicht weil er schlecht war, sondern weil ich was anderes erwartet habe. Ich dachte nicht, dass es nur den Schinken im Wert von neun Dollar geben würde, aber es war tatsächlich so viel gestapelter Schinken, dass man auch hätte in nen Schweinearsch beißen können. Egal der Hunger war gestillt und wir machten uns auf zur NYU – New York University und dem Washington Square Park.

Auf dem Weg fanden wir schöne Ecken mit grünen Straßen und vielen Stadthäusern, wo man am liebsten sofort einziehen möchte. Unser Weg führte uns auch über die bekannte Christopher Street, die heute nicht mehr nur Homosexuellen ein Begriff sein dürfte. Weiter auf dem Weg wurde eine ganze Straße gesperrt, damit die Privatschule dort ihren Sportunterricht durchführen konnte. Vielleicht war es auch die Hofpause, aber da so ein Stadthaus in New York weder Sporthalle noch Hof hat, ist das doch eine echt coole Variante.

Am Washington Square fanden wir einen echt hübschen Park, der mit viel Musik und jungen Leuten daher kam, was wohl an der Lage direkt am Campus liegen könnte. Allerdings steckten alle noch in den Vorbereitungen, sodass wir die großen Shows wohl verpasst haben. Ein Tänzer, der gemeinsam mit einem Schlagzeuger schon mächtig Werbung für die bevorstehende Show machte, fand meine One Wheel Turns ziemlich geil. Wir unterhielten uns ein wenig und wollten dann natürlich auch die Show abwarten. Aber aus 5 Minuten wurden 10 und aus 10 wurden nochmal 5 mit dem gleichen Resultat. Also machten wir weiter, vorbei an der NYU, die gerade ein Erdbeerfest feierte mit einer ziemlich langen Erdbeertorte, welche leider mit einem Zaun für uns unerreichbar war. Wir hatten aber auch andere Ziele, unter anderem wollten wir eine Toilette und oder eine Bushaltestelle finden. Letzteres fanden wir zuerst und dachten dann gehen wir halt an der South Ferry auf Klo. Ein Fehler, denn der Verkehr ließ die Fahrt endlos erscheinen.

Wir standen eine Weile im Stau, immerhin hatten wir ein nettes Gespräch mit einer Frau aus Deutschland, die seit 1988 in New York lebt. Sie erzählte uns ein bisschen von der Stadt, der Veränderung und ihrer Arbeit als Lehrerin an einer Waldorfschule in NYC.

Voll die Touris - Foto: Anna Spindelndreier

Voll die Touris – Foto: Anna Spindelndreier

Irgendwann war der Stau zum Glück auch mal vorbei und wir konnten mit der Fähre nach Staten Island übersetzen. Die Fähre war gut gefüllt, aber wir bekamen dennoch einen schönen kostenlosen Blick au die Skyline und die Freiheitsstatue. Ok, es war jetzt nicht super nah dran und auch nicht der beste Winkel, aber immerhin brauchten wir keine überteuerten Preise auf irgendwelchen Rundfahrtschiffen zahlen. In Staten Island blieben wir dann nur kurz und nahmen direkt die nächste Fähre zurück. Diese hatte sogar einen Aufzug, aber noch mehr interessierte mich ein Plakat das ich auf der Fähre fand. „No Permitt don’t do it!“, stand dort drauf mit dem dezenten Hinweis, dass es eine saftige Geldstrafe gibt, wenn man sich auf einen Behindertenparkplatz stellt und keine Berechtigung hat. Noch schöner fand ich, dass auf dem Schild, welches dort abgebildet ist, das neue aktive und dynamischere Rollstuhl Piktogramm zu sehen war.

New York vom Wasser - Foto: Anna Spindelndreier

New York vom Wasser – Foto: Anna Spindelndreier

Da wir schon sehr viel Zeit darin investieren mussten, Bushaltestellen zu suchen, auf Busse oder in Bussen zu warten, ließen wir den Financial District und das WTC links liegen und machten uns auf in Richtung Little Italy, denn wir hatten Hunger. Spaghetti mit Meatballs war mein Wunschgericht und das gab es dor auch überall.

Das historische Little Italy ist allerdings nur noch eine Straße, die für Touristen geblieben ist und denen das Geld aus der Tasche ziehen soll. Wären die italienischen Restaurants dort nicht, würde es wohl schon von Chinatown geschluckt worden sein, dass sich im Gegensatz zu Little Italy offenbar gut gehalten hat. Dennoch aßen wir bei einem Italiener dort. Wir wählten ein Ristorante mit halbwegs angenehmen Preisen vor dem ein paar alte Italiener saßen, dann könne es ja keine reine Touri Bude sein, dachten wir. Unsere Wahl fiel auf die Mulberry Street Bar. Es war auch lecker, aber irgendwie wenig und die Kellner waren sehr nervig. Am Ende wollten sie sogar 18% Trinkgeld von uns. Für die Leistung bekamen sie das von uns nicht. Weil es nicht so toll war, gaben wir nur 7% (Standard sind 10-15%). Dies missfiel unserem Kellner wohl sehr, denn er kam sofort wieder zurück und beschwerte sich über das wenige Trinkgeld und ob denn nicht alles in Ordnung wäre. Das fanden wir so unverschämt, dass er eigentlich gar nichts verdient hätte, aber den Satz „Change back plase“ haben wir dann doch nicht mehr raus gebracht. Mit dem kleinen Ärgern, dafür aber gestärkt, ging es in Richtung Manhattan Bridge.

Moment, Richtung Manhattan Bridge? Aber wir wollten doch zur Brooklyn Bridge! Naja kann man schon mal verwechseln. jedenfalls suchten wir uns dann wieder eine Bushaltestelle und fuhren zum Rathaus, denn dort beginnt die Brooklyn Bridge. Wir beschlossen Manhattan zu verlassen und rüber nach Brooklyn zu pushen. Zuerst wollten wir nur den Ausblick auf die Skyline genießen, doch Lisa wollte unbedingt noch nach Coney Island, also was das Ziel eine Bushaltestelle in Brooklyn. Doch dafür mussten wir erst mal über die Brücke.

Lisa und ich auf der Brooklyn Bridge - Foto: Anna Spindelndreier

Lisa und ich auf der Brooklyn Bridge – Foto: Anna Spindelndreier

Auf der Brooklyn Bridge muss man sich aber einfach mal ab und an Zeit nehmen und in die Ferne schauen, vor allem beim nahenden Sonnenuntergang sieht New York von hier richtig hübsch aus. Einige Fotos später ging es dann endlich bergab und wir konnten mit ordentlich Schwung die Brücke hinunter pfeffern. Doch dann kam eine Abzweigung und laut Google Maps sollten wir links entlang zur Bushaltestelle. Blöd nur das dort Treppen waren. Nach reichlich Überlegung entschieden wir uns die Treppen zu nehmen. Es sollten nicht die letzten bleiben heute.

An der Bushaltestelle angekommen hieß es wieder warten, warten, warten. Nach langem warten war die Gewissheit da, dass auch in Brooklyn die Busse fahren wie sie wollen oder eben gar nicht. Genau wie auf Manhattaner Seite auch. Eine barrierefreie Subway Station ist in New York auch schlecht zu finden, aber es sollte eine in der Nähe sein, sollte. Wir machten uns auf den Weg, zwei Blocks, drei Blocks, vier Blocks und die Subway Station die wir fanden war alles andere als barrierefrei. Doch auch hier entschieden wir uns für den Weg nach unten. Es kam noch eine Treppe und noch eine, oh und noch eine. Dann waren wir endlich am Bahnsteig und zum Glück auch am richtigen.

Der F Train fuhr durch nach Coney Island, wo wir direkt auf Nathan’s Famous Hot Dogs zusteuerten, aber wir ließen die angeblich so berühmten Hot Dogs erst mal links liegen und steuerten direkt in Richtung Vergnügen, dachten wir zumindest. Leider waren wir dank des für Rollstuhlfahrers sehr schlechtem Öffentlichen Nahverkehr zu spät. Es hatte alles schon zu, es war dicht und dunkel. Coney island versank in Dunkelheit und Nebel und bekam somit eher das düstere von Silent Hill, als das fröhliche Vergnügen, was man sich bei Gedanken an Coney Island so vorstellt. Wir machten einen Ausflug zum Pier, aber es war mittlerweile so kalt und feucht, dass wir schnurstracks wieder zurück Richtung Bahnhof wollten. Diesmal machten wir einen Stopp bei Nathan’s, nur um fest stellen zu müssen, dass Ikea Hot Dogs besser sind. Aber die sind ja auch berühmt. So ein kleiner Reinfall zum Abschluss sollte aber einen gelungenen Trip nicht ruinieren. Wir haben echt viel erlebt und auch New York wird wieder einmal unser Ziel werden.

Als der F Train uns wieder zurück nach Manhattan brachte waren wir frustriert, genervt und müde, aber spätestens der Blick auf das beleuchtete Empire State Building stimmte uns wieder fröhlich und wir konnten, trotz wieder nicht kommenden Bus gemütlich in Richtung Townhouse Inn pushen.

Wir waren nicht die einzigen die Fotos gemacht haben - Foto: Anna Spindelndreier

Wir waren nicht die einzigen die Fotos gemacht haben – Foto: Anna Spindelndreier

Am nächsten Tag machten wir nochmal einen kleinen Ausflug an den Chelsea Pier Skatepark, bevor es mit Sack und Pack in Richtung JFK Airport ging. Der Weg mit dem ganzen Gepäck zum Flughafen war dank den SmartWheels gar nicht so schwer, auch wenn der New Yorker Nahverkehr ordentlich Herausforderungen für uns bereit hielt. Mit dem Bus ging es zur Penn Station, von dort mit der Subway nach Queens Jamaica um mit dem Airtrain zum Flughafen zu düsen. Dieser war dann auch endlich komplett barrierefrei und der Rest war zwar zeitlich knapp, aber trotz Soldat, der das Rolliklo besetzte, warten am Check In und bei den Sicherheitskontrollen, kamen wir pünktlich und ohne größere Probleme im Flugzeug an.

Das war es also mit der Reise und auch mit diesem Beitrag. Vielleicht schreibe ich noch ein Fazit der Reise oder was wir noch so nach unserer Landung erlebt haben. So oder so wird es bald wieder eine Menge zu berichten geben. Vielen Dank, dass ihr euch meine ewig langen Texte durch gelesen habt.

/David

Beste Grüße von uns drei - Lisa, Anna, David

Beste Grüße von uns drei – Lisa, Anna, David

 

Guten Abend! #newyork #nyc #brooklynbridge

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#brooklynbridge #brooklyn #newyork #nyc

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Können wir das bitte auch in Deutschland einführen? #nopermitdontdoit

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Good Bye New York, we're leaving! #wheelchairtravel

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Ja wir machen auch so normalen Touri Kram 😎🇺🇸🗽#nyc #newyork

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Ostküste Kapitel III: New York, New York

Beim skaten am Times Square kommt es schonmal vor, dass Hulk und Ironman händchenhaltend vorbei kommen - Foto by Anna Spindelndreier

Beim skaten am Times Square kommt es schonmal vor, dass Hulk und Ironman händchenhaltend vorbei kommen – Foto by Anna Spindelndreier

In New York angekommen luden wir unser Gepäck wieder aufs Smartwheel und rollten über den Bahnsteig in Richtung Fahrstuhl. Eine Etage tiefer fuhren wir durch die Katakomben der Penn Station auf der Suche nach einem Ticketschalter. Dort angekommen mussten wir uns erst einmal an eine lange Schlange anstellen und als wir dann endlich an der Reihe waren, hatten wir so einige Fragen. Gibt es Tickets für Rollstuhlfahrer? Wie kommen wir durch die Barrieren an den Subway Stationen? Die Dame hinter dem Schalter war nicht besonders freundlich, geschweige denn kompetent. Zum Glück hatten Lisa und Anna sich schon vorher etwas belesen und so wussten wir was wir brauchen. Ein „Reduced Fare Ticket“ für Behinderte gab es übrigens nicht, das hätte man beantragen müssen. Dieses braucht man allerdings um durch die breiten Türen zu kommen, denn durch die normalen Ticket Barrieren kommt man mit dem Rollstuhl nicht. Doch der Ticketautomat an diesen Türen sagte uns jedes mal wir sollen gefälligst die normalen benutzen. Was ein Schwachsinn, warum bietet New York keine Tickets für behinderte Touristen an? Zum Glück hatten wir Anna, sie ging nun jedes mal durch die Barrieren und öffnete die Tür von innen. Das sollte aber nicht das größte Problem sein im Liniennetz von New York City.

Doch erst einmal brauchten wir gar keine Subway, denn die Station an unserem Hotel war eh nicht barrierefrei. Wir wollten den Bus nehmen. Also mit dem Aufzug nach oben auf die Straße. Die Penn Station liegt mitten in Manhattan, sehr zentral zwischen Empire State Building und Madison Square Garden, unweit von vielen anderen Sehenswürdigkeiten. Doch erst einmal wollten wir unser Gepäck los werden. Lisa und ich entschieden uns die 10 Blocks zu pushen, um nicht gleich alles für den Bus auf und abbauen zu müssen. Sie bereute diese Idee später, denn was auf der New Yorker Stadtkarte nach einem kurzen Weg aussieht, stellt sich schnell als lange Wanderung heraus. Wir kamen dennoch am Hotel an, wo Anna schon auf uns wartete, denn sie bevorzugte dann doch den Bus.

Unser Hotel fanden wir über Airbnb und doch war es ein echtes kleines Hotel, das Townhouse Inn von Chelsea in der 23rd Street. Chelsea hieß auch der Teil von Manhattan, der für zweieinhalb Tage unsere Nachbarschaft werden sollte und tatsächlich fühlten wir uns direkt wohl. Wir waren mittendrin mit Blick auf das Empire State Building und den vielen schönen Wohnhäusern. Den schönen Blick hatte man aber nur von draußen, vom Zimmer aus hatten wir auch einen echten New Yorker Ausblick: ein anderes Haus, in dem Fall ein Dach. Auf einem Schild fanden wir später den Spruch: „Your window might face a brick wall, but behind that wall is New York City!“

Wir waren da! Im Big Apple! Am ersten Tag entschieden wir uns dennoch in Chelsea zu bleiben und ein bisschen schmutzige Wäsche zu waschen. Nach einem Waschsalon suchte ich im Internet länger als ich es hätte tun müssen. Sie waren überall! Das erst beste war auch direkt barrierefrei und so konnte ich sichern, dass ich auch in New York noch wohlriechende Bekleidung anziehen konnte. Während die Wäsche sich drehte, machten wir eine Runde um den Block, um für Lisa Medizin zu kaufen, denn nun hat es auch sie erwischt. Sie hat sich erkältet und es ging ihr diesen Abend gar nicht gut. So war es unser Glück, dass wir für unser Abendessen einen Imbiss namens Dirty Bird to go gefunden haben, denn dort gab es Hühnersuppe, das perfekte Essen für erkältete Menschen und Dirty Bird to go konnte in diesem Fall die weit entfernte Oma gut ersetzten – nur für diese eine Suppe versteht sich.

Deep End @ Chelsea Pier 62 Skatepark - Foto: Anna Spindelndreier

Deep End @ Chelsea Pier 62 Skatepark – Foto: Anna Spindelndreier

Ein paar Stunden Schlaf später zog ich frisch in New York gewaschene Wäsche an und Lisa ging es auch schon wieder besser. Also machten wir uns auf den Weg. Wohin eigentlich? Nicht das wir nicht wussten wo man in New York hingehen könne, aber es gibt ja so viel, dass man nicht weiß wo man anfangen soll. Wir machten uns einen Plan, der ungefähr so aussah: Tag 1 – nördlich vom Hotel, Tag 2: südlich vom Hotel. Ein guter Plan fanden wir und so ging es für uns am ersten Tag in Richtung Central Park, Grand Central Station und Times Square. Das Empire State Building sahen wir eh von fast über all in diesem Teil von Manhattan. Wir wollten auch nicht ewig viel Geld dafür ausgeben 15 Minuten von einem Haus runter zu schauen. Wir hatten anderes vor. Zu allererst steuerten wir die Chelsea Piers an. Dort gab es einen fetten Skatepark, auf den ich mich schon riesig freute. Nur ein paar Blöcke vom Hotel entfernt, doch wir nahmen den Bus. Am Skatepark angekommen erhaschten wir einen ersten Blick auf New Jersey und suchten den Eingang.

Als wir ihn gefunden hatten, mussten wir überlegen. Denn einfach rein rollen war nicht, es gab nur Drehkreuze. Es musste alles einzeln durch, die Räder, der Rollstuhl, die Rucksäcke und wir. Ein etwas lustiges Video über meine Methode entstand und die Frage, wie der Rollstuhl rein kam ist mit einem Foto auch schnell beantwortet. Ja, ohne unsere Fotografin hätten wir nicht nur einige tolle Bilder weniger, sondern hätten auch immer mal wieder blöd aus der Wäsche geguckt. Vielen Dank Anna!

Endlich im Skatepark konnte ich kaum abwarten los zulegen, doch ich Trottel vergaß die Hälfte meiner Ausrüstung im Hotel. Zum Glück waren es nur Gurte und auch hier konnte Anna wieder helfen. Sie lieh mir ihren Gürtel um meine Beine fest zu schnallen, die mir sonst gern mal vom Fußbrett rutschen, was bei einem 2m Drop oder einem Gap in hoher Geschwindigkeit schon mal echt blöd aussehen kann. Ich wollte nicht meinen eigenen Fuß überfahren und Anna wollte auch nicht, dass ich das tue. Ich machte eine kleine Session. Das Wetter war herrlich, fast schon zu heiß am frühen Morgen. Ich machte ein paar Spins, Carvs, Drops und quatschte mit den Locals. Rodrigo  aka @calaza machte ein Video und lud es auf Instagram hoch, ich lud hinterher 😉 Einige Instagram Videos findet ihr unter dem Artikel. Weil es in New York aber mehr zu entdecken gibt, als Skateparks, die mich allein Tagelang beschäftigen können, machten wir los. Ins Hotel, frisch machen und weiter geht’s.

Drop In at the Chelsea Piers 62 Skatepark - Foto: Anna Spindelndreier

Drop In at the Chelsea Piers 62 Skatepark – Foto: Anna Spindelndreier

Wir peilten ein Fast Food Restaurant an, dass wir aus Kalifornien kannten: Johny Rockets. Dort verlor ich Lisa letztes Jahr an den Peanutbutter Chocolate Milkshake, der nur der Beginn einer wahren Peanutbutter Sucht war. Nun freute sich Lisa diesen Genuss wieder zu finden.

Unser erstes Touri Foto in New York, am Flatiron Building - Foto: Anna Spindelndreier

Unser erstes Touri Foto in New York, am Flatiron Building – Foto: Anna Spindelndreier

Noch nicht so ganz vertraut mit dem Subway System versuchten wir das erste mal in den New Yorker Untergrund hinab zusteigen. Um aber erst mal eine barrierefreie Station zu finden, mussten wir ein paar Blocks pushen. Was für ein Glück, dass auf dem Weg die Kreuzung Broadway/23rd Street, wo das Flatiron Building steht. Dort machten wir kurz Rast, genossen den Blick auf dieses hübsche alte typisch New Yorker Gebäude. Dann schlenderten wir weiter, den Broadway runter. Am Union Square Park Ecke 14th Street sollte ja eine barrierefreie Subway Station sein. Tatsächlich fanden wir auch einen Aufzug der uns nach unten brachte und Anna öffnete uns wieder die Tür. Doch dann mussten wir feststellen, dass die Linie, die wir benötigt hätten keinen Aufzug hatte und wir so nicht auf den Bahnsteig kamen. Wir nahmen eine andere, fanden aber in der Q Line dann heraus, dass hier wiederum diese Linie am Ziel nicht barrierefrei ist und stiegen bei der nächsten Möglichkeit aus. Angesichts des Marsches, den wir danach zurücklegten, ärgere ich mich, dass wir nicht einfach die Treppen genommen haben.

Nach einem Riesenmarsch von der 49. Straße am Rockefeller Center bis zu Johny Rockets in der 3rd Avenue an der 56 Straße waren wir dann auch echt verdammt hungrig und dachten, unseren Mammutplan schaffen wir nie im Leben. Wir luden Burger, Milkshakes, Lemonade und Chicken Tenders auf und fuhren erst mal weiter zur Roosevelt Tram. Dort vor der Station aßen wir erst einmal in aller Ruhe, bevor wir mit dem Super Slow Aufzug nach oben zur Seilbahn fuhren.

Mit der Seilbahn geht es parallel zur Manhattan Bridge bis auf Roosevelt Island. Dort wollten wir eigentlich nur hin, um etwas Aussicht auf New York genießen zu können und tatsächlich ließ die Fahrt einige sehr schöne Blicke zu. Die Fahrt war mit unserem Metro Ticket auch kostenlos und lohnte sich so in unseren Augen mehr, als das überteuerte Empire State Building. Auf der Roosevelt Insel entschieden wir uns doch für einen kleinen Spaziergang an der Promenade und die zeigte sich im wunderschönen Blütenmantel. Ein bisschen romantisch verträumt flanieren, Fotos machen und wieder zurück zur Tram Station. Man könnte auch die Subway zurück nehmen, aber wir entschieden uns wieder für die Aussicht. Dieses mal hatten wir allerdings nur den Blick auf die Manhattan Bridge, was dennoch schön  war, immerhin war es die MANHATTAN Bridge 😉

Nun wollten wir von hier aus in den Central Park. Dieses mal nahmen wir den Bus. Mit diesem war es dann auch ein leichtes zum Central Park zu kommen. Wir schlenderten ein bisschen planlos drauf los, auf der Suche nach einem Klo. Das erste war abgeschlossen, das nächste hinter einem riesigen Anstieg verborgen und so durchquerten wir erst einmal den Central park von Ost nach West um endlich die Restrooms zu finden. Nach dieser Erleichterung wollte ich dann endlich die Felsen erklimmen. Man was hab ich das vermisst. 2012 in Helsinki war das mein größtes Hobby und nun endlich fand ich wieder die Möglichkeit auf diesem uralten natürlichen Untergrund Wege zu suchen. Die Kulisse war auch herrlich. Ich meine mitten in einer Metropole, von Wolkenkratzern umgeben, aber doch in (fast) unberührter Natur klettern, das hatte was. Also ging es den einen Felsen hoch und wieder runter, mit Smartwheel, ohne Smartwheel. Dann fand ich den Umpire Rock und der hielt mich dann doch etwas länger auf. Zuerst dachte ich, ich finde keinen Weg hinauf, doch als ich das erste Stück gemeistert hatte, konnte ich mich oben austoben und mit Anna einige coole Bilder machen. Auch die Abfahrt hatte es in sich. Von oben sah es total einfach aus, waren doch zwei Rillen wie Fahrstreifen für den Rollstuhl vorgesehen. Das Problem war aber, die Rillen hörten auf, gingen ein paar Zentimeter steil nach unten, was kein Problem gewesen wäre, denn ja – nur Zentimeter, vielleicht 20, vielleicht auch 30. Eine einfache Übung für  jemanden, der Skateparks meistert könnte man sagen, aber in Skateparks ist das Gelände dahinter meistens nicht uneben und felsig. Jedenfalls musste ich aus den Rillen heraus, was bei dem steilen Hang gar nicht so leicht war und leicht schräg bin ich dann ein kleines Natur Gap gesprungen um so sicher auf den erdigen Boden zu landen. Ja das hat Spaß gemacht, aber wir wollten ja noch mehr sehen, also musste ich meine gerade wieder entdeckte Kletterlust zurückstellen und wir pushten zurück in den urbanen Dschungel.

Im Central Park konnte ich einige Felsen entdecken - Foto: Anna Spindelndreier

Im Central Park konnte ich einige Felsen entdecken – Foto: Anna Spindelndreier

Next station: Graaaaaand Central Station! An dem wohl berühmtesten Bahnhof der Welt, wollten wir unbedingt ein paar Fotos machen. Fotos die ein bisschen gestellt und klischeehaft aussehen sollten, vor großen Bahnhofsuhren und alten Ticketschaltern. Leider schlägt auch in New York die Traummaschine Hollywood zu und so war die berühmte Uhr deutlich kleiner als erwartet, aber vielleicht waren wir auch einfach nur an der falschen Stelle, denn was die da in den Untergrund gehauen haben, ist schon unglaublich. Auch wenn es sehr dunkel und anders als erwartet aussah, haben wir unsere tollen Fotos vom Bahnhof mitnehmen können. Schwerer war es dann den Ausgang wieder zu finden. Auf der Suche kamen wir irgendwie in einen Apple Store mitten in der Halle und auch durch drei weitere Ebenen Apple Apple Apple… so ein bisschen als ob die einen verfolgen. Irgendwann fanden wir den Ausgang und auch eine Bushaltestelle, die uns erst mal wieder in Richtung 23rd bringen sollte und es auch tat – nach dem wir ewig warten mussten. Im Hotel machten wir uns nochmal frisch, zogen uns was wärmeres an. Letzter Punkt auf unserem Plan war der Times Square.

Grand Central Station mit Sack und Pack auf dem Smartwheel - Foto: Anna Spindelndreier

Grand Central Station mit Sack und Pack auf dem Smartwheel – Foto: Anna Spindelndreier

Weil wir so lange auf den Bus warten mussten, haben wir leider die blaue Stunde verpasst, aber das Bild ganz oben in diesem Beitrag entschädigt wohl für die Farbe des Himmels. Wann kann man denn bitte schon mal so einen Schnappschuss landen? Ein perfekter One Wheel Spin in der Mitte eines Gulli Deckels, eine Art Lichterkette im Hintergrund läuft genau in diese Mitte und im Hintergrund laufen der unglaubliche Hulk und Ironman vorbei – als Paar! Anna, da hast du alles richtig gemacht. Für mich ist dieses Foto DAS Foto der Reise, des Monats, wenn nicht sogar des Jahres! Was meint ihr?

Nun haben wir noch eine Menge vor, südlich von unserem Hotel. Das Financial District, die Brooklyn Bridge, die Skyline sehen und vieles mehr. Lisa wird ihren Ohrwurm nicht mehr los und wird ihn direkt wiederbekommen wenn sie die Überschrift dieses Artikels liest 😉 Aber mehr dazu und zu unseren Erlebnissen am nächsten Tag in New York gibts im nächsten Kapitel – stay tuned!

 

/David

We made it to NYC 😃🗽🚊

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@datlebbe dropping in !

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#newyork

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My lovely flower girl 😍😘❤️

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Queensboro…

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Busy

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April April

Nein ich schreibe keine Ente, keine Satire und auch keinen Mist, nein ich freu mich einfach, dass der April nun hoffentlich den Frühling einleiten wird. Außerdem freu ich mich, dass die 4ma3ma heute ihren 18. Geburtstag feiert und weiterhin, dass der April einige Highlights bereit hält. Aber ma eins nach dem andern…

Like an eagle ... Foto: Anna Spindelndreier

Like an eagle … Foto: Anna Spindelndreier

Letztes Wochenende waren wir in Mühlhausen / Thüringen und haben uns im Thuringia Funpark ordentlich ausgetobt. Besonders am Workshop war, dass ich zum allerersten mal überhaupt keinen Neuling dabei hatte, sondern nur bekannte Gesichter und das wir mit Thomas Winkler und Daniel Schliessmann zwei Gäste hatten, die das Angebot vervielfältigen konnten.

Thomas Winkler ... Foto: Anna Spindelndreier

Thomas Winkler … Foto: Anna Spindelndreier

Thomas z.B. der als Skateboarder mit Beinprothese gemeinsam mit uns gezeigt hat, dass im Skatepark alle ihren Spaß haben können, bzw. Daniel, der gezeigt hat wie man neben dem Skatepark für eine gelungene Abwechslung sorgen kann. Wheelchair Flying Disc Sport, kurz WFDS, oder auch einfach nur Rollstuhl Frisbee ist mehr als einfach nur eine Scheibe hin und her werfen, in verschiedenen Disziplinen, wie z.B. Golf, kann man allein, in Gruppen oder Teams ne Menge Spaß haben. Am Sonntag haben wir dann direkt noch eine Kombination aus WCMX und WFDS probiert. Mit Kreativität haben wir also den März dann beendet und unter dem Schutz des Hallendaches schonmal für den Frühling geprobt.

Combined two fun things: #WCMX and #WFDS 😄👍

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Aber nun zurück zum April. Nein, ich mache immer noch keine blöden Scherze, Lügen oder Enten an dieser Stelle mit der doppelten Nennung des Monats. Viel mehr möchte ich mal einen Ausblick auf diesen Monat bieten. Es steht eine ganze Menge an und bevor ich gar nicht weiß wo ich da anfangen soll, mach ich es einfach mal chronologisch.

Ostern: Man was haben wir geplant und überlegt. Ostern 2015 sollte was Besonderes werden mit WCMX rund um die Uhr, am besten ganz weit weg in riesigen Skateparks zur Vorbereitung auf das nahende Saison Highlight. Zuerst stand lange Prag auf dem Plan, dann sogar eine ganze Skatepark Tour durch die Tschechische Republik, aber die hat so viele geile Skateparks, dass wir dafür wohl besser mal ne Woche oder zwei einplanen. Dann vielleicht Dänemark, aber auch dort haben wir schon so viel auf dem Zettel, dass ein einfaches langes Wochenende nicht ausreichen wird. Paris? London? Zürich? Ach wir waren uns nicht mehr sicher wohin wir nun eigentlich wollten, doch dann fanden wir eine frisch eröffnete Halle – gar nicht so weit weg – in Stuttgart. Die Freestyle Academy hat gerade erst ihre Pforten geöffnet und ist mit ihrem Konzept noch einzigartig in Deutschland. Neben Skatepark und Bowl gibt es dort jede Menge Trampoline und eine Big Air Anlage mit einem riesigen Luftkissen als Landezone. Wie geil ist das denn bitte!!!??? Vielen Dank an Handbike Toni an dieser Stelle für den Link zur Entdeckung!

Also haben wir die Züge gebucht, ein Zimmer reserviert und die Halle informiert, dass ein verrücktes Rollstuhlpärchen am Osterwochenende zu Besuch sein wird. Mit Sicherheit werden wir über dieses Erlebnis berichten, wer es nicht abwarten kann, kann natürlich auf Facebook und Instagram stalken. 😉

11. April: Ein weiterer WCMX Schnupperkurs findet statt in Dortmund. Gemeinsam mit der RBG Dortmund 51 e.V., der Skatehalle des Dietrich-Keuning-Hauses, der 4ma3ma und Wellspect Healthcare laden wir zum Skate ma anders Workshop für Kids und Teens ein.

11. April 2015 - Skate ma anders in Dortmund

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Ja hier wollen wir das Durchschnittsalter bewusst sehr niedrig halten und vor allem die jüngeren Rollikids einladen, sich hier richtig auszutoben. Ich lade also hiermit nochmal ein zum skaten, toben und rasen. Alle Infos findet ihr auf dem Plakat oder auf der Seite vonne RBG Dortmund 51.

Und dann kommt es: DAS Highlight, der Saisonhöhepunkt schlechthin, denn am 22. April heben wir ab nach Texas. Genauer nach Dallas zur WCMX Worldchampionships, also der Weltmeisterschaft fürs Rollstuhl Skaten. Dieses mal werde ich nicht mehr der einzige Teilnehmer sein, nein, ich werde begleitet von Paul Engel, Philipp Cierpka und meiner reizenden Freundin Lisa Schmidt. Wir vier werden auch am Wettkampf teilnehmen und damit wir uns auch auf diesen konzentrieren können, werden wir unterstützt von Anna Spindelndreier und Patrick Krause. Gemeinsam werden wir Dallas ordentlich rocken! Drückt uns auf jeden Fall die Daumen am letzten April Wochenende, besonders bei den Finals am 26. April werden wir das brauchen.

WCMX Team Germany ... Foto: Anna Spindelndreier

WCMX Team Germany … Foto: Anna Spindelndreier

Für Lisa, Anna und mich wird es danach noch weiter gehen in den USA. Wir knüpfen direkt an und fahren durch die Texanische Wüste nach Austin, touren durch Skateparks und Punkrock Kneipen um dann in den Flieger nach Boston zu steigen. Dort werden wir fortsetzen womit wir in Austin aufgehört haben und einige Tage später noch New York besuchen.

WCMX World Championships 2015

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Ich werde mich bemühen auf der Reise möglichst viele Eindrücke hier für euch in Wort, Bild und Video zu packen, damit ihr an unserer Reise teilhaben könnt. Dank Anna wird es auf jeden Fall viele tolle Fotos geben und ich kann euch nur raten, ihr auf Instagram zu folgen, damit ihr nix verpasst 😉

Na dann ich wünsche euch allen einen schönen April und wer mir nicht glaubt, dass der April so viel Gutes bringt, schaut hier einfach öfter mal rein und überzeugt sich davon, dass dies keine Ente war!

/David

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