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Tatort Dortmund

Bei uns wurde heute am helllichten Tage eingebrochen… der Schlüsseldienst sagt, dass die gleiche Technik heute auch schon woanders angewendet wurde, die Polizei sagt, dass die Spurensicherung gerade schon vier andere Einbrüche bearbeitet… aber es wurde offenbar nichts geklaut!!! Größter Schaden: das abgetaute Gefrierfach… was suchen die bitte im Gefrierfach???

Nachdem wir vor zwei Jahren schon mal in Berlin beklaut wurden, während wir schliefen in der Wohnung, an meinem Geburtstag, wurde nun kurz nach meinem Geburtstag zugeschlagen. Aber offenbar haben sie nichts gefunden, was in deren Interesse war. Laptops sind da, obwohl sie offen rumlagen!

Nun warten wir auf die Spurensicherung und sollen nichts anfassen… wir machen aber trotzdem schon mal die aufgetauten (Ex)Tiefkühlpizzen warm. Wenigstens ist das Bier noch kalt…aber ich brauch jetzt erstmal nen Schnaps!

/David


Eine Zugfahrt die ist lustig…

Was war das für ein Tag! Der Tag als wir nach Berlin wollten. Es fing schon damit an, dass um 7 Uhr morgens, noch in der Koffeinierungsphase mein Handy klingelte. Die DB Mobilitäszentrale war dran. Die Einstiegshilfe für Dortmund muss abgesagt werden, weil dort schon drei (!) weitere Einstiegshilfen zur gleichen Zeit bestellt wurden. Zugegeben, wir haben wieder mal nicht nach den Regeln der Bahn gespielt, haben wir uns es doch erlaubt die Zugfahrt nur 20 Stunden, anstatt 24 Stunden vorher anzumelden. Diese vier Stunden mehr hätte die Bahn sicherlich dazu gebracht, mehr Personal bereitszustellen – klar ne!

Der Mobilitätsservice hatte mir aber vorher schon per Mail die Reservierungen für die Züge geschickt, sodass wir beschlossen die Fahrt wie geplant anzutreten. Wir riefen die Bahnhofsmission zur Hilfe, damit die uns wenigstens durch die Wirren des rollstuhlunfreundlichsten Großstadtbahnhofs Deutschlands (ich finde der Dortmunder Hauptbahnhof hat so einen Preis wirklich verdient) zu bringen. Mit deren Hilfe wurde dann sogar doch noch die Einstiegshilfe durch die Bahn realisiert, aber nicht ohne  eine Menge Kleinkrieg. Es hieß ich sei unfreundlich am Telefon gewesen und deswegen wäre die Hilfe abgelehnt worden. Zur Erinnerung: ich wurde noch vor Vollendung des Koffeinkonsums angerufen! Bevor ich überhaupt die Chance hatte unfreundlich zu werden, wurde mir bereits gesagt, dass die Hilfe nicht realisiert werden kann. Dass die Dame am Telefon so zart besaitet ist, kann ich ja nicht ahnen. Ich hab doch nur gesagt, dass ich denen im Bahnhof schon aufn Tresen kacken werde wenn die mich nicht mit dem Zug fahren lassen.

Nun kamen wir aber mit der Bahnhofsmission zu dem von uns gebuchten und vom Mobilitätsservice reservierten Zug und Wagen. Das neue Problem war ein anderes. Es war ein Großraum-/Fahrradabteil. Wir wollten aber mehrere Stunden nach Berlin fahren, da sollte man für ein 60 € Ticket erwarten können, einen vernünftigen Platz zu bekommen und vor allem ein Klo zu bekommen. Das ist ja nun nicht gerade übermäßiger Luxus oder?

Wir dachten es sei einfach der falsche Wagen reserviert worden, aber der Zug hatte wohl aufgrund seines Alters kein Rollstuhlabteil. Dass das einfach nur Quatsch ist, zeigt schon, dass der HKX bspw. mit gemischten tlw. sehr altem Wagenmaterial fährt und es dennoch schafft rollstuhlgerecht zu sein. Naja es wurde uns angeboten mit dem später fahrenden ICE zu fahren, der dann auch freie Rolliplätze mit Klo hatte. Wir mussten uns also dafür nur ein wenig die Finger am Bahnsteig abfrieren, denn in Dortmund kann man ja als Rollstuhlfahrer nicht einfach mal eben selbstbestimmt nach unten um sich ein warmes Getränk zu holen und noch zwei mal durch die Katakomden wäre ja wohl zu viel verlangt. So viel Personal hat man hier ja nicht.

Hier, in Deutschland, ist das halt alles anders. Wir fanden es schon sehr interessant, dass uns von mehreren Bahn Angestellten an diesem Tag gesagt wurde, als wir von positiven Erfahrungen aus anderen Ländern berichteten, dass wir ja hier nicht in den USA oder sonstwo wären, sondern in DEUTSCHLAND. Da geht so was natürlich nicht. So ein Vierte Welt Land wie Deutschland kann sowas natürlich nicht leisten und trotz unterschriebener UN Behindertenrechtskonvention werden die Rechte von behinderten Menschen ja eh mit Füßen getreten. Die treten ja auch nicht zurück diese Querschnittgelähmten, denkt sich die Bahn da offenbar. Wir hatten einfach mal wieder das Gefühl Fahrgäste 3. Klasse zu sein, mussten wir uns doch Sprüche von der Bahn anhören wie: „Sie wurden ja auch offiziell abgelehnt!“, „Wir können ja nicht 100 Rollstuhlfahrern helfen, so viel Personal haben wir nunmal nicht.“ oder „Reserviert wurde ja auch nur für zwei Personen mit Fahrrädern.“ Um nur einige zu nennen. Ich könnte mir auch die Tonaufnahme nochmal anhören um noch ein paar weitere Zitate aus dem Hut zu zaubern, aber ich möchte mein Blutdruck niedrig halten.

Als wir dann endlich im ICE nach Berlin gefahren sind, schien die Story sich dem Ende zu nähren, aber es sollte noch einiges passieren. In Stendal zum Beispiel wurde der Zug auf einmal picke packe voll und siehe da, es handelte sich um die Fahrgäste des IC Zuges, der aufgrund seines Alters kein Rollstuhlabteil hatte. Ist er nun auch aufgrund seines Alters stehen geblieben? Da hat die Bahn wohl ganz schön schlechtes Karma bekommen nach der Aktion. Der ICE rollte weiter und in Berlin gab es dann eine weitere Schrecksekunde. Die Ausstiegshilfe war nicht zu sehen. Da der Hauptbahnhof aber nicht Endstation war, wollten wir vermeiden weiter zu fahren und so drückte ich meine Reisetasche einen hilfsbereiten Fahrgast in die Hand und sprang aus dem ICE. Keine Rampe zu sehen, also machte Lisa es mir nach und mit der Hilfe von den freundlichen Fahrgästen bekamen wir alles aus dem Zug.

Ich filmte diese Aktion und schwenkte dann über den Bahnsteig, wo ich die Dame vom DB Servicepersonal entdeckte, die die Rollirampe in unsere Richtung schob. Doch anstatt sich zu freuen, dass wir bereits ausgestiegen sind, fragte Sie nur: „Sollte ich Sie aus dem Zug holen?“ Wir sagten, eigentlich schon und dann fing sie an ungemütlich zu werden. Sie wollte meine Kamera sehen, da es ja nicht sein kann, dass ich hier Fotos von ihr machen würde. Ich sagte ihr, dass ich gefilmt hab, wie meine Freundin aus dem Zug klettern musste, weil Sie nicht zu sehen war. Aber sie wollte weiter nur, dass ich das Foto lösche. Sie hörte mir also nicht mal zu, denn ich habe ihr mehrfach erklärt, dass ich ein Video gemacht hab, kein Foto. Lisa erklärte ihr auch, dass es ein Unterschied ist, ob ich nun jemanden direkt filme oder fotografiere oder jemand im zufällig im Hintergrund ist. Ich gab ihr auch meine Visitenkarte und sagte, wenn ich etwas online stelle, finden sie das dort. Sie hat die Karte aber nicht angenommen und drohte mit Sicherheitspersonal und Polizei, was mich aber kalt lies.

Ein Bild aus dem "verbotenen Video" bevor die DB Trulla ins Bild kam

Ein Bild aus dem „verbotenen Video“ bevor die DB Trulla ins Bild kam

Lisa und ich packten weiter unsere Sachen zusammen und gingen Richtung Ausgang. Die Dame blieb uns dicht auf dem Fersen, bis sie dann endlich seine Streife von Bundespolizisten im Bahnhof erspäht hatte und auf uns hetzte. Die Polizisten jedoch erklärten ihr das, was wir auch schon mehrfach gesagt haben. Das sie als öffentliche Person damit leben muss hier bei der Arbeit auf dem ein oder anderen Foto zu landen. Der Polizist lies sich meinen Ausweis geben, glich das mit der Visitenkarte ab und gab der DB Angestellten die Karte mit der Bitte dort nachzuschauen. Sie wiederum konnte das alles gar nicht verstehen und wurde immer schlecht gelaunter, konnte aber nun nichts mehr an der Situation retten und verschwand mit dieser peinlichen Aktion sichtlich angepisst in die Weiten des Hauptbahnhofes.

Nun dachten wir das wäre das Ende der Story, doch im Hotel spielte sich noch wesentlich mehr ab. Da ich nach diesem traumatischen Erlebnis nicht mehr in der Lage war etwas zu schreiben, hab ich das einfach mal in einem Video (Achtung! Nicht ganz jugendfrei!) festgehalten:

Nach all den Ereignissen hatten wir aber wieder eine schöne Zeit in Berlin. Zuerst mit dem Auftakt für die Spendenaktion des zukünfigen Peter Panther Park der Kurt-Tucholsky-Oberschile in Berlin Pankow mit meinem alten Sportverein Pfeffersport Berlin. Später haben wir uns noch schöne Stunden an den Berlin Bowls im Gleisdreieck Park gemacht, sowie mit Punkrock Konzerten beim Myfest von DxBxSx am Core Tex. Aber auch geschafft mit Laura und Anhang die Sonne in Fhain zu genießen.

UPDATE

Es gab einen interessanten Kommentar in einer Facebook Gruppe, darauf meine Antwort mit einem Update zu der Geschichte.

Kommentar:
Ich sehe da so einige Fehler. Und zwar beim Rollifahrer selber. Eine Fahrt von Dortmund nach Berlin macht man nicht so ganz spontan. Warum meldet man die Mobilitätshilfe so spät an ? Gut, kann passieren. Dann ruft also morgens früh die Mobilitätszentrale an und sagt das die Hilfe so nicht geht. Anstatt mal abzuwarten was die vorschlagen (es hätte dann nämlich ohne Zusatzkosten schon bei der Hotline der ICE abgesprochen werden können) wird man pampig. Spätestens das sollte definitiv NICHT passieren. Denn dadurch wurde die frühzeitige Problemlösung durch die beiden Rollifahrer schon mal verhindert.

Den Dortmunder Hbf als den Rolli-unfreundlichsten Bahnhof Deutschlands zu bezeichnen zeugt von absoluter Ahnungslosigkeit. Immerhin sind mit Hilfe durch Mitarbeiter ALLE Bahnsteige mit dem Aufzug (teilweise Lasten-Aufzug) erreichbar. Das ist bei sehr vielen anderen Bahnhöfen nicht der Fall. Da geht dann selbst mit Hilfe der DB nichts. So z.B. an der gesamten Rheinstrecke linksrheinisch von Koblenz in Richtung Süden auf weit über 100km.

Die Fehler ziehen sich dann als „roter Faden“ durch den ganzen Bericht. In Berlin z.B. „springt man aus dem Zug“ (Zitat) ohne sich vorher zu vergewissern ob die Mobilitätshilfe nicht doch unterwegs ist. Da das Zugpersonal von den beiden Rollifahrern wusste hätte der Zug doch eh gewartet bis beide draußen waren.

Auch das beharren auf der Zulässigkeit von Videoaufnahmen zeugt eher von Naivität. Denn auch der Bundespolizist hatte Unrecht. Das Bahngelände ist Privatgelände. Dadurch unterliegen alle Video- und Fotoaufnahmen der Hausordnung der DB. Die verweist auf die Foto- und Videogenehmigung der DB und da steht drin das die Rechte der Mitarbeiter am eigenen Bild zu beachten sind. Also war die Videoaufnahme ganz klar unzulässig da die Mitarbeiterin dem widersprochen hat. Auf Anfrage per PN kann ich das PDF mit der angesprochenen Foto- und Videogenehmigung gerne zuschicken.

Sorry, wenn ich SO an solch eine Reise ran gehe ist der Misserfolg vorprogrammiert ! Wenn ich eine angenehme Reise haben will muss ich meine Planung schon auf meine Ansprüche ausrichten. Und vor allem muss ich (wenn ich schon auf Probleme aufmerksam gemacht werde) auch aktiv an einer Problemlösung mitarbeiten.

Selbst wenn man (wie meine Frau und ich) gerne mal spontan und ganz ohne Anmeldung unterwegs ist trifft man (fast) immer auf engagierte, nette Mitarbeiter die immer beim lösen von Problemen helfen.

Meine Antwort:
So mal von vorn nach hinten: Eine Lösung wurde nicht angesprochen, sondern bis zu dem Punkt wo ich pampig wurde hieß, es Pech gehabt, Arschkarte, meld dich früher an. Tut mir Leid aber Lösungsorientiert war das nicht. Und doch ich muss dir weiterhin widersprechen, wir fahren öfter spontan auch mit der Fernbahn und das ist unser gutes Recht! Zugegeben, dieses mal hab ich es etwas verpeilt, weil es mir aber auch aufn Sack geht, dass ich zu dem normalen Ticketkauf nochmal alle Daten angeben muss um mich anzumelden. Warum kann man das nicht schon beim Ticketkauf? Warum wird das nicht einfacher gestaltet? Wäre sicher kein Problem, aber es ist wohl nicht gewollt.
Dann hast du offenbar nicht richtig gelesen. Ich habe den Dortmunder Hauptbahnhof nicht als rollstuhlunfreundlichsten Bahnhof Deutschlands betitelt, sondern als rollstuhlunfreundlichsten Großstadtbahnhof Deutschlands, da liegt ein Riesen Unterschied. Und solche Preise sind durchaus gängig bei der Bahn, denn meine Heimatstadt Frankfurt Oder wurde „Schönster Kleinstadtbahnhof“ und der ist sogar barrierfrei. Dass du nun die Bahn lobst weil die es schaffen alle Gleise erreichbar zu machen in einer Großstadt, lässt erahnen, dass du Ziele offenbar tief ansetzt oder sehr positiv bewertest. Ich finde es schrecklich jedes mal durch den stinkenden Müllgang zu müssen und dann, wenn ein Zug Verspätung hat oder eben auf einen anderen ausgewichen wird, nicht selbstständig runter zu können um mir nen verdammten Kaffee, ne Brezel oder was anderes kaufen zu können, nicht mal auf Klo kann ich einfach so gehen. Also was bitte soll ich daran positiv bewerten???
Der rote Faden zieht sich durch dein Kommentar. Denn ich bin aus dem Zug gesprungen (und da kannst du die Anführungsstriche weglassen) als ich mehrfach aus der Tür gelinst hab und keinen erblicken konnte. Ich hatte nunmal keinen Bock mit dem Zug einen Bahnhof weiter zu fahren. Dem Bahnpersonal jedenfalls traue ich da nicht, dass die warten.
Wir haben im Bahnhof nicht gewerblich gedreht, sondern rein privat und das verbietet auch die Bahn nicht. Nachdem die Mitarbeiterin sich geäußert hat, habe ich das selbstverständlich sofort eingestellt und somit absolut rechtens gehandelt. Die Dame darf mich gern anzeigen, es würde nie zu einer Verurteilung kommen, warum auch!?
Im Übrigen wir sind zu netten und engagierten Leuten auch immer nett und freundlich, so etwas wie an diesem Tag erlebt man zum Glück seltener. Öfter erlebt man aber, dass Rechte behinderter Menschen beschnitten werden und mit Ausreden abgetan werden und das lass ich nicht zu! So etwas kann ich nicht gelten lassen.
Die Geschichte ging ja durchaus auf der Rückreise weiter… in Hamm (bis dahin hat alles super geklappt und alles war toll) fiel der Zug aus. Es wurde duch die Blume mitgeteilt, dass sich die Passagiere gern schon mal eine andere Verbindung suchen können. Als ich die Zugbegleiterin ansprechen wollte, entgegnete sie mir , bevor ich auch überhaupt nur eine Frage stellen konnte: „Nein, sie bleiben erstmal hier!“ Im Ernst? Was soll das? Darf ich als Rolsltuhlfahrer nicht selbst entscheiden was ich mache? Kann man nicht darüber sprechen? Findet man so Lösungen? Nein, findet man nicht. Sie war danach sichtlich überfordert, aber anstatt einfach mal meine Fragen anzuhören um nach Lösungen zu suchen wurde ich in der Tür stehen gelassen. Sie entfernte sich ein Stück, sie dachte wohl ich könnte dann nicht hinterher… als ich sie dann wieder fragte, musste mir ein Passagier antworten(!) als ob sie mir nicht sagen dürfe ob der Zug da gegenüber auch in Dortmund hält… Mein Vorschlag war simpel, wir steigen hier aus und da drüben rein. „Dann müsse erstmal einer vom Service geholt werden, ist aber keiner hier“ Ja dann vielleicht ma einen rufen? Ja muss der Schaffner machen, stammelte sie und verschwand. Kurz danach war auch klar, dass der Zug nicht mehr fahren wird und alle aussteigen mussten. Den Zug gegenüber, welchen ich nehmen wollte, war dann auch schon weg. Also tut mir Leid, aber ich sehe hier 1000 Fehler und zwar nicht bei mir, bei mir sehen ich einen, dass meinen Kaffee erst um 7 Uhr getrunken habe!
Tipp:
Noch mehr davon gibt es auf Facebook in der Gruppe „Alles rund um den Rolli

/David


Bahn am Morgen

Ich bin heute verdammt früh aufgestanden und dazu noch spät eingeschlafen. Da bin ich von Natur aus mies gelaunt am frühen Morgen. Wenn ich einen Zug in der Früh bekommen muss, können mir die Bahn Mitarbeiter manchmal schon leid tun. Schlimmer noch, wenn ich keinen Kaffee bekommen habe.

Aber eins nach dem anderen… Ich habe meine Zugfahrt angemeldet, was ich normalerweise bei so kurzen Regional Verbindungen nicht mache. Doch wollte ich ja nach Bad Arolsen und die Umsteigebahnhöfe Bestwig und Korwig waren mir fremd. Also meldete ich die Fahrt an und musste erfahren, dass es auf den Umsteigebahnhöfen weder Hilfe, noch Rampen gab. Auch wurde mir gesagt, dass es in Bad Arolsen auch keine Hilfe gibt. Warte mal, ist das nicht ein Kurort? Sollten nicht gerade da barrierefreie Bahnhöfe selbstverständlich sein? Nun gut, dennoch wurde mir eine andere Verbindung angeboten nach Bad Arolsen. Mit dieser wäre ich allerdings zu spät gekommen. Also organisierte ich mich um, sodass ich in Bielefeld eingesammelt werde und den Rest des Weges mit dem Auto reise.
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Auch mein Packesel ist auf barrierefreie Bahnhöfe angewiesen

Die Zugverbindung nach Bielefeld ist easy… wäre da nicht der Dortmunder Hauptbahnhof! Vom Gleis 8 eine knappe Stunde bis Bielefeld. Gleis 8 hat auch eine Rolltreppe, immerhin, die aber oft kaputt ist. Da ich heute ziemlich bepackt bin, begrüßte ich aber durchaus die Möglichkeit die Müllaufzüge zu nutzen.

Ich kam also am Bahnhof an und gönnte mir erstmal einen Kaffee, um meine Laune etwas aufzubessern. Danach rollte ich an den Infoschalter um meinen Wunsch zu äußern, dass ich auf Gleis 8 möchte um nach Bielefeld zu kommen. Ich tat das so, wie ich es auch unangemeldet tun würde. Als die Frage kam, ob ich angemeldet sei, reagierte ich etwas pampig und sagte: „Ja ausnahmsweise schon.“, das nahm die Mitarbeiterin zur Kenntnis, aber ich setzte in morgenmuffeliger Art und Weise fort: „Das wäre aber auch egal, da ich ja deswegen hier herkomme und Bescheid sage, denn es sei ja auch nur eine Regionalverbindung.“ Sie Servicemitarbeiterin erwiderte, dass es nicht egal sei, da sie ja eventuell dann auf noch jemanden warten müsse. Edle Ziele also, ok, aber ich konnte meine Klappe nicht halten und sagte: „Man könne den Bahnhof ja einfach barrierefrei gestalten, dann müssten Sie nicht auf mich warten.“ Woraufhin die Servicemitarbeiterin in ihren imaginären Damenbart brabbelte: „ja… machen wir… einfach barrierefrei… genau“. Besser konnte ich es nicht verstehen, dennoch rief ich, mittlerweile schon etwas vom Schalter entfernt, sie sollte sich mal vorstellen jeder Reisende müsse sich hier anmelden. Dies mündete es in der Erklärung, dass das ja nicht so schnell geht, woraufhin ich wieder sagte, dass der letzte Umbau ja nicht so lange her sei. Sie wiederum meinte, es sei alles geplant und das war nur der erste Bauabschnitt.
Eine andere Bahnmitarbeiterin eskalierte, indem sie mich nun zum Gleis brauchte. Auf dem Weg gab es nur wenige Worte, u.a. von ihr, dass sie ja dafür auch nix kann und ich sagte, dass das auf mich genauso zutrifft. Ich bin aber der leidtragende in diesem Fall und damit ich da nicht alleine bin, gebe ich doch zumindest gern etwas von meinem morgenmuffeligen Zorn ab. Ende der Geschichte und jetzt noch ein Kaffee.
/David

1. WCMX Treff Dortmund

Endlich war es soweit! Der Auftakt zu einem regelmäßigen Treffen von Rollstuhlskatern bei mir vor der Tür. Von nun an, werden alle vier Wochen Rollstuhlfahrer in der Skatehalle unterwegs sein und sich gegenseitig motivieren was neues auszuprobieren. Gegenseitig pushen und voneinander lernen. Es soll, anders als bei den Workshops, eher darum gehen gemeinsam zu skaten und zu einer Gruppe zu wachsen, die es Neulingen ermöglich an ihr zu wachsen, aber auch den Besseren hilft immer wieder einen Schritt weiter zu kommen.

In diesem Video nun erstmal die Eindrücke vom ersten Treffen und ich hoffe mal auf viele weitere Treffen und Videos 😉


April April

Nein ich schreibe keine Ente, keine Satire und auch keinen Mist, nein ich freu mich einfach, dass der April nun hoffentlich den Frühling einleiten wird. Außerdem freu ich mich, dass die 4ma3ma heute ihren 18. Geburtstag feiert und weiterhin, dass der April einige Highlights bereit hält. Aber ma eins nach dem andern…

Like an eagle ... Foto: Anna Spindelndreier

Like an eagle … Foto: Anna Spindelndreier

Letztes Wochenende waren wir in Mühlhausen / Thüringen und haben uns im Thuringia Funpark ordentlich ausgetobt. Besonders am Workshop war, dass ich zum allerersten mal überhaupt keinen Neuling dabei hatte, sondern nur bekannte Gesichter und das wir mit Thomas Winkler und Daniel Schliessmann zwei Gäste hatten, die das Angebot vervielfältigen konnten.

Thomas Winkler ... Foto: Anna Spindelndreier

Thomas Winkler … Foto: Anna Spindelndreier

Thomas z.B. der als Skateboarder mit Beinprothese gemeinsam mit uns gezeigt hat, dass im Skatepark alle ihren Spaß haben können, bzw. Daniel, der gezeigt hat wie man neben dem Skatepark für eine gelungene Abwechslung sorgen kann. Wheelchair Flying Disc Sport, kurz WFDS, oder auch einfach nur Rollstuhl Frisbee ist mehr als einfach nur eine Scheibe hin und her werfen, in verschiedenen Disziplinen, wie z.B. Golf, kann man allein, in Gruppen oder Teams ne Menge Spaß haben. Am Sonntag haben wir dann direkt noch eine Kombination aus WCMX und WFDS probiert. Mit Kreativität haben wir also den März dann beendet und unter dem Schutz des Hallendaches schonmal für den Frühling geprobt.

Combined two fun things: #WCMX and #WFDS 😄👍

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Aber nun zurück zum April. Nein, ich mache immer noch keine blöden Scherze, Lügen oder Enten an dieser Stelle mit der doppelten Nennung des Monats. Viel mehr möchte ich mal einen Ausblick auf diesen Monat bieten. Es steht eine ganze Menge an und bevor ich gar nicht weiß wo ich da anfangen soll, mach ich es einfach mal chronologisch.

Ostern: Man was haben wir geplant und überlegt. Ostern 2015 sollte was Besonderes werden mit WCMX rund um die Uhr, am besten ganz weit weg in riesigen Skateparks zur Vorbereitung auf das nahende Saison Highlight. Zuerst stand lange Prag auf dem Plan, dann sogar eine ganze Skatepark Tour durch die Tschechische Republik, aber die hat so viele geile Skateparks, dass wir dafür wohl besser mal ne Woche oder zwei einplanen. Dann vielleicht Dänemark, aber auch dort haben wir schon so viel auf dem Zettel, dass ein einfaches langes Wochenende nicht ausreichen wird. Paris? London? Zürich? Ach wir waren uns nicht mehr sicher wohin wir nun eigentlich wollten, doch dann fanden wir eine frisch eröffnete Halle – gar nicht so weit weg – in Stuttgart. Die Freestyle Academy hat gerade erst ihre Pforten geöffnet und ist mit ihrem Konzept noch einzigartig in Deutschland. Neben Skatepark und Bowl gibt es dort jede Menge Trampoline und eine Big Air Anlage mit einem riesigen Luftkissen als Landezone. Wie geil ist das denn bitte!!!??? Vielen Dank an Handbike Toni an dieser Stelle für den Link zur Entdeckung!

Also haben wir die Züge gebucht, ein Zimmer reserviert und die Halle informiert, dass ein verrücktes Rollstuhlpärchen am Osterwochenende zu Besuch sein wird. Mit Sicherheit werden wir über dieses Erlebnis berichten, wer es nicht abwarten kann, kann natürlich auf Facebook und Instagram stalken. 😉

11. April: Ein weiterer WCMX Schnupperkurs findet statt in Dortmund. Gemeinsam mit der RBG Dortmund 51 e.V., der Skatehalle des Dietrich-Keuning-Hauses, der 4ma3ma und Wellspect Healthcare laden wir zum Skate ma anders Workshop für Kids und Teens ein.

11. April 2015 - Skate ma anders in Dortmund

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Ja hier wollen wir das Durchschnittsalter bewusst sehr niedrig halten und vor allem die jüngeren Rollikids einladen, sich hier richtig auszutoben. Ich lade also hiermit nochmal ein zum skaten, toben und rasen. Alle Infos findet ihr auf dem Plakat oder auf der Seite vonne RBG Dortmund 51.

Und dann kommt es: DAS Highlight, der Saisonhöhepunkt schlechthin, denn am 22. April heben wir ab nach Texas. Genauer nach Dallas zur WCMX Worldchampionships, also der Weltmeisterschaft fürs Rollstuhl Skaten. Dieses mal werde ich nicht mehr der einzige Teilnehmer sein, nein, ich werde begleitet von Paul Engel, Philipp Cierpka und meiner reizenden Freundin Lisa Schmidt. Wir vier werden auch am Wettkampf teilnehmen und damit wir uns auch auf diesen konzentrieren können, werden wir unterstützt von Anna Spindelndreier und Patrick Krause. Gemeinsam werden wir Dallas ordentlich rocken! Drückt uns auf jeden Fall die Daumen am letzten April Wochenende, besonders bei den Finals am 26. April werden wir das brauchen.

WCMX Team Germany ... Foto: Anna Spindelndreier

WCMX Team Germany … Foto: Anna Spindelndreier

Für Lisa, Anna und mich wird es danach noch weiter gehen in den USA. Wir knüpfen direkt an und fahren durch die Texanische Wüste nach Austin, touren durch Skateparks und Punkrock Kneipen um dann in den Flieger nach Boston zu steigen. Dort werden wir fortsetzen womit wir in Austin aufgehört haben und einige Tage später noch New York besuchen.

WCMX World Championships 2015

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Ich werde mich bemühen auf der Reise möglichst viele Eindrücke hier für euch in Wort, Bild und Video zu packen, damit ihr an unserer Reise teilhaben könnt. Dank Anna wird es auf jeden Fall viele tolle Fotos geben und ich kann euch nur raten, ihr auf Instagram zu folgen, damit ihr nix verpasst 😉

Na dann ich wünsche euch allen einen schönen April und wer mir nicht glaubt, dass der April so viel Gutes bringt, schaut hier einfach öfter mal rein und überzeugt sich davon, dass dies keine Ente war!

/David

Instagram von David @datlebbe
Instagram von Anna @_little.anna_
Facebook von David
Facebook von WCMX
Facebook WFDS (ganz neu also liken!)

Homepage WCMX Foundation
Homepage Anna Spindelndreier


Flitzen im Sitzen

Foto: DRS/Wittmershaus

Oskar hat Riesenspaß beim Rampen runter rasen – Foto: DRS/Wittmershaus

Kinder wollen toben, sie wollen spielen, flitzen und die Welt erkunden. Alles was sie dazu benötigen ist Neugier, die haben sie von Natur aus und Mobilität, die haben nicht alle von Natur aus. Zum Glück kennen wir heute aber genug Möglichkeiten ihnen diese (wieder) zu geben. Dazu müssen sich allerdings einige erst mal von dem Gedanken verabschieden, dass Laufen die Mobilität schlechthin ist. Für viele, denen das Laufen nicht so einfach fällt, gibt es effizientere Methoden. Babys krabbeln ja auch weil es für sie die beste Methode ist, um die Welt zu erkunden und ihre Neugier zu befriedigen. Die Meisten von ihnen lernen dann laufen, aber einige werden es nie lernen oder immer nur unter erschwerten Bedingungen. Egal ob es nun Spina Bifida, Cerebralparese, ein Querschnitt oder ein anderer Grund ist, wenn laufen nur unter extremen Anstrengungen möglich ist, dann ist ein Rollstuhl oft die effizientere Methode der Fortbewegung. Das hilft den Kindern in ihrer Mobilität, Neugier und damit auch ihrer kognitiven und sozialen Entwicklung.

Sören rollt - Foto: Uli Gasper

Sören rollt – Foto: Uli Gasper

Heute gibt es zum Glück schon viele, die sich mit der Rollstuhlversorgung von Kindern richtig gut auskennen. Leider treffe ich bei meinem Arbeitgeber, dem Kindersanitätshaus 4ma3ma, immer noch zu oft auf Kinder, die richtig schlecht versorgt wurden. Oft ist der Rollstuhl hier eher ein „Schiebestuhl“, anstatt dass die Möglichkeit genutzt wird, ihnen mit einer angepassten, aktiven Rollstuhlversorgung Aktivität und Selbstständigkeit zu ermöglichen. Wie oft höre ich, dass Kind ist kein Selbstfahrer und wenn es dann aber eine Weile in einem gut angepassten Aktivrollstuhl von uns sitzt, staunen nicht nur die Eltern. Das Kind muss natürlich erst die neuen Möglichkeiten entdecken und ausprobieren. Bei manchen dauert dies nur wenige Minuten, bei anderen Wochen. Wenn man ihnen aber diese Möglichkeiten vorenthält, werden sie diese Chance gar nicht nutzen können.

Es gibt heute nicht nur gute Literatur zu dem Thema (Das Buch: Rollstuhlversorgung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen z.B.), sondern auch extrem viele Beispiele von Rollstuhlfahrern, die schon früh einen Rollstuhl bekommen haben und somit ein aktives, selbstständiges Leben von Anfang an hatten, wie Paralympic Goldmedaillengewinnerin Anna Schaffelhuber oder der kleine Internetstar Abel Rose. Aber auch die vielen anderen Rollikids zeigen bei meinen Workshops, bei anderen Sportveranstaltungen und (viel wichtiger) im täglichen Leben wie viel mehr eine gute Mobilität wert ist, im Vergleich zum (mehr oder weniger) aufrechten Gang.

Sören rollt - Foto: RBG Dortmund 51

Sören rollt und rollt – Foto: RBG Dortmund 51

Kinder wollen flitzen und wir können ihnen die Möglichkeit geben. Viele werden mit Rädern viel schneller unterwegs sein als zu Fuß und dennoch werden sie das Laufen nicht verlernen, wenn sie es denn können. Im Gegenteil, denn wenn wir ihnen eine kraftsparende Alternative geben, können sie ihre Kräfte viel besser einteilen und so das Laufen dort anwenden, wo sie es wirklich gebrauchen können. Wenn sie sich schon bis dahin gequält haben, scheitern sie dort vielleicht trotz der vielen Praxisübung.

Lisa ist ein gutes Beispiel, dass man sein Leben natürlich auch selbstbestimmt und aktiv auf Krücken bestreiten kann, aber selbst sie würde den Rollstuhl heute nicht mehr eintauschen und hätte rückblickend gern eher diese Mobilität genossen, aber was sie über Laufen so denkt, könnt ihr bei Kein Widerspruch lesen.

Übrigens habe auch ich schon ein Text auf Kein Widerspruch veröffentlicht. In diesem schreibe ich übers Skaten, aber auch wie Kinder unsere Welt verändern können, wenn wir sie flitzen lassen – auch im sitzen 😉

/David

 

Weitere Links zu dem Thema:

Fiduz, Ausgabe 33, auch da habe ich einen Text veröffentlicht http://www.fiduz-infoblatt.de/publikationen.htm , den ihr auch hier lesen könnt

Rollikids http://www.rollikids.de/ die Kinder und Jugensabteilung des DRS, wenn es darum geht Kinder und Jugendliche mobil und fit mit dem Rolli zu machen

Rollstuhl- und Mobilitätstraining für Kinder und Jugendliche gibt es bei den Rollikids http://www.rollikids.de/ und der ASBH http://www.asbh.de/termine/rollstuhltraining.html sowie bei einigen lokalen und regionalen Sportvereinein und Initiativen (mit mir u.a. noch bei der RBG Dortmund 51, siehe unter Termine)

Kindersanitätshaus 4ma3ma in Dortmund http://www.4ma3ma.de/

Sören ro... ähm rollt nicht!?  - Foto: Uli Gasper

Sören ro… ähm rollt mal nicht!? – Foto: Uli Gasper

 


Brauchen Sie Hilfe? – Eine Parkplatzgeschichte

Heute morgen – Dortmund Hauptbahnhof – Nordseite, mein täglicher Arbeitsweg und jeden Tag das gleiche Bild. Die Behindertenparkplätze werden von Leuten belegt, die auf Bus- oder Zugreisende Bekannt warten. Selbstverständlich ohne Berechtigung. Meistens bringt es ja nichts Leute darauf anzusprechen. Nichts außer Ärger zumindest.

Doch heute habe ich es mal anders probiert. Da die Frau, die auf dem Parkplatz stand, ihr Fenster etwas geöffnet hatte, hielt ich an und fragte ob ich ihr helfen könne. „Brauchen Sie Hilfe beim Rollstuhl ausladen?“ fragte ich. „Waaaas?“ sagte sie. Ich wiederholte und fragte nochmal. Sie verstand es immer noch nicht. Dann habe ich es etwas umformuliert: „Ich kann Ihnen helfen Ihren Rollstuhl auszuladen oder warum stehen sie hier?“ Nun schaute Sie etwas doof aus der Wäsche und verlegen auf ihr Handy. „Nein brabbel bla bla“ brabbelte sie unverständlich zu ihrem Lenkrad. Dann fragte ich nochmal: “ Ich helfe Ihnen gerne kein Problem, wo haben Sie ihren Rollstuhl?“ „Ich warte hier nur kurz“ kam sie endlich mit der typischen Ausrede heraus. „Das ist eine Scheiß Ausrede, parke einfach woanders“ sagte ich und fuhr weiter zur Arbeit.

Als ich also etwas belustigt weiter fuhr, hörte ich hinter mir Stimmen, drehte mich um und siehe da. Ein paar mit Ausweisen behangene Ordnungsmenschen, keine Ahnung ob von der DB, der Stadt oder sonst wem, sprachen die Dame an und sie musste weg. Kann das nicht immer so funktionieren? Ich jedenfalls merk mir nun diese Umkehrtaktik und werde mal beobachten wie die Leute reagieren. /David