Austin Texas Baby!

Nowherebound in Austin at Red 7 - Foto: Anna Spindelndreier
Nowherebound in Austin at Red 7 – Foto: Anna Spindelndreier

Nach erfolgreicher WM Teilnahme haben wir Paul, Philipp und Patrick verabschiedet und während sich die drei P’s nach Hause auf gemacht haben, ging es für uns weiter mit gemieteten Auto nach Austin.

Lisa musste die ganze Strecke fahren, da weder für Anna, noch für mich ein passender Umbau verfügbar war. Zum Glück waren es nur knapp drei Stunden Fahrt nach Austin. Das kann in Texas auch schon mal ganz anders aussehen, ist der Staat mal locker doppelt so groß wie Frankreich und die Beneluxstaaten zusammen.
In Austin angekommen wurden wir von Lisas Kumpel Trevor, Gitarrist der Band Nowherebound, in sein Haus aufgenommen.

Von hier aus konnten wir mit dem Bus ohne umsteigen nach Downtown fahren, was hier mit jedem Bus möglich ist, aber ein eigenes Abenteuer darstellt. Dazu später mehr. Denn erstmal wollten uns Nowherebound mit einem Gig Austin Downtown begrüßen

Die Show im Red 7 war an einem Montag erwartungsgemäß schlecht besucht und obwohl wir von der Reise ziemlich geschafft waren, weckten uns Nowherebound noch einmal auf. So ein leerer Punkrock Club hat auch seine Vorteile, denn so konnte ich mal ein paar Tricks aus dem Skatepark vor die Bühne holen.

Chris von Nowherebound nud ich vor dem Konzert im Red 7 - Foto: Anna Spindelndreier
Chris von Nowherebound nud ich vor dem Konzert im Red 7 – Foto: Anna Spindelndreier

Bei Trevor fielen wir an diesem Abend nur noch ins Bett, es war aber auch schon 2 Uhr und wir mussten am nächsten Tag verdammt früh aufstehen um den Mietwagen abzugeben.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann also auf den Weg zum Flughafen um den Wagen abzugeben, das ging erstaunlich einfach und danach fuhren wir mit dem Bus in die City, nach Downtown. Dort wollten wir erst einmal was zwischen die Zähne kriegen und haben mit Frank Restaurant auch was verdammt gutes gefunden. Ich bestellte mir ein Hot Dog, aber kein einfaches, sondern schön mit selbst gebackenen Brot und u.a. mit Pulled Pork verfeinert. Auch Lisa bestellte sich was mit gezogenem Schwein, welches mit Käse und Waffle Fries, also Pommes in Waffelform, serviert wurde. Anna bestellte sich eine schärfere Chili Variante von den Waffle Fries und wir alle waren damit verdammt glücklich und super satt.

Austin ist nicht ganz so riesig wir viele andere US amerikanische Großstädte und so konnte man alles gut mit Bus oder auch mal selbst gepusht erreichen. Dennoch haben wir uns nicht allzu lange dort aufgehalten und sind zurück zu Trevor gefahren. Dort haben wir mit ihm und Chris, Bandkollege und zukünftiger Mitbewohner, noch ein paar Bier getrunken und unsere selbstgemachte Pesto Pasta gemacht. Trevor steuerte noch Hühnchen und Knoblauchbrot hinzu und wieder waren alle pappsatt und glücklich.

Austin Skatepark - Foto: Anna Spindelndreier
Austin Skatepark – Foto: Anna Spindelndreier

Am Mittwoch kam dann endlich die Skateparktour. Zuerst haben wir den Skatepark Austin besucht, zentral in Downtown gelegen und wirklich gut angeschlossen. Sowohl am öffentlichen Verkehr, als auch mit öffentlichen Toiletten, barrierefrei und rollstuhlgerecht!!! Nicht nur das machte den Skatepark besonders, nein er bot auch einige echte kracher Lines für mich. Meine Lieblingsline war ein Sprung über den Wobble, 50-50 an der Pyramide, Kickturn und One Wheel Carving over the Coping. Aber die Line war variabel mit Euro Gap und eine Bowl hatte der Skatepark auch zu bieten. Ein Local, Jojo, filmte die Line für mich und verriet uns danach noch einen Skatepark den wir unbedingt besuchen müssten. Das stellte sich auch als absoluter Kracher Tip heraus. Vielen Dank dafür nochmal!

Doch vorher wollten wir uns nochmal stärken. Trevor brachte uns in den Texas Chili Parlor, Kulisse einiger Tarantino Filme, wo ich ein „mildes“ Gumbo bestellte und froh war nicht mutiger gewesen zu sein. Lisa sagte, sogar ihre Mac’n’Cheese wären scharf gewesen.

Der empfohlene Skatepark war etwas außerhalb in Pflugerville im Northeast Metro Park zu finden. Ein schöner großer und sehr ruhiger Park, für die Abendstunden mit Licht ausgestattet und wirklich sehr kreativen Obstacles. Neben zwei Bowls, vielen Quarters, Wallrides, Banks mit Stairs und Euro Gaps, gab es zwei Elemente, die mir echt gefallen haben. Einmal ein an ein Plaza erinnerndes Obstacle und eine geschwungene Funbox mit Spine, Coping, Corner und Jumpbox. Eine Bowl hatte auch ein kleines Gap was ich direkt mal probieren musste. Lisa erfreute sich vorallem am Taco und am Snakerun, der wie ein kleiner LA River im Ditches Style daher kam. An der Verlängerung von eben diesem, erfreute ich mich dann auch noch mit einem One Wheel Manual to 50-50 an der Bank über die Box.

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I love this skatepark! So much fun! #wcmx

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Nach etlichen Runden waren die Kräfte langsam am Ende, die Möglichkeiten im Skatepark aber noch unendlich. Wir haben uns noch mit einigen Locals unterhalten und ausgetauscht, bevor es dann noch auf einen Absacker in Workhorse Bar ging. Die Bar hat 50 Fassbiere und ich probierte einige empfohlene. Tatsächlich mundete das ein oder andere auch meiner deutsches Bier gewohnten Zunge. Besonders gefallen hat mir das St. Arnolds Lawnmower Lager.

Donnerstag wollten wir noch ein bisschen shoppen gehen, vor allem nach Dickies wollten wir Ausschau halten. Denn die sind hier in den USA deutlich günstiger als bei uns. Dafür sind wir wieder mit dem Bus unterwegs gewesen, was, wie schon erwähnt ein echtes Abenteuer sein kann. Die Busse haben alle zwei Rollstuhlplätze. Die Busfahrer helfen auch ohne murren , egal wie lange es dauert. Die zwei Plätze sind allerdings ganz anders als in Europa. Man wird in Fahrtrichung in eine Art Kraftknotensystem festgeschnallt ohne Schutz nach hinten zu kippen und vor allem ohne das die Busfahrer wissen wieso und wohin und überhaupt. Aber sie müssen es tun, Diskussionen bringen nix, nur den Rausschmiss aus dem Bus. Mehrmaliges nach hinten kippen war die Folge. Man hing dann in den Seilen, weil das Kraftknotensystem sich in der Position dann festgezurrt hat. Außerdem ist der Platz im Bus dadurch echt schlecht ausgenutzt. Wo sonst 8 Leute sitzen können, sitzen jetzt zwei Rollifahrer. Würden wir uns hinstellen wie in Deutschland, würden immer noch mindestens vier, wenn nicht sogar sechs Leute dort sitzen können und ich würde mich persönlich sicherer fühlen.

Ich habe mir leider bei all den Klimaanlagen eine kleine Erkältung eingefangen, die mich Donnerstag Abend echt ausgenockt hat, aber dennoch sitzen wir jetzt schon wieder im Flieger. Dieses mal geht es nach Boston und wenn ich diesen Text in 10000 Metern Höhe beendet haben, dürfte der Pilot auch so langsam zur Landung ansetzen. Zum Glück, denn ich mich ganz schön dringend auf Klo. Die Umstiegszeit in Chicago war so knapp, dass die geplante Pinkelpause ausfallen musste, aber immerhin konnte ich im Aufzug noch schnell Werbung für molabs Smartwheel machen, denn fallen hier schon dem ein oder anderen reisenden Rollifahrer auf, zu Recht. Ohne die Smartwheels wären wir mit unseren Taschen nicht so schnell zum Anschlussflieger gekommen.

Ich melde mich wieder aus Boston. Viele Grüße aus der Luft von Lisa, Anna und mir.

/David!

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What a fun obstacle! #WCMX

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Zu Besuch bei Frank…

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WCMX World Championships

WCMX World Championships 2015 Photo by Anna Spindelndreier
https://davidlebuser.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=269&action=edit&message=10 WCMX World Championships 2015 Photo by Anna Spindelndreier

Die World Championships in Dallas sind vorbei und was war das doch für ein tolles Wochenende. Ich kann mich gar nicht genug bei den Organisatoren von Rise Adaptive Sports bedanken. Nachdem ich letztes Jahr in Venice Beach schon einen internationalen Contest gewinnen konnte, wurde ich zwar schon als Weltmeister bezeichnet. Doch offiziell war das nun die erste Weltmeisterschaft und mit 18 Ridern aus 8 Landern, hat sie sich diesen Namen auch redlich verdient.

Die deutschen Finalisten - Foto: Anna Spindelndreier
Die deutschen Finalisten – Foto: Anna Spindelndreier

Am Samstag in der Qualifikation stieg die Nervosität ins unermessliche, doch mein Run war offenbar nicht nur für mich sehr zufriedenstellend, auch die Jury honorierte ihn mit dem 2. Platz. Qualifiziert für das Finale haben sich die ersten 12 und neben mir waren das Aaron Fotheringham, Blake Simpson, Katherine Beattie, Rico Reyes, Toni Quinonero Martin, Jake Harvey, Shaun Doss, Quinn Waitley, Pedro Henrique, Christiaan Bailey und Philipp Cierpka. Unsere Runs, also die von Lisa, Philipp, Paul und mir, haben wir in einem kleinen Video zusammengefasst.

https://www.dropbox.com/s/ucqmrdwab71fhh6/wcmx-wm_fb.avi

Phiiipp Cierpka bei seinem Run - Foto: Anna Spindelndreier
Phiiipp Cierpka bei seinem Run – Foto: Anna Spindelndreier

Am Sonntag ging es dann um alles oder nichts. Die Punkte aus der Quali waren hinfällig, denn nur die zwei Runs vom Sonntag entschieden über die Platzierung. Dennoch war ich deutlich weniger aufgeregt als noch am Samstag. Das sah bei Philipp anders aus. Er war sehr aufgeregt und machte sich Sorgen, dass er sein Rad schrottet, welches er am Samstag bei seinem guten Qualli Run gekrümmt hat. Die Aufregung hat man ihm auch in seinen Final Runs angesehen, aber er hat sich richtig gut geschlagen und darf sich jetzt unter die besten 12 WCMXer der Welt zählen.

Für Paul und Lisa war zwar nach der Quali schluss, aber Lisa hat mit dem 13. Platz nur knapp eine Finalteilnahme verpasst und Paul hat mit einem 15. Platz nach langer Zwangspause, mit ungewohnten Rollstuhl (er bakam meinen alten TNS Skatestuhl spontan notangepasst) auch richtig gut geschlagen.

Lisa verpasste nur knapp die Finalteilnahme - Foto: Anna Spindelndreier
Lisa verpasste nur knapp die Finalteilnahme – Foto: Anna Spindelndreier
Paul Engel bei seinem Quali Run - Foto: Anna Spindelndreier
Paul Engel bei seinem Quali Run – Foto: Anna Spindelndreier

 

Leider missglückter Last Trick - Foto: Anna Spindelndreier
Leider missglückter Last Trick – Foto: Anna Spindelndreier

Im Finale standen also Philipp und ich. Philipp sollte dann auch direkt als erstaer am Sonntag starten und hat mit seiner Aufregung leider ein Crash nach dem anderen gedreht, nix schlimmes, aber es gibt halt Punktabzug für jeden Sturz. Gewertet werden neben Stürzen, die Kreativität, Style, die Nutzung des Skateparks (also ob man alles nutzt oder nur im Kreis fährt), die Tricks an sich und die Lines bzw. Combos, also wie man einzelne Tricks und Gaps im Skatepark aneinander reiht. Ich entscheid mich wieder dafür, mein sicheres Reportoir zu nutzen und so zu versuchen möglichst keine Stürze zu drehen und bei den Tricks möglichst locker auszusehen. Das hab ich auch geschafft. ich war super zufrieden mit meinen Runs und habe es geschafft alles zu nutzen, ohne Sturz in den gewerteten Runs, mit allem was ich im Alliance Skatepark so machen konnte. Ohne Sturz? Naja nicht ganz, im allerletzten Run, bneim allerletzten Trick, habe ich mich doch noch gelegt. Ich habe versucht das handrail mit einem 50-50 runter zu kommen und mich dabei nach hinten abgepackt. Das habe ich aber auch nur gemacht, weil der erste Run perfekt war und so dachte ich, wenn ich es schaffe, dann gut, wenn nicht, egal. Gewertet wurde nur der beste Run.

Aarons perfekte Handplants waren sicher ein Grund für seinen Sieg - Foto: Anna Spindelndreier
Aarons perfekte Handplants waren sicher ein Grund für seinen Sieg – Foto: Anna Spindelndreier

Aaron hat enige Stürzte gedreht, aber diese mit seinen heftigen Tricks wieder reingeholt und konnte so die Sache für sich eintüten. Blake Simpson, auf den ich gesetzt hab und der auch die Qualiruns noch angeführt hatte, hatte am Sonntag leider kein Glück und platzierte sich so nur auf Platz 6. NIcht überraschend, aber absolut verdient war auch der 2. Platz, welcher an Pedro Henrique aus Brasilien ging. Bisher kannte ich nur seine atemberaubenden Backflips aus der Quarter heraus und er zeigte auch am Wochenende wie perfekt er diese beherrschte. Er landete alle bis auf einen einzigen Versuch und er hat einen nach den anderen ausgepackt. Selbst Aaron hat nich so eine Backflip Quote hinlegen können. Aber ein Backflip allein reicht bei so einem Contest nicht für eine gute Platzierung. Pedro hat gezeigt, dass er auch andere Sachen drauf hat und nicht nur die Jumpramp nutzen kann. Sowohl seine Grinds, als auch sein Fake Fireckracker die Treppen runter waren ausschlaggebend für die Platzierung.

An dritter Stelle sollte ich dann folgen und  damit honorierte die Jury meine sauberen Runs und das ich den gesamten Skatepark nutzte, sowie, dass ich die 2 Minuten immer auf den Punkt ausgenutzt habe. Ein Video von meinem und Philipps Run folgt die Tage, eine allgemeine Zusammenfassung findet ihr hier:

Siegerehrung: 1. Aaron Fotheringham 2. Pedro Henrique 3. David Lebuser 4. Rico Reyes 5. Jake Harvey - Foto Anna Spindelndreier
Siegerehrung: 1. Aaron Fotheringham 2. Pedro Henrique 3. David Lebuser 4. Rico Reyes 5. Jake Harvey – Foto Anna Spindelndreier

Mit einem Preisgeld von 750 $ und einer Menge neuer Eindrücke und Freunde geht es weiter mit dem Abenteuer. Denn diesen Text schreibe ich schon in Austin, ganz gemütlich am Frühstückstisch. Was wir hier so erleben, erfahrt ihr bald.

Viele Grüße aus Austin, Texas von Lisa, Anna und mir /David

 

Weitere Links zur WCMX World Championships 2015:

http://cw33.com/2015/04/26/2-wheel-thrill-wheelchair-motocross-wows-crowds/http://www.dallasnews.com/news/metro/20150424-grand-prairie-to-host-top-wheelchair-motocross-athletes.ece
http://www.riseadaptivesports.org/wp/2015-wcmx-world-championship/

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Blake Simpson, einer der großen Talente – Foto: Anna Spindelndreier
Philipps Wheel Cracker - Foto: Anna Spindelndreier
Philipps Wheel Cracker – Foto: Anna Spindelndreier
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Pedro Henrique nach seinem Final Run – Foto: Anna Spindelndreier
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Wheelz war der einzige, der die Miniramp nutze und das auf beeindruckende Art und Weise – Foto: Anna Spindelndreier
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Ich liebe diese Gaps – Foto: Anna Spindelndreier
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Extra Runde nach meinem Run – Foto: Anna Spindelndreier

 

Fotos von Anna Spindelndreier
Fotos von Anna Spindelndreier

Welcome to Texas!

Howdie Freunde!

Team Germany ist angekommen! Photo by Anna Spindelndreier
Team Germany ist angekommen! Photo by Anna Spindelndreier

Gestern sind wir in Texas gelandet und wir wurden mit schönem Wetter begrüßt. Die Leute von RISE Adaptive Sports haben uns vom Flughafen abgeholt und zum Hotel gebracht, wo wir uns erstmal frisch gemacht haben, um uns dann in einen US Super(size)markt zu stürzen. Ein Shuttle vom Hotel brachte uns zu einer Mall in der Nähe… riesengroß und es gab alles – außer einen einfachen Supermarkt! Mit Hilfe von Passanten konnten wir dann aber doch noch einkaufen und uns mit Trinkwasser, Bagels, Cheddar und jeder Menge Peanutbutterkram eindecken.

Abends gab es dann einige interessante Gespräche und Diskussionen mit Paul Gray und Mike Peters von RISE Adaptive Sports, Mike Box und Troy McGuirk von Box Wheelchairs und Rico Reyes, einem der WCMX Pros. Bei Bier uns Chicken Wings wurde dann über bestehende und zukünftige WCMX Projekte gesprochen und internationale Netzwerke erweitert.

Heute haben wir dann den Bus in den Skatepark genommen um uns schon mal für das Wochenende vorzubereiten. 

Mit neuem Box WCMX Stuhl habe ich mich eingerollt und mir nach und nach eine Line für die Runs am Wochenende zusammen gebastelt. Auch Philipp, Paul und Lisa haben sich schon mal eingerollt. Aber wir waren nicht die einzigen, denn auch Rico Reyes, Pedro Henrique und Jerry Diaz kamen für eine Trainingssession – und die haben schon mal gezeigt, dass das am Wochenende eine fette Show werden wird und ein hart umkämpfter Wettkampf. 

Als sicherer Sieger kann sich auf jeden Fall keiner fühlen, natürlich gilt Aaron „Wheelz“ Fotheringham als absoluter Favorit und ich als Sieger der letztjährigen They Will Skate Again WCMX Competition in Venice Beach stehe sicher auch auf dem ein oder anderen Zettel, aber wenn ihr mich fragt, ist das total offen, offener denn je und noch persönlicher sag ich euch, dass ich alles auf das WCMX Wunderkind Blake Simpson setze!

Probesprünge...Photo by Anna Spindelndreier
Probesprünge…Photo by Anna Spindelndreier

Morgen machen wir Dallas Downtown als Rollitouris unsicher und am Wochenende geht es dann um den Titel! Wir lassen euch wissen was hier so abgeht.

Bis dahin viele Grüße aus Texas von Anna, Lisa, Philipp, Patrick, Paul und David!

Cheers!

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Philipp Cierpka am Euro Gap…Photo by Anna Spindelndreier
An den neuen Stuhl gewöhnen...Photo by Anna Spindelndreier
An den neuen Stuhl gewöhnen…Photo by Anna Spindelndreier
Noch ein bisschen Fine Tuning von Mike Box: Perfekt! Photo by Anna Spindelndreier
Noch ein bisschen Fine Tuning von Mike Box: Perfekt! Photo by Anna Spindelndreier
WCMX World Championships 2015
WCMX World Championships 2015

 

 

/David

April April

Nein ich schreibe keine Ente, keine Satire und auch keinen Mist, nein ich freu mich einfach, dass der April nun hoffentlich den Frühling einleiten wird. Außerdem freu ich mich, dass die 4ma3ma heute ihren 18. Geburtstag feiert und weiterhin, dass der April einige Highlights bereit hält. Aber ma eins nach dem andern…

Like an eagle ... Foto: Anna Spindelndreier
Like an eagle … Foto: Anna Spindelndreier

Letztes Wochenende waren wir in Mühlhausen / Thüringen und haben uns im Thuringia Funpark ordentlich ausgetobt. Besonders am Workshop war, dass ich zum allerersten mal überhaupt keinen Neuling dabei hatte, sondern nur bekannte Gesichter und das wir mit Thomas Winkler und Daniel Schliessmann zwei Gäste hatten, die das Angebot vervielfältigen konnten.

Thomas Winkler ... Foto: Anna Spindelndreier
Thomas Winkler … Foto: Anna Spindelndreier

Thomas z.B. der als Skateboarder mit Beinprothese gemeinsam mit uns gezeigt hat, dass im Skatepark alle ihren Spaß haben können, bzw. Daniel, der gezeigt hat wie man neben dem Skatepark für eine gelungene Abwechslung sorgen kann. Wheelchair Flying Disc Sport, kurz WFDS, oder auch einfach nur Rollstuhl Frisbee ist mehr als einfach nur eine Scheibe hin und her werfen, in verschiedenen Disziplinen, wie z.B. Golf, kann man allein, in Gruppen oder Teams ne Menge Spaß haben. Am Sonntag haben wir dann direkt noch eine Kombination aus WCMX und WFDS probiert. Mit Kreativität haben wir also den März dann beendet und unter dem Schutz des Hallendaches schonmal für den Frühling geprobt.

Aber nun zurück zum April. Nein, ich mache immer noch keine blöden Scherze, Lügen oder Enten an dieser Stelle mit der doppelten Nennung des Monats. Viel mehr möchte ich mal einen Ausblick auf diesen Monat bieten. Es steht eine ganze Menge an und bevor ich gar nicht weiß wo ich da anfangen soll, mach ich es einfach mal chronologisch.

Ostern: Man was haben wir geplant und überlegt. Ostern 2015 sollte was Besonderes werden mit WCMX rund um die Uhr, am besten ganz weit weg in riesigen Skateparks zur Vorbereitung auf das nahende Saison Highlight. Zuerst stand lange Prag auf dem Plan, dann sogar eine ganze Skatepark Tour durch die Tschechische Republik, aber die hat so viele geile Skateparks, dass wir dafür wohl besser mal ne Woche oder zwei einplanen. Dann vielleicht Dänemark, aber auch dort haben wir schon so viel auf dem Zettel, dass ein einfaches langes Wochenende nicht ausreichen wird. Paris? London? Zürich? Ach wir waren uns nicht mehr sicher wohin wir nun eigentlich wollten, doch dann fanden wir eine frisch eröffnete Halle – gar nicht so weit weg – in Stuttgart. Die Freestyle Academy hat gerade erst ihre Pforten geöffnet und ist mit ihrem Konzept noch einzigartig in Deutschland. Neben Skatepark und Bowl gibt es dort jede Menge Trampoline und eine Big Air Anlage mit einem riesigen Luftkissen als Landezone. Wie geil ist das denn bitte!!!??? Vielen Dank an Handbike Toni an dieser Stelle für den Link zur Entdeckung!

Also haben wir die Züge gebucht, ein Zimmer reserviert und die Halle informiert, dass ein verrücktes Rollstuhlpärchen am Osterwochenende zu Besuch sein wird. Mit Sicherheit werden wir über dieses Erlebnis berichten, wer es nicht abwarten kann, kann natürlich auf Facebook und Instagram stalken. 😉

11. April: Ein weiterer WCMX Schnupperkurs findet statt in Dortmund. Gemeinsam mit der RBG Dortmund 51 e.V., der Skatehalle des Dietrich-Keuning-Hauses, der 4ma3ma und Wellspect Healthcare laden wir zum Skate ma anders Workshop für Kids und Teens ein.

11. April 2015 - Skate ma anders in Dortmund
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Ja hier wollen wir das Durchschnittsalter bewusst sehr niedrig halten und vor allem die jüngeren Rollikids einladen, sich hier richtig auszutoben. Ich lade also hiermit nochmal ein zum skaten, toben und rasen. Alle Infos findet ihr auf dem Plakat oder auf der Seite vonne RBG Dortmund 51.

Und dann kommt es: DAS Highlight, der Saisonhöhepunkt schlechthin, denn am 22. April heben wir ab nach Texas. Genauer nach Dallas zur WCMX Worldchampionships, also der Weltmeisterschaft fürs Rollstuhl Skaten. Dieses mal werde ich nicht mehr der einzige Teilnehmer sein, nein, ich werde begleitet von Paul Engel, Philipp Cierpka und meiner reizenden Freundin Lisa Schmidt. Wir vier werden auch am Wettkampf teilnehmen und damit wir uns auch auf diesen konzentrieren können, werden wir unterstützt von Anna Spindelndreier und Patrick Krause. Gemeinsam werden wir Dallas ordentlich rocken! Drückt uns auf jeden Fall die Daumen am letzten April Wochenende, besonders bei den Finals am 26. April werden wir das brauchen.

WCMX Team Germany ... Foto: Anna Spindelndreier
WCMX Team Germany … Foto: Anna Spindelndreier

Für Lisa, Anna und mich wird es danach noch weiter gehen in den USA. Wir knüpfen direkt an und fahren durch die Texanische Wüste nach Austin, touren durch Skateparks und Punkrock Kneipen um dann in den Flieger nach Boston zu steigen. Dort werden wir fortsetzen womit wir in Austin aufgehört haben und einige Tage später noch New York besuchen.

WCMX World Championships 2015
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Ich werde mich bemühen auf der Reise möglichst viele Eindrücke hier für euch in Wort, Bild und Video zu packen, damit ihr an unserer Reise teilhaben könnt. Dank Anna wird es auf jeden Fall viele tolle Fotos geben und ich kann euch nur raten, ihr auf Instagram zu folgen, damit ihr nix verpasst 😉

Na dann ich wünsche euch allen einen schönen April und wer mir nicht glaubt, dass der April so viel Gutes bringt, schaut hier einfach öfter mal rein und überzeugt sich davon, dass dies keine Ente war!

/David

Instagram von David @datlebbe
Instagram von Anna @_little.anna_
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Homepage WCMX Foundation
Homepage Anna Spindelndreier

Gedanken zu… 2014 – ein Rückblick

Deep End High Five (Foto: Anna Spindelndreier)
Deep End High Five (Foto: Anna Spindelndreier)

Puh, da ist es schon wieder zwei Wochen her, dass wir den letzten Beitrag hier veröffentlicht haben. Aber so ist das wohl in der Weihnachtszeit. Man hat keine Zeit, außer für Geschenkbesorgungen und Glühweinverkostung auf dem Weihnachtsmarkt. Natürlich ist es dann auch noch kalt, nass und dunkel, was die Lust etwas halbwegs produktives nach Feierabend zu tun deutlich senkt. Aber wenn man schon keine Zeit hat sich ein gutes Thema auszudenken, dann macht man halt einen Jahresrückblick.

Eigentlich mag man ja keine Jahresrückblicke. Die sind ja viel zu mainstream, aber dann ist es ja doch wieder interessant, kann man doch alte Themen des Jahres nochmal in Erinnerung rufen. Vieles vergisst man, vieles vernachlässigt man und sowieso verläuft vieles einfach so im Sand. Aber nicht nur die halbfertig diskutierten Aufreger des Jahres haben es verdient aus der Versenkung geholt zu werden, nein, vor allem die guten und schönen Erinnerungen sollte man nochmal ausgraben um Kraft zu tanken und den Blick wieder nach vorne zu richten. Genau das möchte ich nun tun, Motivation schöpfen für das neue Jahr mit Hilfe von Erinnerungen an das vorübergehende.

Januar

Das Jahr fing an mit einem echten Knaller. Naja, zumindest hat es bei mir geknallt, am 6. Januar bei den Proben zur Millionärswahl. Die Show von Sat.1 und Pro 7, die zum größten Flop des Jahres werden sollte, begann für mich eigentlich viel versprechend. Denn als ich am ersten Probetag ans Set kam, wurden gerade noch die letzten Schrauben in den eigens für mich errichteten Skatepark gedreht. Ein Prachtstück, individuell für mich zusammengesetzt. Das hat garantiert einiges gekostet. Ich war total begeistert und drehte meine Runden. Jede Runde wurde ich meiner Choreografie bewusster. Hier hoch, da runter, dort drehen, Sprung. Yeah das passt, aber hier könnte noch ein Rail hin. Auch die nächste Rund saß und es war alles drin. Von Drop in über Sprung bis hin zum Grind. Da war nur noch das Problem, dass ich auf die Schwung- und Startrampe nicht selbständig hoch kam . Deswegen wurde dort hinten ran noch eine Rampe gezimmert, zum gemütlichen hoch fahren. Das diese auch noch genau dort ankam, wo ich Schwung holte für meine kleinen Sprung, kam mir doch gelegen. Mehr Schwung, mehr Sprung dachte ich. Also nutzte ich den halben Meter mehr und sprang… höher… weiter… zu weit! BÄÄM ich sprang über die Rampe und tauchte, vorbereitet auf eine Landung in der Bank nach vorne geneigt, mit den Vorderrädern zuerst in den Betonboden. Der Oberkörper folgte mit viel Schwung und meine Arme wollten dies reflexartig abbremsen. Ich lag am Boden, schaute auf meinen Arm und wusste das der Traum geplatzt ist. Die Ecke in meinem Unterarm war ein klares Indiz dafür. Krankenhaus, statt Kameraprobe, Gips, statt Liveperformance. ich verbrachte ein paar Tage in einem Krankenhaus in Köln, kam aber für die Liveshow raus und konnte immerhin meinen dicken Arm in die Kamera halten. Die Show floppte und der Hanfverband gewann nicht nur diese Sendung, sondern auch die Million im halb abgesetzten Webfinale.

Die Moderatoren Elton (links), Jeannine Michaelsen (rechts). (Quelle: Sat.1)
Die Moderatoren Elton (links), Jeannine Michaelsen (rechts). (Quelle: Sat.1)

Februar

Ich wurde zum Efix Fahrer, damit ich wenigstens arbeiten und ein paar Konzerte besuchen konnte. Mein neuer Arbeitgeber, das Kindersanitätshaus 4ma3ma in Dortmund, stellte mir einen zur Verfügung. Schnell hatte ich den Namen D-Fix, obwohl ich lieber Nee-Fix sagte, denn das teil schafft bei weitem nicht mein Normaltempo und außerdem piepte es laufend mit verschiedensten Fehlermeldungen und verweigerte den Dienst. Naja, nichtsdestotrotz verhalf es mir zu ein wenig mehr Mobilität in dieser Zeit, wenn auch mit vielen Rückschlägen, denn meine Fahrweise konnte ich ja nicht von heute auf morgen umstellen. Also schaffte ich auch den Efix ein paar mal in die Knie mit gebrochenen Drehmomentstützen.
Sonst war der Monat recht ruhig, wie gesagt, ein paar Konzerte ohne Pogo, ein paar Basketballspiele vom Rand. Wenigstens ein Heimspiel der Borussia konnte ich mir angucken, da die anderen zu einem Turnier in Rahden waren. Am Ende des Monats nahm ich dann den Ball wieder auf und spielte beim Luise Guder Cup der SGH Berlin wieder im Trikot der RBG Dortmund 51 mit meiner Nummer 13. Es ging wieder bergauf.

März

Getreu dem Motto, wer Basketball spielen kann, kann auch skaten, war ich auch total heiß darauf wieder in die Rampen zu droppen. Natürlich war ich erstmal noch gebremst und mein Ziel, den Handplant zu schaffen, erst mal aufgeschoben. Dennoch wollte ich wieder carven, droppen und shredden. Am 28. März gab es dann ja auch den ersten Workshop des Jahres in Mühlhausen. Der Thuringia Funpark veranstaltete dafür einen inklusiven Skatetag und wir bespaßten einige interessierte Rollifahrer. Dazu gibt es auch einen MDR Beitrag der Sendung Selbstbestimmt. Außerdem entwickelten DSGN concepts einen Plan, wie man den Skatepark so modernisieren kann, dass er zeitgemäß und eben auch WCMX tauglich wird. Im gleichen Moment soll er natürlich für andere Rollsportarten genauso attraktiv bleiben und generell Anfängern, wie Fortgeschrittenen etwas bieten können. Keine einfache Aufgabe, aber DSGN concepts aus Münster lösten sie sehr gut. Das Konzept wurde vorgestellt und traf auch auf viel Gegenliebe. Leider hat sich bis heute, meines Wissens, kein großer Unterstützer finden können, sodass die Umbauarbeiten noch auf sich warten lassen.

April

Im April haben in Dortmund gleich zwei neue Workshop Reihen begonnen, die wir hoffentlich noch lange fortsetzen werden. Zum einen haben wir den ersten Rollikids Skate Day veranstaltet und somit einen Skate Workshop für die junge Generation Rollstuhlfahrer im Skatepark Dietrich-Keuning-Haus veranstaltet und zum anderen mit dem Roll On Workshop ein Rollstuhltrainingskonzept zum Leben erweckt, dass auch denen ein Training ermöglichen soll, die keine Fünf Tage am Stück frei schaufeln können oder es (noch) nicht von der Kasse bezahlt bekommen. Beides wurde ein voller Erfolg und soll auch im neuen Jahr fortgesetzt werden. Den Rollikids Skate Day möchte ich gerne auch in andere Städte exportieren, beim Roll On Workshop hoffe ich auf Nachahmer.

1. Rollikds Skate Day 2014 (Foto: Wittmershaus/DRS)
1. Rollikds Skate Day 2014 (Foto: Wittmershaus/DRS)

Mai

Wir wählten den Mai aus Anfang der Outdoor Saison aus, da er uns in den letzten Jahren immer viel Sonne und sommerliche Temperaturen gebracht hatte. Dieses mal brachte er leider eine Menge Wasser mit nach Hamburg, wo wir im Inselpark des ehemaligen igs Geländes den Betonbowl und Streetskatepark rockten. Der Skatepark ist super geeignet für Rollstühle und deswegen kamen auch bei miesem Hamburger Wetter eine Menge Shredder nach Wilhelmsburg. Auch unser spanischer Gast Toni Quinonero Martin zeigte ein paar Tricks auf nassem Beton und ganz neu dabei war auch das Rollstuhl Longboarden von Toni Hömpler.

Juni

Endlich war der Sommer da und man konnte wieder überall und immer ne Skatesession starten. Wir haben einen weiteren Skateworkshop in Gießen auf der Landesgartenschau veranstaltet, Wien bereist und damit den Grundstein gelegt für den ersten Skateworkshop in Östereich nächstes Jahr. Ansonsten stand bei mir die Vorbereitung auf die WM Teilnahme im Juli im Vordergrund. Kalifornien sollte natürlich wieder das absolute Highlight im Kalender werden. Deswegen wollte ich mich nach der Zwangspause am Anfang des Jahres auch ordentlich vorbereitet wissen.

Juli

California uber alles… so dröhnten die Dead Kennedys schon oft aus meiner Anlage in meine Ohren und nun war es wieder endlich soweit. Dieses mal hatten wir uns viel vorgenommen, neben der üblichen Teilnahme am Life Rolls On They Will Skate Again und der angeschlossenen WCMX Weltmeisterschaft, wollten wir auch das surfen im Pazifik probieren und über alles eine Dokumentation drehen. Wir reisten also mit einem kleinen Kamerateam nach LA und produzierten schöne Bilder, die ihr auch schon im Aktion Mensch Video bewundern könnt. Aber das soll nich nicht alles sein, denn wir haben noch soooo viel an sensationellen Aufnahmen, dass wir schon bald mit einem weiteren, längeren, besseren Film die Leinwände erobern wollen. Da das aber Zeit, Geld und Arbeit bedeutet, wird es wohl noch eine Weilchen dauern. Bei den ganzen Erlebnissen, Drehs und der Arbeit, ging fast unter, dass ich die WM dann sogar gewonnen hatte. Ich habe aber auch selbst lange gebraucht um zu realisieren, dass die Jury mich vor Aaron Fotheringham setzte und ich somit bis zum April 2015 als bester WCMX Rider der Welt in die Skateparks rollen kann. Immer noch klingt das total unreal, zumal Wheelz natürlich wieder alles weggerockt hat und jedem die Wurst von der Stulle zog. Dafür gewann er aber auch den Best Trick Contest, aber mein fast fehlerfreier und abwechslungsreicher Run überzeugte die Jury irgendwie und es reichte zum Sieg. Ich bin mir immer noch ziemlich sicher, dass es der Handkuss war, den ich Lisa aus der Bowl beim carven zu geworfen hab. Mein Kumpel Robert Thompkins gewann übrigens den Balls to the Wall Preis als Draufgänger unter den Rolliskatern.

Californian Sunset im Camp Woodward West
Californian Sunset im Camp Woodward West (Foto: Anna Spindelndreier)
Life Rolls On They Will Surf Again San Diego 2014
Life Rolls On They Will Surf Again San Diego 2014 (Foto: Anna Spindelndreier)

August

Nach der US Reise planten wir direkt den nächsten großen Trip. Dieses mal blieben wir aber auf dem heimischen Kontinent und machten einen kleinen Roadtrip durch Luxemburg, Frankreich, Spanien, Italien und die Schweiz. Wir erstellten unsere Touren so, dass wir auf dem Weg einige bekannte Skateparks und Spots mitnehmen konnten. Neben Barcelona, war vor allem Marseille ein besonderes Highlight. Marseille stellte uns zwar mit seinem Verkehr, der Parkplatzsituation und der Kriminalität auf die Probe, aber dann rockten wir die Marseille Bowls doch, am nächsten Tag in aller Früh, was sich als echter Vorteil erwies, denn der Bowl war weitestgehend frei und nicht so überfüllt wie am Abend. Außerdem war das Klima viel angenehmer. Auch Barcelona stellte uns auf die Probe. Meine Tasche mit allen Geldkarten, Ausweisen und Papieren wurde geklaut als ich grad einen der berühmtesten Skatespots shreddete, Barcelona Saints. Unseren Dieb haben wir auf Kamera, aber meine Tasche auf immer verloren. In Italien trafen wir Ilaria das erste mal, welche uns die schöne Stadt Varazze zeigte und uns zu Pestosüchtigen machte. In der Schweiz entdeckten wir ein Paradebeispiel für einen inklusiven Skatepark, ohne das man ihn so nennen muss. Einfach nur ein großer Skatepark bei dem an eine behindertengerechte Toilette gedacht wurde. Ziel unserer Reise war Potsdam, denn dort gab es einen weiteren Skateworkshop im jwd Lindenpark, was nun auch ein fester Termin im Kalender werden soll.
Auf dem Weg durch Europa reifte die Idee für diesen Blog, zuerst wollten wir einen Videoblog machen, stellten aber fest, dass wir eigentlich keine Zeit haben Videos zu editieren. Also entschärften wir die Pläne und machten ein Video, eigentlich sollte es nur einen Trailer darstellen, aber ich bin ehrlich, ich bin bisher noch nicht dazu gekommen auch nur eine Minute des eigentlich geplanten Roadmovies zu erstellen. Auch hier kann ich nur sagen: Video Soooooooooon!

September

Wasserski oder Wakeboarden? Beides scheint mir nicht zu liegen. Zumindest musste ich das wieder mal beim Let’s get wet Wassersportcamp in Duisburg feststellen. Aber dafür habe ich mich ins Kanu bzw. Kajak fahren wieder gefunden. Wenn ich das nächste mal eine Chance habe mich ins kühle Nass zu stürzen werde ich es wieder tun. Auch das Wakeboarden habe ich noch nicht abgeschrieben. Schließlich bin ich sogar im Pazifik Wellenreiten gewesen. Was war noch? Ach ja ich hatte Geburstag und habe den Club 27 überlebt. Außerdem gab es noch den dritten und vorerst letzten Teil unserer Roll On Workshop Reihe in Dortmund. Sehr experimentell mit einer „Schnipseljagd“ durch Dortmund, die am Ende doch mit Schnitzel belohnt wurde. Das Obdachlosenmagazin Bodo schrieb einen schönen Artikel über dieses Wochenende.

Oktober

Der Oktober bot ein ganz besonderes Highlight, welches auch noch ein Video und einen eigenen Beitrag hier bekommen wird (Soooon!) Bärlin Pedäl Bättle!!! Ein Ritterturnier auf Rädern, eigentlich auf Fahrrädern, aber wir haben es mit unseren Krüppelrittern infiltriert und wollen dies auch nächstes Jahr wieder tun. Mein Rekrutierungsblog und -video kommt, versprochen! Was gab es noch, außer verschwitzte Typen in Rüstungen, die mit Fahrrädern werfen? Na Aktion Mensch wird 50! Das Jubiläum habe ich schon das ganze Jahr in Zeitungen und Magazinen begleitet, nun waren Lisa und ich auch auf einer Veranstaltung mit dem Bundespräsidenten eingeladen. Was soll nun noch kommen? Ich weiß es auch nicht, aber 2015 wird auch einige Überraschungen für Lisa und mich bereithalten.

Jubiläumsanzeige der Aktion Mensch
Jubiläumsanzeige der Aktion Mensch

November

Im November wurde es ruhiger, aber nicht ruhig. Crowdsurfing bei Konzerten entwickelt sich zu meiner neuen Lieblingssportart und wie ihr hier im Blog lesen könnt, waren wir auch wieder unterwegs, in Ulm und Leipzig. Die Messe Abgefahren in Leipzig zeigte mein Video aus Kalifornien und ich quatschte ein wenig darüber, eine kleine Show Einlage gab es am Sonntag natürlich auch. In Ulm waren wir zu Gast in der Popbastion und der dort angesiedelten Reithalle, welche eigentlich eine Skatehalle ist. Wir ritten also unsere Rollstühle durch die Halle und konnten wieder viele junge und alte Rollifahrer eine Möglichkeit geben sich auszuprobieren und ihre Fähigkeiten zu erweitern.  Sonst hieß es wieder vom Skatepark aufs Basketballfeld. Die Basketballsaison war bereits im vollen Gange und so langsam fand auch ich mein Feingefühl für den Ball wieder. Die RBG Dortmund 51 konnte die Hinrunde der Regionalliga West äußerst zufriedenstellend beenden und geht an der Spitze in die Winterpause, welche bis Februar andauern wird.

Dezember

Die kalte Jahreszeit hat mit skaten eigentlich nicht mehr so viel gemein, denn oft ist es einfach zu nass und zu kalt. Vor allem Veranstaltungen gibt es eher selten, da die Hallen auch nicht gut beheizt sind und draußen weiß man ja nie was das Wetter so vor hat. Doch das kleine Ackerpoolco in Hamburg Eidelstedt lud kurz vor Weihnachten doch nochmal in eine kleine, aber gut beheizte Skatehalle ein. Das konnten und wollten wir nicht abschlagen und beendeten die Skatesaison mit einer schicken kleinen Session. Gleich drei Drop In Neulinge bei einer Achtköpfigen Truppe dürfte auch so was wie ein kleiner Rekord sein.

Es war ein tolles Jahr und ich freue mich auf 2015. Noch mehr Workshops, noch mehr Skateparks und die WM in Texas. Ein schönes Jahr wird es werden, wenn es auch nicht ganz stressfrei bleiben wird.

Vielen Dank an alle, die mich begleitet und unterstützt haben. Vielen Dank an alle, die mich supporten und anfeuern. Vielen Dank an alle, die meine Videos, Links und Fotos in die Welt hinaus tragen.

Danke auch meinen Sponsoren Schwalbe, Iriedaily, RehaOptimal Onken, Team Box Wheelchairs, Art of People und den vielen weitern Unterstützern, Crowdfundern und allen, die geholfen haben, ob mit Zeit, Engagement oder Geld.

Ich freue mich euch alle nächstes Jahr wieder zu sehen und ich freue mich auf die, die ich nächstes Jahr kennen lernen werde.

Frohes Fest und einen guten Rutsch ohne Glatteis wünschen euch Lisa und David.

 

 

/David

Fotos: Anna Spindelndreier
Foto: Anna Spindelndreier

 

Fotos: Anna Spindelndreier
Typen! Mit Robert Thompkins (Foto: Anna Spindelndreier)
Fotos: Anna Spindelndreier
Foto: Anna Spindelndreier

 

 

Ulmer Kletterstuben

Letztes Wochenende waren wir in Ulm. Die Popbastion Ulm hat in die Reithalle zur Inklusion in der Bastion eingeladen. In der Reithalle werden heute aber keine Pferde geritten, sondern Skateboards, Bikes und jetzt auch Rollstühle. Denn die Reithalle wurde umgebaut in eine schnieke Skatehalle.

Den Weg nach Ulm bestritten wir mit dem ICE und den üblichen kleinen Problemchen am Dortmunder Hauptbahnhof, obwohl, trotz später Anmeldung, hat die Reservierung der Sitzplätze geklappt, nur hatten wir dieses mal keine Nachricht darüber erhalten und sind nur durch Zufall in den richtigen Wagon geklettert. Auf die Einstieghilfe hatten wir bewusst verzichtet, mit dem Risiko, dass die Rolltreppen nicht gehen. Wir wussten aber zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht, dass wir dieses Wochenende noch öfter klettern müssen.

ulm klo 2Am Bahnhof Ulm angekommen, half uns der Zugbegleiter mit den Stühlen und dem Gepäck. Lisa kletterte raus und dann ich, schon fast draußen, kam auf einmal doch die Rampe und hätte um eine haaresbreite meine Beine abgehackt. Wo kommen die denn jetz her? Wenn man sie bestellt haben sie was zu meckern oder kommen nicht und wenn man sie nicht bestellt, sind sie da wenn man sie am wenigsten braucht. Komisches Volk diese DB Mobilitätshelfer.

Nunja, in Ulm angekommen schauten wir uns erstmal auf dem Bahnsteig um. Kein Aufzug zu sehen. Die DB Mobihelferin fragte, ob sie uns helfen könne. Wir verneinten. Dennoch sagte sie, sie könne nur einen nehmen. Wir guckten uns fragend an und erwiederten, dass wir wohl selbst fahren können. Dann rollten wir los, einen Aufzug gab es nicht, aber Rampen. Lange, steile Rampen. Wir hatten meinen alten Skaterolli dabei, als Ersatz und Leihstuhl für den Workshop und benutzten ihn um unser Gepäck zu transportieren, was den Rolli sehr schwer und fast unlenkbar machte. Trotzdem ging runter ganz gut, zum Glück sprang keiner in den Weg, ich hätte wohl nicht bremsen können…

Gepäckrolli

Die Rampe wieder hoch in die Bahnhofshalle aber hatte ich keine Chance alleine mit dem Gepäckrolli. Zum Glück kam schnell jemand zur Hilfe. Das Ulm auch nicht ganz so eben ist, hätte wir uns aufgrund der geographischen Lage denken können, aber in Ulm ist ja auch nur alles 500 m entfernt haben wir Google Maps vertraut, war ja auch so, aber halt auch ein paar Höhenmeter. Wir erreichten das Hotel mit einem weiteren hilfsbereiten Passanten, der unser Gepäck anschubste.

Die Klettertour war hier allerdings nicht vorbei, sie fing erst an. Die kleien Stufe und die blöden Türen machten mich noch nicht stutzig, aber als ich dann drinnen war, sah ich Treppen. Genauer gesagt drei Stufen, die zum Aufzug führten, keine Rampe und offenbar keine Zimmer auf der unteren Ebene. An der Rezeption ein junger Mann, ich schätze mal ein Azubi, der nicht genau wusste was er mit uns tun soll. Hm vielleicht lernt man erst im 3. Lehrjahr, dass man Menschen mit Behinderung auch ganz normal wie jeden anderen Gast behandeln kann. Aber woher sollte er es denn auch besser wissen, wenn seine Kollegen, älteren Semesters, es auch nicht besser wussten. Die Dame, die er rief, konnte uns wenigstens sagen welches Zimmer wir bekommen. Ich fragte, ob es denn rolltuhlgerecht sei. Sie sagte ja und ich fragte weiter, wie wir denn dahin kommen sollen. Es gibt eine Rampe. Aha, naja ich gab meine Unterschrift und war gespannt was da wohl aus dem Schuppen geholt wird.

Anlegerampen verhieß nichts gutes und so kam es dann auch, dass die Schienen, die an die Treppen gelegt wurden vielleicht für Kinderwägen funktionieren,  nicht aber für selbstständige Rollstuhlfahrer. Als Test lies ich den Gepäckrolli hochschieben, vom Azubi und wenn es nicht so traurig wär, hätte man laut lachen müssen. Nicht nur, dass man sich zu blöde anstellen kann einen Rollstuhl zu schieben, man kriegt noch nicht mal mit, dass die Rampen eben totaler Mist sind. Jedenfalls wollt ich mich nicht von denen hochschieben lassen, also kletterte ich, dann Lisa hinterher. Aus bisher ungeklärten Umständen fiel Lisas Rolli um und ihr teuer erstandener Kakao verteilte sich auf dem Boden. Wir waren beide extrem angepisst und wollten nur noch ins Zimmer.

Ulm HOtel

„Ich helfe ihnen mit der Tür, die sind ziemlich schwer.“ sagte der Azubi. Am Liebsten hätte ich gesagt: „Alter, wir sind hier gerade die Treppen hochgeklettert und du bist zu blöde einen Rollstuhl zu schieben, meinst du wirklich wir brauchen seine verdammte Hilfe.“ , aber ich sagte nur „ok“.  Die Tür war nicht schwer… Viel schlimmer war, dass er sich selbst auf ebenem Boden zu blöd anstellte den Gepäckrolli zu schieben. Er schob tatsächlich an den Rädern und kam damit unglaublich langsam voran.

Das Zimmer war zu unserer Überraschung tatsächlich Rollstuhlgerecht, naja sagen wir seniorengerecht. Die Dusche hang hoch, selbst auf dem niedrigsten Punkt. Die Toilette war ein Hochsitz und die Dusche war ein Hochdruckreiniger. Aber tatsächlich brachte man in dem recht kleinen Bad ganze vier riesige Griffe an, die das Bad noch kleiner machten.

Am nächsten Tag frühstückten wir, natürlich mit treppenspringen am Morgen. Dann wurden wir von unsren Gastbebern abgeholt und rollten die nächsten 500 m zur Bastion. Ein Gelände mit dem Roxy, der Reithalle, dem Schilli, einem, nein zwei Kinos. Echt super diese Popbastion. Zudem nette Leute, die alles in die Wege leiteten, sogar das Rollstuhlklo noch putzten, nachdem der Chef persönlich feststellen musste, dass es nicht leer geräumt wurde. Ich bin guter Hoffnung, dass bei meinem nächsten Besuch das Klo sofort benutzbar ist. Generell ist es ja sehr lobenswert, dass die Skatehalle über ein Rolsltuhlklo verfügt und der Klub Schilli neben an über noch eins. Die Voraussetzungen waren also super.

Der erste Teilnehmer, Urs, war super pünktlich und musste leider etwas warten bis wir uns gesammelt hatten. Leider war der Beginn nicht richtig mitgeteilt, sodass alle nach und nach eintrafen und ich immer wieder Einzelunterricht gab. Es waren aber echte Talente in Ulm, neben Urs, kam die Martina, welche mit ihrer Familie aus Österreich anreiste, sofort super klar und hätten mich eigentlich gar nicht gebraucht. Auch ältere Semester fanden den Weg in die Reithalle und weitere talentierte Rollstuhlfahrer konnten hier neue Bewegungserfahrungen machen. Urs machte sogar direkt seinen ersten Drop in von der Quarter!

Schilli

Man merkt, dass es Zeit wurde einen Workshop in Süddeutschland zu veranstalten und wir freuen uns, dass neben Ulm nächstes Jahr auch Münschen und Mühlacker auf dem Plan stehen werden.

Abends gingen wir noch in die Stadt. Lisa wollte unbedingt schwäbisch essen, Spätzle, Maultaschen, so in die Richtung. Zur Lochmühle sollte es dann sein, nachdem uns das Google, Veranstalterin und ein Freund unseres neuen Freundes Elias dieses empfohlen haben. Wir rollten also auch diese 500 m in die Stadt um festzustellen, dass es keinen ebenen Weg hinein gab. Also die Treppen runter in den Biergarten und die nächsten Treppen runter ins Restaurant. „Wir sind voll“ teilte uns die Kellnerin mit, dass es nur noch Plätze an der Theke gab. Aber diese Treppentour sollte nicht unbelohnt bleiben, also kletterten wir nun auch noch auf die Thekenhocker.

ulm restaurant2

Und es hat sich gelohnt, denn wir wurden mit einem richtig leckeren Essen belohnt. Später fuhren wir zurück zur Bastion und lauschten noch einem Konzert, bevor wir uns wieder mit dem Hotel, wo nun auch noch der Eingang zugeparkt war, rumärgerten.

Am Abreisetag kam die Veranstalterin Anthon um uns mit dem Gepäck zu helfen. Sie erklärte dem Hotelbetreiber nochmal etwas sachlicher, dass solche Rampen nicht rollstuhlgerecht sind, sondern nur eine Notlösung. Doch ich glaube, dass wir die ersten aktiven Rollstuhlfahrer waren, die dort diese Probleme ansprachen, denn sie schienen es einfach nicht zu verstehen. Vielleicht nehmen sie zumindest den Tip an und schreiben einen Hinweis auf die Internetseite. /David