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Guter Flughafen Böser Flughafen

Nachdem wir letztens in Düsseldorf ja sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben, wollen wir heute mal erzählen, wie es auch sein kann.

Wir sind für zwei Wochen nach Kalifornien geflogen. Dieses mal von Frankfurt und die Unterschiede zu unseren Erlebnissen in Düsseldorf sind enorm. Selbst bevor wir von Flughafenmitarbeitern bedroht wurden, mussten wir in Düsseldorf immer wieder diskutieren, wurden unfreundlich und unangenehm behandelt. In Frankfurt fühlten wir uns bisher jedes mal wohl. Wir fühlen uns in Frankfurt verstanden und akzeptiert und bekommen die Hilfe die wir brauchen von fröhlich-freundlichem Personal.

Bei der Lufthansa in Frankfurt beginnt schon beim Check In die positive Erfahrung. Da es dort einen speziellen Check In Schalter für Familien und Menschen mit Behinderung gibt, sitzen dort Leute, die mit der Thematik vertraut sind. Dies macht vieles einfacher und schneller, insgesamt viel angenehmer in der Abwicklung. Auch unser Sperrgepäck (Ersatzräder, 2. Rollstuhl) wurde von dort abgeholt, unsere Rollstühle für die Lieferung ans Gate markiert.

Danach wurden wir von einem freundlichen Mitarbeiter begleitet, der uns bis zum Gate gebracht hat. Wir hätten das Gate auch alleine gefunden und normalerweise sagen wir auch, dass wir erst am Gate Hilfe benötigen. Woraufhin wir uns ja letztens in Düsseldorf einige blöde Sprüche vom Personal drücken lassen mussten. Da dies aber ein sehr angenehmer und entspannter Zeitgenosse war, unterhielten wir uns auf dem Weg sehr gut und er war einfach nur ein netter Begleiter.

Auch im Flugzeug gab es keine Probleme. Wir durften ohne Diskussion nebeneinander sitzen auf den Sitzen, die wir uns ausgesucht haben. Diese waren möglichst nah an den Toiletten, sodass auch der Klogang problemlos möglich war. Naja zumindest für Lisa waren die paar Schritte machbar. Es gab zwar einen Stuhl an Bord mit dem man mich hätte die paar Meter zur Toilette bringen können, aber ich entschied mich den kurzen Weg auf dem Arsch hin zu robben und aufs Klo zu klettern. Das sorgte zumindest dafür, dass ich gehen konnte wann ich wollte und nicht warten musste, bis jemand von den Flugbegleitern Zeit hat.

In Los Angeles bekamen wir direkt am Gate unsere Rollstühle, so wie es sein soll und sind dann alleine, nachdem wir uns für die Hilfe bedankt und gesagt haben, dass wir von hier aus klar kommen, durch die Sicherheitskontrollen und zum Gepäckband gerollt. In einem barrierefreien Flughafen, in dem man die Aufzüge selbst bedienen kann auch kein Problem. In Düsseldorf braucht man für einige Aufzüge einen Mitarbeiter!

Auch auf der Rückreise lief alles super. Wir sind abends geflogen, mussten den Mietwagen aber schon vormittags abgeben, sodass wir schon 8 Stunden zu früh am Flughafen waren. Wir konnten aber am Check In Schalter für einen früheren Flug unser Gepäck abgeben. Auch in LA wurde alles problemlos angenommen, unser Sperrgepäck abgeholt und wir wurden weder auseinander gesetzt, noch mit irgendwelchem Halbwissen aufgehalten.

Die Wartezeit konnten wir nun ohne Gepäck super nutzen und nahmen den Bus nach Santa Monica um noch einige Zeit dort zu genießen. Als wir wieder am Flughafen waren, ging alles super schnell. Wir kamen locker durch die Sicherheitskontrollen zum Gate und hatten sogar noch genug Zeit vor dem Boarding um in Ruhe auf Klo zu gehen. Doch dann wurden wir ausgerufen zum Gate gebeten. Das Boarding sollte früher beginnen. Aber selbst die kleine Hektik Einlage tat der guten Erfahrung keinen Abbruch, denn auch hier wurden wir nun ganz entspannt auf die Sitze gebracht. Leider waren das dieses mal nicht die, die wir uns ausgesucht hatten.

Doch auf Nachfrage durften wir auf diese Sitze umziehen und hatten nun sogar etwas mehr Beinfreiheit, was einen 10 Stunden Flug um einiges komfortabler macht.

In Frankfurt warteten schon unsere Rollstühle auf uns am Gate und wir bekamen wieder einen super Service, der so ein krasses Gegenteil zu unseren Erfahrungen in Düsseldorf darstellt wir man sich kaum vorstellen kann.

Der Grund für die schnelle Eskalation in Düsseldorf letztens war, dass wir mit dem Satz begrüßt wurden: „Ihre Rollstühle bekommen Sie am Band.“ Kein freundliches Hallo, kein wir schauen mal was wir machen können, kein wir versuchen unser Besten, nein nur ein geht nicht gibts nicht: „Ich arbeite hier schon seit Jahren. Das klappt bei uns nie!“ Ich verlangte meinen Rollstuhl und die einzige, die professionell uns serviceorientiert handelte, war der Ramp Agent, der das Boarding aufhielt und unsere Rollstühle bringen lies. Air Berlin und die Rollstuhlassistenten verneinten die Möglichkeit immer noch als unsere Rollstühle längst da waren.

In Frankfurt nun war das gar kein Problem und auch die Begleitung war hier wieder sehr aufmerksam und nett, sodass wir uns gern von ihnen bis zum Gepäck bringen ließen. Im Gegensatz zu Düsseldorf, wo wir uns blöde Sprüche anhören mussten und froh waren, dass wir die Typen endlich nicht mehr brauchten (nach dem sie uns den Aufzug bedient hatten, für viel mehr brauchten wir sie ja nicht).

In Frankfurt mussten wir die Reise mit dem ICE fortsetzen, was den Vorteil hatte, dass wir unser Gepäck direkt am Bahnhof abholen konnten. Auch der Einstieg in den ICE mit der Deutschen Bahn verlief problemlos.

Nach den Erfahrungen in Düsseldorf, frage ich mich nun, warum Düsseldorf sich nicht ein Beispiel an den Abläufen in Frankfurt nehmen kann. Warum muss die Erfahrung so extrem unterschiedlich ausfallen?

 

/David

© Photographer: Jens Goerlich - © Models: Jens Goerlich - © conditions: worldwide, 5 years, no advertising

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Flugschäden

Düsseldorf – Kopenhagen, das ist momentan unsere Hausstrecke könnte man sagen. Dank den engagierten Leuten aus Roskilde, die ein WCMX Event nach dem anderen organisieren, können wir öfter  ins schöne Sjælland reisen. Wir haben uns sogar für das Bonusprogramm von AirBerlin angemeldet, weil die eine gute und günstige Verbindung anbieten. Bisher waren wir auch immer sehr zufrieden, doch dieses mal sollte sich einiges ändern.

Es fing damit an, dass unser Hinflug annulliert wurde. Der Grund dafür wurde uns nicht genannt, was doof ist, weil man so eventuelle Ansprüche nicht hundertprozentig prüfen kann. Jedenfalls mussten wir eine Nacht im Hotel am Flughafen Düsseldorf übernachten, statt, wie geplant, in Malmö. Wir haben extra einen Tag eher gebucht, um endlich mal auf die schwedische Seite nach Malmö zu kommen. Ok, kann passieren, Ersatzflug war ja direkt am nächsten Morgen. Kein Malmö, aber zumindest verpassen wir nichts von den WCMX Shows beim Roskilde Festival.

Als wir in Kopenhagen ankamen, mussten wir uns aber in komplett durchnässte Rollstühle setzen. Offenbar hat das Bodenpersonal in Düsseldorf unsere Rollstühle längere Zeit im Regen stehen lassen. Nun kann man natürlich sagen, ihr hättet ja das Kissen rausnehmen können, aber zum einen gibt es Polster am Rollstuhl, die man nicht einfach so abnehmen kann, zum anderen wollen die ja auch, dass man möglichst wenig mit an Bord nimmt und das man schnell ist. Immer wieder muss man sich fragen, warum das Personal nicht geschult wird, mit den Sachen fremder Menschen sorgsam umzugehen. Dieses mal standen unsere Rollstühle nur im Regen, aber bei vielen anderen Flügen, wurden Sie geschmissen, sind runtergefallen, es haben ganze Teile gefehlt oder es waren sogar ernsthafte Schäden dran. Von Lackkratzern bis hin Beulen oder verbogenen Teilen, auch von Totalschäden hört man immer öfter. Da sind ein paar nasse Polster halb so wild, blöd nur, dass die individuell angepasst sind und somit der Schaden eventuell doch in den vierstelligen Bereich gehen kann…

Nun ja wir waren mit einem Tag Verspätung in Kopenhagen angekommen. Malmö haben wir ausgelassen und sind direkt nach Roskilde zum Festival. Wir hatten dort ein paar heftige Tage, eine hammermäßige Show vor vielen Hundert Leuten und eine verdammt gute Zeit. Doch ich überspringe diese Tage, denn ich möchte zum Rückflug kommen und meine Erlebnisse am Flughafen Düsseldorf teilen.

nicht schwer zu verstehen, oder?

nicht schwer zu verstehen, oder?

Am Flughafen Kopenhagen haben wir unsere Rollstühle mit zusätzlichen AirBerlin Tags versehen lassen, die eindeutig sagten, dass die Rollstühle ans Gate gebracht werden sollen. Dennoch kamen die Rollstuhl Assistenten des Flughafens DUS mit der Info, dass die Rollstühle am Band auf uns warten. Ich weigerte mich aber in den Rollstuhl des Flughafen überzusetzen und es entbrannte eine große Diskussion, ob wir ein Recht darauf hätten. Ich sage ganz klar ja, wir haben ein Recht darauf unsere Rollstühle, wie angemeldet und abgesprochen, am Gate zu bekommen, damit wir uns selbstständig, selbstbestimmt und ohne Hilfe durch den Flughafen schieben können. Wir bekamen unsere Rollstühle dann auch nach einigen Minuten völlig problemlos. Nur AirBerlin und die Mitarbeiter der Firma Klüh sahen dort Probleme wo keine waren und entfachten diese riesige Diskussion. Nun könnte man ja denken, dass sich damit alles erledigt hat, wenn da nicht ein streitsüchtiger Mitarbeiter der Rollstuhlassistenten gewesen wäre.

Die Mitarbeiter der Fa. Klüh mussten uns ja immer noch bis in den öffentlichen Bereich bringen, da man den Fahrstuhl am Gate nicht ohne Schlüssel bedienen kann. Einer der Mitarbeiter sagte uns immer wieder seine abwertende Meinung. Er glaube nicht, dass wir selbstständig sein können und wir seien auf seine Hilfe angewiesen, dass habe man ja grad gesehen. Dieses wiederholte er mehrfach und selbst als wir im öffentlichen Bereich uns nun von denen lossagen wollten, hielt er es für angebracht uns das nochmal zu sagen. Der Weg sei ja so weit, das können wir ja gar nicht alleine schaffen.

Ich sagte ihm nochmals, dass wir von hier an keine Hilfe mehr benötigen und sie einfach abhauen sollen. Selbst Lisa, die bis hierhin noch ruhig geblieben ist, war nun angepisst und wollte den Namen von dem Mitarbeiter wissen, um eine Beschwerde zu formulieren. Der Typ drehte sein Namensschild um und fing an aggressiv zu werden. Nun fragte ich ihm nach seinen Namen, woraufhin er mir die Mütze vom Kopf schlug. Sein offensichtlich stummer Kollege hielt ihn daraufhin zurück. Wer weiß was er sonst noch gemacht hätte. Sie gingen weiter, doch nun war ich endgültig auf 180 und wollte seinen Namen erfahren. Wir folgten ihnen ein paar Meter und dann drehte er sich um, erhob den Aisle Chair, mit dem wir aus dem Flugzeug geholt wurden und einer Sackkarre nicht unähnlich ist. Er drohte mir mit dem Stuhl in der Hand: „Soll ich dich nochmal zum Krüppel schlagen?“ Sein Kollege hielt ihn abermals fest und zog ihn davon. Um uns herum standen geschockte Passanten und Mitarbeiter des Flughafens, aber außer einen geschockten Blick unternahm niemand etwas.

Wir folgten den beiden weiter, bis sie im nicht öffentlichen Bereich verschwanden. Wir gingen nun weiter und suchten einen Bundespolizisten auf, um den Vorfall zu melden. Er nahm sich der Sache gerade an, als die beiden Typen um die Ecke kamen. Er sprintete hinterher und hielt sie fest.  Wir mussten noch eine Zeit warten bis die Kollegen der Landespolizei NRW  den Fall übernahmen. Währenddessen legte sich der Schlägertyp auch noch mit dem Polizisten an und spielte die Ausländerkarte (ja genau der Typ, der uns auf unsere Behinderung reduziert hat). „Wieso ist von vornherein klar, wer der Schuldige ist? Nur, weil ich Ausländer bin?“ Daraufhin stellte der Polizist erstmal klar, dass hier alle Leute festgehalten werden um die Sache zu klären und er sich nicht von ihm als Rassist in Ausübung seiner Pflicht darstellen lasse.

Später ließen wir dann eine Anzeige aufnehmen, woraufhin der Typ mich auch direkt wegen Beleidigung anzeigen ließ.

Anschließend begaben wir uns zur Firma Klüh, die für die Serviceleistung für mobilitätseingeschränkte Flugreisende dort zuständig sind, und beschwerten uns dort ebenfalls. Der Geschäftsführer war sehr dankbar, aber auch schockiert. Der Mitarbeiter hat auf jeden Fall mit Konsequenzen zu rechnen, eine Schulung reiche bei diesem Vorfall sicher nicht mehr aus. Dies sei in all den Jahren noch nichtmal ansatzweise passiert und er garantierte uns, dass er alles tut, das uns und anderen so etwas nie wieder passieren würde.

Das Gespräch war sehr positiv, wir fühlten uns verstanden und haben auch einige interessante Informationen bekommen. So ist es z.B. tatsächlich EU Recht, einen speziell angepassten Rollstuhl (wenn vorher angemeldet) direkt am Gate zu bekommen. Dass man dieses Recht aber auch bekommt, liegt leider nicht in der Hand der Rollstuhlservice-Mitarbeiter, sondern in der der Airline bzw. des Ramp Agents.

Solltet ihr mal am Flughafen Düsseldorf von einem Mitarbeiter der Firma Klüh schlecht behandelt werden, scheut euch nicht den Kontakt zu suchen. Ihr braucht übrigens keinen Namen des Mitarbeiters, da alle Mitarbeiter fest für einen Passagier eingeplant werden. Somit ist es später ein leichtes, den Namen des Mitarbeiters herauszufinden, ganz ohne, dass er sein Schild verstecken kann und aggressiv wird.

/David


Eine Zugfahrt die ist lustig…

Was war das für ein Tag! Der Tag als wir nach Berlin wollten. Es fing schon damit an, dass um 7 Uhr morgens, noch in der Koffeinierungsphase mein Handy klingelte. Die DB Mobilitäszentrale war dran. Die Einstiegshilfe für Dortmund muss abgesagt werden, weil dort schon drei (!) weitere Einstiegshilfen zur gleichen Zeit bestellt wurden. Zugegeben, wir haben wieder mal nicht nach den Regeln der Bahn gespielt, haben wir uns es doch erlaubt die Zugfahrt nur 20 Stunden, anstatt 24 Stunden vorher anzumelden. Diese vier Stunden mehr hätte die Bahn sicherlich dazu gebracht, mehr Personal bereitszustellen – klar ne!

Der Mobilitätsservice hatte mir aber vorher schon per Mail die Reservierungen für die Züge geschickt, sodass wir beschlossen die Fahrt wie geplant anzutreten. Wir riefen die Bahnhofsmission zur Hilfe, damit die uns wenigstens durch die Wirren des rollstuhlunfreundlichsten Großstadtbahnhofs Deutschlands (ich finde der Dortmunder Hauptbahnhof hat so einen Preis wirklich verdient) zu bringen. Mit deren Hilfe wurde dann sogar doch noch die Einstiegshilfe durch die Bahn realisiert, aber nicht ohne  eine Menge Kleinkrieg. Es hieß ich sei unfreundlich am Telefon gewesen und deswegen wäre die Hilfe abgelehnt worden. Zur Erinnerung: ich wurde noch vor Vollendung des Koffeinkonsums angerufen! Bevor ich überhaupt die Chance hatte unfreundlich zu werden, wurde mir bereits gesagt, dass die Hilfe nicht realisiert werden kann. Dass die Dame am Telefon so zart besaitet ist, kann ich ja nicht ahnen. Ich hab doch nur gesagt, dass ich denen im Bahnhof schon aufn Tresen kacken werde wenn die mich nicht mit dem Zug fahren lassen.

Nun kamen wir aber mit der Bahnhofsmission zu dem von uns gebuchten und vom Mobilitätsservice reservierten Zug und Wagen. Das neue Problem war ein anderes. Es war ein Großraum-/Fahrradabteil. Wir wollten aber mehrere Stunden nach Berlin fahren, da sollte man für ein 60 € Ticket erwarten können, einen vernünftigen Platz zu bekommen und vor allem ein Klo zu bekommen. Das ist ja nun nicht gerade übermäßiger Luxus oder?

Wir dachten es sei einfach der falsche Wagen reserviert worden, aber der Zug hatte wohl aufgrund seines Alters kein Rollstuhlabteil. Dass das einfach nur Quatsch ist, zeigt schon, dass der HKX bspw. mit gemischten tlw. sehr altem Wagenmaterial fährt und es dennoch schafft rollstuhlgerecht zu sein. Naja es wurde uns angeboten mit dem später fahrenden ICE zu fahren, der dann auch freie Rolliplätze mit Klo hatte. Wir mussten uns also dafür nur ein wenig die Finger am Bahnsteig abfrieren, denn in Dortmund kann man ja als Rollstuhlfahrer nicht einfach mal eben selbstbestimmt nach unten um sich ein warmes Getränk zu holen und noch zwei mal durch die Katakomden wäre ja wohl zu viel verlangt. So viel Personal hat man hier ja nicht.

Hier, in Deutschland, ist das halt alles anders. Wir fanden es schon sehr interessant, dass uns von mehreren Bahn Angestellten an diesem Tag gesagt wurde, als wir von positiven Erfahrungen aus anderen Ländern berichteten, dass wir ja hier nicht in den USA oder sonstwo wären, sondern in DEUTSCHLAND. Da geht so was natürlich nicht. So ein Vierte Welt Land wie Deutschland kann sowas natürlich nicht leisten und trotz unterschriebener UN Behindertenrechtskonvention werden die Rechte von behinderten Menschen ja eh mit Füßen getreten. Die treten ja auch nicht zurück diese Querschnittgelähmten, denkt sich die Bahn da offenbar. Wir hatten einfach mal wieder das Gefühl Fahrgäste 3. Klasse zu sein, mussten wir uns doch Sprüche von der Bahn anhören wie: „Sie wurden ja auch offiziell abgelehnt!“, „Wir können ja nicht 100 Rollstuhlfahrern helfen, so viel Personal haben wir nunmal nicht.“ oder „Reserviert wurde ja auch nur für zwei Personen mit Fahrrädern.“ Um nur einige zu nennen. Ich könnte mir auch die Tonaufnahme nochmal anhören um noch ein paar weitere Zitate aus dem Hut zu zaubern, aber ich möchte mein Blutdruck niedrig halten.

Als wir dann endlich im ICE nach Berlin gefahren sind, schien die Story sich dem Ende zu nähren, aber es sollte noch einiges passieren. In Stendal zum Beispiel wurde der Zug auf einmal picke packe voll und siehe da, es handelte sich um die Fahrgäste des IC Zuges, der aufgrund seines Alters kein Rollstuhlabteil hatte. Ist er nun auch aufgrund seines Alters stehen geblieben? Da hat die Bahn wohl ganz schön schlechtes Karma bekommen nach der Aktion. Der ICE rollte weiter und in Berlin gab es dann eine weitere Schrecksekunde. Die Ausstiegshilfe war nicht zu sehen. Da der Hauptbahnhof aber nicht Endstation war, wollten wir vermeiden weiter zu fahren und so drückte ich meine Reisetasche einen hilfsbereiten Fahrgast in die Hand und sprang aus dem ICE. Keine Rampe zu sehen, also machte Lisa es mir nach und mit der Hilfe von den freundlichen Fahrgästen bekamen wir alles aus dem Zug.

Ich filmte diese Aktion und schwenkte dann über den Bahnsteig, wo ich die Dame vom DB Servicepersonal entdeckte, die die Rollirampe in unsere Richtung schob. Doch anstatt sich zu freuen, dass wir bereits ausgestiegen sind, fragte Sie nur: „Sollte ich Sie aus dem Zug holen?“ Wir sagten, eigentlich schon und dann fing sie an ungemütlich zu werden. Sie wollte meine Kamera sehen, da es ja nicht sein kann, dass ich hier Fotos von ihr machen würde. Ich sagte ihr, dass ich gefilmt hab, wie meine Freundin aus dem Zug klettern musste, weil Sie nicht zu sehen war. Aber sie wollte weiter nur, dass ich das Foto lösche. Sie hörte mir also nicht mal zu, denn ich habe ihr mehrfach erklärt, dass ich ein Video gemacht hab, kein Foto. Lisa erklärte ihr auch, dass es ein Unterschied ist, ob ich nun jemanden direkt filme oder fotografiere oder jemand im zufällig im Hintergrund ist. Ich gab ihr auch meine Visitenkarte und sagte, wenn ich etwas online stelle, finden sie das dort. Sie hat die Karte aber nicht angenommen und drohte mit Sicherheitspersonal und Polizei, was mich aber kalt lies.

Ein Bild aus dem "verbotenen Video" bevor die DB Trulla ins Bild kam

Ein Bild aus dem „verbotenen Video“ bevor die DB Trulla ins Bild kam

Lisa und ich packten weiter unsere Sachen zusammen und gingen Richtung Ausgang. Die Dame blieb uns dicht auf dem Fersen, bis sie dann endlich seine Streife von Bundespolizisten im Bahnhof erspäht hatte und auf uns hetzte. Die Polizisten jedoch erklärten ihr das, was wir auch schon mehrfach gesagt haben. Das sie als öffentliche Person damit leben muss hier bei der Arbeit auf dem ein oder anderen Foto zu landen. Der Polizist lies sich meinen Ausweis geben, glich das mit der Visitenkarte ab und gab der DB Angestellten die Karte mit der Bitte dort nachzuschauen. Sie wiederum konnte das alles gar nicht verstehen und wurde immer schlecht gelaunter, konnte aber nun nichts mehr an der Situation retten und verschwand mit dieser peinlichen Aktion sichtlich angepisst in die Weiten des Hauptbahnhofes.

Nun dachten wir das wäre das Ende der Story, doch im Hotel spielte sich noch wesentlich mehr ab. Da ich nach diesem traumatischen Erlebnis nicht mehr in der Lage war etwas zu schreiben, hab ich das einfach mal in einem Video (Achtung! Nicht ganz jugendfrei!) festgehalten:

Nach all den Ereignissen hatten wir aber wieder eine schöne Zeit in Berlin. Zuerst mit dem Auftakt für die Spendenaktion des zukünfigen Peter Panther Park der Kurt-Tucholsky-Oberschile in Berlin Pankow mit meinem alten Sportverein Pfeffersport Berlin. Später haben wir uns noch schöne Stunden an den Berlin Bowls im Gleisdreieck Park gemacht, sowie mit Punkrock Konzerten beim Myfest von DxBxSx am Core Tex. Aber auch geschafft mit Laura und Anhang die Sonne in Fhain zu genießen.

UPDATE

Es gab einen interessanten Kommentar in einer Facebook Gruppe, darauf meine Antwort mit einem Update zu der Geschichte.

Kommentar:
Ich sehe da so einige Fehler. Und zwar beim Rollifahrer selber. Eine Fahrt von Dortmund nach Berlin macht man nicht so ganz spontan. Warum meldet man die Mobilitätshilfe so spät an ? Gut, kann passieren. Dann ruft also morgens früh die Mobilitätszentrale an und sagt das die Hilfe so nicht geht. Anstatt mal abzuwarten was die vorschlagen (es hätte dann nämlich ohne Zusatzkosten schon bei der Hotline der ICE abgesprochen werden können) wird man pampig. Spätestens das sollte definitiv NICHT passieren. Denn dadurch wurde die frühzeitige Problemlösung durch die beiden Rollifahrer schon mal verhindert.

Den Dortmunder Hbf als den Rolli-unfreundlichsten Bahnhof Deutschlands zu bezeichnen zeugt von absoluter Ahnungslosigkeit. Immerhin sind mit Hilfe durch Mitarbeiter ALLE Bahnsteige mit dem Aufzug (teilweise Lasten-Aufzug) erreichbar. Das ist bei sehr vielen anderen Bahnhöfen nicht der Fall. Da geht dann selbst mit Hilfe der DB nichts. So z.B. an der gesamten Rheinstrecke linksrheinisch von Koblenz in Richtung Süden auf weit über 100km.

Die Fehler ziehen sich dann als „roter Faden“ durch den ganzen Bericht. In Berlin z.B. „springt man aus dem Zug“ (Zitat) ohne sich vorher zu vergewissern ob die Mobilitätshilfe nicht doch unterwegs ist. Da das Zugpersonal von den beiden Rollifahrern wusste hätte der Zug doch eh gewartet bis beide draußen waren.

Auch das beharren auf der Zulässigkeit von Videoaufnahmen zeugt eher von Naivität. Denn auch der Bundespolizist hatte Unrecht. Das Bahngelände ist Privatgelände. Dadurch unterliegen alle Video- und Fotoaufnahmen der Hausordnung der DB. Die verweist auf die Foto- und Videogenehmigung der DB und da steht drin das die Rechte der Mitarbeiter am eigenen Bild zu beachten sind. Also war die Videoaufnahme ganz klar unzulässig da die Mitarbeiterin dem widersprochen hat. Auf Anfrage per PN kann ich das PDF mit der angesprochenen Foto- und Videogenehmigung gerne zuschicken.

Sorry, wenn ich SO an solch eine Reise ran gehe ist der Misserfolg vorprogrammiert ! Wenn ich eine angenehme Reise haben will muss ich meine Planung schon auf meine Ansprüche ausrichten. Und vor allem muss ich (wenn ich schon auf Probleme aufmerksam gemacht werde) auch aktiv an einer Problemlösung mitarbeiten.

Selbst wenn man (wie meine Frau und ich) gerne mal spontan und ganz ohne Anmeldung unterwegs ist trifft man (fast) immer auf engagierte, nette Mitarbeiter die immer beim lösen von Problemen helfen.

Meine Antwort:
So mal von vorn nach hinten: Eine Lösung wurde nicht angesprochen, sondern bis zu dem Punkt wo ich pampig wurde hieß, es Pech gehabt, Arschkarte, meld dich früher an. Tut mir Leid aber Lösungsorientiert war das nicht. Und doch ich muss dir weiterhin widersprechen, wir fahren öfter spontan auch mit der Fernbahn und das ist unser gutes Recht! Zugegeben, dieses mal hab ich es etwas verpeilt, weil es mir aber auch aufn Sack geht, dass ich zu dem normalen Ticketkauf nochmal alle Daten angeben muss um mich anzumelden. Warum kann man das nicht schon beim Ticketkauf? Warum wird das nicht einfacher gestaltet? Wäre sicher kein Problem, aber es ist wohl nicht gewollt.
Dann hast du offenbar nicht richtig gelesen. Ich habe den Dortmunder Hauptbahnhof nicht als rollstuhlunfreundlichsten Bahnhof Deutschlands betitelt, sondern als rollstuhlunfreundlichsten Großstadtbahnhof Deutschlands, da liegt ein Riesen Unterschied. Und solche Preise sind durchaus gängig bei der Bahn, denn meine Heimatstadt Frankfurt Oder wurde „Schönster Kleinstadtbahnhof“ und der ist sogar barrierfrei. Dass du nun die Bahn lobst weil die es schaffen alle Gleise erreichbar zu machen in einer Großstadt, lässt erahnen, dass du Ziele offenbar tief ansetzt oder sehr positiv bewertest. Ich finde es schrecklich jedes mal durch den stinkenden Müllgang zu müssen und dann, wenn ein Zug Verspätung hat oder eben auf einen anderen ausgewichen wird, nicht selbstständig runter zu können um mir nen verdammten Kaffee, ne Brezel oder was anderes kaufen zu können, nicht mal auf Klo kann ich einfach so gehen. Also was bitte soll ich daran positiv bewerten???
Der rote Faden zieht sich durch dein Kommentar. Denn ich bin aus dem Zug gesprungen (und da kannst du die Anführungsstriche weglassen) als ich mehrfach aus der Tür gelinst hab und keinen erblicken konnte. Ich hatte nunmal keinen Bock mit dem Zug einen Bahnhof weiter zu fahren. Dem Bahnpersonal jedenfalls traue ich da nicht, dass die warten.
Wir haben im Bahnhof nicht gewerblich gedreht, sondern rein privat und das verbietet auch die Bahn nicht. Nachdem die Mitarbeiterin sich geäußert hat, habe ich das selbstverständlich sofort eingestellt und somit absolut rechtens gehandelt. Die Dame darf mich gern anzeigen, es würde nie zu einer Verurteilung kommen, warum auch!?
Im Übrigen wir sind zu netten und engagierten Leuten auch immer nett und freundlich, so etwas wie an diesem Tag erlebt man zum Glück seltener. Öfter erlebt man aber, dass Rechte behinderter Menschen beschnitten werden und mit Ausreden abgetan werden und das lass ich nicht zu! So etwas kann ich nicht gelten lassen.
Die Geschichte ging ja durchaus auf der Rückreise weiter… in Hamm (bis dahin hat alles super geklappt und alles war toll) fiel der Zug aus. Es wurde duch die Blume mitgeteilt, dass sich die Passagiere gern schon mal eine andere Verbindung suchen können. Als ich die Zugbegleiterin ansprechen wollte, entgegnete sie mir , bevor ich auch überhaupt nur eine Frage stellen konnte: „Nein, sie bleiben erstmal hier!“ Im Ernst? Was soll das? Darf ich als Rolsltuhlfahrer nicht selbst entscheiden was ich mache? Kann man nicht darüber sprechen? Findet man so Lösungen? Nein, findet man nicht. Sie war danach sichtlich überfordert, aber anstatt einfach mal meine Fragen anzuhören um nach Lösungen zu suchen wurde ich in der Tür stehen gelassen. Sie entfernte sich ein Stück, sie dachte wohl ich könnte dann nicht hinterher… als ich sie dann wieder fragte, musste mir ein Passagier antworten(!) als ob sie mir nicht sagen dürfe ob der Zug da gegenüber auch in Dortmund hält… Mein Vorschlag war simpel, wir steigen hier aus und da drüben rein. „Dann müsse erstmal einer vom Service geholt werden, ist aber keiner hier“ Ja dann vielleicht ma einen rufen? Ja muss der Schaffner machen, stammelte sie und verschwand. Kurz danach war auch klar, dass der Zug nicht mehr fahren wird und alle aussteigen mussten. Den Zug gegenüber, welchen ich nehmen wollte, war dann auch schon weg. Also tut mir Leid, aber ich sehe hier 1000 Fehler und zwar nicht bei mir, bei mir sehen ich einen, dass meinen Kaffee erst um 7 Uhr getrunken habe!
Tipp:
Noch mehr davon gibt es auf Facebook in der Gruppe „Alles rund um den Rolli

/David


Zu B-Behindert!?

Mensch die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, haben die Möglichkeit wenn sie mit der Bahn verreisen eine Begleitperson kostenlos mitzunehmen. Dafür gibt es im Schwerbehinderterausweis das Merkzeichen „B“.

David und ich nutzen dies, wenn wir mit dem ICE fahren. So braucht nur einer von uns beiden ein Ticket und er andere fährt umsonst. Das wir beide Rollstuhlfahrer sind, hat bislang noch niemanden gestört. Deswegen war der Zug das Mittel unserer Wahl, als unsere italienische Austausch-Rollifahrerin und ich im Herbst nach Berlin fahren wollten. Auch dieses Mal war das kein Problem, erst 20 Minuten bevor wir wieder in Dortmund waren, machte uns der Kontrolleur darauf aufmerksam, dass ein Rollstuhlfahrer ja schlecht die Begleitung eines anderen Rollstuhlfahrers sein kann.

„Äh, bitte was??“

Ich bat ihn, mir dies zu erklären. Konnte er nicht, aber „irgendwo steht das“. Also erklärte ich ihm, dass ein anderer Rollstuhlfahrer sehr wohl Hilfeleistungen bringen kann. Dass es explizit NICHT um den Ein- und Ausstieg ginge, da dafür die Rampe da ist. Wo sonst könnte ein Rollstuhlfahrer Hilfe brauchen? Z.B. bei Toilettengang. Da kann aber eben auch ein anderer Rollstuhlfahrer behilflich sein.

Leider konnte der Kontrolleur uns auch nicht sagen, wer denn jetzt genau wen nicht begleiten darf. Darf mich meine kleinwüchsige Freundin begleiten? Sie ist ja immerhin Fußgängerin! Oder mein Vater, der hat Diabetes, darf der oder ist er zu behindert?

Boston

Foto: Anna Spindelndreier

Die gleiche Diskussion haben David und ich auch schon im Kino geführt. In dem Fall glaube ich, könnte sogar eine Missinterpretation einer Regelung vorliegen. Es soll schon vorgekommen sein, dass zwei Rollstuhlfahrer der Meinung waren, dass sie jeweils den anderen begleiten und somit niemand zahlen müsste. Dies ist selbstverständlich nicht gemeint!

Es ist wohl an der Zeit den Menschen zu zeigen, dass sich auch Menschen mit Behinderung sehr gut untereinander helfen können. Warum sollte z.B. ein Rollstuhlfahrer nicht in der Lage sein, einen Sehbehinderten von A nach B zu führen? Oder ein Rollstuhlfahrer dem anderen eine Stufe hoch helfen?

Tatsächlich habe ich auch ein Dokument gefunden, dass sich mit dem Thema beschäftigt. Zu dumm, dass ich es damals während der Zugfahrt nicht parat hatte…

http://ksl-nrw.de/fileadmin/mobile/verkehr/begleitperson_mit_merkzeichen_B_januar_2014.pdf

Spontan mit dem Zug verreisen - ohne Diskussionen! Foto: Anna Spindelndreier

Spontan mit dem Zug verreisen – ohne Diskussionen! Foto: Anna Spindelndreier

/Lisa


Bahn fahren? Nur allein!

Wenn David und ich Bus oder Bahn fahren, dann meistens zu zweit. Eigentlich keine große Sache und ganz normal, dass ein Pärchen zusammen reist. Nun stellt euch mal vor, man würde euch lautstark zu verstehen geben, euer Partner dürfe mit fahren, aber ihr müsstet auf den nächsten Bus warten – der kommt aber erst in einer Stunde. Die meisten würden sich wohl ziemlich verarscht vorkommen, und das mit Recht! Leider ist dies aber oft traurige Wahrheit für Rollstuhlfahrer.

Die Red Line brachte uns nach Boston - Foto: Anna Spindelndreier

Zusammen Bahn fahren, in Amerika klappt’s – Foto: Anna Spindelndreier

Vor ein paar Monaten zum Beispiel waren wir unterwegs in Frankfurt/Oder. Dort fahren sowohl barrierefreie, als auch alte, nicht barrierefreie Bahnen. Die barrierefreien Bahnen fahren recht selten. Je nach dem welchem Fahrplan man traut (die weichen nämlich auch stark voneinander ab), können schon mal 1,5 Stunden zwischen zwei barrierefreien Bahnen liegen. Da wir aber schon mal zusammen in Frankfurt/Oder Bahn gefahren sind und uns damals sogar der Fahrer rein helfen wollte, haben wir uns nichts weiter dabei gedacht und haben uns zur Haltestelle aufgemacht. Als wir vorne einsteigen wollten, versperrte uns die Fahrerin den Weg. „Ich hab hier schon einen Kinderwagen, Sie müssen die nächste Bahn nehmen!“, hieß es. Wir haben ihr mitgeteilt, dass die nächste für uns nutzbare Bahn laut Plan erst in 1,5 Stunden kommen würde und wir sicher nicht so lange warten würden. Einen von uns könne sie wohl mitnehmen, aber zwei ginge auf keinen Fall. Wir machten ihr klar, dass wir nur zusammen fahren würden, einen Termin hätten, schonmal in Frankfurt zusammen Bahn gefahren sind und diese (angebliche!?) Vorschrift eh Schwachsinn ist. Sie ließ sich auf nichts ein, so dass wir weiter hinten eingestiegen sind. Trotz ihrer Beteuerung, sie würde so nicht losfahren, tat sie es schließlich doch. Wir haben uns auf eine Bank umgesetzt und haben unsere Rollstühle festgehalten, so wie es weiter hinten eine Frau mit ihrem Koffer tat…

Wie kommen Menschen auf die Idee, dass diese Regel funktionieren oder Sinn machen könnte?? Wer soll da durch wen oder was gefährdet werden? Was macht eine Mutter im Rollstuhl mit einem Kind im Rollstuhl (ja, das soll es geben, hallo Nicole und Max Luca ;))? Oder eine Familie mit gehbehinderten Zwillingen? Wie sieht es mit Rollatoren aus, wieviele dürfen davon mitgenommen werden? Und warum ist ein durch die Gegend fliegender Rolli gefährlicher als eine Reisetasche?

Leider sind Bus- und Bahnfahrer oft so in ihren Vorschriften gefangen, dass sie diese offenbar nicht hinterfragen. Grund genug für uns, da in Zukunft was zu ändern. Für dieses Jahr planen wir die Erarbeitung eines Schulungskonzepts für Verkehrsunternehmen, in der Hoffnung ein Umdenken in Gang zu setzen.

 

/Lisa


DB 3S minus 2S = Service der Bahn

Grenzen sind wie Barrieren, manchmal kann man sie überwinden, manchmal nicht. Wir sind definitiv dafür Grenzen und Barrieren abzubauen, aber bis diese weg sind, müssen wir sie halt irgendwie umfahren. Dann gibt es Tage, da scheint auch alles grenzenlos zu sein und Tage, an dem direkt vor einem Mauern aufgebaut werden. Gerade erst haben wir beim Tag ohne Grenzen in Hamburg so schön beeindruckend zelebriert, wie viele Möglichkeiten Rollstuhlfahrer und behinderte Menschen heutzutage haben.  Da viele Leute davon noch gar nichts wissen, sind solche Veranstaltungen sehr wichtig. Wichtig, um der breiten Masse die veralteten Stereotype auszutreiben, aber auch um Rollstuhlfahrern selbst neuen Perspektiven zu schaffen, Ängste abzubauen und für neue Dinge zu motivieren. Vielen Dank für diese tolle Möglichkeit die Vielfalt des Sports unter die Leute zu bringen liebe DGUV!

Dann aber gibt es diese Tage, wo man ungewollt der breiten Masse zeigt, dass man halt doch nicht so frei und selbstbestimmt ist. Oftmals haben diese Tage mit einer Bahnreise zu tun. Ob es da einen Zusammenhang gibt? Wir meinen JA!

Dieses Wochenende sind wir nach Berlin gefahren, genauer noch nach Rüdersdorf bei Berlin, um die Brandenburg Open um einen Programmpunkt zu erweitern. Dass dieser wegen der ständig wechselnden Wetterlage dann ins Wasser gefallen ist, ist natürlich ärgerlich, aber zum Glück haben wir uns noch mehr vorgenommen an diesem Wochenende. Wir waren in Brandenburg an der Havel um meine alte Rehaklink in Hohenstücken besuchen und haben eine alte Freundin wiedergesehen, was wirklich toll war und allein die Reise und das Wochenende zu einem gelungenen Trip macht. Aber es gab da dann doch noch einige Sachen, die man zumindest mal bedenken sollte.

Unser Hostel bspw. hatte eigentlich alle Voraussetzungen uns ein stressfreies Wochenende in Berlin zu verschaffen. All In hieß es und das kann ja schon mal heißen, dass alle rein können, muss aber nicht heißen, dass man das alleine kann. Nach 22 Uhr fährt der Aufzug auf einmal nicht mehr nach unten, man muss erst das Personal aufsuchen um raus zu kommen. Halb so wild, aber warum muss man eine Toilette / Dusche ein Stockwerk höher nutzen und dann noch nicht mal das neben dem Aufzug, sondern ein weiteres viel weiter entfernt, wo es doch eins auf der selben Etage, unweit vom Zimmer, gibt. Angeblich gehörte es zu einem Zimmer… Aber warum ist es dann von draußen als betretbar und gekennzeichnet? Ok, auch noch nicht so wild, es ist immerhin möglich. Doch wenn man erst etliche Male mit voller Blase, oder früh am Morgen / spät Abends zur Rezeption muss, weil das zugeteilte Klo nicht öffnen möchte, dann ist das doch irgendwie scheiße, wenn man von den anderen Klos weiß. Auch das Zimmer war nicht so super (wir hatten ein 8 Bett Zimmer zu zweit). Man konnte nicht am anderen vorbei und selbst kaum drehen. Andere offenbar freie Zimmer, hätten da mehr Platz geboten. Andere bezahlen für das selbe Zimmer jedenfalls deutlich weniger… Ok dann hat man ein paar fremde bei sich im Zimmer, aber man spart halt auch Geld. Wir dachten uns ja auch: Hey wir gönnen uns mal was, pennen nicht bei Freunden auf dem Boden und nehmen uns ein Doppelzimmer. Naja beim nächsten mal surfen wir vielleicht doch lieber wieder ne Couch, denn da kommt man auf jeden Fall rein und raus, man kann auf Klo und auf die Dusche wann immer man will / muss. Bei Freunden pennt man ja auch mal auf dem Boden, aber dann macht man das gern, bezahlt nix und man´weiß, dass man sich ein Bad teilen muss. Das All in Hostel hatte aber mehrere Rolliduschen, ließ uns aber nur ein sehr entferntes nutzen und wenn gerade ein anderer Rollifahrer (oder auch keiner) dort drinnen war, musste man wieder ein Stockwerk nach unten, um nach einem anderen Bad zu fragen.

Die Lage im Herzen Friedrichshains war aber super, sodass Lisa viele Cupcakes und ihre geliebten Spätzle bekam und ich einen Abstecher in die Jägerklause machen konnte. Auch Kreuzberg war easy zu erreichen und so war locker ein Besuch bei Iriedaily drin, wo mit nem Kaffee auf den gemeinsamen Weg angestoßen werden konnte und Pläne für den zukünftigen Weg geschmiedet wurden #staytuned 😉

Nun mussten wir aber weiter nach Rüdersdorf – S7 nach Ostkreuz, S3 nach Friedrichshagen und mit der Tram 88 nach Rüdersdorf. Eigentlich ganz einfach,  wenn da nicht dieser Unsicherheitsfaktor Aufzüge wäre. Ein einziger defekter Aufzug am Ostkreuz durchkreuzte jedenfalls unseren Plan und wir mussten den Umweg Alexanderplatz, RE1 nach Erkner, S3 zurück(!) Richtung Berlin nach Friedichshagen in Kauf nehmen. Der RE1, der uns ja auch schon von Magdeburg nach Brandenburg und von dort nach Berlin gebracht hat, erschien mir auch nicht mehr so vertraut wie früher. Es sind dort jetzt die Rollstuhlplätze weiter in der Mitte des Zuges, die Rampen sind nicht mehr automatisch und es stand eine Wand aus Metall zwischen Lisa und mir.

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@dieBahn baut eine Mauer zwischen uns auf 😢

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Der Rückweg aus Rüdersdorf war dann allerdings noch interessanter, denn am S Bahnhof Friedrichshagen ging der grad noch benutzte Aufzug nicht mehr. Auf Nachfrage bei der 3S Zentrale der DB wurde dieser am Morgen als Störung gemeldet. Ein Auftrag zur Reparatur wäre schon raus, der Monteur entscheidet aber selbst wann er diesen in Angriff nimmt. Sonntag jedenfalls nicht. Was man dann für Möglichkeiten hat war lange ein Rätsel. Wir sollten eine andere Straßenbahn in Richtung Köpenick nehmen, ob diese aber barrierefrei ist, konnte man uns nicht sagen. Einen Notfallplan gäbe es jedenfalls nicht. Ein Taxi könnten wir nehmen, natürlich ohne Zusage, dass die Kosten von der Bahn übernommen werden können. Was die wohl gemacht hätten, wenn wir da ein Zelt bis Montag aufgeschlagen hätten? Die Polizei gerufen wegen unangemeldeter Demo?

Aber wenn der Monteur doch erst auf einer seiner nächsten Touren vorbei kommt und es offenbar keine Alternative gibt, muss man halt ein paar Tage im Bahnhof bleiben. Als Bahnkunde muss man eben flexibel sein. Unterm Strich hatte die 3S Zentrale keine Lösung bieten können und somit in 2 von 3 S versagt: Service-Sicherheit-Sauberkeit.
Schlussendlich halfen uns Passanten unsere Koffer, Rollstühle und Equipment die Treppen hoch zu tragen, während wir diese erklimmten. Bahnhofspersonal hätte dies nicht getan, aus versicherungstechnischen Gründen, wie ich es schon oft gehört habe. Freundliche Passanten tun dies aus Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, doch was wenn die sich nun dabei verletzen würden? Sich überheben oder den Rollstuhl die Treppen runter fallen lassen? Ich finde bei all unseren Regeln sollte man manchmal auch einfach menschlich und hilfsbereit sein, auch als DB Mitarbeiter.
Ob man nun wegen Körperverletzung, Nötigung oder Ähnlichem gegen die Bahn vorgehen kann weiß ich nicht, aber irgendwas sollte man mal tun, damit die Bahn mal merkt, dass es Sinn macht die Aufzüge und Rolltreppen in Schuss zu halten.

Stellen sie sich doch mal vor, es gäbe keine Treppen und alle wären darauf angewiesen. Keiner könnte ohne Aufzug den Service der Bahn in Anspruch nehmen, keiner würde zahlen. Wie schnell wären wohl alle Bahnhöfe barrierefrei zugänglich und mit redundanten Aufzugssystemen ausgestattet? Aber für so ein paar motzende Rollifahrer doch nicht. Wie viele aber in den 30 Minuten dort ihre Kinderwagen, Fahrräder, schweres Gepäck  hoch tragen mussten, humpelnd, schnaufend, fluchend… eigentlich sollte es auch mit der Existenz Treppen klar sein, wie wichtig die barrierefreie Zugänglichkeit der Bahnhöfe ist.

Mittlerweile sitzen wir im ICE nach Hause. Die Einstiegshilfe hat ohne Probleme geklappt. Wir waren am Ostbahnhof aber auch angemeldet. Wie sehr der Service davon abhängig ist, hatten wir gerade erst wieder im RE1 gemerkt. Dort wurden wir mehrfach darauf hingewiesen, dass wir ein Störfaktor sind und ein Grund für Verspätungen wenn wir uns nicht anmelden (zu diesem Zeitpunkt sind wir schon eigenständig am in Brandenburg ebenerdigen Bahnsteig 1 eingestiegen!). Wir haben mehrfach dann daran erinnert, dass ein Regionalzug, anders bei einer Fernreise, einfach auch mal spontan und ohne Planung genutzt wird. Man kann diesen also gar nicht anmelden , schon gar nicht an Brandenburgischen Kleinstadt Bahnhöfen.

Selbstbestimmte Mobilität ist für viele Zugbegleiter offenbar immer noch ein unbekanntes Mysterium. Dennoch vielen Dank Deutsche Bahn, dass wir wieder einmal sicher von Dortmund nach Berlin und wieder zurück gekommen sind, wenn es auch wieder einmal einige Nerven gekostet hat.

/David

(Positive) Fotos und Videos vom Trip:


Ulmer Kletterstuben

Letztes Wochenende waren wir in Ulm. Die Popbastion Ulm hat in die Reithalle zur Inklusion in der Bastion eingeladen. In der Reithalle werden heute aber keine Pferde geritten, sondern Skateboards, Bikes und jetzt auch Rollstühle. Denn die Reithalle wurde umgebaut in eine schnieke Skatehalle.

Den Weg nach Ulm bestritten wir mit dem ICE und den üblichen kleinen Problemchen am Dortmunder Hauptbahnhof, obwohl, trotz später Anmeldung, hat die Reservierung der Sitzplätze geklappt, nur hatten wir dieses mal keine Nachricht darüber erhalten und sind nur durch Zufall in den richtigen Wagon geklettert. Auf die Einstieghilfe hatten wir bewusst verzichtet, mit dem Risiko, dass die Rolltreppen nicht gehen. Wir wussten aber zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht, dass wir dieses Wochenende noch öfter klettern müssen.

ulm klo 2Am Bahnhof Ulm angekommen, half uns der Zugbegleiter mit den Stühlen und dem Gepäck. Lisa kletterte raus und dann ich, schon fast draußen, kam auf einmal doch die Rampe und hätte um eine haaresbreite meine Beine abgehackt. Wo kommen die denn jetz her? Wenn man sie bestellt haben sie was zu meckern oder kommen nicht und wenn man sie nicht bestellt, sind sie da wenn man sie am wenigsten braucht. Komisches Volk diese DB Mobilitätshelfer.

Nunja, in Ulm angekommen schauten wir uns erstmal auf dem Bahnsteig um. Kein Aufzug zu sehen. Die DB Mobihelferin fragte, ob sie uns helfen könne. Wir verneinten. Dennoch sagte sie, sie könne nur einen nehmen. Wir guckten uns fragend an und erwiederten, dass wir wohl selbst fahren können. Dann rollten wir los, einen Aufzug gab es nicht, aber Rampen. Lange, steile Rampen. Wir hatten meinen alten Skaterolli dabei, als Ersatz und Leihstuhl für den Workshop und benutzten ihn um unser Gepäck zu transportieren, was den Rolli sehr schwer und fast unlenkbar machte. Trotzdem ging runter ganz gut, zum Glück sprang keiner in den Weg, ich hätte wohl nicht bremsen können…

Gepäckrolli

Die Rampe wieder hoch in die Bahnhofshalle aber hatte ich keine Chance alleine mit dem Gepäckrolli. Zum Glück kam schnell jemand zur Hilfe. Das Ulm auch nicht ganz so eben ist, hätte wir uns aufgrund der geographischen Lage denken können, aber in Ulm ist ja auch nur alles 500 m entfernt haben wir Google Maps vertraut, war ja auch so, aber halt auch ein paar Höhenmeter. Wir erreichten das Hotel mit einem weiteren hilfsbereiten Passanten, der unser Gepäck anschubste.

Die Klettertour war hier allerdings nicht vorbei, sie fing erst an. Die kleien Stufe und die blöden Türen machten mich noch nicht stutzig, aber als ich dann drinnen war, sah ich Treppen. Genauer gesagt drei Stufen, die zum Aufzug führten, keine Rampe und offenbar keine Zimmer auf der unteren Ebene. An der Rezeption ein junger Mann, ich schätze mal ein Azubi, der nicht genau wusste was er mit uns tun soll. Hm vielleicht lernt man erst im 3. Lehrjahr, dass man Menschen mit Behinderung auch ganz normal wie jeden anderen Gast behandeln kann. Aber woher sollte er es denn auch besser wissen, wenn seine Kollegen, älteren Semesters, es auch nicht besser wussten. Die Dame, die er rief, konnte uns wenigstens sagen welches Zimmer wir bekommen. Ich fragte, ob es denn rolltuhlgerecht sei. Sie sagte ja und ich fragte weiter, wie wir denn dahin kommen sollen. Es gibt eine Rampe. Aha, naja ich gab meine Unterschrift und war gespannt was da wohl aus dem Schuppen geholt wird.

Anlegerampen verhieß nichts gutes und so kam es dann auch, dass die Schienen, die an die Treppen gelegt wurden vielleicht für Kinderwägen funktionieren,  nicht aber für selbstständige Rollstuhlfahrer. Als Test lies ich den Gepäckrolli hochschieben, vom Azubi und wenn es nicht so traurig wär, hätte man laut lachen müssen. Nicht nur, dass man sich zu blöde anstellen kann einen Rollstuhl zu schieben, man kriegt noch nicht mal mit, dass die Rampen eben totaler Mist sind. Jedenfalls wollt ich mich nicht von denen hochschieben lassen, also kletterte ich, dann Lisa hinterher. Aus bisher ungeklärten Umständen fiel Lisas Rolli um und ihr teuer erstandener Kakao verteilte sich auf dem Boden. Wir waren beide extrem angepisst und wollten nur noch ins Zimmer.

Ulm HOtel

„Ich helfe ihnen mit der Tür, die sind ziemlich schwer.“ sagte der Azubi. Am Liebsten hätte ich gesagt: „Alter, wir sind hier gerade die Treppen hochgeklettert und du bist zu blöde einen Rollstuhl zu schieben, meinst du wirklich wir brauchen seine verdammte Hilfe.“ , aber ich sagte nur „ok“.  Die Tür war nicht schwer… Viel schlimmer war, dass er sich selbst auf ebenem Boden zu blöd anstellte den Gepäckrolli zu schieben. Er schob tatsächlich an den Rädern und kam damit unglaublich langsam voran.

Das Zimmer war zu unserer Überraschung tatsächlich Rollstuhlgerecht, naja sagen wir seniorengerecht. Die Dusche hang hoch, selbst auf dem niedrigsten Punkt. Die Toilette war ein Hochsitz und die Dusche war ein Hochdruckreiniger. Aber tatsächlich brachte man in dem recht kleinen Bad ganze vier riesige Griffe an, die das Bad noch kleiner machten.

Am nächsten Tag frühstückten wir, natürlich mit treppenspringen am Morgen. Dann wurden wir von unsren Gastbebern abgeholt und rollten die nächsten 500 m zur Bastion. Ein Gelände mit dem Roxy, der Reithalle, dem Schilli, einem, nein zwei Kinos. Echt super diese Popbastion. Zudem nette Leute, die alles in die Wege leiteten, sogar das Rollstuhlklo noch putzten, nachdem der Chef persönlich feststellen musste, dass es nicht leer geräumt wurde. Ich bin guter Hoffnung, dass bei meinem nächsten Besuch das Klo sofort benutzbar ist. Generell ist es ja sehr lobenswert, dass die Skatehalle über ein Rolsltuhlklo verfügt und der Klub Schilli neben an über noch eins. Die Voraussetzungen waren also super.

Der erste Teilnehmer, Urs, war super pünktlich und musste leider etwas warten bis wir uns gesammelt hatten. Leider war der Beginn nicht richtig mitgeteilt, sodass alle nach und nach eintrafen und ich immer wieder Einzelunterricht gab. Es waren aber echte Talente in Ulm, neben Urs, kam die Martina, welche mit ihrer Familie aus Österreich anreiste, sofort super klar und hätten mich eigentlich gar nicht gebraucht. Auch ältere Semester fanden den Weg in die Reithalle und weitere talentierte Rollstuhlfahrer konnten hier neue Bewegungserfahrungen machen. Urs machte sogar direkt seinen ersten Drop in von der Quarter!

Schilli

Man merkt, dass es Zeit wurde einen Workshop in Süddeutschland zu veranstalten und wir freuen uns, dass neben Ulm nächstes Jahr auch Münschen und Mühlacker auf dem Plan stehen werden.

Abends gingen wir noch in die Stadt. Lisa wollte unbedingt schwäbisch essen, Spätzle, Maultaschen, so in die Richtung. Zur Lochmühle sollte es dann sein, nachdem uns das Google, Veranstalterin und ein Freund unseres neuen Freundes Elias dieses empfohlen haben. Wir rollten also auch diese 500 m in die Stadt um festzustellen, dass es keinen ebenen Weg hinein gab. Also die Treppen runter in den Biergarten und die nächsten Treppen runter ins Restaurant. „Wir sind voll“ teilte uns die Kellnerin mit, dass es nur noch Plätze an der Theke gab. Aber diese Treppentour sollte nicht unbelohnt bleiben, also kletterten wir nun auch noch auf die Thekenhocker.

ulm restaurant2

Und es hat sich gelohnt, denn wir wurden mit einem richtig leckeren Essen belohnt. Später fuhren wir zurück zur Bastion und lauschten noch einem Konzert, bevor wir uns wieder mit dem Hotel, wo nun auch noch der Eingang zugeparkt war, rumärgerten.

Am Abreisetag kam die Veranstalterin Anthon um uns mit dem Gepäck zu helfen. Sie erklärte dem Hotelbetreiber nochmal etwas sachlicher, dass solche Rampen nicht rollstuhlgerecht sind, sondern nur eine Notlösung. Doch ich glaube, dass wir die ersten aktiven Rollstuhlfahrer waren, die dort diese Probleme ansprachen, denn sie schienen es einfach nicht zu verstehen. Vielleicht nehmen sie zumindest den Tip an und schreiben einen Hinweis auf die Internetseite. /David