Schlagwort-Archive: Allgemein

sit ’n‘ skate – Destroying Stereotypes

Fragt ihr euch auch warum hier manchmal ewig nix neues kommt? Sitzen die eigentlich nur rum? Haben die nix mehr zu berichten? Jein!

Ja, wir sitzen rum! 😉 Aber wir haben noch jede Menge vor, nur das unser neuestes Projekt jede Menge Zeit frisst gerade. Sitzen und Skaten ist ja ohnehin unser Motto, also haben wir nach dem tollen Fotobuch von Anna Spindelndreier uns nun auch ein passendes Logo gegeben und unter diesem Logo soll nun einiges passieren.

Abgesehen von der schon bestehenden Facebook Seite und dem Instagram Account, ist das vor allem einmal ein neuer Youtube Kanal. Ja, schon wieder ein neuer Kanal. Für alle die sich jetzt fragen, was das schon wieder soll, folgt hier eine kleine Erklärung.

Ich war mit meinem Kanal „David Lebuser“ auf dem ich seit 2009 WCMX Videos online gestellt habe nie so wirklich zufrieden, allein schon wegen dieser blöden URL, die ich mir ausgesucht hab zu einer Zeit, in der ich mich nie als Videomaker gesehen habe. Mit diesem Blog „The Wheel Rocking World of Lisa and David“, kam dann ein neuer Youtube Kanal, doch auch hier war die URL wegen des langen Namens nicht so wie gewünscht. Deswegen heißt nun dieser Blog auch nur noch „Lisa and David!, aber die URL vom Kanal lässt sich leider nicht mehr ändern . Da haben wir zu schnell geschossen. Mit dem neuen sit’n’skate Kanal wird es dann auch bald eine kürzere URL geben (sobald wir 100 Abonnenten haben – also los abonniert den Kanal 😉 ), außerdem einen einheitlichen Style mit unseren anderen Projekten.

lisaanddavid_header

Der Grieche hat uns einen neuen Header gebastelt – vielen Dank!

Denn unter sit’n’skate wollen wir nicht nur online auftreten, sondern immer und überall. Ja, wir machen uns damit selbstständig! Egal, ob Skatetreff, Workshop, WCMX event oder Präsentation… ab jetzt heißen wir sit’n’skate! Und ob wir am Ende mehr coole Klamotten kreieren oder mit anderen Aktionen unsere Brötchen verdienen, werden wir sehen. Auf jeden Fall starten wir gerade eine erste Testreihe von DIY Shirts, Sticker und ähnlichem. Außerdem kreieren wir „Produkte“ mit denen wir auf den Markt wollen und so richtig Kohle scheffeln können –  nein Quatsch – natürlich haben wir auch hier das selbe Ziel, wie bei all unseren Aktionen: Wir wollen werben für Teilhabe, Inklusion und vor allem wollen wir diese blöden veralteten Stereotypen aus den Köpfen verdrängen!!!

sit-n-skate_logo_conv

Warum wir dafür nun die Selbstständigkeit wählen, ist schnell erklärt. Mit all unseren ehrenamtlichen Engagements kommen wir nicht mehr hin. Weder zeitlich, noch finanziell. Wir sind hier am Limit, dabei wollen wir darüber hinaus noch viel mehr machen! WCMX muss bekannter werden, der Rollstuhl soll nicht nur als blödes Hilfsmittel gesehen werden und um die Masse zu erreichen, muss einfach noch viel mehr Zeit investiert werden. Wir wollen also nicht reich werden, sondern wir wollen versuchen davon zu leben und somit noch flexibler in unserem Engagement zu sein!

Ihr wollt uns dabei helfen? Die Gelegenheit kommt mit Sicherheit, aber jetzt helft ihr uns vor allem erst mal, indem ihr unsere Facebook Seite liked, unsere Inhalte teilt, auf Instagram folgt und unseren Youtube Kanal abonniert.

Vielen Dank schon mal und #staytuned –  da kommt noch einiges!

 

Cheers Lisa + David

 

 

Advertisements

Gedanken zu… Filme und Behinderung #LiveBoldly

Es wird momentan viel diskutiert. Das ist nichts neues, auch das Thema ist nicht neu. Filme zum Thema Behinderung und deren Darstellung darin. Auch gern diskutiert die Darsteller, meistens selbst ohne Behinderung. Grund für die Diskussion ist der Hollywood Film zum Buch „Ein ganzes halbes Jahr“ in dem es um einen Querschnittgelähmten reichen Typen geht, der sich in seine Pflege verliebt und trotzdem lieber sterben will. Nachdem sich der Anfang der Handlung liest wie bei „Ziemlich beste Freunde“ wird schnell klar, dass diese Handlung anders ist. Der Wunsch zu sterben, weil man zu behindert ist und so nicht leben kann… ich denke wir denken da anders drüber. Nun kenn ich weder Film noch Buch, habe nur ein wenig die Diskussion verfolgt. Deswegen möchte ich zum Thema ein paar Gedanken und Beispiele finden.

Gute Beispiele aus der näheren Vergangenheit für Filme mit dem Thema Behinderung sind „Ziemlich beste Freunde“ und „Vielen Dank für nichts“. Letzterer vor allem auch, weil er für den Diskussionspunkt der Besetzung Maßstäbe setzt. Der Hauptdarsteller des Films erleidet eine Querschnittlähmung durch einen Unfall. Der Schauspieler ist im wahren Leben nicht behindert. Bevor jetzt alle aufschreiben, muss ich aber sagen, dass er seine Rolle als frisch Verletzter Neurollifahrer super spielt. Er hat sich offenbar mit dem Thema befasst und auch das Rollstuhlfahren gelernt. Weiterhin spielen in weiteren Hauptrollen auch zwei Typen mit CP mit (rein aus dem Erinnerungsprotokoll meines Kopfes). Diese machen eine ebenso gute Figur in ihren Rollen und das Trio passt perfekt in den Film. Nun ist dieser Film natürlich nicht zu vergleichen mit der traurigen Geschichte des neuen Hollywood Dramas. Aber er zeigt, dass es nicht allein darauf ankommt, dass ein Schauspieler behindert sein muss um einen behinderten Menschen gut zu spielen.

Ein guter Schauspieler sollte sich aber mit seiner Rolle auseinander setzen und dafür arbeiten diese gut zu spielen. In einer ARD Serie „Rote Rosen“ hatte der Schauspieler Niklas Osterloh sogar an einem meiner Skateworkshops teilgenommen, mehrere intensive Rollstuhltrainingsstunden genommen und sich für längere Zeit an den Rollstuhl gewohnt. Er hat außerdem Gespräche mit verschiedenen Querschnittgelähmten geführt und am Ende hat sowohl er, als auch die Redaktion dahinter gezeigt, dass man dieses Thema durchaus angehen kann. Vor allem in so einer Serie kann ja der Schauspieler nicht einfach wechseln, nur weil er in der Story nun im Rollstuhl sitzt. Es war also besser, dass der Schauspieler sich auf seine Rolle vorbereitet, als dass sich nun ein Schauspieler im Rollstuhl in seine Rolle einpassen muss.

Dennoch ist es wohl oft so, dass Schauspieler im Rollstuhl einfach nicht gefragt werden. Dass es sie gibt und das sie gut sind, zeigt Teal Shearer. Was habe ich die erste Staffel ihrer Websoap „My Gimpy Life“ geliebt. Ok, das war ihr Ding, quasi ihr Leben in lustig aufgearbeitet – Realsatire quasi. Im Enddefekt fänd ich es gut, wenn öfter Schauspieler mit Behinderung Rollen spielen würden. Aber ich finde es gibt plausible Gründe warum eine Rolle auch nicht mit eben so einem äußerlich gut passenden Schauspieler zu besetzen ist.

Wenn die Rolle in der Geschichte auch Ausschnitte aus seinem nicht behinderten Leben (also zB vor dem Unfall ) zeigt oder wenn es eben mitten in der Story passiert, wie bei der Serie zB. Aber natürlich kann es auch einfach sein, dass der Schauspieler einfach nicht passt. Nicht für die Rolle oder nicht ins Team, denn auch das ist ja menschlich und normal. Es kann einfach vorkommen, dass von 10 möglichen Schauspielern nur einer für die Rolle passt. Man wählt ja sicher nicht nur nach Äußerlichkeiten aus, sondern auch nach Können, nach Qualität, Sympathie und vieles mehr.

Soviel zu meinen Gedanken dazu. Vielleicht schaue ich diesen traurigen Film ja mal und schreib dazu auch nochmal was, aber ich glaube nicht. Nicht weil ich ohnehin denke, dass die Story schlecht umgesetzt und an der Realität vorbei geschrieben ist. Nein, viel mehr weil ich solche Filme einfach nicht mag.

In diesem Sinne, schaut euch Vielen Dank für nichts an und nein ich gucke „Rote Rosen“ nicht (mehr) 😉 Aber ich habe mir einige Folgen angeschaut und muss sagen, das Thema wurde super angegangen und selbst ich hatte nichts zu meckern… naja ok, es hätte ein anderer Rolli sein können, aber hey man kann ja nicht alles haben.

Jetz is aber gut! Ende!

/David

Vom Film Vielen Dank für Nichts - Quelle: www.vielendankfuernichts-film.de

Vom Film Vielen Dank für Nichts – Quelle: http://www.vielendankfuernichts-film.de

 


Nase voll, Blog leer? – Eine Nachricht aus dem Krankenbett

Hallo Freunde

Falls ihr euch wundert warum hier gerade nix passiert, möchte ich euch sagen, dass wir momentan beide wie zwei Häufchen Elend Taschentuchberge produzieren und durch Husten kommunizieren. Unseren Jahrestag hatten wir uns auch anders vorgestellt, aber man muss es halt nehmen wie es kommt. In dieser Zeit ist es sogar anstrengend seine Gedanken in Worte zu fassen. Was für ein Glück, dass wir schon den ein oder anderen Text geschrieben haben.

Ganz neu und aktuell ein Text von Lisa auf dem Blog Kein Widerspruch mit dem Titel „Besser gut gerollt als schlecht gelaufen“. Im Ganzen findet ihr den hier: http://www.keinwiderspruch.de/menschen/lisa-schmidt/

Schon etwas länger her, aber auf der gleichen Seite erschien auch ein Text von mir: http://www.keinwiderspruch.de/menschen/david-lebuser/

Auch von mir in Deutsch geschrieben und vom IPC ins Englische übersetzt, ein Text über WCMX, also dem Skaten mit dem Rollstuhl: http://www.paralympic.org/blog/david-lebuser-what-wheelchair-skating-all-about

Und wer jetzt noch nicht genug von uns hat, kann die So tickt… Fragebögen lesen, von Lisa, mir und vielen anderen, auf http://www.rehacare.de

Und wenn es uns wieder besser geht, dann gibt es natürlich auch hier bald wieder neue Geschichten von uns.

Stay tuned!

Beste Grüße

Lisa + David

Wir haben uns gegenseitig angesteckt... mit Herzviren

Wir haben uns gegenseitig angesteckt… mit Herzviren


Sich vom Boden lösen – Wenn Räder den Boden verlassen

Vor nicht allzu langer Zeit schrieb ich einen Artikel für das Magazin fiduz von der Arbeitsstelle Frühförderung Bayern. Das Leitthema war „Sich finden – sich lösen, verbunden sein – sich trennen“ zu finden im Heft no. 33, 17. Jahrgang 1/2014; ISSN  1619-2958 ; www.fiduz-infoblatt.de

Ich in einem wissenschaftlichen, medizinischen, erziehungsfragenbeantwortendem Magazin? Ja! Und ungeändert nun hier für euch:

Mein Leben erfuhr einen großen Umbruch, als ich vor ein paar Jahren im Krankenhaus aufwachte und mir der Arzt mitteilte, dass ich querschnittgelähmt bleiben werde. Ich wusste nicht wirklich was das bedeutete und so nahm ich an, dass es nichts schlimmeres geben könne.

Aber zum Glück wurden mir schnell die Möglichkeiten aufgezeigt. Nach einigen Rollstuhltrainingsstunden und Sporttherapien wusste ich, es geht eine Menge! Schnell lernte ich den Rollstuhl zu beherrschen und ich merkte, dass meine Selbstständigkeit und meine Freiheit damit unmittelbar zusammenhängt. Denn je mehr ich lernte, desto weniger brauchte ich Hilfe, desto seltener musste ich umkehren, weil eine Barriere im Weg war. Dieser Ansporn brachte mich dann auch in den Skatepark, denn hier fand ich eine Spielwiese für meine Räder. Hier konnte ich meine Grenzen kennen lernen und kontinuierlich verschieben.

Ich fand Spaß daran die unüberwindbar zumutenden Schrägen und Rampen zu fahren. Nicht nur das Adrenalin tat seines dazu, vor allem die Erfolgserlebnisse geben einem immer wieder Motivation. Dazu kommt, dass ich im Alltag immer weniger Barrieren vorfand, die mich wirklich aufhielten. Irgendwann entschied ich mich das auch mit anderen zu teilen. Zuerst mit Videos über YouTube, doch nach meiner USA Reise wollte ich es direkt an andere weiter geben.

In den USA nahm ich an einem Event mit dem Namen „They will skate again“ von der Organisation Life Rolls On teil. Hier wurde Kindern, Jugendlichen und Junggebliebenen Rollstuhlfahrern von Skateprofis das Fahren im Skatepark gezeigt. Danach gab es einen Contest, die WCMX (WheelchairMX) Weltmeisterschaft. Ich wurde Dritter, was ein unglaublich gutes Ergebnis war. Was mich aber noch mehr beeindruckte, war die Erfahrung mit Gleichgesinnten im Skatepark zu fahren. Natürlich fahre ich auch gern mit meinen Nichtbehinderten Freunden, welche auf Skateboards oder BMX unterwegs sind, aber hier lernte ich an zwei Tagen mehr, als in den zwei Jahren zuvor.

Ich wollte so etwas auch in Deutschland veranstalten und nahm die Idee mit über den großen Teich. Zurück in Deutschland fand die Idee durchaus schnell Anklang, aber vieles sprach gegen mein Anliegen. Denn wie sind Rollstuhlfahrer versichert wenn sie sich etwas tun im Skatepark? Viele hatten Angst davor, dass etwas passiert wofür sie haftbar gemacht werden können, aber auch davor, dass alte Stereotypen überholt werden müssen. Ich gab nicht auf und fand bald mit dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband einen Partner, der mich unterstützen sollte.

Wir veranstalten nun Workshops und Schnupperkurse für Rollstuhlfahrer in ganz Deutschland. Das Interesse ist groß und das Feedback durchweg positiv. Eltern bedanken sich, weil ihre Kinder diese Erfahrung sehr gut annehmen. Viele kommen wieder und einige finden hier sogar einen Sport, den man unabhängig von den wenigen Rollstuhlsportvereinen ausüben kann. Die Erfahrung, egal ob einmalig oder wiederholt, gibt den Kindern und Jugendlichen eine Menge – in vielerlei Hinsicht.

Zum einen ist die eigene Wertschätzung gestärkt, aber auch die Motivation den Rollstuhl noch besser zu beherrschen, sowie im Alltag selbständiger zu werden. Die Aktivität wird somit im hohen Maß gefördert und der Weg für ein selbstbestimmtes Leben bereitet.

Eltern, die sich Sorgen machen, ob das zu gefährlich sei, sollten sich unbedingt vor Augen halten, dass ein behindertes Kind die selben Entscheidungen treffen kann, wie ein nicht behindertes. Denn gerade jetzt, zu einem Zeitpunkt an dem die Inklusion an Schulen Einzug hält, sollte es möglich sein, mit seinen Schulfreunden die gleichen Hobbys zu teilen und das kann eben auch das skaten sein. /David

Foto: Andi Weiland

Foto: Andi Weiland

Foto: DRS/Wittmershaus

Foto: DRS/Wittmershaus


Wie du hast keine Homepage?

Diesen Satz musste ich schon ziemlich oft hören. Nunja, ich hatte halt andere Sachen zu tun, zum Beispiel mit dem Beton im Skatepark kuscheln oder Felsen in Helsinki besteigen. Jetzt soll es aber so weit sein und ich werde hier, gemeinsam mit meiner Freundin Lisa eine kleine, feine Blogseite betreiben, auf der wir unsere Erlebnisse und Abenteuer mit euch teilen. Wie genau das aussehen soll, wissen wir noch nicht so genau, aber es wird ein Mix aus alten und neuen Geschichten in Textform und Videos sein, Bilder wir es sicherlich auch einige geben. Die Themen werden aus unserem Leben kommen. Nicht nur Stories aus dem Skatepark werden eine Rolle spielen, sondern auch alle anderen Themen, die uns irgendwie berühren. Bleibt gespannt und schaut ab und an vorbei, dann werdet ihr sicherlich die ein oder andere interessante Story hier finden.

Beste Grüße

Lisa + David

Foto von Anna-Lena Ehlers

Foto von Anna-Lena Ehlers und Inkluwas

PS: mehr Infos zu uns findet ihr unter Über uns oben im Header