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#nichtmeingesetz

Ich hab mich eigentlich nie großartig für Politik interessiert. Ich war zwar immer wählen, aber so richtig beschäftigt und auseinander gesetzt hatte ich mich damit nie. Nun, irgendwie habe ich mich auch nie so richtig davon betroffen gefühlt.

Nach meinem Unfall war das nicht viel anders. Ich musste mich zwar zum ersten mal mit Gesetzestexten rumschlagen um meine Widerspruchsschreiben bei der Krankenkasse zu würzen, aber sonst interessierte es mich immer noch sehr wenig. Zu den Wahlen flammte es dann ab und an etwas auf, aber auch schnell wieder ab. Denn in keiner Partei fühle ich mich wirklich gut aufgehoben, weder früher, noch heute. Bei der Wahl galt für mich immer irgendein geringes Übel, mit den besten Sprüchen oder den blumigsten Aussichten, die es aber eh nicht schafften.

Dann war ich das erste mal in der USA und seit 2012 dann jedes Jahr. Ich war erstaunt über die drastischen Unterschiede zu Deutschland. So viel Barrierefreiheit und überall Behindertentoiletten, völlig selbstverständlich. Hohe Bußgelder für das unberechtigte Parken auf Behindertenparkplätze, viele Abschleppwagen, die das auch durchsetzten und Busse, Züge und Taxis, die ohne jegliches zögern alles möglich machten, damit du ans Ziel kommst. Alles völlig selbstverständlich oder? Aber das war und ist es in Deutschland leider nicht.

Ich erfuhr vom Teilhabegesetz der USA: Americans with Disability Act oder kurz ADA. Jeder kannte es, nutze es und es war offensichtlich, dass diese Regelungen ein Grund sind, dass Teilhabe dort so selbstverständlich ist.

Dann gab es endlich Pläne auch in Deutschland ein Teilhabegesetz zu verabschieden. Das freute mich, denn ich erhoffte mir ja eine ähnliche Entwicklung. Doch nun wird das Bundesteilhabegesetz kaum Ähnlichkeiten mit dem der USA haben. Auch nicht, wenn man das Behindertengleichstellungsgesetz hinzu zieht. Es werden keine Regelungen getroffen, dass Arztpraxen, Boutiquen, Imbissläden, Restaurants oder andere private Unternehmen barrierefrei sein müssen. Nicht mal der Versuch einer Regelung, dass diese es versuchen müssen, wenn die Durchführung super einfach ist. Beim ADA wird dies klar geregelt, es gibt auch dort Ausnahmen, aber eben mit klaren Regeln!

Weiter fehlt mir im Bundesteilhabegesetz eine Verbesserung des ÖPNV, der Bahn, Reisebusse und anderen Beförderungsunternehmungen. Auch das findet im ADA deutlich mehr Beachtung. Nicht falsch verstehen, nach wie vor gibt es die Möglichkeit den Nahverkehr mit Wertmarke zu nutzen, es gibt Kostenerstattungen und Vergünstigungen. Aber was bringt mir das, wenn die Bahnhöfe, Züge und Busse nicht ausreichend Platz bieten bzw. nicht barrierefrei ausgebaut sind?

Ich gebe zu, dass die Punkte, die mich direkt berühren vergleichsweise gering erscheinen, wenn man sich die Kritik anschaut, die von vielen Menschen und Verbänden im Internet und auf Demonstrationen in Richtung des Ministeriums für Arbeit und Soziales und des Bundestags gesendet wird.

Doch dann machten wir etwas, dass ich mir wohl nie hätte vorstellen können: Lisa und ich guckten uns Bundestagssitzungen und eine Fragestunde an. In voller Länge und aufmerksam. Wir waren wirklich sehr interessiert und es freute uns, dass die Opposition die Kritik ehrlich und unverfälscht in den Bundestag brachte. Was uns dann schockierte, war der Umgang damit bei den Regierungsparteien. Die Debatten kann man sich auf bundestag.de Eine Kurzform gibt es hier (etwas zurecht geschnitten 😉 ) https://www.youtube.com/watch?v=q-7JZTD1GTQ

Die Antworten der SPD und CDU waren keine echten Antworten. Sie versteckten sich hinter den immer gleichen Ausreden und konterten mit sich wiederholenden Fakten. 700 Millionen werden in die Hand genommen und trotzdem 5 Milliarden Entlastung der Kommunen… Toll, aber das war nicht die Frage! Und immer wieder diese Selbstbeweihräucherung: „Es ist ein gutes Gesetz.“ Dabei hat es anscheinend nur einen tollen Namen für ein Gesetz, dass die Chance gehabt hätte, echt gut zu sein. Eine weitere oft wiederholte Phrase war: „Es wird für viele Menschen Verbesserungen geben.“ – aber was ist das für eine Aussage auf eine konkret gestellte Frage? Als ob ich im Supermarkt frage, warum es keine Äpfel mehr gibt und mir nur geantwortet wird: „Es wird für viele Menschen Bananen geben“. Aber warum ich keine Äpfel bekomme, bleibt offen.

Ja ich weiß, der Obstvergleich ist madig und ist auch nicht mein bester Spruch, aber alles in allem war ich einfach tierisch geschockt, dass offenbar keiner auf die Kritik eingehen möchte. Es soll so durchgedrückt werden. Kritiker werden ignoriert oder angeschrien. Denn nicht nur, dass die Antworten von SPD und CDU keine echten Antworten enthielten, sie waren oft auch noch rotzfrech. Jetzt sagt der ein oder andere, dass das immer so sei zwischen Regierung und Opposition, aber für mich war es, als ob sie mir direkt ins Gesicht spucken. Denn es war ja die Kritik von mir und anderen vom Gesetz betroffenen Menschen. Hätten die mir also genauso geantwortet?

Und dann wird eine Werbekampagne gefahren, die allen vermitteln soll, dass alles gut wird. Beschäftigt euch nicht damit, lest es euch nicht durch, glaubt einfach diesem Plakat. Zum Glück haben engagierte Leute, wie Raul Krauthausen oder Constantin Grosch, zusammen mit Vereinen wie Mobil mit Behinderung und vielen anderen einen Gegenentwurf gestartet. Dieser Gegenentwurf enthält deutlich mehr Wahrheit.

Politik ist für mich nach wie vor Neuland, aber ich möchte, dass die Regelungen für die Teilhabe behinderter Menschen auch ein gutes Gesetz bekommen. Deswegen bitte ich euch, kommt am 7. November zur Demonstration nach Berlin ans Brandenburger Tor, schreibt euren kommunalen Politikern, euren MdLs und konfrontiert sie mit der Kritik, seid laut und lasst euch nicht verarschen. Auch wenn für den ein oder anderen unter euch Politik auch noch Fremdland ist, hier geht es um etwas, dass schon längst selbstverständlich sein sollte!

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Für mehr Informationen schaut nach Hashtags #nichtmeingesetz #BTHG #Bundesteilhabegesetz

Weitere Kampagnen und Informationen findet ihr unter anderem hier: http://nichtmeingesetz.de

 

/David

 

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Rollstuhlfahrer = Lügner

Wieder mal am Flughafen Düsseldorf, wieder mal haben wir den Rollstuhl erst am Gepäckband bekommen und wieder mal mussten wir uns fühlen wie Bittsteller, die einen total überdimensionierten Service fordern.

Auch wenn uns dieses mal keine Prügel angedroht wurde, so bleibt dieser fade Beigeschmack. Denn wie kann es sein, dass wir jedes mal bezichtigt werden, etwas total exklusives zu fordern? Eine Flugbegleiterin von AirBerlin meinte, als sie das Thema aufgeschnappt hatte, dass nirgendwo die Rollstühle zum Gate gebracht werden. Darauf hin sagte ich, dass dies nicht richtig sei und zählte eine (meiner Meinung nach mittlerweile recht imposante) Liste an Flughäfen auf, an den das problemlos klappt. Dennoch sagte sie dazu: Nein, das stimmt nicht!

Was soll das? Warum sollen wir denn so einen Spaß daran haben irgendwelche Lügen zu erzählen??? Sind wir als Rollstuhlfahrer nicht glaubhaft? Irgendwo weiter vorne habe ich noch ein „jaja das erzählen die immer“ aufgeschnappt, weiß aber nicht den Kontext dazu, aber es würde hier super reinpassen und ich unterstelle einfach mal, dass es auch um dieses Thema ging. Dann frage ich mich aber, warum die immer noch denken, dass wir Scheiße erzählen, anstatt sich mal zu fragen, ob da nicht doch was dran ist!?

Auf dem Hinflug hat alles super funktioniert, auch in Düsseldorf. Keine dummen Fragen, kein Geeier, Rolli bis zum Gate, Sitze nebeneinander, in Stockholm Rolli zum Gate… alles super! Aber auf dem Weg zurück wieder die alte Leier… dieses mal werden wir auch eine Beschwerde an den Flughafen selbst schreiben, ob es was bringt, mag ich noch bezweifeln.

Wer dies auch tun möchte, kann seine Meinung hier dem Flughafen DUS geigen: https://www.dus.com/de-de/kontakt/feedback

/David


Tatort Dortmund

Bei uns wurde heute am helllichten Tage eingebrochen… der Schlüsseldienst sagt, dass die gleiche Technik heute auch schon woanders angewendet wurde, die Polizei sagt, dass die Spurensicherung gerade schon vier andere Einbrüche bearbeitet… aber es wurde offenbar nichts geklaut!!! Größter Schaden: das abgetaute Gefrierfach… was suchen die bitte im Gefrierfach???

Nachdem wir vor zwei Jahren schon mal in Berlin beklaut wurden, während wir schliefen in der Wohnung, an meinem Geburtstag, wurde nun kurz nach meinem Geburtstag zugeschlagen. Aber offenbar haben sie nichts gefunden, was in deren Interesse war. Laptops sind da, obwohl sie offen rumlagen!

Nun warten wir auf die Spurensicherung und sollen nichts anfassen… wir machen aber trotzdem schon mal die aufgetauten (Ex)Tiefkühlpizzen warm. Wenigstens ist das Bier noch kalt…aber ich brauch jetzt erstmal nen Schnaps!

/David


Living on the Road

Wir sind viel unterwegs, das hat der ein oder andere schon mitbekommen. Nun mussten wir aber in den letzten zwei Jahren immer alles in Lisas kleinen Lupo quetschen oder uns ein Auto ausleihen. Wir sind dadurch auf jeden Fall zu Packprofis geworden und können viel Gepäck ganz gut auf wenig Fläche verteilen. Doch auch wenn unser Rekord im Lupo mit drei Rollstühlen, zusätzlich ein Paar Rädern, zwei Koffern plus Rucksäcke und Taschen manch einem imponiert, wollten wir das so nicht mehr.

Wenn wir zu einer Veranstaltung fahren, wollten wir nicht mehr überlegen was nun wichtiger ist, mehr Schoner und Helme oder lieber weniger, aber dafür noch einen Leihrollstuhl? Selbst mit meinem alten Passat war man da nicht allzu flexibel, zumindest hatten wir nie die Freiheit zu sagen: Macht euch keine Sorgen, wir bringen alles mit! Man musste immer vorher organisieren. Die Rollstühle die dann oft vor Ort standen, waren nicht das Gelbe, nicht mal das Weiße vom Ei und Helme und Schoner waren dann auch nur oft in nicht ausreichender Zahl da.

Bei unserem Roadtrip durch Frankreich, nach Barcelona, Norditalien und der Schweiz, schliefen wir im Passat, mussten aber jeden Abend das ganze Gepäck vorne auf die Sitze stapeln. Auch da mussten wir Tetris spielen, denn wenn erst einmal alles gestapelt war, mussten ja noch unsere Rollis oben auf dem Turm bzw unters Dach!!!

img_7047Aber das alles ist jetzt vorbei! Die Roadtrips? Nein, ab jetzt ist das ganze Leben ein Roadtrip, zumindest fühlt es sich nun so an. Denn wir haben nun einen VW Crafter und uns damit dezent vergrößert… vom Lupo… Und unser erster Roadtrip mit unserem Crafter nach Dänemark und Schweden, dessen Skateparkstationen ihr euch auf Instagram anschauen könnt, hat bewiesen, dass dies nun alles nicht mehr nötig ist. Ok wir müssen nun beim Packen auf andere Sachen achten, denn es ist total blöd, wenn man feststellt, dass das was man braucht ganz hinten im Laderaum ist. Aber zumindest können wir in unser selbstgebautes Hochbett klettern ohne irgendetwas großartig umzuräumen. Wir können nun sechs Rollstühle mitnehmen und noch Ersatzräder und Werkzeug und Schoner und Helme und und und einfach alles!!!

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Diese Freiheit macht uns nicht nur das Leben einfacher, es bringt uns auch so viele neue Möglichkeiten, die wir nutzen wollen. Ob wir demnächst auf Tour gehen oder welche Türen sich damit noch öffnen, werden wir sehen, werdet ihr lesen und wir werden uns dann treffen, irgendwo on the Road!

Cheers

img_2667 Demnächst wird er dann noch weiter verschönert und ausgebaut.  #staytuned
/David

 

 

 

Auf dem Trip nach Dänemark/Schweden, sind wir viele Skateparks angefahren. Hier einige Videos dazu (mehr gibt es auf www.Instagram.com/datlebbe )

Zur Erinnerung an den Passat:


Scheiß Faule Krüppel

Was ist los in diesem paralympischen Sportjahr? Gefühlt wurden die Hälfte aller Sportveranstaltungen wegen zu weniger Anmeldungen abgesagt oder mit nur halber Besetzung durchgezogen. Auch unsere Skateworkshops haben deutlich geringere Teilnehmerzahlen als die Jahre zuvor. Nun könnte man behaupten der Boom sei vorbei, aber es geht ja auch dem Wassersportcamp, Kanu oder anderen Sportarten nicht anders. Dabei sind dieses Jahr doch Paralympics und alle müssten doch im Sportfieber sein…

Was ist los mit den Rollifahrern? Alle kacke faul? Haben alle schon alles ausprobiert? Sieht keiner mehr hin bei der Flut an Facebook Veranstaltungseinladungen?

Böse Zungen könnten jetzt behaupten die Behinderten ziehen sich zurück in ihre dunklen Kammern. Genug von Inklusion und Öffentlichkeit? Nein, ich denke nicht! Vielleicht sind sie auch einfach nur gegen das nicht ausreichende Teilhabegesetz demonstrieren oder anderweitig politisch aktiv. Aber so viel man auch nach Erklärungen suchen mag, es ist traurig, dass so viele tolle Sportveranstaltungen abgesagt werden müssen. Sportveranstaltungen, die mit viel ehrenamtlichen Aufwand und Herzblut geplant und organisiert werden, was dann alles umsonst war.

Ich hätte eigentlich nur einen Wunsch für die nächsten Wochen: Dass die Paralympics wieder das Feuer entfachen, die Sportlerherzen wieder zu schlagen beginnen und die Rollifahrer wieder auf die Sportkurse strömen, ob nun paralympischer Sport oder nicht. Nutzt die Angebote und probiert alles aus – YOLO und so!

In diesem Sinne: Sport frei und viel Spaß bei den Paralympics und eigenen sportlichen Aktivitäten!

nur noch faul am rumliegen...

nur noch faul am rumliegen…

PS: Wer die Überschrift zu derb findet, sollte sich diesen Link nicht anschauen: http://reportage.wdr.de/echtwir#19573

/David


Guter Flughafen Böser Flughafen

Nachdem wir letztens in Düsseldorf ja sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben, wollen wir heute mal erzählen, wie es auch sein kann.

Wir sind für zwei Wochen nach Kalifornien geflogen. Dieses mal von Frankfurt und die Unterschiede zu unseren Erlebnissen in Düsseldorf sind enorm. Selbst bevor wir von Flughafenmitarbeitern bedroht wurden, mussten wir in Düsseldorf immer wieder diskutieren, wurden unfreundlich und unangenehm behandelt. In Frankfurt fühlten wir uns bisher jedes mal wohl. Wir fühlen uns in Frankfurt verstanden und akzeptiert und bekommen die Hilfe die wir brauchen von fröhlich-freundlichem Personal.

Bei der Lufthansa in Frankfurt beginnt schon beim Check In die positive Erfahrung. Da es dort einen speziellen Check In Schalter für Familien und Menschen mit Behinderung gibt, sitzen dort Leute, die mit der Thematik vertraut sind. Dies macht vieles einfacher und schneller, insgesamt viel angenehmer in der Abwicklung. Auch unser Sperrgepäck (Ersatzräder, 2. Rollstuhl) wurde von dort abgeholt, unsere Rollstühle für die Lieferung ans Gate markiert.

Danach wurden wir von einem freundlichen Mitarbeiter begleitet, der uns bis zum Gate gebracht hat. Wir hätten das Gate auch alleine gefunden und normalerweise sagen wir auch, dass wir erst am Gate Hilfe benötigen. Woraufhin wir uns ja letztens in Düsseldorf einige blöde Sprüche vom Personal drücken lassen mussten. Da dies aber ein sehr angenehmer und entspannter Zeitgenosse war, unterhielten wir uns auf dem Weg sehr gut und er war einfach nur ein netter Begleiter.

Auch im Flugzeug gab es keine Probleme. Wir durften ohne Diskussion nebeneinander sitzen auf den Sitzen, die wir uns ausgesucht haben. Diese waren möglichst nah an den Toiletten, sodass auch der Klogang problemlos möglich war. Naja zumindest für Lisa waren die paar Schritte machbar. Es gab zwar einen Stuhl an Bord mit dem man mich hätte die paar Meter zur Toilette bringen können, aber ich entschied mich den kurzen Weg auf dem Arsch hin zu robben und aufs Klo zu klettern. Das sorgte zumindest dafür, dass ich gehen konnte wann ich wollte und nicht warten musste, bis jemand von den Flugbegleitern Zeit hat.

In Los Angeles bekamen wir direkt am Gate unsere Rollstühle, so wie es sein soll und sind dann alleine, nachdem wir uns für die Hilfe bedankt und gesagt haben, dass wir von hier aus klar kommen, durch die Sicherheitskontrollen und zum Gepäckband gerollt. In einem barrierefreien Flughafen, in dem man die Aufzüge selbst bedienen kann auch kein Problem. In Düsseldorf braucht man für einige Aufzüge einen Mitarbeiter!

Auch auf der Rückreise lief alles super. Wir sind abends geflogen, mussten den Mietwagen aber schon vormittags abgeben, sodass wir schon 8 Stunden zu früh am Flughafen waren. Wir konnten aber am Check In Schalter für einen früheren Flug unser Gepäck abgeben. Auch in LA wurde alles problemlos angenommen, unser Sperrgepäck abgeholt und wir wurden weder auseinander gesetzt, noch mit irgendwelchem Halbwissen aufgehalten.

Die Wartezeit konnten wir nun ohne Gepäck super nutzen und nahmen den Bus nach Santa Monica um noch einige Zeit dort zu genießen. Als wir wieder am Flughafen waren, ging alles super schnell. Wir kamen locker durch die Sicherheitskontrollen zum Gate und hatten sogar noch genug Zeit vor dem Boarding um in Ruhe auf Klo zu gehen. Doch dann wurden wir ausgerufen zum Gate gebeten. Das Boarding sollte früher beginnen. Aber selbst die kleine Hektik Einlage tat der guten Erfahrung keinen Abbruch, denn auch hier wurden wir nun ganz entspannt auf die Sitze gebracht. Leider waren das dieses mal nicht die, die wir uns ausgesucht hatten.

Doch auf Nachfrage durften wir auf diese Sitze umziehen und hatten nun sogar etwas mehr Beinfreiheit, was einen 10 Stunden Flug um einiges komfortabler macht.

In Frankfurt warteten schon unsere Rollstühle auf uns am Gate und wir bekamen wieder einen super Service, der so ein krasses Gegenteil zu unseren Erfahrungen in Düsseldorf darstellt wir man sich kaum vorstellen kann.

Der Grund für die schnelle Eskalation in Düsseldorf letztens war, dass wir mit dem Satz begrüßt wurden: „Ihre Rollstühle bekommen Sie am Band.“ Kein freundliches Hallo, kein wir schauen mal was wir machen können, kein wir versuchen unser Besten, nein nur ein geht nicht gibts nicht: „Ich arbeite hier schon seit Jahren. Das klappt bei uns nie!“ Ich verlangte meinen Rollstuhl und die einzige, die professionell uns serviceorientiert handelte, war der Ramp Agent, der das Boarding aufhielt und unsere Rollstühle bringen lies. Air Berlin und die Rollstuhlassistenten verneinten die Möglichkeit immer noch als unsere Rollstühle längst da waren.

In Frankfurt nun war das gar kein Problem und auch die Begleitung war hier wieder sehr aufmerksam und nett, sodass wir uns gern von ihnen bis zum Gepäck bringen ließen. Im Gegensatz zu Düsseldorf, wo wir uns blöde Sprüche anhören mussten und froh waren, dass wir die Typen endlich nicht mehr brauchten (nach dem sie uns den Aufzug bedient hatten, für viel mehr brauchten wir sie ja nicht).

In Frankfurt mussten wir die Reise mit dem ICE fortsetzen, was den Vorteil hatte, dass wir unser Gepäck direkt am Bahnhof abholen konnten. Auch der Einstieg in den ICE mit der Deutschen Bahn verlief problemlos.

Nach den Erfahrungen in Düsseldorf, frage ich mich nun, warum Düsseldorf sich nicht ein Beispiel an den Abläufen in Frankfurt nehmen kann. Warum muss die Erfahrung so extrem unterschiedlich ausfallen?

 

/David

© Photographer: Jens Goerlich - © Models: Jens Goerlich - © conditions: worldwide, 5 years, no advertising

© Photographer: Jens Goerlich – © Models: Jens Goerlich – © conditions: worldwide, 5 years, no advertising


Roskilde Festival

Vor ein paar Tagen habe ich ja berichtet, was uns alles so auf der Reise von und nach Roskilde passiert ist. Nun möchte ich aber berichten, was wir so in Roskilde erlebt haben und ich kann schon mal sagen, außer ein paar Schrammen und ein bisschen Materialverlust, ist alles rund um positiv. Kein Gemecker, oder doch?

Eingeladen wurden wir wieder von Jesper und Bo, die nicht nur für die Skatehalle Hal12, sondern auch für das Roskilde Festival arbeiten. Mit ihnen hatten wir bereits mehrere erfolgreiche Veranstaltungen in Kopenhagen und Roskilde, zuletzt auf der Reha Messe im Bella Center mit Kopenhagen, wo auch WCMX Rider aus Israel und Spanien mit dabei waren. Auch beim Roskilde Festival setzten die Dänen auf ein internationales Team. Neben uns, waren Philipp Cierpka, Ilaria Naef, Aleksi Kirjonen und Robert Thompkins mit am Start. Es waren also Finnland, Italien, Deutschland und USA Skater dabei.

Am ersten Tag war noch alles sehr gemütlich, wir konnten uns mit dem Skatepark vertraut machen, unser Lager in einer Schule beziehen und noch ein paar Einkäufe in der Stadt erledigen. Neben einen Besuch in der Skatehalle Hal12 und Rabalderparken, waren auch erste Überlegungen Thema, wie wir eine Show gestalten. Das war für uns alle eine neue Erfahrung und da es ja keine gemeinsame Choreographie gibt, konnten wir ja nur unser A-Game zeigen und hoffen, dass die Leute das honorieren. Wir hatten dann den Plan gefasst, dass jeder einen Startpunkt wählt und wartet bis er vorgestellt wird. Wenn er seinen Namen hört, winkt er kurz und zeigt seinen Trick. Danach jammte einfach jeder lustig drauf los und shreddete was das zeug hält. So der Plan.

Natürlich kam es anders! Wir hatten eine echt gute Zeit erwischt, Sonntag Abend zwischen BMX und Tanz Shows. Da schon vorher viele Menschen die Shows besucht haben, machten wir schon eine kleine Show vorneweg. Allerdings habe ich mich dabei am Rail etwas zu sehr von den Zuschauern und dem Adrenalin pushen lassen und meinen Rücken zu oft über den Teerboden gezogen. Mein Rücken musste kurzfristig ärztlich versorgt werden. Blöderweise ging die Show genau dann los, als meine Wunden gerade versorgt wurden.

Die anderen begannen wir geplant. Ich habe Backstage die Vorstellung der anderen gehört und wie die Leute abgegangen sind. Ich konnte es kaum erwarten mitzumischen. Als ich dann endlich wieder im Skatepark war, bemerkte Bo, der die Show moderierte, mich erst nicht. Die anderen waren ja auch schon in der Jam Session und er musste immer adhoc die Leute ansagen was sie wo gerade machen. Als er mich entdeckte, stellte er mich dann aber auch vor und ich legte erstmal direkt ein kleines Feuerwerk hin, um aufzuholen was ich verpasst hab.

Die Crowd ging mega ab und es war ein einzigartiges Gefühl vor so vielen Leuten zu skaten. Jeder Trick wurde honoriert, jeder Versuch, sogar wenn mal was nicht geklappt hatte. Jeder wurde gefeiert und zwar nicht mit dem Gefühl, dass dies ein Produkt des Rollstuhls wäre. Nein, viel mehr wurden wir genauso gefeiert, wie vorher jeder BMXer, jeder Skater und Inliner. Das war ein mega Gefühl, dass einen auch motivierte mehr zu machen und über sich hinaus zu wachsen. Meinen Rücken habe ich schon gar nicht mehr gespürt und so skatete ich weiter bis zum Ende der Show.

Als Highlight sollte dann das große Handrail dienen. Robert machte sich als erster bereit, dieses gigantische Rail runter zu grinden. Blöderweise brach er sich dabei das Handgelenk, da er am Ende des Rails die Mitte verloren hatte und nach links weggefallen ist. Da ich ja schon vor der Show eher schlechte Erfahrungen mit meiner Grindbalance gemacht habe, ließ ich es bleiben und fuhr nur die Treppen runter.

Die anderen skateten weiter, sodass die Versorgung von Roberts Arm kein Stimmungsabbruch war. Philipp riss noch richtig einen ab und sprang ein Gap von der Plattform in die Quarter. Dann war die Show vorbei. Es war genial und nicht nur, dass die Leute im und am Skatepark diese Show sehen konnte und richtig abgefeiert hat, wir wurden auch auf einer riesigen Leinwand gezeigt, sodass die umleigenen Camps, Fressbudenbesucher und Thekenbesetzer dies auch genießen konnten. Ich hoffe noch die Aufnahmen zu bekommen, bisher habe ich aber noch nichts entdecken können. Ich habe euch aber ein paar Videoschnipsel hier verlinkt.

Nach der Show machten wir noch einen kleinen Workshop, was auch eine neue Erfahrung war, da man es mit vielen gut angetrunkenen Festivalbesuchern zu tun hatte. Aber auch das war sehr lustig und endete dann damit, dass ich auch noch mal in die Bowl droppen wollte, was dann leider meinen Box WCMX Stuhl geschrottet hat. Von diesem Stuhl werde ich in den nächten Tagen aber eh noch verabschieden, mehr dazu in wenigen Tagen. 😉

Cheers!

Links:

Aktuelles Video von Robert Thompkins, mit Szenen aus Roskilde

Ein bisschen Finnisch? Ein Videobeweis von Outi:  https://www.facebook.com/outi.hanninen.96/videos/488315344708173/

Noch mehr Finnisch? Das Video von Aleksi:

/David

Meine Graffiti Künste lassen noch zu wünschen übrig

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