Monatsarchiv: Dezember 2016

sit ’n‘ skate – Destroying Stereotypes

Fragt ihr euch auch warum hier manchmal ewig nix neues kommt? Sitzen die eigentlich nur rum? Haben die nix mehr zu berichten? Jein!

Ja, wir sitzen rum! 😉 Aber wir haben noch jede Menge vor, nur das unser neuestes Projekt jede Menge Zeit frisst gerade. Sitzen und Skaten ist ja ohnehin unser Motto, also haben wir nach dem tollen Fotobuch von Anna Spindelndreier uns nun auch ein passendes Logo gegeben und unter diesem Logo soll nun einiges passieren.

Abgesehen von der schon bestehenden Facebook Seite und dem Instagram Account, ist das vor allem einmal ein neuer Youtube Kanal. Ja, schon wieder ein neuer Kanal. Für alle die sich jetzt fragen, was das schon wieder soll, folgt hier eine kleine Erklärung.

Ich war mit meinem Kanal „David Lebuser“ auf dem ich seit 2009 WCMX Videos online gestellt habe nie so wirklich zufrieden, allein schon wegen dieser blöden URL, die ich mir ausgesucht hab zu einer Zeit, in der ich mich nie als Videomaker gesehen habe. Mit diesem Blog „The Wheel Rocking World of Lisa and David“, kam dann ein neuer Youtube Kanal, doch auch hier war die URL wegen des langen Namens nicht so wie gewünscht. Deswegen heißt nun dieser Blog auch nur noch „Lisa and David!, aber die URL vom Kanal lässt sich leider nicht mehr ändern . Da haben wir zu schnell geschossen. Mit dem neuen sit’n’skate Kanal wird es dann auch bald eine kürzere URL geben (sobald wir 100 Abonnenten haben – also los abonniert den Kanal 😉 ), außerdem einen einheitlichen Style mit unseren anderen Projekten.

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Der Grieche hat uns einen neuen Header gebastelt – vielen Dank!

Denn unter sit’n’skate wollen wir nicht nur online auftreten, sondern immer und überall. Ja, wir machen uns damit selbstständig! Egal, ob Skatetreff, Workshop, WCMX event oder Präsentation… ab jetzt heißen wir sit’n’skate! Und ob wir am Ende mehr coole Klamotten kreieren oder mit anderen Aktionen unsere Brötchen verdienen, werden wir sehen. Auf jeden Fall starten wir gerade eine erste Testreihe von DIY Shirts, Sticker und ähnlichem. Außerdem kreieren wir „Produkte“ mit denen wir auf den Markt wollen und so richtig Kohle scheffeln können –  nein Quatsch – natürlich haben wir auch hier das selbe Ziel, wie bei all unseren Aktionen: Wir wollen werben für Teilhabe, Inklusion und vor allem wollen wir diese blöden veralteten Stereotypen aus den Köpfen verdrängen!!!

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Warum wir dafür nun die Selbstständigkeit wählen, ist schnell erklärt. Mit all unseren ehrenamtlichen Engagements kommen wir nicht mehr hin. Weder zeitlich, noch finanziell. Wir sind hier am Limit, dabei wollen wir darüber hinaus noch viel mehr machen! WCMX muss bekannter werden, der Rollstuhl soll nicht nur als blödes Hilfsmittel gesehen werden und um die Masse zu erreichen, muss einfach noch viel mehr Zeit investiert werden. Wir wollen also nicht reich werden, sondern wir wollen versuchen davon zu leben und somit noch flexibler in unserem Engagement zu sein!

Ihr wollt uns dabei helfen? Die Gelegenheit kommt mit Sicherheit, aber jetzt helft ihr uns vor allem erst mal, indem ihr unsere Facebook Seite liked, unsere Inhalte teilt, auf Instagram folgt und unseren Youtube Kanal abonniert.

Vielen Dank schon mal und #staytuned –  da kommt noch einiges!

 

Cheers Lisa + David

 

 

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Mein Artikel aus der taz.mit Behinderung

Die taz – Die Tageszeitung hat zum Tag der Menschen mit Behinderung eine Sonderausgabe in Zusammenarbeit mit Leidmedien.de und den Sozialhelden herausgebracht, in der viele Autoren mit Behinderung geschrieben haben. Ich kann nur jedem empfehlen die ganze Ausgabe zu lesen, da sehr viele interessante Artikel darin zu finden sind. Für alle, die die taz vom Freitag, dem 2. Dezember nicht gelesen haben, hier zumindest mein Text in ungekürzter Fassung.

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Foto: RBG Dortmund 51 e.V.

Wie zu Fuß, nur bergab deutlich schneller
Mobilität mit dem Rollstuhl – Warum das fahren lernen so wichtig ist
Text: David Lebuser

Mobilität ist in der heutigen Zeit enorm wichtig. Für uns ist es ganz normal, dass wir kurze Strecken zu Fuß, mittlere mit der Bahn und lange Strecken beispielsweise mit dem Auto fahren – oder mit dem Fahrrad. All das lernen wir in der Regel von klein auf, indem wir uns das von den anderen abschauen und es dann nachmachen. So lernen wir Menschen, wir ahmen nach, wir schauen uns etwas ab und halten das dann für normal. Doch was machen Kinder, die nie laufen lernen oder Menschen, die nicht mehr laufen können – wegen eines Unfalls, Krankheit oder Behinderung?

Meist wird Mobilität mit dem offensichtlich „Normalen“ in Verbindung gebracht, also wird erst mal das Laufen trainiert. Doch für Rollstuhlnutzer, selbst für welche, die noch laufen können, ist das oft nicht die effizienteste Methode. Wir sollten also zuerst lernen, mobil zu sein und dabei sollte nicht entscheidend sein wie man mobil ist, sondern dass man mobil ist.

Die Stärken stärken sollte im Vordergrund stehen und somit sollte man gehbehinderten Menschen, Kindern wie Erwachsenen, das Rollstuhlfahren beibringen. Wenn man selbstbestimmt in der Lage ist, seine Umgebung zu erreichen, dann wird man auch einfacher und motivierter weitere Ziele in Angriff nehmen können. Das kann dann Laufen lernen genauso sein, wie ein guter Schulabschluss oder der (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben.

Vor allem Kinder schauen sich in ihrer Entwicklung vieles von den Eltern und anderen Menschen in ihrer Umgebung ab und brauchen daher ein gutes Rollstuhltraining, denn selten gibt es rollstuhlfahrende Vorbilder im engeren Bekanntenkreis. Sinnvoll ist es auch gelegentlich Sportangebote für Rollstuhlfahrer zu nutzen, damit die Kinder auf eine spielerische Art und Weise voneinander lernen können.

Rollstuhl- und Mobilitätskurse gibt es aber nicht nur für Kinder, denn auch Erwachsene, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind – sei es nun durch Unfall, Krankheit oder Behinderung – benötigen eine gute Einweisung in den Gebrauch des Rollstuhls. So eine Einweisung besteht aus deutlich mehr, als wie man den Rücken einklappt oder wie man die Räder abnimmt und wo man die Schiebegriffe einstellt. Viel mehr muss man lernen sich mit dem Rollstuhl effektiv und kraftsparend zu bewegen, zu lenken und zu bremsen, damit man das Gerät in jeglichen Situationen im Griff hat. Weiter geht es zu lernen, wie man Bordsteinkanten sicher hoch und runter kommt und auch wie man Menschen anleitet zu helfen, wenn eine Barriere doch mal zu groß ist.

Solche Kurse werden unter anderem vom Deutschen Rollstuhl-Sportverband e.V. (DRS) angeboten und von eben diesem gibt es auch eine Übersicht aller Kurse in Deutschland. Auf http://www.rollstuhl-fahren-lernen.de kann man schauen, welche Termine demnächst anstehen. Für Kinder und Jugendliche kann man auch speziell bei den Rollikids auf http://www.rollikids.de schauen und auch nach Kindersportangeboten in der Nähe fragen.

Ist man auf einen Rollstuhl für das tägliche Leben angewiesen, sollte auch die Krankenkasse die Kosten für so einen Kurs übernehmen. Das bestätigte 2012 u.a. auch das Sozialgericht in Oldenburg (S 6 KR 412/12): „Gesetzlich versicherte Rollstuhlfahrer haben einen Anspruch auf die Übernahme der Kosten für einen Mobilitäts- und Rollstuhltrainingskurs.“, heißt es dort unter anderem.

Doch oft sehen dies die Krankenkassen anders. Es heißt, für die Einweisung sei der Leistungserbringer, also das Sanitätshaus zuständig. Aber haben die Sachbearbeiter der Krankenkassen ihren Führerschein auch beim Autokauf im Autohaus gemacht? Sicher nicht, denn auch dort ist klar, dass die technische Komponente vom Fachverkäufer übernommen wird, aber die Fahrfähigkeiten werden bei der Fahrschule erlernt.

Gerade für ein selbstbestimmtes Leben ist es enorm wichtig mobil zu sein. Kinder entdecken die Welt und lernen dabei. Je mobiler und selbstbestimmter sie das machen können, desto besser werden sie sich entwickeln – in allen Belangen. Auch ein erwachsener Mensch wird sein Leben besser gestalten können und lebenswerter empfinden, wenn ihm seine Mobilität möglichst einfach gemacht wird. Nur wenn Hilfsmittelversorgung und die Schulung in den Gebrauch des Hilfsmittels individuell auf die Situation des Menschen mit Behinderung abgestimmt sind, wird auch eine optimale Teilhabe am Leben möglich sein. Wenn wir also wieder mal von Inklusion reden, dürfen wir dies auf keinen Fall außer Acht lassen.

Nicht also das Laufen ist als normal anzusehen, sondern die Freiheit sich zu bewegen können und mit dieser Freiheit dann am Leben teilhaben zu können. Wenn der Rollstuhl erst mal beherrscht wird, ist auch das Bahn fahren, sowie das Autofahren kein großer Schritt mehr. Unabhängig von Alter, Behinderung oder Rollstuhlversorgung empfehle ich allen betroffenen Menschen sich über die Möglichkeiten zu informieren und an so einem Training teilzunehmen. Die Mobilitätskurse gibt es für alle Altersgruppen, sowie für Aktiv- und auch für E-Rollstuhlfahrer.

Ist das Fahren dann gelernt, bietet der Rollstuhl nahezu die selben Möglichkeiten, wie das zu Fuß gehen, nur ist man bergab deutlich schneller!

/David