Monatsarchiv: Juli 2016

Guter Flughafen Böser Flughafen

Nachdem wir letztens in Düsseldorf ja sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben, wollen wir heute mal erzählen, wie es auch sein kann.

Wir sind für zwei Wochen nach Kalifornien geflogen. Dieses mal von Frankfurt und die Unterschiede zu unseren Erlebnissen in Düsseldorf sind enorm. Selbst bevor wir von Flughafenmitarbeitern bedroht wurden, mussten wir in Düsseldorf immer wieder diskutieren, wurden unfreundlich und unangenehm behandelt. In Frankfurt fühlten wir uns bisher jedes mal wohl. Wir fühlen uns in Frankfurt verstanden und akzeptiert und bekommen die Hilfe die wir brauchen von fröhlich-freundlichem Personal.

Bei der Lufthansa in Frankfurt beginnt schon beim Check In die positive Erfahrung. Da es dort einen speziellen Check In Schalter für Familien und Menschen mit Behinderung gibt, sitzen dort Leute, die mit der Thematik vertraut sind. Dies macht vieles einfacher und schneller, insgesamt viel angenehmer in der Abwicklung. Auch unser Sperrgepäck (Ersatzräder, 2. Rollstuhl) wurde von dort abgeholt, unsere Rollstühle für die Lieferung ans Gate markiert.

Danach wurden wir von einem freundlichen Mitarbeiter begleitet, der uns bis zum Gate gebracht hat. Wir hätten das Gate auch alleine gefunden und normalerweise sagen wir auch, dass wir erst am Gate Hilfe benötigen. Woraufhin wir uns ja letztens in Düsseldorf einige blöde Sprüche vom Personal drücken lassen mussten. Da dies aber ein sehr angenehmer und entspannter Zeitgenosse war, unterhielten wir uns auf dem Weg sehr gut und er war einfach nur ein netter Begleiter.

Auch im Flugzeug gab es keine Probleme. Wir durften ohne Diskussion nebeneinander sitzen auf den Sitzen, die wir uns ausgesucht haben. Diese waren möglichst nah an den Toiletten, sodass auch der Klogang problemlos möglich war. Naja zumindest für Lisa waren die paar Schritte machbar. Es gab zwar einen Stuhl an Bord mit dem man mich hätte die paar Meter zur Toilette bringen können, aber ich entschied mich den kurzen Weg auf dem Arsch hin zu robben und aufs Klo zu klettern. Das sorgte zumindest dafür, dass ich gehen konnte wann ich wollte und nicht warten musste, bis jemand von den Flugbegleitern Zeit hat.

In Los Angeles bekamen wir direkt am Gate unsere Rollstühle, so wie es sein soll und sind dann alleine, nachdem wir uns für die Hilfe bedankt und gesagt haben, dass wir von hier aus klar kommen, durch die Sicherheitskontrollen und zum Gepäckband gerollt. In einem barrierefreien Flughafen, in dem man die Aufzüge selbst bedienen kann auch kein Problem. In Düsseldorf braucht man für einige Aufzüge einen Mitarbeiter!

Auch auf der Rückreise lief alles super. Wir sind abends geflogen, mussten den Mietwagen aber schon vormittags abgeben, sodass wir schon 8 Stunden zu früh am Flughafen waren. Wir konnten aber am Check In Schalter für einen früheren Flug unser Gepäck abgeben. Auch in LA wurde alles problemlos angenommen, unser Sperrgepäck abgeholt und wir wurden weder auseinander gesetzt, noch mit irgendwelchem Halbwissen aufgehalten.

Die Wartezeit konnten wir nun ohne Gepäck super nutzen und nahmen den Bus nach Santa Monica um noch einige Zeit dort zu genießen. Als wir wieder am Flughafen waren, ging alles super schnell. Wir kamen locker durch die Sicherheitskontrollen zum Gate und hatten sogar noch genug Zeit vor dem Boarding um in Ruhe auf Klo zu gehen. Doch dann wurden wir ausgerufen zum Gate gebeten. Das Boarding sollte früher beginnen. Aber selbst die kleine Hektik Einlage tat der guten Erfahrung keinen Abbruch, denn auch hier wurden wir nun ganz entspannt auf die Sitze gebracht. Leider waren das dieses mal nicht die, die wir uns ausgesucht hatten.

Doch auf Nachfrage durften wir auf diese Sitze umziehen und hatten nun sogar etwas mehr Beinfreiheit, was einen 10 Stunden Flug um einiges komfortabler macht.

In Frankfurt warteten schon unsere Rollstühle auf uns am Gate und wir bekamen wieder einen super Service, der so ein krasses Gegenteil zu unseren Erfahrungen in Düsseldorf darstellt wir man sich kaum vorstellen kann.

Der Grund für die schnelle Eskalation in Düsseldorf letztens war, dass wir mit dem Satz begrüßt wurden: „Ihre Rollstühle bekommen Sie am Band.“ Kein freundliches Hallo, kein wir schauen mal was wir machen können, kein wir versuchen unser Besten, nein nur ein geht nicht gibts nicht: „Ich arbeite hier schon seit Jahren. Das klappt bei uns nie!“ Ich verlangte meinen Rollstuhl und die einzige, die professionell uns serviceorientiert handelte, war der Ramp Agent, der das Boarding aufhielt und unsere Rollstühle bringen lies. Air Berlin und die Rollstuhlassistenten verneinten die Möglichkeit immer noch als unsere Rollstühle längst da waren.

In Frankfurt nun war das gar kein Problem und auch die Begleitung war hier wieder sehr aufmerksam und nett, sodass wir uns gern von ihnen bis zum Gepäck bringen ließen. Im Gegensatz zu Düsseldorf, wo wir uns blöde Sprüche anhören mussten und froh waren, dass wir die Typen endlich nicht mehr brauchten (nach dem sie uns den Aufzug bedient hatten, für viel mehr brauchten wir sie ja nicht).

In Frankfurt mussten wir die Reise mit dem ICE fortsetzen, was den Vorteil hatte, dass wir unser Gepäck direkt am Bahnhof abholen konnten. Auch der Einstieg in den ICE mit der Deutschen Bahn verlief problemlos.

Nach den Erfahrungen in Düsseldorf, frage ich mich nun, warum Düsseldorf sich nicht ein Beispiel an den Abläufen in Frankfurt nehmen kann. Warum muss die Erfahrung so extrem unterschiedlich ausfallen?

 

/David

© Photographer: Jens Goerlich - © Models: Jens Goerlich - © conditions: worldwide, 5 years, no advertising

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Roskilde Festival

Vor ein paar Tagen habe ich ja berichtet, was uns alles so auf der Reise von und nach Roskilde passiert ist. Nun möchte ich aber berichten, was wir so in Roskilde erlebt haben und ich kann schon mal sagen, außer ein paar Schrammen und ein bisschen Materialverlust, ist alles rund um positiv. Kein Gemecker, oder doch?

Eingeladen wurden wir wieder von Jesper und Bo, die nicht nur für die Skatehalle Hal12, sondern auch für das Roskilde Festival arbeiten. Mit ihnen hatten wir bereits mehrere erfolgreiche Veranstaltungen in Kopenhagen und Roskilde, zuletzt auf der Reha Messe im Bella Center mit Kopenhagen, wo auch WCMX Rider aus Israel und Spanien mit dabei waren. Auch beim Roskilde Festival setzten die Dänen auf ein internationales Team. Neben uns, waren Philipp Cierpka, Ilaria Naef, Aleksi Kirjonen und Robert Thompkins mit am Start. Es waren also Finnland, Italien, Deutschland und USA Skater dabei.

Am ersten Tag war noch alles sehr gemütlich, wir konnten uns mit dem Skatepark vertraut machen, unser Lager in einer Schule beziehen und noch ein paar Einkäufe in der Stadt erledigen. Neben einen Besuch in der Skatehalle Hal12 und Rabalderparken, waren auch erste Überlegungen Thema, wie wir eine Show gestalten. Das war für uns alle eine neue Erfahrung und da es ja keine gemeinsame Choreographie gibt, konnten wir ja nur unser A-Game zeigen und hoffen, dass die Leute das honorieren. Wir hatten dann den Plan gefasst, dass jeder einen Startpunkt wählt und wartet bis er vorgestellt wird. Wenn er seinen Namen hört, winkt er kurz und zeigt seinen Trick. Danach jammte einfach jeder lustig drauf los und shreddete was das zeug hält. So der Plan.

Natürlich kam es anders! Wir hatten eine echt gute Zeit erwischt, Sonntag Abend zwischen BMX und Tanz Shows. Da schon vorher viele Menschen die Shows besucht haben, machten wir schon eine kleine Show vorneweg. Allerdings habe ich mich dabei am Rail etwas zu sehr von den Zuschauern und dem Adrenalin pushen lassen und meinen Rücken zu oft über den Teerboden gezogen. Mein Rücken musste kurzfristig ärztlich versorgt werden. Blöderweise ging die Show genau dann los, als meine Wunden gerade versorgt wurden.

Die anderen begannen wir geplant. Ich habe Backstage die Vorstellung der anderen gehört und wie die Leute abgegangen sind. Ich konnte es kaum erwarten mitzumischen. Als ich dann endlich wieder im Skatepark war, bemerkte Bo, der die Show moderierte, mich erst nicht. Die anderen waren ja auch schon in der Jam Session und er musste immer adhoc die Leute ansagen was sie wo gerade machen. Als er mich entdeckte, stellte er mich dann aber auch vor und ich legte erstmal direkt ein kleines Feuerwerk hin, um aufzuholen was ich verpasst hab.

Die Crowd ging mega ab und es war ein einzigartiges Gefühl vor so vielen Leuten zu skaten. Jeder Trick wurde honoriert, jeder Versuch, sogar wenn mal was nicht geklappt hatte. Jeder wurde gefeiert und zwar nicht mit dem Gefühl, dass dies ein Produkt des Rollstuhls wäre. Nein, viel mehr wurden wir genauso gefeiert, wie vorher jeder BMXer, jeder Skater und Inliner. Das war ein mega Gefühl, dass einen auch motivierte mehr zu machen und über sich hinaus zu wachsen. Meinen Rücken habe ich schon gar nicht mehr gespürt und so skatete ich weiter bis zum Ende der Show.

These ladies were pretty brave today! Would you dare to do it? #wheelchairshow #rf16

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Als Highlight sollte dann das große Handrail dienen. Robert machte sich als erster bereit, dieses gigantische Rail runter zu grinden. Blöderweise brach er sich dabei das Handgelenk, da er am Ende des Rails die Mitte verloren hatte und nach links weggefallen ist. Da ich ja schon vor der Show eher schlechte Erfahrungen mit meiner Grindbalance gemacht habe, ließ ich es bleiben und fuhr nur die Treppen runter.

Die anderen skateten weiter, sodass die Versorgung von Roberts Arm kein Stimmungsabbruch war. Philipp riss noch richtig einen ab und sprang ein Gap von der Plattform in die Quarter. Dann war die Show vorbei. Es war genial und nicht nur, dass die Leute im und am Skatepark diese Show sehen konnte und richtig abgefeiert hat, wir wurden auch auf einer riesigen Leinwand gezeigt, sodass die umleigenen Camps, Fressbudenbesucher und Thekenbesetzer dies auch genießen konnten. Ich hoffe noch die Aufnahmen zu bekommen, bisher habe ich aber noch nichts entdecken können. Ich habe euch aber ein paar Videoschnipsel hier verlinkt.

Nach der Show machten wir noch einen kleinen Workshop, was auch eine neue Erfahrung war, da man es mit vielen gut angetrunkenen Festivalbesuchern zu tun hatte. Aber auch das war sehr lustig und endete dann damit, dass ich auch noch mal in die Bowl droppen wollte, was dann leider meinen Box WCMX Stuhl geschrottet hat. Von diesem Stuhl werde ich in den nächten Tagen aber eh noch verabschieden, mehr dazu in wenigen Tagen. 😉

Cheers!

Links:

Aktuelles Video von Robert Thompkins, mit Szenen aus Roskilde

Ein bisschen Finnisch? Ein Videobeweis von Outi:  https://www.facebook.com/outi.hanninen.96/videos/488315344708173/

Noch mehr Finnisch? Das Video von Aleksi:

/David

Meine Graffiti Künste lassen noch zu wünschen übrig

Meine Graffiti Künste lassen noch zu wünschen übrig


Flugschäden

Düsseldorf – Kopenhagen, das ist momentan unsere Hausstrecke könnte man sagen. Dank den engagierten Leuten aus Roskilde, die ein WCMX Event nach dem anderen organisieren, können wir öfter  ins schöne Sjælland reisen. Wir haben uns sogar für das Bonusprogramm von AirBerlin angemeldet, weil die eine gute und günstige Verbindung anbieten. Bisher waren wir auch immer sehr zufrieden, doch dieses mal sollte sich einiges ändern.

Es fing damit an, dass unser Hinflug annulliert wurde. Der Grund dafür wurde uns nicht genannt, was doof ist, weil man so eventuelle Ansprüche nicht hundertprozentig prüfen kann. Jedenfalls mussten wir eine Nacht im Hotel am Flughafen Düsseldorf übernachten, statt, wie geplant, in Malmö. Wir haben extra einen Tag eher gebucht, um endlich mal auf die schwedische Seite nach Malmö zu kommen. Ok, kann passieren, Ersatzflug war ja direkt am nächsten Morgen. Kein Malmö, aber zumindest verpassen wir nichts von den WCMX Shows beim Roskilde Festival.

Als wir in Kopenhagen ankamen, mussten wir uns aber in komplett durchnässte Rollstühle setzen. Offenbar hat das Bodenpersonal in Düsseldorf unsere Rollstühle längere Zeit im Regen stehen lassen. Nun kann man natürlich sagen, ihr hättet ja das Kissen rausnehmen können, aber zum einen gibt es Polster am Rollstuhl, die man nicht einfach so abnehmen kann, zum anderen wollen die ja auch, dass man möglichst wenig mit an Bord nimmt und das man schnell ist. Immer wieder muss man sich fragen, warum das Personal nicht geschult wird, mit den Sachen fremder Menschen sorgsam umzugehen. Dieses mal standen unsere Rollstühle nur im Regen, aber bei vielen anderen Flügen, wurden Sie geschmissen, sind runtergefallen, es haben ganze Teile gefehlt oder es waren sogar ernsthafte Schäden dran. Von Lackkratzern bis hin Beulen oder verbogenen Teilen, auch von Totalschäden hört man immer öfter. Da sind ein paar nasse Polster halb so wild, blöd nur, dass die individuell angepasst sind und somit der Schaden eventuell doch in den vierstelligen Bereich gehen kann…

Nun ja wir waren mit einem Tag Verspätung in Kopenhagen angekommen. Malmö haben wir ausgelassen und sind direkt nach Roskilde zum Festival. Wir hatten dort ein paar heftige Tage, eine hammermäßige Show vor vielen Hundert Leuten und eine verdammt gute Zeit. Doch ich überspringe diese Tage, denn ich möchte zum Rückflug kommen und meine Erlebnisse am Flughafen Düsseldorf teilen.

nicht schwer zu verstehen, oder?

nicht schwer zu verstehen, oder?

Am Flughafen Kopenhagen haben wir unsere Rollstühle mit zusätzlichen AirBerlin Tags versehen lassen, die eindeutig sagten, dass die Rollstühle ans Gate gebracht werden sollen. Dennoch kamen die Rollstuhl Assistenten des Flughafens DUS mit der Info, dass die Rollstühle am Band auf uns warten. Ich weigerte mich aber in den Rollstuhl des Flughafen überzusetzen und es entbrannte eine große Diskussion, ob wir ein Recht darauf hätten. Ich sage ganz klar ja, wir haben ein Recht darauf unsere Rollstühle, wie angemeldet und abgesprochen, am Gate zu bekommen, damit wir uns selbstständig, selbstbestimmt und ohne Hilfe durch den Flughafen schieben können. Wir bekamen unsere Rollstühle dann auch nach einigen Minuten völlig problemlos. Nur AirBerlin und die Mitarbeiter der Firma Klüh sahen dort Probleme wo keine waren und entfachten diese riesige Diskussion. Nun könnte man ja denken, dass sich damit alles erledigt hat, wenn da nicht ein streitsüchtiger Mitarbeiter der Rollstuhlassistenten gewesen wäre.

Die Mitarbeiter der Fa. Klüh mussten uns ja immer noch bis in den öffentlichen Bereich bringen, da man den Fahrstuhl am Gate nicht ohne Schlüssel bedienen kann. Einer der Mitarbeiter sagte uns immer wieder seine abwertende Meinung. Er glaube nicht, dass wir selbstständig sein können und wir seien auf seine Hilfe angewiesen, dass habe man ja grad gesehen. Dieses wiederholte er mehrfach und selbst als wir im öffentlichen Bereich uns nun von denen lossagen wollten, hielt er es für angebracht uns das nochmal zu sagen. Der Weg sei ja so weit, das können wir ja gar nicht alleine schaffen.

Ich sagte ihm nochmals, dass wir von hier an keine Hilfe mehr benötigen und sie einfach abhauen sollen. Selbst Lisa, die bis hierhin noch ruhig geblieben ist, war nun angepisst und wollte den Namen von dem Mitarbeiter wissen, um eine Beschwerde zu formulieren. Der Typ drehte sein Namensschild um und fing an aggressiv zu werden. Nun fragte ich ihm nach seinen Namen, woraufhin er mir die Mütze vom Kopf schlug. Sein offensichtlich stummer Kollege hielt ihn daraufhin zurück. Wer weiß was er sonst noch gemacht hätte. Sie gingen weiter, doch nun war ich endgültig auf 180 und wollte seinen Namen erfahren. Wir folgten ihnen ein paar Meter und dann drehte er sich um, erhob den Aisle Chair, mit dem wir aus dem Flugzeug geholt wurden und einer Sackkarre nicht unähnlich ist. Er drohte mir mit dem Stuhl in der Hand: „Soll ich dich nochmal zum Krüppel schlagen?“ Sein Kollege hielt ihn abermals fest und zog ihn davon. Um uns herum standen geschockte Passanten und Mitarbeiter des Flughafens, aber außer einen geschockten Blick unternahm niemand etwas.

Wir folgten den beiden weiter, bis sie im nicht öffentlichen Bereich verschwanden. Wir gingen nun weiter und suchten einen Bundespolizisten auf, um den Vorfall zu melden. Er nahm sich der Sache gerade an, als die beiden Typen um die Ecke kamen. Er sprintete hinterher und hielt sie fest.  Wir mussten noch eine Zeit warten bis die Kollegen der Landespolizei NRW  den Fall übernahmen. Währenddessen legte sich der Schlägertyp auch noch mit dem Polizisten an und spielte die Ausländerkarte (ja genau der Typ, der uns auf unsere Behinderung reduziert hat). „Wieso ist von vornherein klar, wer der Schuldige ist? Nur, weil ich Ausländer bin?“ Daraufhin stellte der Polizist erstmal klar, dass hier alle Leute festgehalten werden um die Sache zu klären und er sich nicht von ihm als Rassist in Ausübung seiner Pflicht darstellen lasse.

Später ließen wir dann eine Anzeige aufnehmen, woraufhin der Typ mich auch direkt wegen Beleidigung anzeigen ließ.

Anschließend begaben wir uns zur Firma Klüh, die für die Serviceleistung für mobilitätseingeschränkte Flugreisende dort zuständig sind, und beschwerten uns dort ebenfalls. Der Geschäftsführer war sehr dankbar, aber auch schockiert. Der Mitarbeiter hat auf jeden Fall mit Konsequenzen zu rechnen, eine Schulung reiche bei diesem Vorfall sicher nicht mehr aus. Dies sei in all den Jahren noch nichtmal ansatzweise passiert und er garantierte uns, dass er alles tut, das uns und anderen so etwas nie wieder passieren würde.

Das Gespräch war sehr positiv, wir fühlten uns verstanden und haben auch einige interessante Informationen bekommen. So ist es z.B. tatsächlich EU Recht, einen speziell angepassten Rollstuhl (wenn vorher angemeldet) direkt am Gate zu bekommen. Dass man dieses Recht aber auch bekommt, liegt leider nicht in der Hand der Rollstuhlservice-Mitarbeiter, sondern in der der Airline bzw. des Ramp Agents.

Solltet ihr mal am Flughafen Düsseldorf von einem Mitarbeiter der Firma Klüh schlecht behandelt werden, scheut euch nicht den Kontakt zu suchen. Ihr braucht übrigens keinen Namen des Mitarbeiters, da alle Mitarbeiter fest für einen Passagier eingeplant werden. Somit ist es später ein leichtes, den Namen des Mitarbeiters herauszufinden, ganz ohne, dass er sein Schild verstecken kann und aggressiv wird.

/David