Monatsarchiv: März 2016

Bahn am Morgen

Ich bin heute verdammt früh aufgestanden und dazu noch spät eingeschlafen. Da bin ich von Natur aus mies gelaunt am frühen Morgen. Wenn ich einen Zug in der Früh bekommen muss, können mir die Bahn Mitarbeiter manchmal schon leid tun. Schlimmer noch, wenn ich keinen Kaffee bekommen habe.

Aber eins nach dem anderen… Ich habe meine Zugfahrt angemeldet, was ich normalerweise bei so kurzen Regional Verbindungen nicht mache. Doch wollte ich ja nach Bad Arolsen und die Umsteigebahnhöfe Bestwig und Korwig waren mir fremd. Also meldete ich die Fahrt an und musste erfahren, dass es auf den Umsteigebahnhöfen weder Hilfe, noch Rampen gab. Auch wurde mir gesagt, dass es in Bad Arolsen auch keine Hilfe gibt. Warte mal, ist das nicht ein Kurort? Sollten nicht gerade da barrierefreie Bahnhöfe selbstverständlich sein? Nun gut, dennoch wurde mir eine andere Verbindung angeboten nach Bad Arolsen. Mit dieser wäre ich allerdings zu spät gekommen. Also organisierte ich mich um, sodass ich in Bielefeld eingesammelt werde und den Rest des Weges mit dem Auto reise.
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Auch mein Packesel ist auf barrierefreie Bahnhöfe angewiesen

Die Zugverbindung nach Bielefeld ist easy… wäre da nicht der Dortmunder Hauptbahnhof! Vom Gleis 8 eine knappe Stunde bis Bielefeld. Gleis 8 hat auch eine Rolltreppe, immerhin, die aber oft kaputt ist. Da ich heute ziemlich bepackt bin, begrüßte ich aber durchaus die Möglichkeit die Müllaufzüge zu nutzen.

Ich kam also am Bahnhof an und gönnte mir erstmal einen Kaffee, um meine Laune etwas aufzubessern. Danach rollte ich an den Infoschalter um meinen Wunsch zu äußern, dass ich auf Gleis 8 möchte um nach Bielefeld zu kommen. Ich tat das so, wie ich es auch unangemeldet tun würde. Als die Frage kam, ob ich angemeldet sei, reagierte ich etwas pampig und sagte: „Ja ausnahmsweise schon.“, das nahm die Mitarbeiterin zur Kenntnis, aber ich setzte in morgenmuffeliger Art und Weise fort: „Das wäre aber auch egal, da ich ja deswegen hier herkomme und Bescheid sage, denn es sei ja auch nur eine Regionalverbindung.“ Sie Servicemitarbeiterin erwiderte, dass es nicht egal sei, da sie ja eventuell dann auf noch jemanden warten müsse. Edle Ziele also, ok, aber ich konnte meine Klappe nicht halten und sagte: „Man könne den Bahnhof ja einfach barrierefrei gestalten, dann müssten Sie nicht auf mich warten.“ Woraufhin die Servicemitarbeiterin in ihren imaginären Damenbart brabbelte: „ja… machen wir… einfach barrierefrei… genau“. Besser konnte ich es nicht verstehen, dennoch rief ich, mittlerweile schon etwas vom Schalter entfernt, sie sollte sich mal vorstellen jeder Reisende müsse sich hier anmelden. Dies mündete es in der Erklärung, dass das ja nicht so schnell geht, woraufhin ich wieder sagte, dass der letzte Umbau ja nicht so lange her sei. Sie wiederum meinte, es sei alles geplant und das war nur der erste Bauabschnitt.
Eine andere Bahnmitarbeiterin eskalierte, indem sie mich nun zum Gleis brauchte. Auf dem Weg gab es nur wenige Worte, u.a. von ihr, dass sie ja dafür auch nix kann und ich sagte, dass das auf mich genauso zutrifft. Ich bin aber der leidtragende in diesem Fall und damit ich da nicht alleine bin, gebe ich doch zumindest gern etwas von meinem morgenmuffeligen Zorn ab. Ende der Geschichte und jetzt noch ein Kaffee.
/David
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Zwangspause

Na vermisst ihr schon die Actionbilder aus den Skateparks und die ganzen Crash Videos? Ja? Ich auch!

Leider hielt mich in den letzten Wochen eine Infektion auf Trab, bzw. im Bett und auch jetzt, wo ich mich wieder fit fühle, darf ich mich noch nicht anstrengen. Doch tatsächlich höre ich mal auf den Arzt, denn zum einen ist das ein guter und zum anderen möchte ich das nächste USA Abenteuer nicht gefährden. Denn im April geht es ja wieder über den Teich, um viele Skateparks zu rocken und die WM zu bestreiten.

Ja die WM… da sollte man sich natürlich vorbereiten und eigentlich stecke ich da nun mittendrin. Aber dieser kleine gesundheitliche Rückschlag soll mich nicht aufhalten, vielleicht befreit es mich sogar von zu viel Druck. Ich fliege dort hin, habe Spaß und was für ein Ergebnis dann unter dem Strich steht sollte eh total egal sein. Hauptsache wir haben Spaß!

Bald gibt es übrigens wieder Bilder. Heute war Skate ma anders in Dortmund und auch wenn ich mich noch zurück halten musste, habe ich immer schön die Kamera drauf gehalten. Also das Warten hat bald ein Ende. 😉

/David

Die WCMX Szene wächst weiter, dann kann ich auch mal Pause machen...

Die WCMX Szene wächst weiter, dann kann ich auch mal Pause machen…


Zu B-Behindert!?

Mensch die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, haben die Möglichkeit wenn sie mit der Bahn verreisen eine Begleitperson kostenlos mitzunehmen. Dafür gibt es im Schwerbehinderterausweis das Merkzeichen „B“.

David und ich nutzen dies, wenn wir mit dem ICE fahren. So braucht nur einer von uns beiden ein Ticket und er andere fährt umsonst. Das wir beide Rollstuhlfahrer sind, hat bislang noch niemanden gestört. Deswegen war der Zug das Mittel unserer Wahl, als unsere italienische Austausch-Rollifahrerin und ich im Herbst nach Berlin fahren wollten. Auch dieses Mal war das kein Problem, erst 20 Minuten bevor wir wieder in Dortmund waren, machte uns der Kontrolleur darauf aufmerksam, dass ein Rollstuhlfahrer ja schlecht die Begleitung eines anderen Rollstuhlfahrers sein kann.

„Äh, bitte was??“

Ich bat ihn, mir dies zu erklären. Konnte er nicht, aber „irgendwo steht das“. Also erklärte ich ihm, dass ein anderer Rollstuhlfahrer sehr wohl Hilfeleistungen bringen kann. Dass es explizit NICHT um den Ein- und Ausstieg ginge, da dafür die Rampe da ist. Wo sonst könnte ein Rollstuhlfahrer Hilfe brauchen? Z.B. bei Toilettengang. Da kann aber eben auch ein anderer Rollstuhlfahrer behilflich sein.

Leider konnte der Kontrolleur uns auch nicht sagen, wer denn jetzt genau wen nicht begleiten darf. Darf mich meine kleinwüchsige Freundin begleiten? Sie ist ja immerhin Fußgängerin! Oder mein Vater, der hat Diabetes, darf der oder ist er zu behindert?

Boston

Foto: Anna Spindelndreier

Die gleiche Diskussion haben David und ich auch schon im Kino geführt. In dem Fall glaube ich, könnte sogar eine Missinterpretation einer Regelung vorliegen. Es soll schon vorgekommen sein, dass zwei Rollstuhlfahrer der Meinung waren, dass sie jeweils den anderen begleiten und somit niemand zahlen müsste. Dies ist selbstverständlich nicht gemeint!

Es ist wohl an der Zeit den Menschen zu zeigen, dass sich auch Menschen mit Behinderung sehr gut untereinander helfen können. Warum sollte z.B. ein Rollstuhlfahrer nicht in der Lage sein, einen Sehbehinderten von A nach B zu führen? Oder ein Rollstuhlfahrer dem anderen eine Stufe hoch helfen?

Tatsächlich habe ich auch ein Dokument gefunden, dass sich mit dem Thema beschäftigt. Zu dumm, dass ich es damals während der Zugfahrt nicht parat hatte…

http://ksl-nrw.de/fileadmin/mobile/verkehr/begleitperson_mit_merkzeichen_B_januar_2014.pdf

Spontan mit dem Zug verreisen - ohne Diskussionen! Foto: Anna Spindelndreier

Spontan mit dem Zug verreisen – ohne Diskussionen! Foto: Anna Spindelndreier

/Lisa